Istanbul, 4:40, Tag 794

Heute Nacht habe ich nur kurz geschlafen und dabei von einer Wohnung im Erdgeschoss, einem riesigen flachen weiten Raum geträumt. Der Boden braun, hinten rechts lagen auf dem Fussboden die Betten. Es gab überall Krümel, ich schüttelte die Bettdecke und Kissen ab und wollte staubsaugen und dann wischen. Eine Freundin, die nicht meine sein durfte, ging draussen vorbei. Ich musste die bunten Stifte verstecken, an denen ich erkannt worden wäre. Dann wachte ich mitten drin und sehr zeitig auf, um den Boden vorm Bad zu wischen, Tee zu kochen und  Händchen zu halten…

Nun starte ich den Tag mal andersrum. Erst Kaffee und Schreiben, dann meditieren. Vielleicht dann nochmal weiter schreiben.

Denke grade wieder viel, sehr viel nach. Ich könnte und wollte doch so viel selber machen. Beim Anfangen denke es mich dann, dass Anleiten und Führen nicht heisst, ich sollte alles selber machen. Wie kann ich anderen dabei helfen, es zu tun? Wie ein wohlwollend strenger Lehrer? Oder doch wie ein Vorarbeiter? Oder vielleicht wie ein Chefkoch?

Die Vielzahl der Möglichkeiten, der Beziehungen, der Themen, der Projekte ist zu sortieren, zu strukturieren!

Stelle ich die doch schon vorhandenen Strukturen wieder mal in Frage? Um in der dann haltlosen Unsicherheit, in der Angst um A L L E S aufsteigt, mal wieder zu spüren, dass ich noch am Leben bin? Kann ich dieses Spiel mit mir alleine spielen? Kann ich dieses Spiel jemals mit anderen spielen?

Der Grund für die Funktionsunfähigkeit meiner Dropbox sind gesicherte Beziehungen.

Seit 2007 sicherte ich regelmässig meine Mac Adressbuch durch einen Export in ein Backup Verzeichnis meiner Pladde. Nun habe ich bemerkt, dass bei so ca 1.000 Kontakte im Adressbuch, zu jedem Backup ca 4.000 Dateien – also mind. vier für jeden Kontakt erzeugt werden. Und das bei jedem Backup!

Dies führt dazu, dass im /backup/adressen/* Verzeichnis über eine halbe Million Dateien rum liegen. Beim Start von Dropbox zählt diese erstmal durch, was es so alles hat und wurde damit nicht mehr fertig. Erstaunlich, dass es überhaupt so lange funktionierte! Aber letzte Woche habe ich wohl irgend ne Grenze überschritten, wie der ständig anlaufende Lüfter des Macbook anzeigte.

So unscheinbar, das Problem. So offensichtlich, die Lösung.

IMG_0622Nun ist es hell. Nun habe ich viele Ideen, nicht mehr nur Gedanken. Die Ideen sind schon aufgeschrieben.

Wenn ich mir jetzt klar mache, dass das Leben kein Sprint ist, sondern alles auf einander aufbaut, alles kumuliert, jede Tat, jedes Tun. Wenn ich mir jetzt klar mache, dass Denken auch eine Tat ist, dass das Werten meiner Gedanken auch Tun ist. Wenn ich mir jetzt klar mache, dass ich auch beim Denken der Gedanken eine Wahl habe. Wenn ich mir jetzt klar mache, dass es eine Gier nach Gedanken, eine Gier zu werten gibt. Wenn ich es schaffe, auch das los zu lassen… und zurück zu kehren, zu meinem Atem, jetzt? Jetzt!

Geschafft! 🙂

Wünsch Euch einen grossartigen Sonntag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s