Ausgeschlafen

Berlin, 6:59, Tag 857

Endlich ausgeschlafen. Auf Kosten einer tollen Feier bin ich zeitig ins Bett. Und konnte endlich die Schlafakkus wieder etwas auffüllen.

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Es gewitterte gestern noch heftig.

Kurz vorm Regen habe ich versucht, einen Blitz zu fangen.

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Als der Regen dann auf die Fenster prasselte, schlief ich wunderbar ein.

Gleich kommen meine Mädels aus Istanbul. Wir bleiben noch gute zwei Wochen hier, ehe wir zusammen für etwas Urlaub zurück nach Bizimköy fahren können.

Gestern und auch heute Morgen, waren die stofflichen Süchte immer wieder kurz Thema.

Ein Auszug aus einem neuen Buch war der Höhepunkt. Sarah Hepola beschreibt in diesem Auszug vom Guardian mit einem flüssigen, schönen Schreibtstil ihre Blackout Erfahrungen.

Seit über sechs Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr.

Davor hatte ich einige Blackouts, in denen ich der Welt Dinge getan habe, wie Sarah das für Männer so plakativ formuliert. Aber dann wollte dieser Satz hierher kopiert werden: „So I drank myself to a place where I didn’t care, but I woke up a person who cared enormously.“ Und dieser danach auch noch: „Real drunks wait for the moment they hit bottom.“.

Wenn ich heute Dinge tue, die mir nicht gut tun, wenn ich zu lange bleibe, zu wenig schlafe, wenn ich rauche, wenn ich mich überfresse, wenn ich nichts esse, wenn ich zu viel arbeite, wenn ich mich ärgere, wenn ich zu spät bin, wenn ich aufschiebe, ignoriere. Immer wenn ich mir so etwas näher anschaue, finde ich eine Verbindung zum vielen Trinken in meinen zwanziger bis mitdreissiger Jahren.

Es sind heute wie damals die gleichen Muster. Die Strasse scheint nicht mehr so abschüssig. Aber so genau weiss ich das eigentlich gar nicht.

Die Achtsamkeit, das Bewusst machen, das Reflektieren, das Sitzen auf dem Kissen, allein mit sich und seinem Atem, deckt all diese Zusammenhänge auf. Es hilft mir, zu realisieren, zu reflektieren. Wie sehr und wie wenig ich mich verändert habe. Wie schwer und wie einfach es ist, heute andere Entscheidungen zu treffen. Und wie wenig und wie viel dabei meine Gedanken, der Intellekt hilft. Wie nah und wie fern die anderen Realitäten doch manchmal sind.

Wir wünschen uns so oft unser Leben zusammen. Wir errichten Fassaden. Wir entwicklen Routinen. Alles dient nur dazu, unser Bild von uns selbst aufrecht zu erhalten.

Wie wir sein wollen, ist wie wir sein können.

Wenig Raum für Toleranz, wenig Spiel, wenig Freiheit. Viel Nebel, viel Härte, viel Meinung, viel Rennen, viel So-muss-es-sein, nur-so-kann-es-sein, nur-so-ist-es-richtig. Wenig Weisheit. Wenig Freude. Wenig Liebe. Wenig Glück.

Verrückt, wie ausgeschlafen gleich die schweren Themen wieder angreifen. Auch das ein Muster, eine Flucht vor dem einfachen Tun. Vor der Langeweile. Davor, sich selbst nicht genug zu sein.

Die Wohnung ist sauber. Der Kühlschrank ist voll. Das Auto noch dreckig.

Ich ändere das jetzt! 🙂

Wünsche Euch einen wunderbaren Sonntag.

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