Ja oder Nein?

Berlin, 15:59, Tag 927

Heute Morgen bin ich zeitig hoch, aufs Dach und habe einen schönen kühlen Sonnenaufgang genossen. Dann habe ich mich um Familie und unser monatliches mtc All Hands gekümmert. Und die morgendliche Schreibmeditation einfach geskippt.

Das mtc All Hands hat alle meine Energie gekostet.

Wollte auf mein Herz hören und erzählen. Wollte einfach sagen, warum und was wir jetzt gemeinsam schaffen müssen, damit es uns nicht zerlegt.

Habe Ja oder Nein? gefragt. Habe die Ja, aber… ausgeschlossen. Es gibt hier keinen Mittelweg. Wir haben die Wahl: dafür oder dagegen. Kein Weiter so, läuft doch gut… aus Bequemlichkeit, Sattheit, Selbstzufriedenheit aufgrund früherer Erfolge.

Wir werden überlastet sein. Wir werden überfordert sein. Ich bin es jedenfalls oft. Wir laufen an der Kante, sind stark gewachsen um fast 25%, allein im ersten Halbjahr. Neue Verträge, neue Anforderungen, schnelle Veränderungen bei unsere Kunden, die wir abfedern, die wir ausbaden, ausgleichen. Jetzt stehen die Hausaufgaben an.

Die Fundamente sind noch frisch, wir restrukturieren seit etwa zwei Jahren intensiv. Die Strukturen stehen. Sie entsprechen meinem Ideal, welches ich schon 2010 entworfen und erstmals in einem der ersten All Hands vorgestellt habe.

Wir können es schaffen. Aber es wird ein heisser Herbst.

Ohne ein klares Ja von jedem von uns, wird es nicht gehen. Wir können keine Kräfte mehr im Kampf um persönliche Befindlichkeiten, in rein persönlichem Wohlergehen verlieren. Nur mit einem klaren Ja, können wir den Weg durch die Schwierigkeiten gemeinsam, Schulter an Schulter, gehen. Gerechtigkeit wird nicht allen wiederfahren können. Nicht jeder wird seinen perfekten Platz sofort finden. Wir müssen das gemeinsam bauen.

Klarheit, Gespräche, Ergebnisse!

Transparenz in unseren Verträgen, in unseren Reportings, in unseren Dokumentationen ist das Ziel der Stunde. Nur das! Es ist einfach.

Es beginnt alles mit der Klarheit in mir, in einem Selbst. Ohne diese Klarheit brauche ich viele Worte, muss mehr erklären, mehr verteidigen, erst mal mich selbst verstehen, ehe ich anderen Verständnis entgegen bringen kann.

Hier fängt alles an! An dieser Klarheit habe ich hart gearbeitet, viel geredet, viel gelitten. Ohne mein Tagesgeschäft loszulassen, erreiche ich die nötige Klarheit nicht. In täglichen Routinen gefangen, ist so oft kein Platz für Reflektion, für Rückschau, für Entwicklung und Entspannung. Ich finde Klarheit nicht im Aussen, nicht bei anderen. Nur in mir selbst. Auch dazu muss ich mich selbst lesen lernen. Meine wiederkehrenden Gedanken, Gefühle, Impulse analysieren können. Nicht gleich sofort in Aktion gehen, sondern diesen Spalt zwischen den Momenten ausdehnen. Meine Wahlmöglichkeit erkennen. Meinen Entscheidungsspielraum verbreitern.

Wie es ausgeht? Ich weiss es nicht. Aber ich habe gelernt, mir zu vertrauen. Nein, eher dem Leben zu vertrauen. Es passiert, was passiert. Ich kann nichts festhalten. Ich kann nur lernen, zu sehen.

Klarheit heisst, zu sehen. Spiegelgleiche Weisheit. Sehen, was ist. Nicht, was ich sehen will, mir wünsche, erträume, erdenke, erinnere. Ohne zu bewerten, ohne zu vergleichen, sehen können, was ist. Annehmen. Aushalten. Dann Handeln.

Ja oder Nein?

Wünsch Euch für den Moment zufrieden, einen schönen restlichen Tag!

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