Berlin, 8:30

Heute schon zeitig wach. Die zwanzig Minuten Meditation verlief wieder sehr schnell.

Habe vorher unter anderem einen Post von Tee Crane gelesen, der mich sehr berührt hat. Mein Vortrag nächsten Dienstag kommt näher, auch an ihn habe ich gedacht und vorgefühlt und beschlossen, auf zu machen, nicht zu: Ich zu sein, ist am immer schwersten. Meine gefühlte Realität abzustreifen und einfach zu sein, dass ist der täglich Kampf.

Gestern nachmittag wurde es noch sehr intensiv. Kann es noch gar nicht richtig fassen, wie stark manche in ihrer eigenen Realität fest stecken. Der Tag fing mit einem Treffen mit einer Bekannten, ja Freundin schon sehr spannend an. Es ging darum, wie und ob man helfen kann.

Wie man machen, durch Mitgefühl helfen kann. Und das so schwer auszuhalten ist: Jemanden zu begleiten, durch sein Tal. Wenn man doch retten könnte. Aber Abkürzungen helfen niemandem. Ja, Menschen in akuter Not muss man helfen. Wie entscheidet man, ob jemand in akuter Not ist? Wie unterscheidet man, zwischen Linderung der Symptome und Hilfe bei den Ursachen?

Ein Obdachloser Amerikaner will sich einfach nicht legalisieren. Er hat Angst vor Abschiebung. So lebt er auf der Strasse, schnorrt sich durch und alle Angebote, die diese Zustand beenden könnten, lehnt er ab. Dies wäre eine richtige Hilfe. Dies würde die Ursache bekämpfen, auf die Gefahr hin, dass er zurück nach US müsste. Dieses Risiko geht er nicht ein.

Viele Flüchtlinge fragen hier bei der Tafel am Marheinekeplatz nach Fahrkarten, um nach Frankfurt oder Hamburg zu kommen. Sie können nicht ankommen, sie sind Monate auf dem Weg und können nicht akzeptieren, sich jetzt hier mit ihren Problemen in Berlin auseinander zu setzen. Die Fahrkarte ist nicht die Lösung, ist keine Hilfe. Wie kann man aber anlehnen? Wie kann man das entscheiden, was richtig ist?

Wie sitzen im Cafe, ein Strassenpoet fragt nach 10 Euro, er ist krank und möchte sie sich borgen. Ich schenke sie ihm spontan. Er gibt mir dafür zwei seiner Gedichte: laut, zu Lesen!

Es gibt den Begriff des rechten Bemühens, der mich orientiert. Und auch dieser Begriff führt mich wieder auf die drei Gundsätze der Peacekeeper zurück: Nicht Wissen, Aushalten, freundlich Handeln. Mehr gibt es nicht. Immer nur für diesen einen Moment, alles andere ist Quatsch.

Wünsch Euch einen recht schönen Tag.

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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