Epilog: Was mach ich nun mit meinen Monstern?

Nun ist schon eine Woche des Urlaubs, der Pause und der Freiheit vergangen. Sieben Morgen des aktiv etwas nicht Tun.  Sieben Tage, an denen ich den leichten Zwang, den die Zahlen in meinem Tagebuch hier ausübten, lachend vermisste. Ich fühle die verfügbare Kraft, ich spüre das Potential der frühen Stunde. Und ich atme das Gewicht der Freiheit, ich sitze auf der Qual der Entscheidung, Ich strecke mich in Unruhe und Ungewissheit. Im fehlenden Rahmen dehne ich mich aus.

Zee spricht hier zu seinen Freunden über seine Tricks im Umgang mit seinen Monstern. Sein erstes Monster ist das flaue Gefühl im Magen, die schleichende Unruhe, die die Kehle hoch kriecht. Wenn er sich unruhig fühlt, stellt er sich das Monster vor und sein Trick ist dann, ihm den Rücken zu streicheln, dann streckt es sich aus und rutscht aus der Kehle wieder dorthin zurück, wo es herkam.

Sein zweites Monster – Crazy Q – ist die Illusion, dass es eine (unerreichbare) Lösung aller Probleme gibt, die verlockende Abkürzung zum Glück, wenn man nur jetzt etwas komplett anders machen würde. Das süsseste aller kleinen Monster, mit der niedlichsten, säuselnden Stimme überhaupt. Es sitzt auf der Schulter und flüstert einem ständig zu und richtet so grossen Schaden an. Sein Trick ist hier, sich das süsse Ding vorzustellen und dann eine Glasglocke drüber zu stülpen, nur so zeigt sich die Wahrheit.

Screenshot 2013-11-19 06.41.10

Für sein drittes Monster hat er keinen Trick und fragt uns, seine Freunde, was wir gegen die Schlange tun, die sich manchmal um seinen Kopf windet und ihm einreden, einflössen möchte, dass alles was er ist und getan hat, einfach Shit und Verschwendung sei. Für dieses grundsätzliche Infrage Stellen von allem, fällt ihm kein Trick ein.

Ich hab hier lange gegen meine Monster angeschrieben, wollte sie so ans Licht zerren, ausser Gefecht setzen. Ich habe sie  zugedeckt mit Geschichten, Fundstücken und Projekten. Habe sie analysiert und auseinander genommen, sie seziert im Lichte auch Eurer Aufmerksamkeit und der Öffentlichkeit im Netz. Fast alle meine Tricks habt ihr gesehen in den 777 Tagen.

Und doch habe auch ich immer versucht, die Schlange vor mir und Euch zu verstecken. Dabei geht um den unfassbaren Grund meines Seins, den tieferen Sinn meines Lebens. Die Schlange ist für mich das Symbol der Suche nach der Antwort auf das Warum.

Ich werde jetzt noch eine Woche Urlaub machen. Mich wieder zwingen, nicht hier zu schreiben, auf das Abflauen des Dranges warten. Dabei werde ich die Leere geniessen. Die Unruhe in meiner Kehle spüren und ihr den Rücken streicheln. Den Einflüsterungen von Crazy Q zuhören und die Illusion unter Glas erkennen. Vielleicht wird so die Schlange um meinen Kopf zum Schal um meinen Hals…

2 thoughts on “Epilog: Was mach ich nun mit meinen Monstern?

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