Istanbul, 7:04, Tag 780

Heute Nacht hatte ich einen Knick in meinem neuen Laptop. In der Unterseite mitten längs durch die Tastatur, durchs zu dolle Aufklappen oder was auch immer. Auf dem Weg zum Flughafen in der falschen Strassenbahn, kurz vor der Endhaltestelle bemerkte ich das. Dann lief und sprang und hüpfte ich in einem lässigen Parkour Stil durch ein Gewerbegebiet über Treppen, Autos und Geländer (das mach ich ab jetzt im Traum immer so).

Nach einer Weile bemerkte ich, dass ich die Abflugszeit gar nicht kannte und packte mein fast auseinander fallendes, nagelneues Laptop aus. Dabei dachte ich bei mir: das ist ein Zeichen, eigentlich reicht mir ja mein iPhone mittlerweile. Nun fummelte ich an diesem rum, um mich zu orientieren. Wo bin ich, wann ist mein Abflug und wo der nächste Apple Store? Dann bemerkte ich, dass ich meinen uralt Wecker in der Hand hielt und auf dessen klassisches Zifferndisplay schaute. Neben mir eine junge Frau, die verständnisvoll darüber hinweg sieht. Auf der anderen Seite taucht mein Freund Michael auf, der äusserst besorgt darüber hinweg sieht. Ich wache mehrmals immer wieder erleichtert auf.

Mitten in der Nacht habe ich mir noch an eine weitere Sequenz aufgeschrieben: Stewardessen laden mich auf einen Flug ein, der Weg zum Flugzeug führt durch die Wüste: ich mache ein Wüstenrennen draus mit Scheichs in mattschwarzen Jeeps. Am Ende gewinne ich, und bekomme einen Burger namens Olaf. Und nun möchte ich nicht wissen, welche Träume ich noch alle vergessen habe.

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Ist etwas trübe hier. Hat die ganze Nacht geregnet, nach einem grossartigen Frühlingstag gestern, an dem wir bei 18 Grad in Yeniköy am Bosphorus lang spaziert sind. Vorher ein neues Fishrestaurant, das Yelken dort, ausprobiert. Uhhhhi, welch eine Gaumenfreude am frühen Nachmittag.

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Mein Zorn ist fast verflogen und ein Gefühl hat sich ausgebreitet, dass eher zärtlich, etwas müde, mit einem leichten Anflug ins Alberne und doch, ja doch, Offenheit für alles was ist ist. Trotzdem fühle ich noch der Aggressivität nach.

Hatte vorhin eine neue Idee, mein Leben und meinen Blog hier zu kategorisieren. Jeden Beitrag hier möchte ich nach: Lernen, Leben, Familie, Gesellschaft, Welt, Universum einteilen. Das klang vorhin unaufgeschrieben in meinem Kopf noch besser, als sich das jetzt hier liest. Vielleicht erinnert ihr euch. Diese Einteilung stammt von Bernie Glassmanns: Instructions to the Cook, der damit die Gänge des Festmahles eines erfüllten Lebens beschreibt.

Habe mir gestern final meinen Haupt Lightroom Katalog zerschossen. Meine über 100.000 digitalen Photos und Videos, passen grade noch so alle auf die allergrößte Festplatte, die es für diese Laptops hier aktuell gibt. Da ich mir selbst und meinen Backupwarmhaltefähigkeiten auf externen Festplatten nicht 100pro traue, dachte ich mir vor zwei Wochen schon: ich verschieb die Bilder einfach in meine Dropbox. Dort ist Platz und Cloud ist eh die Zukunft.

Nun synct sich jede Nacht ein kleiner Teil der über 400 Gigabyte dort hoch. In einem Monat will er fertig sein, egal.

Eine weitere unangenehme Folge dieser Aktion ist nun, dass nachdem Dropbox alle Bilder indiziert hat, Lightroom meint, 100.000 neue Bilder gefunden zu haben und 100.000 alte Bilder vermisst. Früher ging das mal alles über den Dateinamen, was modernen Filesystemen natürlich viel zu trivial wäre. Uffja!

Und ja: ich hab alles mehrfach gesichert, den Katalog und die Bilder doch auch. Ich könnte das in ein, zwei, drei lockeren Stunden alles wieder in den Urspungszustand versetzen. Will ich aber nicht! Macht ja irgendwie auch Spass, sich neue Kategorien für sein Leben in Bildern zu überlegen und dabei immer weiter zurück blickend neue Zusammenhänge, einen neuen Sinn zu entdecken.

Wir müssten eigentlich gleich los. Fräulein Kruegers Schule lädt am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr zu irgendwas ein, und das am Tag der Sommerzeitumstellung. Kaderschmiede nannten sich solche übereifrigen Einrichtungen früher. Aber als wir sie vor 4 Jahren dort zur Vorschule anmeldeten, war das nicht absehbar, aber die Zeiten ändern sich offensichtlich! Ich glaub, ich mach erst mal Frühstück.

Wünsch Euch einen ruhigen Start in diesen Sonntag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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