Istanbul, 7:28, Tag 821

Heute Nacht bin ich eine Waldschneise entlang gerannt. Bis ich nicht mehr konnte. Und dann musste ich weiter. Die Schwäche anderer trieb mich an. Die Beine waren so schwer und wollten sich kaum bewegen. Wir kamen an. Ein Cafe, ein runder Tisch, Frühstück? Nein, wieder nur eine leicht bizarre Szene voller menschlicher Interaktion rund ums Sitzordnung, Essensauswahl und Servicegeschwindigkeit. Ich wachte leicht auf. Die Sonne war schon aufgegangen, die Stadt voller Nebel.

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Wollte eigentlich noch eine Woche länger in Berlin bleiben, aber der kommende Feiertag, der noch nahe Jahrestag und meine Vorstellung, also mein Wunsch, meinen Job auch remote, nur mit dem Laptop auszuführen sowie relativ günstige Flugpreise haben dafür gesorgt, dass ich gestern in den Flieger stieg.

Ein schöner, ruhiger, verspäteter Flug in einem nagelneuen A321. Diesmal mit Sperrgepäck, weil meine Kleene unbedingt mit einer Meerjungfrauenmonoflosse schwimmen möchte. Zum Glück problemlos, am super überfüllten aber grossartig schnell funktionierenden Flughafen hier.

Die Balance oder eher der Rhythmus meines Lebens beschäftigen mich gerade.

Die Wechsel und die Übergänge interessiere mich: beim Ein- und Ausatmen, beim Hin und Herfliegen, beim Arbeiten und in der Familie, mit anderen und mit mir selbst, zwischen Tag und Nacht, bei Start und auch bei der Landung.

Die Nahstellen wirken so anziehend, sie interessieren mich einfach. Geht es um Geburt und um Tod, um Manifestation und Resignation?

Dabei entsteht doch nichts Neues! Alles wandelt sich immer nur.

Erst unsere Wertung, unsere Vorstellungen erzeugen dieses attraktive Gefühl von gut, neu, jung, schön und auch die von schlecht, von alt oder hässlich.

Uns zieht es zur Geburt. Uns stößt der Tod ab.

Aber für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Sonnenaufgang und -Untergang. Es ist ein ständiges Drehen um sich selbst, miteinander, umeinander, dabei unerbittlich und immer wunderschön.

Nun schreibe ich aber nicht mehr darüber, warum Leidenschaft ein Ergebnis unseres Handelns ist und nicht die Ursache. Weil ich jetzt Pfannkuchen brutzele. So!

Wünsch Euch einen erholsamen Samstag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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