Monat: November 2014

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Sei glücklich mit wenig…

Wir lehnen ab, was ist. Wir wollen, was nicht ist. Bitte mehr von dem Schönen. Und gerne weniger von dem Schlechten bitte! Das finden wir logisch, das passiert uns doch immer und ständig und überall für jeden von uns!

Nur macht es eben überhaupt keinen Sinn und das ignorieren wir nach Kräften!

Akzeptieren, was ist. Annehmen und wieder Loslassen.

Es braucht so wenig, um glücklich zu sein!

Blogtagebuch

Habe ich mein Netzteil dabei?

Ahmmja.

Den Adapter für den Projektor? Jap.

Mein Telefon ist nicht in meiner Hosentasche. In der Jackentasche? Ahchmann, liegt hier neben mir auf dem Sitz.

Den Termin am Freitag muss ich noch vorbereiten.

Die Mail gestern war zu frech, der gesetzte Termin zu kurzfristig.

Hoffentlich klappt das mir dem Flug gleich.

Ständig versuche ich, mich, mein Leben, mein Umfeld zu beeinflussen, zu korrigieren, zu kontrollieren und schaffe es doch nie, was den Treibstoff für ständig neue „waswärewenn“ Gedanken liefert.

Zu viele Worte!

Meine Unruhe kommt nicht vom Nachdenken über die Zukunft, sondern vom Wunsch, sie zu kontrollieren.

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Das Wandern auf kritischen Pfaden…

Heute ist Reisetag. Es geht zurück nach Berlin. An Reisetagen ist mein wichtigster Meilenstein die Abflugzeit: 16:05.

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Je nachdem wie wichtig die Reise ist, plane ich die Fahrt- und Wartezeiten entsprechend, meist sehr großzügig. Da ich schon sehr viel fliege, ist mein „kritischer Pfad“ sehr kurz. In Berlin beträgt dieser ca 60min vom Aufwachen im Bergmannkiez bis zum Takeoff in Tegel für einen internationalen Flug am frühen Morgen.

Das ist eine phänomenal kurze Zeit für: Anziehen, Zähne putzen, Taxi rufen, Tasche schnappen, Treppen runter, Hof überqueren, Taxi fahren, Gate finden, Boardkarte drucken (ohne Gepäck), Passkontrolle passieren, Sicherheitskontrolle bestehen, Kaffee und Croissant kaufen, Toilette benutzen, Boarding, Setzen, Anschnallen, Abheben.

Dabei brauchen keine Regeln gebrochen, kein Gefallen erbeten, kein Ziel verschoben werden. Das Taxi fuhr nicht viel schneller als erlaubt, eingecheckt hatte ich am Vorabend, Gepäck habe ich meist keines, 5 min vorm Boarding setzte ich mich neben die Schlange der ungeduldigen, bereits anstehenden Mitreisenden.

Am 18. Oktober hatte ich verschlafen. Kommt sehr selten vor. Aber statt um 5 bin ich um 6 erst aufgewacht. Kurz fluchend erschrocken, und dann kurz entschlossen den Sprint gestartet. Und ich hab den TK1728 mit 7:00 Abflugszeit echt geschafft. Der eigentlich für 5:30 vorbestellte Taxifahrer kann als Zeuge dienen.

In Istanbul ist der Weg zum Flughafen etwa gleich lang. Und obwohl der Flughafen hier um viele Dimensionen größer als Tegel ist, schätze ich den kritischen Pfad etwa gleich lang ein. Meine Referenz hier sind die etwa 40 Minuten vom Touchdown auf der Landebahn bis in die Arme meiner Lieben, die ich am 31. Oktober abends brauchte.

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Die wichtigsten Zutaten für das Gelingen von Reisetagen – für das Wandern auf kritischen Pfaden – sind einerseits ganz offensichtlich und wohl allgemein anerkannt:

1. Planung und

2. Erfahrung durch Übung.

Das ist beim Reisen nicht anders, wie in (Software)projekten, wie eigentlich wohl überall. Planung ist notwendig, und dazu muss ich vorher die notwendigen Schritte im Kopf durchgehen, mir genau vorstellen, wie der Ablauf ist, wie und wann ich die Zwischenziele erreiche, wie lang die Wege sind, was die Regeln sind, was alles passieren kann. Um mir das klar und deutlich machen zu können, brauche ich Erfahrungen, Referenzen und Erinnerungen, kurz Übung. Ohne diese Erfahrungen ist die Planung mehr Wunsch, mehr Traum, als konkrete Vorstellung eines zukünftigen Geschehens und Handelns.

Intelligenz, Wille, Ausdauer oder auch Druck, Konzentration, Entschlossenheit spielen eine eher untergeordnete Rolle und führen zu Stress, Konflikten oder dazu, dass man auf das Brechen von Regeln oder das Einholen von Gefälligkeiten angewiesen ist, um dem kritischen Pfad nahe zu kommen.

Aber es gibt eine weitere, für mich die wichtigste, Zutat. Und das ist

3. Gelassenheit

Ich meine mit Gelassenheit eigentlich das Loslassen des Zieles, das ge…lassen…sein. Ich meine damit das Vertrauen in den Prozess, in mich, in die Stadt, die Menschen, das Leben selbst. Und das Vertrauen entsteht nur durch Hingabe und Aufgabe des eigentliches Zieles. Durch das Annehmen können, was auch immer passieren wird, ob man den Flug nun schafft oder nicht.

Ohne diese Gelassenheit ist das Wandern auf kritischen Pfaden jede Sekunde lang ein einziger Höllenritt! Nur mit dieser Gelassenheit können wir flexibel und angemessen auf die Herausforderungen des Weges reagieren, die Schwierigkeiten und Hürden angemessen und damit effizient überwinden.

Nur mit Gelassenheit fühle ich, dass ich wirklich am Leben bin!

 

Nachtrag (28.11.14): Neuer Rokord! Um 14:16 Anruf beim Taxifunk im Bergmannkiez. 14:49 nehme ich Platz auf 6A im Airbus TK1728 an Gate 4 in Tegel.

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Der Traum einer lebensbejahenden Wirtschaft

Nicht erst seit einer Woche schmoren wenige Worte, zusammen gesetzt zu grossen Fragen, in meiner Inbox.

Wo befinden wir uns?

Wo sind wir in fünf Jahren?

Wie sollen wir das erreichen, welchen Weg sollen wir heute dazu wählen?

Welche Veränderungen brauchen wir dafür? Und was aber soll erhalten und verstärkt werden?

Welche Zwischenstationen gibt es bis dahin?

Fragen, die sich doch jeder -mal mehr mal weniger- stellt. Fragen, die träumen lassen. Fragen, die offen und suchend sind. Fragen, die das Leben bejahen. Fragen, die Angst machen.

Auf der Suche nach der Vision, nach einem Bild weit in der Zukunft, nach Sinn und Bedeutung meines täglichen Handelns, meines Seins bin ich schon lange. Klarheit empfinde ich dabei selten.

Aber wenn die Selbstgespräche leiser werden, können wir die Stimme des Lebens in uns hören. Und heute morgen kam ein Teil einer Antwort. Ein kurzes Video lieferte den Funken. Denn ich träume von einer lebensbejahenden Organisation in einer lebensbejahenden Gesellschaft.

Denn ich träume von einer  natürlichen Transition zu einer Umgebung, in der Kreativität und Spass am Leben in uns frei fliessen kann, gefördert wird und Weg und Ziel zu gleich ist.

Denn ich träume von einem Umfeld, in der Raum und Zeit, Menschen und Natur in ihrer einzigartigen Existenz erkannt und respektvoll in ihrem Leben, in ihren Träumen unterstützt werden. Ich träume davon, das schon Vorhandene klar zu sehen, zu schätzen und zu erhalten.

Denn ich träume von einer Wirtschaft, die nicht zwangsläufig zu Mangel, Zentralisierung und Isolation führt. Ich träume von einer Zeit, in der die Kontrolle über grosse Haufen Geldes kein Kriterium für Erfolg mehr ist.

Auch ich träume vom Ende der Gewalt, der kleinen alltäglichen, der Gewalt gegen uns selbst, der Gewalt in der Sprache, im täglichen Umgang, in den Familien, auf der Strasse, im Büro, in den Medien. Ich träume von einem Tag, an dem wir Gewalt nicht mehr fördern, idealisieren, legitimieren und auch nicht mehr rechtfertigen.

Denn ich träume von einer Welt, in der Grosszügigkeit, Freundlichkeit und Ehrlichkeit anerkannt, belohnt und gefördert werden.

Ich träume davon, dass er erfolgreichste Manager des Landes, der Welt, auch der grosszügigste, der freundlichste und der ehrlichste Manager ist, den wir finden konnten. Der Superstar, der ehrlich gegenüber sich selbst und seinem Umfeld ist. Der Preisträger, der freundlich zu sich selbst und seinem Umfeld ist. Das Vorbild, dass grosszügig im Teilen von Wissen, Erfahrung und den erarbeiteten Ressourcen ist.

Es ist möglich! Das ist mein Traum. Das ist meine Mission. Ich bin auf dem Weg…

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Auch das wird vorüber ziehen…

…habe ich am Freitag gelesen und mir erst mal nur ein Bookmark für später gemacht.

Heute morgen wachte ich auf, lächelnd und voller Optimismus. Als ob ich nun genug gestritten hätte. Ich erinnerte mich daran, dass in meinen Bookmarks noch etwas wartete. Ich nahm den Schwung und öffnete mein Laptop:

This will blow over… denke ich leider noch sehr oft und warte erst mal ab. Dabei sagt mir meine Erfahrung, dass einen die wichtigen Themen doch immer einholen, früher oder später.

Frust und Ärger sind gute Indikatoren dafür, dass etwas meine Aufmerksamkeit dringend verdient, dass ich mich um etwas kümmern sollte, was ich bisher vernachlässigt habe.

Die Betonung von Unterschieden (in Meinungen, Leistung, Wissen, Engagement, Fähigkeiten…) erzeugt nur Konflikte, die Betonung von Gemeinsamkeiten dagegen erzeugt eher Lösungen.

In meinem Ärger neige ich oft dazu, mich abzugrenzen, mich einzuigeln, mich über oder unter andere zu stellen, die Ursachen, die Auswirkungen nur in mir oder nur bei anderen zu suchen. Ich rede mit mir und tue nichts.

Dabei sehe ich doch sehr klar durch allen Nebel, dass es etwas zu tun gibt, dass ich etwas tun kann, dass ich etwas tun muss! Oder doch nicht? Doch was bringt es, wenn ich dabei – ganz voller Widerstand- den Sturm im draussen zum Sturm in mir werden lasse?

Es kostet gleich viel Kraft, etwas zu tun oder nichts zu tun, wenn es draussen stürmt…