Berlin, 7:22, Tag 773

Heute Nacht habe ich mich halb auf mein iPad gesetzt. Ich sollte fort gebeamt werden. Auf dem Display lief ein Countdown in weissen Zahlen auf einem roten Hintergrund. Das konnte ich schräg unter mir gut erkennen. Kurz vor der 0 hüpfte ich runter, denn ich kannte das Ziel doch nicht. So blieb ich in der Wüste mit den vielen Sandfiguren und einem halben, begehbaren Krokodil. Als ich aufwachte, tropfte Regen auf die Fenster…

Ich blieb noch etwas liegen und schwamm durch den Strom der Neuigkeiten in meinem Telefon. Erfreut fand ich ein neues Video von Ze Frank über eine Technik, mit der er Konzepte für seine Videos findet. Vor allem, wenn er nicht weiter kommt. Er beschreibt das an einem einfachen Beispiel. Hier schreibe ich mir seine Technik kurz auf, um sie mir so besser merken zu können.

1. Spezifische Beobachtungen
Man schreibt eine Liste all der Dinge auf, die einem zu einem Thema x einfallen und dann wirft man sie weg. Dann konzentriert man sich auf die nicht ganz so offensichtlichen Details. Die Kleinigkeiten, die einem nicht sofort auffallen neben den offensichtlichen, eben weggeworfenen Beobachtungen. Das erinnert mich grade an das Spiel Tabu, bei dem man die offensichtlichen Beschreibungen für Dinge zur Erklärung selbiger eben nicht benutzen darf.

2. Spezifische Erfahrungen
Nach den Beobachtungen geht es darum, wie man sich dabei fühlt. Was denkt man, wenn man sich selbst zu hört? Wir interessieren uns so lange für neue Dinge, bis wir sie erkennen oder zu kennen glauben. Der Fokus auf diese Kleinigkeiten, die Details, erzeugt einen Art Interesse oder Verbundenheit. Vielleicht auch Spannung, weil wir ständig vergleichen, ob wir diese nicht so offensichtlichen Beobachtungen und Erfahrungen auch schon mal gemacht haben.

3. Skalieren
Dann macht er die verschiedenen Dinge, um die es geht, ganz gross oder ganz klein. Er dreht an den Mengen. Das ist für mich das unterhaltsame Element. Übertreibungen, also vielleicht ungewohnte Mengen von Dingen, die uns täglich umgeben, können lustig sein. Genau das kenne ich wiederum von meinem Umgang mit meinen Ängsten. Ich zeichne in Gedanken ein Video der für mich bedrohlichen Situation auf und lasse dann alles, wie in einem Stummfilm ganz schnell rückwärts noch einmal ablaufen. Also in meinem Kopf. Und meist fange ich dann an, über mich selbst zu lachen. Und die Angst ist natürlich verschwunden, obwohl es sich doch um die gleiche Situation handelt, die ich erinnere.

4. Überraschung
Hierbei dreht sich alles um Rhythmus. Da ich es ja in dieser Woche mit Musik habe, passt das wieder mal. Man versucht, einen Takt zu erkennen in dem, was um einen herum passiert. Den Takt beim Sprechen, beim gehen. Wie lange dauert etwas, wie oft wird es wiederholt. Und dann bricht man diesen Rhythmus ganz bewusst. Ja! Und genau das das erzeugt natürlich: Überraschung!

Ich habe sofort überlegt, ob ich das auch auf Geschriebenes anwenden kann, auf meine Blogposts hier? Da ich die aber intuitiv, ohne vorherige Konzeption oder Planung, rein aus dem Moment und Bauch heraus schreibe, scheint das nicht zu gehen. Aber was wäre, wenn ich diese Technik so gut drauf hätte, so dass ich sie unbewusst anwenden könnte? Hmm.

Sicher eignet sich die Technik gut für alle Arten von Artikeln, Vorträgen oder Reden. Ich bewundere Frank gerade, wie er über nur vier Punkte 10min lang fesselnd reden kann. Mir fällt mein gestriger All Hands Zwischenruf ein, für den ich auch nur ein paar Punkte vorbereitet hatte. Da hab ich das auch versucht. Wobei ich noch meinen Fokus, meine Konzentration verbessern kann, dabei meine ich nicht mehr Aufregung, sondern mehr meine Zielorientierung.

Falls ihr nun doch neugierig sei, erspar ich Euch die Suche nach dem Link dort oben und bette das Video einfach hier ein:

Was denkt ihr? Ist diese Technik vielseitig einsetzbar oder eignet sich das nur für Frank oder nur für kurze Videos?

Der Sonnenaufgang heute unterscheidet sich kaum vom gestrigen. Also hier ein Bild vom gestrigen Sonnenuntergang in Mitte.

IMG_0001

Nun wünsche ich Euch einen lockeren Start in den neuen Tag.

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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