Berlin, 17:36, Tag 1042

Heute morgen schön zeitig aufgestanden nach genügend Schlaf. Ein ruhiger, schneller Morgen. Bin halb 10 wieder zum Reiten gegangen. Ok, ist kein Kraulschwimmen, aber irgendwie hätte ich schon Lust, Euch hier nun die Details meiner Reitversuchen teilhaben zu lassen.

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Heute also die dritte Stunde. Immer noch an der Longe, immer im Kreis, wieder mit dem alten Wallach Baron. War diesmal zeitig da, hab ihn fast komplett allein fertig gemacht. Vor allem bei den Hufen freue ich mich über ihn, jedesmal. Werde fast etwas nachlässig, da ich bei ihm überhaupt keine Angst habe, dass er sich gegen mich lehnt oder rum zuckt.

Halfter anlegen hakt noch etwas, da gibt es einfach zu viele Riemchen, die wenn man so ein Halfter in der Hand hält oder irgendwie über den Pferdeschädel zieht, so überhaupt nicht passen wollen. Aber, mit viel Gefummel, gnädig ertragen vom Baron, hatte ich bald alle dran und nur einer musste von der Lehrerin nachgezogen werden.

Dann leichter Trab. Runde um Runde, bis ich richtig warm war und mir die Füsse weh taten, irgendwas mache ich da unten rum wohl noch falsch in den Steigbügel. Kaum hatte ich das angemerkt: raus aus den Steigbügeln und nach einer Runde im Schritt, wurde flockig angetrabt und ich sollte ohne Bügel in den Rhythmus finden. Aua! Als sich alles zurecht gerüttelt hatte, sollte ich die Beine nach vorn und dann zur Seite strecken. Spagat nannte das die Lehrerin, aber ich würde sagen, diese fünf Zentimeter, die ich die Füsse vom Bauch weg gekriegt habe, sind kaum die Andeutung eines Spagates. Das Schwierigste dann kann aber erst noch: Arme im Takt nach vorne strecken, boxen, immer wenn der Ar* oben war, sollte auch die Hand vorne sein. Das gemeistert, sollte ich Äpfel pflücken, also nach oben boxen im Takt. Und als ich sie dann auch noch zur Seite boxen sollte, wohl um irgendwelche imaginäre Beifahrertüren zu zu schlagen, hatte ich wieder eine Grenze erreicht. Zaack, raus aus Takt und Gleichgewicht und letzte Rettung im Sattelriemen gefunden. Nach einer Runde im Schritt zum Luftholen, dann nächste Aufgabe: immer abwechselnd leichter Trab und Aussitzen. Beim Aussitzen schüttelt es mich tutto kompletto durch, angeblich soll die Hüfte durch einen Knick das Schütteln dämpfen, meine Hüfte knickt aber nicht. Noch nicht! Der Schweiss lief mir unter der Kappe (so heisst der Fahrradhelm in der Reithalle) runter, gefühlt war schon ne Stunde rum. Aber ich weiss, Aussitzen ist die Vorbereitung für den Abschluss im Galopp. So auch diesmal, der Fahrtwind sollte mir wohl den Schweiss trocknen. Der Galopp vom Baron ist grossartig, schnell und gar nicht so wellig. Eine herrliche Gangart. Im Schritt schlaf ich ein, halte schwer die Spannung. Im Trab schüttelt es mich noch durch, aber im Galopp, so richtig mit Kurvenlage und das Gesäß über den Sattel schuffelnd, besser als Karussell. Als Anfänger ist hier nach fünf Runden Schluss. Ich darf dann noch im Schritt -das Pferd und mich- allein durch die Hallen ein paar grosse Runden im Hufschlag reiten. So heisst der Rand hier, wurde ich belehrt, als ich ihn Rand nannte.

Als ich abstieg, immer noch mit Mühe, da ich mich noch nicht traue, meinen Fuss mit Schwung über den Hintern und den hohen Dressursattel zu heben, spürte ich meine Beine kaum noch, lief richtig schwammig mit dem Baron zum Stall rüber, um ihm Sattel abzunehmen, die Winterdecke drüber zu wuchten und ihn mit ner Möhre zu belohnen.

Nachdem ich letzte Woche keinen Muskelkater hatte, also kaum, rechne ich morgen mit dem Schlimmsten. Na, mal schauen, wie es wird. Nächste Stunde ist erst in zwei Wochen, im neuen Jahr. Und dann gehts auch hier weiter mit nem weiteren Bericht.

Wünsch Euch ’nen ruhigen Abend!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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