Monat: Juli 2015

Tagebuch Teil II

Freitagspause

Berlin, 6:07, Tag 894

Heute Morgen bin ich ruhig, nachdenklich, aber auch vorfreudig auf den Tag. Gestern kam der Spass, die Ruhe zurück. Waren in Leverkusen zu zwei Meetings, die ganz gut, positiv verliefen. Hin und Rückweg verliefen völlig problemlos, Abends wurde ich dann mit einem Wahnsinnssonnenuntergang belohnt.

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Mehr schreib ich heute nicht. Wünsch Euch einen tollen Freitag!

Tagebuch Teil II

Überfreundlich

Berlin, 6:13, Tag 893

Da es heut nach Leverkusen geht, bin ich schon zeitig, leicht aufgeregt, gespannt wach.

Fühle mich vorbereitet. OK, CheckIn hatte ich gestern Abend nicht mehr gemacht, die Slides sind auch noch nicht final. Aber gestern Morgen kam eine ganz gute Idee hoch, die wir sogar noch fertig ins Excel gegossen gekriegt haben. Der Ausfall eines anderen Meetings kam zu Hilfe. Nun kann es nur noch schief gehen! 😉

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Manchmal fühle ich mich echt nicht gut. Habe aber gelernt, dass nicht zu zeigen.

Man sieht es mir zwar trotzdem an, aber ich setze eine Maske aus Lächeln, Ruhe und Geschäftigkeit auf. Ich bin dann respektlos freundlich!

Also nicht freundlich zu mir, auch nicht freundlich zu anderen. Sondern respektlos freundlich, also ein Arsch. Verzeiht!

Das ist eine Freundlichkeit, die laut schreit: rette mich, sei jetzt auch nur nett zu mir, beachte und kümmer dich jetzt um mich. Denn ich bin doch soooo freundlich, obwohl es mir soooo schlecht geht. Das musst Du doch sehen. Nein, doch, es ist alles ok. Nein, ja, es ist alles i.O.. Nein, doch, doch is schon gut.

Innen ist der Teufel los.

Eigentlich würde ich gern sagen, ich bin sauer, dass es so oder so grade läuft oder nicht läuft. Ich bin traurig. Wütend! Ich ärgere mich unheimlich! Mir is grad nicht nicht nach reden, sondern nach schreien!

Aber ich trau mich nicht. Ich hab gelernt, man macht das nicht. Man behält die Fassung, man bleibt immer freundlich.

Doch ich lächle, bin freundlich. Bitte geht jetzt, danke! Bitte lass mich mal kurz allein. Uff!

Da ich das nicht lange so aushalte, gibt es relativ schnell Übersprungshandlungen, Explosionen oder Ausbrüche. Am gleichen Tag, drei Tage später, anderen und den gleichen Personen gegenüber.

Voll spannend, das anzuschauen, das mal zu reflektieren und rechtzeitig zu erkennen, wenn ich das mache. Wenn ich so bin, aber anders fühle und denke. Wenn ich nicht kongruent bin, im Innen und Aussen.

Erstens kostet das unheimlich viel Kraft, einen solchen Zustand aufrecht zu erhalten. Zweitens kostet das unheimlich viel Beziehung, weil das natürlich jeder trotzdem merkt und das Einfluss auf alle Gespräche, alle Zusammenarbeit hat.

Auch hier hilft mir meine Meditation, meine Rückkehr zum Atem in den Momenten, in denen ich das Auseinanderdriften von Aussen und Innen bemerke. Die Spannung löst sich, die Kraft kann fliessen, das lässt mich Tanzen. Mit schönem Schwung!

Genauso wünsch ich Euch jetzt einen schwungvollen Tag voller Aufrichtigkeit!

Tagebuch Teil II

Restunzufriedenheit aushalten

Berlin, 6:23, Tag 892

Heute Müde, erschöpft. Der dritte Tag fängt an. Mein Fokus ist grad das Unfertige, das Angefangene. Fühle ganz schnell, deutlich und gerade zu Frust, Wut und Trauer damit. Meine Ungeduld, meine Unruhe lass ich das machen. Selbstvertrauen ist anders!

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Gestern Abend hat der beste Freund einen Vortrag übers Meditieren gehalten. In einem Hotel mit einigen jungen Menschen als Zuhörer.

Das war genau die richtige Erinnerung, diese Stunde am Abend. Dabei das Erinnern an die Grundlagen, an das nicht werten, ans kein Ziel zu haben, achtsam im Moment zu sein, los lassen und nicht anhaften. Gefühle oder Gedanken einfach wahrnehmen. Aushalten, was ist! Und dann liebevoll und freundlich mit sich und anderen handeln.

Gut, das wieder wahr zu nehmen. Schön, es gemeinsam geübt zu haben. Ich vergesse hier früh allein so oft, dass eine gemeinsame Meditation so viel einfacher ist.

Ich erinnere mich langsam wieder daran, wie ich mit dem Stress, den Anforderungen, der Arbeit hier umgangen bin. Irgendwie habe ich das im Nichtstun der letzten drei Wochen fast vergessen, wie es wirklich ist oder wie es sich anfühlt.

Gestern fiel mir -wieder mit Götz Werner- ein, dass man natürlich ständig überfordert ist, sonst wächst, sonst entwickelt man sich doch nicht. Man verändert sich, und klar ist das Neue nicht so erprobt, nicht sicher, neu, ungeübt. Die Frage ist nur, wie gehe ich mit diesem Gefühl der ständigen Überforderung um?

Kann ich die Welle reiten oder klammere ich mich an Brett, in der Angst nass zu werden? Kann ich die Thermik nutzen, oder hänge ich am Schirm, in der Angst zu fallen?

Anfängergeist, also nicht Wissen, nicht Experte sein fällt mir grade dazu ein, einfach Machen, Anfangen, Aufstehen. Nicht zu viel denken, das Leben leben, einfach mal zuhören, zu schauen, die Freude suchen, das Gute sehen.

Nicht zu viel Denken, mehr sein!

Wünsch Euch einen schönen Tag!

Tagebuch Teil II

Wenn Täuschung endet

Wieder Berlin, 6:13, Tag 891

Ausgeschlafen. Kühler ist’s. Ganz angenehm eigentlich. Bin allein zurück hier. Es war viel Unruhe gestern am Reisetag, gleich eingetaucht in alten, fremden Frust. Und wieder raus. Die ganze Zeit schnell vibrierend, schwebend. Das Wiedersehen tat sehr, sehr gut!

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Gestern war ja ein abgebrochener Post. Zwei Gedanken kamen dazu noch hoch.

Erstens der von heute morgen. Erwartungen wecke ich oft sehr leichtfertig. Ich verspreche, male eine Zukunft, selektiere, verstärke das Positive, versuche zu motivieren, zu begeistern. Und ich mag die Energie des Machens, des Aufbruchs, der Veränderung, von Dynamik und Schwung. Das mach ich mit selbst zuerst, aber auch mit meine Freunden, Kollegen, Bekannten. Wenn ich hier vorsichtiger bin, freundlicher und offener mit den konkreten Erwartungen, diese klarer und deutlicher mache, mehr Aufmerksamkeit darauf lege, dann kann ich mir und anderen manche Enttäuschung ersparen. Eine unrealistische Erwartung kann nur enttäuscht werden. Anderen etwas versprechen und dann nicht liefern, kann Enttäuschung erzeugen. Hier spüre ich jetzt Reue, Trauer, Schuld. Möchte ungeschehen machen, trösten, mich entschuldigen, ent schuldigen.

Was mich zum zweiten Gedanken bringt. Enttäuschung, habe ich gestern zum ersten mal als etwas Positives gesehen, als eine Lernerfahrung.

Ich bin ent täuscht.

Eine Täuschung ist zu Ende. Nun bin ich klar, nicht mehr getäuscht, ich bin enttäuscht. Da könnte ich mich grade rein knien, beäumeln und freue mich riesig über diesen wunderbaren, positiven Touch. Etwas, was mich sehr oft scheinbar negativ beeinflusst hat, was mich unter Druck, teilweise ungeheuren Druck gesetzt hat: die Erwartungen von mir selbst und von anderen zu enttäuschen. Wenn ich mich aber in den Erwartungen getäuscht habe, und nun enttäuscht bin. Was dann?

Ja, dann gibt es dieses dumpfe Gefühl des Versagens, des Scheiterns, was wir alle einfach ungern fühlen, dem wir gerne ausweichen würden, wenn wir könnten. Ich halte das oft nicht aus! Will das kontrollieren, schnell retten, wieder heile machen.

Aber!

Aber wenn ich mich in den Erwartungen getäuscht habe, dann bin ich jetzt eben auch nicht mehr getäuscht, habe jetzt ein wenig mehr Klarheit, etwas weniger Täuschung. Ich weiss nun besser, wie die Erwartungen wirklich waren, kann mich anpassen und nun aufgrund dieser neuen Erkenntnisse mein Handeln verändern. Dieser zweite Gedanke, dass ich mich an einer „Ent täuschung“ auch kurz erfreuen kann hilft mir grade sehr! Es fühlt sich sogar so, als ob ein Fluch augehoben wurde, als ob eine Entzauberung erfolgte.

Und das fehlte gestern hier noch, denn das gehört irgendwie dazu.

So, Euch erst mal einen klaren Dienstag gewünscht und auf in den Tag!

Tagebuch Teil II

Enttäuschung

Noch Istanbul, 7:04, Tag 891

Hier gestern Pause zu machen und heute schon am Flughafen und somit eigentlich kaum Ruhe für ein längeres Thema. Will aber nicht erst nach der Landung halb 11 hier posten. Heute Nacht kaum geschlafen. Es ist sehr heiss hier. Wir haben spät Ruhe gefunden und dann konnte ich lange nicht einschlafen. Als ich eben am Zorlu Center auf die Autobahn einbog im Taxi, kam die Sonne grad über den Horizont.

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Nun also wieder Berlin. Nach über drei Wochen, erscheint als eine sehr lange Zeit, die aber auch sehr schnell vergangen ist. Na, eigentlich ist immer so. Wenn ich zurückschaue, komprimiert sich die Zeit.

Habe gestern ein paar Folgen Bloodline auf Netflix geschaut. Kein Review jetzt. Aber es wieder mal eine grossartige Serie, ein Familiendrama. Das Ende der Serie wird in ganz kurzen Sequenzen erzählt, der Sprecher erzählt dann die Ereignisse die zu diesem Ende führten im Rückblick. Die Vergangenheit scheint sich zu wiederholen.

Dann kam heute Morgen das Thema Enttäuschung hoch: „Ich bin hier schon so oft enttäuscht worden, dass ich es aufgegeben habe.“ ist das Zitat, das grader wieder präsent ist. Eine Erinnerung an den letzten Sommer kommt hoch.

So einen Satz höre ich immer mal wieder. Sehr starke Gefühle gehen ihm voraus, meist Konflikte, unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Wahrnehmungen. Und dann kommt das: Ich bin enttäuscht. oder Ich bin enttäuscht von Dir. oder Ich bin hier schon so oft enttäuscht worden. oder Du hast mich enttäuscht, ich gebe Dich auf.  So deutlich und klar wie das letzte Beispiel, für sich allein stehend, wird das ja meist nie gesagt.

Etwas entspricht nicht meinen Erwartungen an mein Leben, an mein Umfeld, mein Partner, meine Kollegen, deshalb bin ich jetzt enttäuscht. Das Aufgeben kommt dann im nächsten Schritt!

Ist das ein Hilferufe, ein extrem aggressiver Hilferuf?

Denn alles, aber auch wirklich alles in mir wehrt sich gegen diese Einstellung, gegen diesen Satz! Ich möchte das jetzt analysieren und Euch auseinander nehmen, warum ich das so nicht mit mir und anderen mache möchte, warum ich vermeide, das so zu anderen zu sagen. Warum ich das nicht sagen will.

Doch nun bin ich schon zum Gate gelaufen, gleich steigen wir ein in 40min ist der Abflug. Ich verabschiede mich mal schnell von Euch und poste das jetzt etwas unüberlegt, unkontrolliert und schnell, auf die Gefahr hin, Euch zu enttäuschen. 😉

Schönen Start in die neue Woche!

Tagebuch Teil II

Sonntagspause

Istanbul, 8:27, Tag 890

Heute mache ich hier mal Pause und…

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…wünsch Euch nur einen wunderbaren Sonntag!

Tagebuch Teil II

Gece Pazarı

Bizimköy, 8:51, Tag 898

Heute ist Abreise. Der Morgen war trotzdem ruhig, gefasst. Hab keine richtige Ruhe hier länger zu schreibmeditieren. Gestern Abend sind wir wieder mal über den Nachtbasar gelaufen. Ein schönes Phänomen hier in den kleinen Dörfern. Ist so etwas wie ein mobiles Karstadt, welches jeden Abend neu auf und wieder abgebaut wird. Tagsüber mit viel Sonne und immer 30 Grad mag ja niemand wirklich shoppen, aber abends zum Sonnenuntergang nach dem Strand und Abendessen füllt sich eine Strasse nebenan. Hatte nur mein iPhone dabei. Wie eigentlich den ganzen Sommer blieb die X-T1 im Schrank, was gestern nicht ganz so optimal war. Trotzdem sind ein paar Schnappschüsse entstanden, die ich mag.

Und damit wünsch ich Euch einen schönen Start ins Wochenende!