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Archiv für

Letzter Tag

Istanbul, 8:56, Tag 1046

Wir haben Ausschlafen trainiert, damit wir heute Abend nicht wieder um 10 einschlafen. Obwohl, das wäre auch ok. Das Jahresende, das neue Jahr haben wir die letzten Jahre nicht mehr wirklich gefeiert.

Draussen schneit es wie verrückt. Gestern nachmittag schon ein kleiner Anfall des Wetters, jetzt über Nacht sind bestimmt 25cm Neuschnee gefallen. Auf der Hautptautobahn in der Ferne sehe ich noch Bewegung, aber hier im Viertel ist alles sehr ruhig.

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Mist, dass ich meine warme Jacke und die Stiefel in Berlin gelassen habe, so habe ich einen guten Grund, nicht den ganzen Tag auf Fotojagd in die Altstadt zu gehen. So werde wohl ich mit dem verschneiten Istanbul vorliebnehmen, welches sich mir hier bietet.

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Stand gestern übrigens nur wegen Brückenstau, nicht wegen Schneefall fast genau 3h und 15min im Stau für 7km vom Zahnarzt zurück hierher nach Hause. Absoluter Rekord! Der Hinweg hat noch die üblichen 20min gedauert. Und klar, ich hätte das Auto locker dort stehen lassen können, und die U-Bahn nehmen. Aber wegen dem drohenden Schneefall, habe ich mich dagegen entschieden. Hab viel nachgedacht, geträumt und meditiert. Mir ging es richtig gut die ganze Zeit. Bin weder unruhig oder ungeduldig geworden, im Gegenteil ich hab die Damen zu Hause noch beruhigt, dass mit mir alles ok ist und ich kein Problem damit hab. Konnte es einfach annehmen, wie es ist. So mach ich das heute wieder.  Und mit diesem kleinen Vorsatz, wünsch ich Euch allen einen guten Rutscht ins neue Jahr!

Neue Gelassenheit

Istanbul, 7:52, Tag 1045

Nach einem langen Tag wieder ausgeschlafen, sehr schön. Ruhiger Start und zusammen mit der Tochter meditiert, die nicht mehr schlafen konnte oder wollte. Das Jucken an der Nase, ein leichter Schnupfen und die Unruhe, nicht zu wissen, wann der Gong gongt, waren die zu meisternden Herausforderungen.

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Gestern waren wir auf einem Istanbuler Möchtegernweihnachtsmarkt im Zorlu Center. Er kam mir vor, wie der Versuch einer Kopie, fehl am Platz, nicht passend, für Touristen gemacht. Dazu kam das Wetter, ein regnerischer Dienstag, so war es sehr leer. In den Ständen frierend, gelangweilte, Tee schlürfende Smartphonenutzer. Ein DJ spielte keine Weihnachtsmusik. Eine Blaskapelle mit Schlagzeugschwerpunkt, spielte nach einem Weihnachstsong, einfach ihr Partymusikreportoire. Festliche Stimmung a la Center Management.

Wir sind einmal quer durch die Stadt zu Sedas Uni gefahren, den Baufortschritt überall bestaunend. Zurück am 2h Stau auf dem Standstreifen vorbei gefahren. Das kann nur sie! Ich hatte die meiste Zeit die Augen zu oder atmete ganz konzentriert. Es regte mich kaum auf, das ist neu. Diese Gelassenheit kenne ich von mir sonst gar nicht.

Diese neue Gelassenheit geht damit einher, dass ich weniger Impulse, weniger Entschlossenheit spüre. Ich bin auch gelassener mit mir, habe weniger Regeln für mich selbst. Nehme mal die Treppe und mal den Lift. Es fällt mir schwer, mich nicht so sehr unter Druck zu setzen, sondern einfach mal laufen zu lassen. Nicht dass es mir schwer fällt, aber die mitlaufende Wertung im Kopf, Wertung mit T, sorgt dafür, dass ich mir manchmal Ventile suche, etwas zickiger, oder wie ich es nenne, ironisch-sarkastischer bin, als gut tut. Ich hab hier schon ein paar Versuche gemacht, alleine den Touristen zu spielen, durch die Altstadt zu laufen, mit der Kamera und meine Neugier zu finden. Kann mich aber oft nicht aufraffen, überlassen dann den Tag doch wieder der Familie. Das fühlt sich anders, komisch an. Sonst gab es immer Kampf ums Programm. Wenn ich abwarte und mitmache, gibt es keinen Kampf im Aussen mehr, nur noch in mir drinnen. Den Moment so nehmen, wie er ist. Achtsam, aufmerksam, nicht wertend, nicht kämpfend. Das übe ich wohl grade!

So, mit diesen paar Gedanken verabschiede ich mich von Euch und wünsch Euch einen schönen vorletzten Tag in 2015.

 

 

Wieder Zurück

Istanbul, 8:18, Tag 1044

Heute Nacht gut geschlafen, ruhig meditiert und mich sogar über das Warten auf die Möve fürs Foto gefreut.

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Merke grad, wie ich nichts wirklich vor hab. Zeit für Reflexion zwischen den Feiertagen vielleicht, dann die Stadt wieder entdecken, etwas arbeiten, Pläne schmieden.

Merke grad, wie ich nicht wirklich schreiben will. Krame in den Erinnerungen von gestern, warte kurz auf Themenvorschläge meines Unterbewusstseins, verwerfe alles ganz schnell wieder, tippe kurz den einen Absatz und…

Wünsch Euch nun einfach einen wunderbaren Dienstag!

 

Reisetag

Berlin, 7:24, Tag 1043

Heute sehr zeitig hoch, ein Anflug von Morgenroutine vor dem Start nach Istanbul. Nicht dass Sylvester in Istanbul unbedingt eine Reise wert sei, aber die Kleine hat Ferien und wir können uns für eine Woche zurück begeben in unser Leben vor dem Umzug. Einen richtigen Plan habe ich nicht, die Kamera ist dabei, Ingress sowieso. Mal schauen, ob die Sim Karte noch funktioniert und ein paar Lira drauf sind. Die Sachen sind schon alle gepackt, kurz nach 9 gehts dann los. Freu mich und hab gleichzeitig ein  leichtes: warum bleiben wir nicht einfach hier im Bauch.

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Mit einem Blick durch den Hinterhof in den fast Vollmond verabschiede ich mich für den Montagmorgen und wünsch Euch nen tollen Start in die letzte Woche dieses Jahres.

Dritte Reitstunde

Berlin, 17:36, Tag 1042

Heute morgen schön zeitig aufgestanden nach genügend Schlaf. Ein ruhiger, schneller Morgen. Bin halb 10 wieder zum Reiten gegangen. Ok, ist kein Kraulschwimmen, aber irgendwie hätte ich schon Lust, Euch hier nun die Details meiner Reitversuchen teilhaben zu lassen.

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Heute also die dritte Stunde. Immer noch an der Longe, immer im Kreis, wieder mit dem alten Wallach Baron. War diesmal zeitig da, hab ihn fast komplett allein fertig gemacht. Vor allem bei den Hufen freue ich mich über ihn, jedesmal. Werde fast etwas nachlässig, da ich bei ihm überhaupt keine Angst habe, dass er sich gegen mich lehnt oder rum zuckt.

Halfter anlegen hakt noch etwas, da gibt es einfach zu viele Riemchen, die wenn man so ein Halfter in der Hand hält oder irgendwie über den Pferdeschädel zieht, so überhaupt nicht passen wollen. Aber, mit viel Gefummel, gnädig ertragen vom Baron, hatte ich bald alle dran und nur einer musste von der Lehrerin nachgezogen werden.

Dann leichter Trab. Runde um Runde, bis ich richtig warm war und mir die Füsse weh taten, irgendwas mache ich da unten rum wohl noch falsch in den Steigbügel. Kaum hatte ich das angemerkt: raus aus den Steigbügeln und nach einer Runde im Schritt, wurde flockig angetrabt und ich sollte ohne Bügel in den Rhythmus finden. Aua! Als sich alles zurecht gerüttelt hatte, sollte ich die Beine nach vorn und dann zur Seite strecken. Spagat nannte das die Lehrerin, aber ich würde sagen, diese fünf Zentimeter, die ich die Füsse vom Bauch weg gekriegt habe, sind kaum die Andeutung eines Spagates. Das Schwierigste dann kann aber erst noch: Arme im Takt nach vorne strecken, boxen, immer wenn der Ar* oben war, sollte auch die Hand vorne sein. Das gemeistert, sollte ich Äpfel pflücken, also nach oben boxen im Takt. Und als ich sie dann auch noch zur Seite boxen sollte, wohl um irgendwelche imaginäre Beifahrertüren zu zu schlagen, hatte ich wieder eine Grenze erreicht. Zaack, raus aus Takt und Gleichgewicht und letzte Rettung im Sattelriemen gefunden. Nach einer Runde im Schritt zum Luftholen, dann nächste Aufgabe: immer abwechselnd leichter Trab und Aussitzen. Beim Aussitzen schüttelt es mich tutto kompletto durch, angeblich soll die Hüfte durch einen Knick das Schütteln dämpfen, meine Hüfte knickt aber nicht. Noch nicht! Der Schweiss lief mir unter der Kappe (so heisst der Fahrradhelm in der Reithalle) runter, gefühlt war schon ne Stunde rum. Aber ich weiss, Aussitzen ist die Vorbereitung für den Abschluss im Galopp. So auch diesmal, der Fahrtwind sollte mir wohl den Schweiss trocknen. Der Galopp vom Baron ist grossartig, schnell und gar nicht so wellig. Eine herrliche Gangart. Im Schritt schlaf ich ein, halte schwer die Spannung. Im Trab schüttelt es mich noch durch, aber im Galopp, so richtig mit Kurvenlage und das Gesäß über den Sattel schuffelnd, besser als Karussell. Als Anfänger ist hier nach fünf Runden Schluss. Ich darf dann noch im Schritt -das Pferd und mich- allein durch die Hallen ein paar grosse Runden im Hufschlag reiten. So heisst der Rand hier, wurde ich belehrt, als ich ihn Rand nannte.

Als ich abstieg, immer noch mit Mühe, da ich mich noch nicht traue, meinen Fuss mit Schwung über den Hintern und den hohen Dressursattel zu heben, spürte ich meine Beine kaum noch, lief richtig schwammig mit dem Baron zum Stall rüber, um ihm Sattel abzunehmen, die Winterdecke drüber zu wuchten und ihn mit ner Möhre zu belohnen.

Nachdem ich letzte Woche keinen Muskelkater hatte, also kaum, rechne ich morgen mit dem Schlimmsten. Na, mal schauen, wie es wird. Nächste Stunde ist erst in zwei Wochen, im neuen Jahr. Und dann gehts auch hier weiter mit nem weiteren Bericht.

Wünsch Euch ’nen ruhigen Abend!

Frühere Freunde

Berlin, 8:59, Tag 1041

Heute ist es nach dem zeitigen Start mit der Überschrift doch wieder spät geworden. Wollte heute ein Bild meiner neuen Tasse posten. Das Ergebnis meines ersten Besuches im Keramikladen vorne am Mehringdamm mit meinen Mädels. Bin ganz stolz. Hab mich einfach machen lassen. Mir nur die Farben ausgesucht und die Bäume angzeichnet, dann aber erst die Wiese unten und die Landschaft gemalt. Die roten Punkte kamen dann später von allein. Das Gelb des Himmels und des Tasseninneren waren auch ganz schnell klar und getan.

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Und dann eben auf der Fahrt zurück vom Weihnachtsbesuch bei (Ur-)Oma, fiel mir das eigentliche Thema ein:

Ich hab so circa ein knappes Dutzend Menschen, die mal meine Freunde waren, an die ich noch oft denke und mit denen ich aber keinen Kontakt haben möchte.

Ein paar Helden sind dabei, deren Schwächen ich kennen lernen durfte. Aber die meisten interessante, spannende Menschen mit ganz eigenen Realitäten, die mal ganz gut zu meiner eigenen Realität gepasst hat. Meine Lehrer sind sie alle im Rückblick. Aber irgendwann hat es einen Riss in der Matrix gegeben und plötzlich passte meine Realität so überhaupt nicht mehr. Grosse Enttäuschung. Das Ende von Täuschung. Davon habe ich schon mal geschrieben. Zwei, drei davon würde ich heute sogar als Betrüger bezeichnen. Ihre Realität passt heute nicht mehr zu der meinen, aber auch nicht zu einer allgemein gesellschaftlich anerkannten Realität. Nun ist es so, dass besonders zu Feiertagen, aber oft auch zu deren Geburtstagen oder einfach bei gemeinsam erlebten Jahrestagen fallen sie mir ein. Ich erinnere mich an die Erlebnisse, an die meist guten Gespräche, an die geteilte Aufmerksamkeit.

Sie sind mir auch heute noch nicht egal. Sie lösen auch heute noch Erinnerungen aus, Erinnerungen an intensive Gefühle, denen ich irgendwie auch nachtrauere. Versöhnung, verzeihen oder verstehen möchte ich jedoch nicht mehr. Ich entscheide mich bewusst gegen Kontakt, gegen einen Weihnachtsgruss, selbst gegen ein kurzes schnelles Like oder auch das befreundet Sein in den sozialen Netzen. Ich möchte das nicht mehr.

Es ist immer noch etwas Scham über die Zeit vor der Enttäuschung, die Scham über die erfolgreiche Täuschung vorhanden. Vor allem bei den Betrügern natürlich auch die Erinnerung an den finanziellen Verlust, der aber kein wirklicher Verlust ist. Mehr Lehrgeld. Ausserdem ist das Geld von ihnen ja meist einfach für deren, wenn auch aufwendigen, Lebenstil drauf gegangen. Ergaunertes Geld ist am schnellsten ausgegeben.

Trotz dieser Enttäuschung empfinde ich kaum noch den Groll der ersten Zeit, heute im Rückblick sehe ich ihre Verzweiflung, ihre Härte, ihre Ignoranz, ihr Ego. Ja, ich erkenne mich in ihnen wieder. Und irgendwoher kommt ein Danke hoch, ein Danke für die Lehren, für die Lektionen die sie mir erteilt haben. Das rufe ich Ihnen jetzt hier einfach mal durch diesen Blog zu, furch die Ferne und durch die Monate und Jahre hindurch. Ich hoffe sehr, ihr findet Euer Glück, Eure Zufriedenheit. Eure Suche war auch meine Suche. Ich vermisse Euch manchmal, ich möchte manchmal einfach nur wieder einen Kaffee trinken gehe und quatschen, ohne ein Todo oder eine Idee mitzunehmen, die ihr so gerne verteilt. Einfach nur zuhören, verstehen und Euch dann meine Geschichten erzählen. Wie früher, nur ohne meine damaligen nimmersatten Hungergeist, der Euch zum Erlöser verklärte. Möchte den Menschen wieder treffen, nicht die Erinnerung an ihn und merke genau bei diesem Gedanken, dass es kein Zurück gibt, keines geben braucht. Ihr seid Teil meines Lebens, meines heutigen Selbst.

Und ich glaube, für Euch ist diese Tasse da oben. Fühlt Euch beschenkt damit, mit einem Zeichen meiner Lebenszeit. Diese erste Tasse werde ich auf einen Ehrenplatz in meiner Bücherwand stellen, als Erinnerung, als Mahnmal, im Gedenken an Euch, meine früheren Freunde und Lehrer. Danke für alles! Alles ist nun gut.

Wünsch Euch anderen einen wunderbaren zweiten Weihnachtstag gehabt zu haben und noch einen ruhigen Abend.

Weihnachten

Berlin, 9:32, Tag 1040

Gestern bei den Eltern zu Heilig Abend, alles schön geschmückt, wunderbar gegessen, aufregende Bescherung, war richtigrichtig schön, bin dankbar!

Auf dem Land gab’s dann noch einen ganz schicken Sonnenuntergang und einen doch recht grossen Vollmond und da ich die Kamera mit hatte, konnte ich letzteren sogar fotografieren. Grad bemerkt, hatte den Telekonverter vergessen, fürs nächste Mal.

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Heute eine ruhiger Tag, vielleicht gehen wir in Star Wars 7, vielleicht auch nicht. Aufräumen, Spielen, Fliegen, Träumen.

Wünsch Euch schöne Weihnachten!

Vorfreude

Berlin, 8:50, Tag 1039

Heute ein ähnlich intensiver Traum, auch wieder in Farbe, wie gestern. Lang geschlafen, ausgeschlafen, gekuschelt, geträumt, bewusst geatmet. 

Ruhiger Start in den Weihnachtstag. Ein Tag voller Rituale und Erinnerungen an Spannung, Freude, Vorfreude. 

Heute, wie damals.

 
Erwartungen managen, ist heut meine Aufgabe. Es ist wie bei bösen Drogen, dem Kick des ersten Highs rennt man ewig hinterher, bis man irgendwann schnallt, dass er unerreichbar bleibt. Genau wie meine selektiven Erinnerungen an perfekte Momente meiner Kindheit, mit Eisenbahn, Gepolter und heimatlicher Dorfidylle. Unerreichbar, keine Wiederholung dieser Gefühle möglich. Trauer. Und aus der Trauer rausche ich in die Vorfreude auf neue Erinnerungen, die zu schaffen, man gar nichts tun muss. Unser Hirn macht alles ganz allein: selektiert, idealisiert, dramatisiert und speichert alles einfach ab. 

Eine leichte, leise Vorfreude auf alles Kommende wünsche ich Euch an diesem Tag!

Alles Vorhanden

Berlin, 7:35, Tag 1038

Wilder Traum nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen. In Berlin in einem Auto lag ein nacktes Pärchen. Ich laufe zufällig vorbei und kann nicht widerstehen ein paar Fotos zu machen. Was für ein Scoop. Zwei Nonnen kommen dazu und bedecken die schlafenden Partygänger. Ich überlege schon die Titel und Beschreibungen der Fotos, wenn ich sie denn posten sollte. Irgendwas mit keiner BVG und weil wir dich lieben. Dann wird es schräg, die beiden wachen auf und scheinen gestrandet. Ich spüre die Verwirrung, die Scham und kann nichts posten. Das iPhone mit dem Bilderschatz glüht in meiner Hand und ich entscheide wirklich, das nicht zu posten. Wir besichtigen zusammen eine Wohnung für die sie sich interessieren, meine Wohnung. Sie schauen sich um, stellen Fragen zu Nachbarn, zur Internetanbindung. Ich fühle mich sehr alt, weil ich den Fernseher und die Kabelkanäle erkläre. Und wache zum zweiten Mal auf, stehe jetzt aber wirklich auf und setze mich rüber ins Büro.

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Der letzte Tag hier vor Weihnachten. Werde noch ein wenig aufräumen, spüre eine leichte Angst, eher eine ganz leichte Unruhe. Was wird kommen? Was wird passieren? Immer, wenn ich nach vorne schaue, kann ich diese Unruhe spüren, es ist die Mischung aus Neugier, Vorfreude und Spannung. Aber wenn ich nicht nach vorn, sondern zurück schaue, dann kommt zuerst etwas Stolz, dann Freude wunderbar gemischt mit leichter Trauer und Scham auf. Auch hier ist es die Aufmerksamkeit, die das Sehen dieser vorbei rauschenden Gefühle ermöglicht. Und es immer sind unsere Gewohnheiten, die unser Sehen beeinträchtigen.

Nun aber ab in den Moment. Zurück zum Hier und Jetzt. Ich hab so ein Glück, so viele Ressourcen, bin gesund, hab unendliche Möglichkeiten und fühle eine grosse Dankbarkeit. Eine riesengrosse Dankbarkeit, die alles überflutet. Puhhh! Das ist es! Unser Sehen können wir benutzen, um uns nach vorn oder zurück zu beamen, um unsere Schwächen, unsere Fehler, unser Scheitern anzuschauen, die Gründe liegen doch immer wieder in unseren Gewohnheiten, in den Ritualen, im scheinbaren Wissen. Ich möchte mein Sehen benutzen, um jetzt und hier dankbar und freundlich mit all dem Vorhandenen umzugehen. Ich möchte weniger wissen, weniger werten, weniger urteilen, weniger trennen, weniger unterscheiden. Mehr von etwas brauche ich nicht. Es ist immer schon alles vorhanden, immer.

Wünsch Euch einen ruhigen, angenehmen Tag vor Weihnachten.

 

Verharren

Berlin, 8:03, Tag 1037

Heute wieder wenig geschlafen, mich hat wieder mal eine amerikanische Serie gepackt und wenn ich eine Folge schaue, werden meist mehr draus. Bin müde, aber ganz gelassen.

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Wider gescheitert. Schaff es grad nicht wirklich, mir ein Thema zu schnappen und einzutauchen. Vielleicht ist es das wilde Jahr 2015, welches zu Ende geht. So viel passiert, so viel verändert. Mein Hadern hier, welches sich in den schmalen Posts der letzten Tage niederschlägt, ist vielleicht eine Folge davon, eine Gegenbewegung. Ein Verharren, ein Warten und Suchen.

So, wieder erst Abend, dass ich den Post nun unabgeschlossen abschliesse und abschicke. Wünsch Euch ’nen schönen Abend.