Orientalische Frauen

München, 7:59, Tag 949

Konnte nicht schlafen heute, hatte Halsschmerzen, aber nach einem sehr obslastigen Frühstück hier fühle ich mich fit für den Tag.

Der Nachmittag gestern verlief gut. Musste kurz Datenqualität als Wert an sich mit dem Amt diskutieren, die Nutzer und Dienstleister Anforderungen und Wünsche hinterfragten. Für mich hat die Qualität von Daten einen intrinsischen Wert, der unbekannte, unformulierte Möglichkeiten eröffnet. Die Aufgabe von Behörden ist es dabei eben genau nicht, Forderungen ihrer Nutzer zu erfüllen, sondern ihre Aufgabe bestmöglich auszuführen. So ist jedenfalls mein Staatsverständnis. Ich glaube, ich konnte die Beamten nicht überzeugen.

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Gleich die zweite Runde. Dann gehts am Abend schon wieder zurück. Hoffentlich kommen wir schnell durch, dann kann ich den Flug vorverlegen, sonst bin ich erst um 9 zu Haus.

Morgen dann wieder los. Hier werde ich schon unruhig, das Excel und die Slides sind noch nicht in einem Zustand, mit dem ich zufrieden bin. Die Zeit am Nachmittag muss reichen, um das noch hinzukriegen.

Dieses Reisen ist nun übrig von meinen fünf Jahren pendeln zwischen den Welten. Fühle mich an den Flughäfen sehr wohl, kenn die Prozesse, geniesse den Flug, die leider etwas kurz sind. Die knapp drei Stunden nach Istanbul hatten eine Länge, die perfekt zum Abschalten und dann tieferen Beschäftigen mit einem Thema erlaubt. Ungestört und durch den Blick nach draussen, das Rauschen, das Wackeln sehr konzentrationsfördernd.

Der Taxifahrer zum Flughafen gestern war lustig, ein Perser, der sich die ganze Zeit über die Eigenschaften orientalischer Frauen mit mir unterhielt. Er war mit einer Holländerin verheiratet, aber seine Schwester, eine erfolgreiche Managerin in London, diente ihm als Beispiel und Quell zahlloser Anekdoten.

Im Supermarkt:

Bruder, hier ist die Mortadella, die Du so magst, solllen wir die kaufen?

Ja gerne, Schwester.

Nein, das machen wir nicht, die ist nicht gut für Deine Gesundheit.

Bruder, magst Du noch diese Butter hier?

Ja, sehr, Schwester.

Aber Du musst doch auf Dein Herz achten, wir nehmen die nicht.

Irgendwann gibt er auf.

Kauf doch, was Du möchtest Schwester und hör auf zu fragen, was ich mag.

Ein wunderbares Beispiel! Genau so! Es wurde schnell auch politisch. Wie die Frauen mit den sie unterdrückenden Gesetzen im Iran umgehen. Wie sehr diese Gesetze, die Verzweiflung der Männer ausdrücken, die ihren Frauen nichts anderes entgegen zu setzen haben, als die Staatsmacht. Es ging noch sehr viel weiter, als dass ich jetzt die Zeit hätte, alle seine Ansichten hier aufzuschreiben.

Wollte mir hier aber unbedingt einen Merker setzen, mich mal eingehender und auch mit meinen eigenen Erfahrungen unterlegt, damit zu beschäftigen.

So, nun aber! Auf in den Tag. Wünsch Euch einen guten Donnerstag.

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