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Im Feuer wird geschmiedet

Berlin, 5:22, Tag 840

Heute morgen bin ich müde und aufgeregt. Ein langer voller Meetings in einer anderen Stadt liegt vor mir. Gleich geht der Flieger. Ich treffe viele erwartungsfrohe Menschen. Versuche jetzt, meine Aufregung nicht die Kontrolle übernehmen zu lassen, sondern bei mir zu bleiben.

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Habe schon eine Mail an einen Kapitalisten geschrieben, den ich nächste Woche treffen werde. Plane weiter meinen Tag im Kopf vor. Habe „nebenbei“ noch zwei wichtige und dringende ToDos zu erledigen und für uns wichtige Verhandlungen zu führen. Ich muss funktionieren, schreit jemand in mir!

Gestern war das Thema Druck, mal nicht Ärger. Ich spüre starken Druck. Er kommt in Wellen. Dabei pendle ich zwischen den Extremen: einmal sanft, emphatisch, verstehend, verständnisvoll, unterstützend, nachsehend und dann wieder bestimmend, bestimmt, fordernd, verlangend.

Drei sehr intensive Momente entstanden dabei, erlebte ich dadurch. Druck erzeugt dabei Klarheit im Denken und Fühlen. Mein Ego diente als Trigger, als Auslöser. Der Druck entwich im ersten Meeting in lautstarker Debatte über ein kleine Aufgabe, die ich letzte Woche ankündigte, zu übernehmen. Eine kurze Nachfrage reichte aus, um die Entladung zu starten.

Es geht ums rechte Bemühen! Um Unsicherheit, die ich verstehe, aber deren Folgen ich nicht ausgleichen und um Bestätigung, die von mir verlangt, aber die ich verweigern wollte.

Es geht ums rechtes Bemühen in der Sache. Darum, einen guten Job zu machen und dazu zu stehen, es selbst zu verantworten, rein zu gehen, sich die Sache zu eigen zu machen, nicht als einen Job, als ein ToDo zu sehen, die eigenen Ausreden, das eigene Rationalisieren zu erkennen, sondern seine Verbundenheit mit der Sache zu entdecken, zu fühlen und dann mit dem rechten Bemühen, zu handeln. Dieses Handeln bedarf keiner Bestätigung, keiner Kontrolle, keiner Anerkennung.

Das Sommerfest, eine Konferenz, eine Deadline, noch eine Deadline erzeugen Unsicherheit und Druck. Überfällige Veränderungen manifestieren sich mehr und mehr. Und hier wird heiss geschmiedet, hier wird im Feuer geboren.

Dies auszuhalten, bei der Sache zu bleiben, das Warum zu kennen, zu verstehen und vor allem, immer wieder das Warum zu suchen. Sich nicht mit der ersten Antwort zufrieden zu geben (Arne will das aber so haben), das ist die eigentliche Aufgabe hier.

Auf dem Dach, den Sonnenaufgang beobachtend, hatte ich eine Einsicht, eine Idee. Sie hatte nichts und alles mit mtc oder mit mir zu tun. Ich spürte, erlöst, was ich zu tun habe. Im Feuer des Sonnenaufgangs geboren, zeigte sich mir der wahre Grund meiner Sonnenaufgangssucht. Ich erhaschte einen kurzen Blick darauf, wieso ich seit Jahren jeden Tag ein Foto des Sonnenaufgangs machen MUSS. Es ist an mir, diesen Traum jetzt Realität werden zu lassen. Ich habe alles, was ich dazu brauche.

Wir haben alles, was wir brauchen. Wir haben immer schon alles, was wir brauchen!

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  1. Angemessenheit | Arne Krueger

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