Berlin, 5:18, Tag 867

Heute Nacht war kurz, wieder ein intensiver Traum, diesmal schon vergessen. Bin zwei Minuten vor dem Wecker hoch. Zeitig.

IMG_7464

Gestern Abend kam wieder ein neuer Artikel von Boz zur genau richtigen Zeit. Es geht um den Anfängergeist. Ums Nicht Wissen, sondern ums offen und verletzbar sein. Darum, nicht schon alle Antworten zu haben. Sich nicht gegenseitig zu verstärken in den vorgegeben Pfaden, sondern das Nicht Wissen auszuhalten und auf sich und den Moment zu vertrauen.

So leicht, und doch so schwer. Es ist beides, immer beides!

Am Morgen heute, fängt es wieder schwer an. Bin so traurig. Halte meine Schwächen und Versäumnisse kaum aus. Sehe Freunde in Schwierigkeiten. Sehe ihr Festhalten an Überzeugungen aus vergangenen Erfahrungen. Sehe ihr Leid. Sehe meinen Anteil daran. Meine Nachlässigkeit, meine Trägheit. Die mit daran Schuld trägt, dass diese Schwierigkeiten existieren. Habe zu wenig erklärt, zu wenig geschrieben, zu wenig informiert und ihnen zu lange das Gefühl gegeben, dass es schon gut ist, wie es ist.

Veränderung ist unvermeidlich. Widerstand zwecklos.

Wie gehen wir damit um, nicht zu wissen, nicht wissen zu können? Nicht kontrollieren, nicht managen zu können?

Auch beim Mittagessen war das, nur das, das eigentliche Thema. Es geht darum, dass unsere Vorstellungen, unsere Ideen und Konzepte oft nicht mit der Realität übereinstimmen. Wir leiden, wenn wir das bemerken. Wir können ablehnen, was ist. Wir können wollen, was nicht ist. Wir können diese Fakten ignorieren. Aber wir entkommen uns selbst nicht. Wir können das nicht im Kampf lösen. Wir schaffen das vielleicht manchmal. Wir vergleichen uns. Wir suchen uns Beispiele, wo es doch schon geklappt hat in unserem Leben und wir hoffen.

Wir hoffen und träumen und ärgern uns und werden wütend.

So ist es einfach. Wir schwimmen im Fluss unserer Gefühle. Wir gleiten von Moment zu Moment. Wir machen einfach. Weiter. Unsere Analysen und Wertungen bringen uns nicht weiter (wie schwer es mir fällt, diesen Satz zu schreiben!). So schnell unser Kopf auch denkt, wir kriegen es manchmal einfach nicht hin, uns die Welt so einzurichten, wie wir sie wollen, brauchen, träumen, erhoffen.

Ich habe einen Plan, er lautet, Dinge zu tun. Wieder zurück zu finden, zum Atem, zu sich selbst. Bei sich zu sein, und sich nicht davon tragen zu lassen, von den eigenen Gedanken, Überzeugungen oder Gefühlen. Diese wahrzunehmen und auszuhalten und auszubrechen, aus dem Automatikmodus, aus der geübten, gewohnten Reaktion, ist die Schwierigkeit.

Sich eine Option mehr zu erarbeiten, zu erdenken, zu erfühlen. Und dann noch eine. Und noch eine! Dabei zu beobachten, als Zeuge. Noch nicht als Täter. Nicht mehr als Opfer. Sondern als wahrnehmender, fühlender, denkender Mensch. Dieser Mensch kann dann entscheiden, welche Handlung jetzt möglich, welche Option jetzt alle da sind, ehrlich und sich selbst bewusst.

Frage Dein Herz. Frag Deinen Verstand. Höre zu, halte aus. Handle dann. Aus liebevoller Freundlichkeit dir selbst, den Beteiligten und Unbeteiligten gegenüber.

So leicht, und doch so schwer. Es ist beides, immer beides!

Wie schön wir sind, wenn wir das so tun tun können. Wie viel leichter es fällt, mit diesem Anfängergeist des nicht Wissen zu leben, sehen wir erst dann, wenn wir uns trauen, wenn wir es wirklich versuchen.

Für mich ist das ein Ausweg. Das ist die Hoffnung. Ab und an schaffe ich das schon, im Rückblick sind das die Momente, die Kraft geben, die mitten im Tun, den Akku laden. Diese Situationen, in denen ich beobachte und aushalte und dann erst handele, sind die Momente, in denen ich wirklich am Leben bin.

Ich habe den Vortragstitel festgelegt: Wenn Angst den Erfolg verhindert. Der Vortrag ist Ende November und schon jetzt spüre ich meine eigene Angst vor dem Auftritt, vorm Versagen, vor der Ablehnung. Aber das ist gut!

So, jetzt ist mir ein tolles Gespräch mit vielen neuen Einsichten genau jetzt dazwischen gekommen. Ich schreib jetzt nicht weiter.

Sondern wünsch Euch einfach einen tollen Tag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s