Berlin, 6:44, Tag 962

Acht Stunden geschlafen. Sehr schön. Habe mich einfach hingelegt und meinen Atem gezählt, kein Lesen oder Schauen auf dem iPad und siehe da, mein Schlafziel ist erreicht.

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Heute ist wieder mtc All Hands Tag bei uns. Diesmal möchte ich ein Gleichnis vorstellen, das hatte ich letzte Woche hier schon angedeutet. Die Unterschiede in den Aufgaben und Werten von Entwicklern und Supportern sind mir aufgefallen. Und ich habe mich erinnert, wann mir das zum ersten Mal begegnet ist: in der Landwirtschaft meines Vaters.

Es geht aber nicht nur um die Unterschiedlichkeit zwischen zwei Gruppen bei uns, sondern um Andersartigkeit allgemein. Diese Auszuhalten, diese Stehen lassen zu können, ohne den anderen zu verändern, zu verbessern, uns gleich machen zu wollen, ist eine Aufgabe. So viele Konflikte, so viel Energie fliesst nicht in die Aufgabe an sich, sondern in die Betonung von Unterschieden, in den Kampf ums anerkannt werden. Diese Abhängigkeit von externer Anerkennung unserer Einzigartikeit, unserer Bedürfnisse bestimmt häufig unser gesamtes Leben. Ich fühle mich damit manchmal wie in einem Gefängnis, eingeschlossen und kämpfend um meine Freiheit.

Ein Freund schickte mir gestern Abend noch einen Artikel, der mich an buddhistische Grundsätze erinnerte. Es geht um den rechten Lebenserwerb. Um die Vereinbarkeit von unserer Arbeit, unserem Streben nach Geld und Erfolg darin und der Maxime, dabei kein mehr an Leid zu erzeugen.

Warum arbeiten wir? Was ist rechter Lebenserwerb? Eine Meditationszentrum zu eröffnen, ein Kloster zu bauen, kann es nicht alleine sein. Wie schaffen wir es also in unserer Umgebung, etwas weniger zu leiden? Eine Firma zu schaffen, die die Mitarbeiter eben nicht nur ausnutzt und dann ausspuckt, für den einzigen Zweck, Geld und mehr Geld zu verdienen. Selbst, wenn es darum ginge, mit dem Geld dann nur Gutes zu tun?

Ein Abschnitt fiel mir gestern Abend beim schnellen Lesen gleich auf:

The Buddhist point of view takes the function of work to be at least threefold: to give a man a chance to utilize and develop his faculties; to enable him to overcome his ego-centeredness by joining with other people in a common task; and to bring forth the goods and services needed for a becoming existence. Again, the consequences that flow from this view are endless. ~E. F. Schumacher

Punkt. Nein, Ausrufezeichen!

Wünsch Euch damit einen anregenden Arbeitstag!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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