Mein Leben im Fahrstuhl…

Berlin, 8:20, Tag 775

Heute Nacht stand ich in der Wueste im Stau. Die Szene erinnert mich nun an mein gestriges Stop&Go auf dem T-Damm, nur dass ich eben in einer weiten, hellen, heissen Wüste in der Autoschlange stand. Die Autos vor mir verschwanden so plötzlich, wie gestern auch, als ich nur „ganz kurz“ eine SMS schreiben wollte. Dann fuhr ich los und die Strasse wich einem Stoppelfeld, über das ich erfolgreich hoppelte. Ich kam in einem Haus voller alter türkischer Männer an, die mich zum Tee einluden. Ich wachte weit vor dem Wecker unruhig auf und setzte mich nach der Dusche erst mal 40min auf mein Kissen…

Die erste Woche, seit einem Monat wieder im Büro war super genial. Wir haben zusammen so viel geschafft, ich fühle mich so klar und frei wie lange nicht, beim etwas bauen, schaffen, handwerken, ja etwas zu tinkern, wie ich das gerne nenne, seit ich mit meiner Tochter wochenlang Tinkerbell gesehen habe.

Wenn things aren’t + adding up in you life, start – subtracting. #quote ~Anon

Das Leben scheint mir eine Achterbahnfahrt, ein ständer Wechsel, Veränderung. Ich sitze in einem Pendel, das hin und her schwingt. Nein, ich bin in einem Fahrstuhl, dessen Automatik mich immer zwischen Keller und Dachgeschoss hin und her schweben lässt, mit kurzen, scheinbar zufälligen Stops zum Durchatmen in allen möglichen Etagen. Und gleicht gehts wieder weiter!

Drinnen sind an drei Seiten Spiegel, die wie täuschend echte Fenster aussehen. Sie spiegeln nicht nur mein Äusseres, sondern auch meine Gedanken, meine Wünsche und Träume. Ab und zu geht die Tür der vierten Seite auf und lässt mich einen Blick auf die Wirklichkeit erhaschen.

Doch dann macht es *pling* und die Tür schliesst sich wieder.

Ob es nach unten oder oben geht, merke ich nicht. Ein kurzer Ruck und ich spüre nur Bewegung. Die Mechanik und wichtiger noch, die Bremsen sind genau dafür gebaut, dass wir nicht spüren, wie schnell und in welche Richtung sich der Käfig eigentlich bewegt.

Doch in der letzten Woche habe ich auf der Dachterasse tanzen können. Die Woche davor hatte ich mich im Keller verirrt. Die Wochen davor waren irgendwo dazwischen. Wie sehr ich mir wünsche, dass mein Leben nur aus einem Tanz auf der Dachterasse besteht -der Wechsel nur aus Sonnenauf- und Sonnenuntergängen- ich kann nicht anders, ich muss wieder einsteigen und weiter fahren, weiter suchen!

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Wünsch Euch einen tollen Tag auf Eurer Fahrt…

Disclaimer: Die Schindler AG in Ebikon ist mein Kunde. Dieser Post hat nichts mit meinen Projekten dort oder Schindler Aufzügen allgemein zu tun und drückt nur meine ganz private Meinung aus. 😉

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