Statt wünschen, tun

Bizimköy, 7:10, Tag 905

Anders. Heute morgen hat sich irgend etwas verändert. Als ob sich gestern wieder ein Schleier gelüftet hätte. Kann nicht beschreiben, was hinter dem Schleier ist. Habe nur das Gefühl, dass etwas mehr Klarheit in meinem Leben gelangt ist.

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Vielleicht liegt es daran, dass ich zu meinen stofflichen Süchten grad ein besseres Verhältnis etwas habe? Vor allem den Zucker kann ich grad wunderbar einschränken. Hatte das im Urlaub schon vor, aber dann doch immer wieder zu Schokolade und Eis gegriffen. In den zwei Wochen in Berlin, fand nachmittags doch immer eine Pause im Golightly mit seinen grossartigen Torten statt. Aber hier, diesmal Nüsse und Obst! Statt der Limo habe ich meine blaue Wasserflasche immer gefüllt neben mir stehen.

Dabei bin ich kein radikaler Asket. Ein Eis, eine Limo am Tag darf durchaus noch sein. Vielleicht heute schon nicht mehr. Alles nur Gewohnheiten. Alles nur Automatismen. Kann man ändern! Muss man wollen. Achtsamkeit, Ehrlichkeit und Güte zu sich selbst, sind die Schlüssel. Unsere Körper sind robust und fragil zugleich.

Der Schnitt vom Chirurgen letzte Woche da unten am Zeh, zeigt mir wieder wie verletzlich ich bin, aber wie krass schnell sowas auch heilen kann, wie locker man das aushält. Es ist eine Kleinigkeit, ich weiss. Im Vergleich ein Kratzer!

Hab ich eigentlich Angst vor Krankheiten? Angst vor Schmerzen? Nicht wirklich. Das kann ich ganz gut loslassen. Auch die Angst vor Pleite, Misserfolg, Ablehnung. Dem Gefühl bei solchen Gedanken, weiche ich nicht mehr radikal aus, sondern halte das mittlerweile aus, und lass es los.

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Solche Gedankenstützen helfen mir da immer wieder. Was kann ich jetzt tun? Und vor dem Gefühl wegzurennen, in Süchte oder Aufregung und Streit oder in Ablenkung und Unterhaltung meine ich damit genau nicht.

Was kann ich jetzt tun? Ich nehme die jeweilige Sorge, die Angst, die Furcht, den Zorn, den Ärger ernst, und lächle ihnen zu. Und ich überlege, was ich jetzt, hier machen kann? Fast immer hilft, genau anschauen. Aber analysieren, nach der Wurzel und der Frucht suchen? Ja, aber das ist anstrengend. Aufschreiben, etwas Planen? Ja, auch anstrengend.

Was ich oft mache, ist: nur wahrnehmen. Und dann zurück zum Atem. Einatmen. Ausatmen.

Erst mal ganz kurz spüren, dass ich am Leben bin, weil es mich noch atmet. Den Luftstrom an der Nase, im Hals, in der Lunge spüren, hören. Meist tritt in den wenigen Momenten, des Atmens schon eine Veränderung ein. Das Gefühl und auch die Dringlichkeit schwächen sich ab. Machen Platz für die nächste Sensation.

Wenn ich dazu noch lächle, werden meine Augenbewegungen langsamer, mein Blick verliert die Schärfe. Etwas öffnet sich. Ich sehe!

Und so oft, passieren dann überraschend schöne, gute Dinge. Die Zigeunerin, eben noch ganz polterig und aufgeregt, streichelt plötzlich Ihr Pferd. Und lädt Aleyna dazu ein.

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Das als ein kleines, klitzekleines Beispiel, wie sich der Lauf des Tages gestern verändert hat, nur weil ich aus meinem eigenen Film im Kopf kurz ausgestiegen bin.

So, jetzt fühlt sich das hier erst mal fertig an. Könnte jetzt noch feilen, meiner Unzufriedenheit mit dem Text und mir nachspüren. Mach ich nicht. Ich schaue vor, speichere, korrigiere die Fehler, die mir auffallen und dann ab damit. Auf zum nächsten Schritt, Abschnitt, Abenteuer.

Wünsch Euch einen aufregenden Dienstag!

One thought on “Statt wünschen, tun

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