Istanbul, 6:33, Tag 834

Heute Morgen bin ich in Istanbul aufgewacht an einem freundlichen, bedeckten Morgen. Die Morgenmeditation verlief schnell und unruhig, kurz unterbrochen von einem vergessenen Wecker klingeln.

Mein Plan heute ist es, einen Tag im Kolektif House zu verbringen, einem sehr schönen Co Working Space hier bei mir in der Nähe. Die Tochter ist schon im Schulbus. Und ich sitze schon beim Tee im Durak Bufe vor unserem zu Hause und schreibe meinen Blog.

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Habe meinen Traum vergessen lassen. Eine schnelle Bemerkung meines besten Freundes, hat mich zum Nachdenken gebracht. Die Verbindung mit meinem Traum, die Suche nach den Fetzen der Nacht als Einleitung hier zu überdenken.

Nun suche ich nach einem neuen Einstieg. Wie geht es mir heute morgen? Wie lief meine echte Morgenmeditation? Das sind die beiden Alternativen, die mir gleich in den Sinn kommen.

Ich habe keine Lust, mich selbst mit dem Finden von genialen ersten Sätzen unter Druck zu setzen. Denn hier gibt es eine Erinnerung über die Bedeutung von ersten Sätzen in Büchern von berühmten Autoren. Die führte dazu, dass Jungautoren extrem viel Aufwand und Aufmerksamkeit in die ersten Sätze stecken. Diese Erinnerung gilt es, nun los zu lassen.

Bestimmtheit, statt Ärger war auch gestern das Thema im Job. Ich spreche meinen Ärger an. Wenn ich dabei Zugriff auf meine Motive bekomme (kleines Ego, schlechte Erfahrungen, Machtgerangel, Konkurrenzdenken, oder oder oder… letztlich Angst), lege ich diese sofort offen. Stelle mich der Schwäche, öffne meine Arme, rede mich um Kopf und Kragen.

Halte inne, lasse los.

Die Energie dabei ist sehr hoch. Es ist viel Druck im Kessel, ich spüre meinen Blutdruck, einen leichten Druck in den Schläfen. Es fühlt sich neu an. Es fühlt sich richtig an.

Türkische Nachrichtensender wiederholen dramatische Szenen, die meist nur wenige Sekunden dauern, meist 5 – 10 mal, ab und zu ergänzt durch kurze Sätze von Zeugen und leicht variierten Schnitten oder Hervorhebungen. Drama pur. Immer mit dem O-Ton, den Schreien, dem Krachen, dem Schlag, dem Schmerz. Drama pur.

Aktuell eine Überschwemmung, ein Mann rappelt sich auf die Beine in einem reissenden Fluss und wird sofort von einer Kiste getroffen und weggespült. Frauen neben dem Filmenden schreien in Panik.

Nachdem das 5 Sekunden Video 2 Minuten lang immer und immer wiederholt wurde, gab es einen kurzen Abstecher an den Strand nach Alanya (mit Touristinnen in Bikinis von hinten). Und dann ging es zum nächsten Hochwasser. In diesem wurden allerdings nur mehrere überspülte Autos von Traktoren abgeschleppt, dafür gab es nur 3 Wiederholungen.

Wie langweilig, beschaulich ist dagegen das deutsche Morgenprogramm im Fernsehen. Jetzt ahne ich, warum das niemand mehr anschaut. Da passiert ja nix! 😉

So! Die geplante Zeit naht dem Ende. In 45 min startet mein erster Termin, mein Weg ins Kolektif House dauert etwa so lang. Also.

Wünsch Euch einen anregenden Freitag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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