Los lassen. Leer sein. Machen.

Berlin, 5:48, Tag 861

Heute bin ich spät aufgewacht. Es regnet. Die Wetterapp sagte mir, es hört Mittags auf damit. Gut! Heute Nacht bin ich ganz easy einen Marathon gelaufen, dann den ganzen Tag noch telefoniert, geskypt und in unserem sich stark veränderndem Viertel in Istanbul herum spaziert.

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Gestern war ein sehr intensiver Tag, vor allem am Nachmittag. Eigentlich wollte und sollte ich mich schon in Stimmung bringen für unser Sommerfest, mit vorbereiten, meine Rede aufschreiben, die Rückmeldungen checken.

Aus irgend einem Grund, habe ich drei -gefühlt- riesige Themen auf dem Schreibtisch. Die auch nicht weg gehen. Die nicht kleiner, sondern mit jedem Tag mehr und größer werden. Es gab am Nachmittag einen Moment, da habe ich verstanden, was der Grund dafür ist.

Eine fehlende Schärfe, Härte und mein nicht Aushalten können, wenn andere leiden oder Leid erzeugen. Das dreht sich zwar gerade etwas, aber…

Mit meiner Lebensenergie kann ich versuchen, die Aufgaben selbst zu lösen, sie ihnen abzunehmen, sie zu retten. Oder aber! Ich bleibe bei mir. Ich überlege, was ich machen kann, um ihnen zu helfen, ihre Aufgaben selbst zu lösen, doch noch hinzukriegen, zu lernen, zu bauen, besser zu werden. Ich mache einfach.

Dazu müsste ich aber alle Konsequenzen aus scheinbarem Versagen aushalten können. Irgendwie kann ich das heute noch nicht. Irgendwie will ich das heute noch nicht.

Los lassen. Leer sein. Machen. Klingt so einfach. Ist es wohl auch.

Ich glaube grad, ich muss meine Vorstellungen loslassen, das es sich um ein Versagen handelt, das es ums Gewinnen geht.

Es ist jeweils das bestmögliche Verhalten, das beste Ergebnis, was grade geht. Nur meine Wertung erzeugt die Spannung. Nichts anderes!

Ich renne weg, vor dem Aufschreiben meiner Rede! Bereite mich einfach nicht vor. Nehme den Satz: Ich bin schon vorbereitet. Es ist immer schon alles vorhanden! Und lass laufen. Meine Aufregung, mein Lampenfieber steigt trotzdem. Mein Kopf ist so voller Gedanken, so voller Zitate und Gelesenem, Gefühlten, Erlebten, Erinnerten. Es schwirrt und wabert herum, wie erhalte ich da nachher Zugriff drauf? Wie kann ich mich entscheiden, was genau heute zu sagen ist?

Einen Schritt tun. Einfach einen Schritt machen. Aufstehen.

Los lassen. Leer sein. Machen.

Wünsch Euch einen tollen Tag, wir sehen uns! 🙂

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