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Mutmaßungen über Jakob und Louisa…

Berlin, 7:17, Tag 776

Heute Nacht habe ich ein zimmergrosses Dampfbügeleisen zusammen gebaut. Ich stand im Tank und sollte diverse Röhren miteinander verbinden. Es klappt nicht, alles war total wackelig. Bald sollte der Dampf angestellt werden, ich geriet in Zeitnot. Und wachte mitten in der Nacht schwer atmend auf.

Im zweiten Traum erzählte mir  Collien Fernandez an einem Tiefgarageneingang etwas über Integration von Ausländern, meine Frau las den Bericht darüber hier und wurde eifersüchtig. Dann fuhr ich mit einem Bus, der Fahrer war mein Schulfreund aus der Oberschule, ganz langsam und vorsichtig die Rolltreppen der Tiefgarage hinunter. Wir sind nirgendwo angestossen, obwohl nur Zentimeter zwischen Wand und Bus verblieben. Auf dem zweiten Absatz stand ein Auto stand im Weg. Der Fahrer sprintete mit dem Schlüssel in der Hand die Treppe hoch, um uns Platz zu machen…. ich wachte ausgeschlafen und voller Tatendrang auf.

Gestern morgen hat mich ein Artikel sehr beeindruckt, in dem es um eine gefälschte Liebe geht. Seit dem denke ich darüber nach, wie das alles funktioniert. Also wie Betrug, vor allem Selbstbetrug, eigentlich wirklich funktioniert.

Warum sind wir manchmal empfänglich für so etwas? Ist es auf der einen Seite wirklich nur unsere Gier, unsere Suche nach Abkürzungen unsere Sehnsucht nach Glück. Was ist es auf der anderen Seite? Hoffnung, Optimismus, unrealistische Erwartungen, Überschätzung.

Alle paar Jahre begegnen mir solche Geschichten selbst oder in direktem Bekanntenkreis. Jedes mal entstand grosses Leid, zerbrachen Freundschaften, folgte eisiges Schweigen, Ignoranz, Kampf, Verlust, Trauer, Wut, Enttäuschung, Verzweiflung.

Was läuft schief, wenn die an solchen Geschichten beteiligten Menschen in solche Scheinwelten abdriften und auf die schiefe Behn geraten, aus der sie aus eigener Kraft oft nicht wieder raus kommen?

Wieder denke ich an die drei Hauptursachen von Leid: Ablehnung, Verlangen und Ignoranz.

Genau das sind doch die drei Spiegel im Aufzug auch meines Lebens. Der letzte, die Ignoranz, führt dazu, dass wir nur an uns denken, dass wir denken, wir entkommen den Auswirkungen unseres Handelns. Wir kommen davon. Wir brauchen vielleicht doch nicht zu bezahlen, wenn wir nur clever genug sind, wenn wir nur hart genug arbeiten, wenn wir uns noch mehr anstrengen.

Eine Kombination aus allen drei Ursachen sehe ich auch bei Louisa aus Maltes Geschichte, aber genauso auch bei Jakob.

Ablehnen was ist! Wollen was nicht ist! Ignorieren der Konsequenzen des eigenen Tuns!

Nächster Stop, Tiefgarage. Mitten im Unglück, Drama, Gewalt. Und das alles für kurze Momente des Glücks, der Hoffnung, des schönen Scheins, nur zu geniessen mit fest geschlossenen Augen, stark hoffend, dass schon alles gut werden wird, dass uns jemand retten wird.

Ach, ich weiss doch auch nicht!

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Wünsche Euch sehr nachdenklich, einen erholsamen Sonntag!

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