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Über Tagebuch schreiben

Berlin, 6:33, Tag 1052

Heute bin ich zeitig und müde wach geworden. Konnte gestern nicht einschlafen, die Arbeit liess mich nicht los. So lenkte ich mich ab und vermisse nun leicht etwa zwei Stunden Schlaf.

Nun ist auch hier Schnee gefallen, aber nur etwa fünf Zentimeter, Reicht aber, der Hof und der Kiez sehen sehr schön verzaubert aus.

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Ein schöner Post übers tägliche Tagebuchschreiben lief mir gestern noch über den Weg (danke, lieber Tony). Habe ja auch noch etwa 10 Kladden im Schrank mit meinem täglichen Schreiben, bevor ich hierher umzog. Vieles im Artikel kann ich bestätigen, auch wenn ich die mehrfachen Benefit Listen eher redundant empfinde. Aber mir muss man die Vorteile des täglichen Schreibens auch nicht mehr verkaufen, deshalb vielleicht.

Manchmal möchte ich wieder zurück zur Kladde, zum persönlichen Schreiben für mich, mit der Option dass vielleicht mal meine Tochter oder ich selbst später nachlesen können, wie mein Leben so verlief. Ich blende hier viele Bereiche meines persönlichen Lebens aus, schreibe eher über mich aus einer Beobachterrolle, als meine Vorsätze und was mich wirklich heute, jetzt bewegt oder mir passiert ist, schonungslos offen zu legen.

Ein kleiner innerer Zensor, ein Kompass, lassen mich hier nicht ganz ehrlich, nicht ganz offen sein. Auch habe ich weitestgehend aufgehört, hier über die Projekte und Idee meine Arbeit betreffend zu schreiben. Ab und zu streut sich das ein oder andere ein, aber in den letzten Woche und Monaten ist es mehr eine Übung in Disziplin geworden. Das Schreiben hier fällt mir oft schwer. Gerne würde ich nicht schreiben, die Freiheit fühlen, den Revoluzzer in mir füttern. Das Zählen oben und Novemberregen lassen mich aber dran bleiben und so zwinge ich mich grade eher öfter, als ab und zu.

Es kommen immer wieder Ideen hoch, das hier um und auszubauen, dem Blog hier einen anderen Spin zu geben, die aber im Alltag zu leicht nach hinten geschoben werden können. Auch möchte ich ab und an die wirklichen, echten, wichtigen, inneren, ganz persönlichen Themen wieder in eine Kladde schreiben. Vor allem was meine Beziehung zu Frau und  Tochter und mir und meinem Körper angeht. Dann hatte ich auch heute wieder die Idee, für meine Firma ein Themen oder ToDo Tagebuch in unser Intranet zu stellen. Hier hält mich zurück, dass ich fühle und denke, meine Freiheit dadurch zu stark einzuschränken und mehr, dass ich enttarnt werde, dass ich nicht so produktiv, effizient und vorbildlich bin, wie ich gerne wäre. Was ein Quatsch, aber es ist nun mal so. Auch habe ich immer wieder den Impuls, die alten Posts mal durchzugehen. Und die, die mir am meisten gefallen, die am besten gelungen scheinen, die mich berühren, mal in einer eigenen Liste zusammen zu stellen.

Ich lese grade: Reinventing Organizations von Laloux, was mir viel Futter zum Nachdenken gibt. Zumal das Jahr grad gestartet und ich im Planungsmodus bin. Unser Strategy Retreat Anfang Februar steht auch schon vor der Tür. Nachher gleich ist All Hands, auch immer spannend, werde nur die Neuigkeiten/Organisatorisches machen und den Hauptteil wird diesmal mein Partner übernehmen.

Auf gehts! Wünsch Euch einen produktiven Tag.

 

 

 

  1. Kann deine Gedankengänge gut nachempfinden. Bin selbst seit meinem 11.Lebensjahr Tagebuchschreiberin.

    Ich habe hier bei WP einen privaten Blog, der ist von außen nicht sichtbar. Wer dort lesen kann, das bestimme ich selbst über Einladungen. Vielleicht wäre das auch eine Option für dich?

    Gefällt 1 Person

    6. Januar 2016
    • danke! und das ist ne gute idee, mach ich so halb in evernote, irgendwie fühlt sich das bei wordpress dann doch nach wordpress an und ich fühle mich etwas sicherer, privater in evernote. hab in den 90iger schon tagebuch in lotus notes datenbanken geschrieben, die ich mal in ein pdf gedruckt habe, die liegen auch noch in einer ecke meines laptops gut versteckt rum… aber hab auch gute erinnerunge an das physische schreiben mit schönem stift auf gutem papier, wie ich das 2008/9 intesiv in einem cafe hier im kiez gemacht habe…

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      6. Januar 2016
      • Das kenne ich auch. Ich liebe es mit einem echten Füller auf echtes Papier zu schreiben.
        Für unterwegs habe ich immer noch ein kleines Büchlein dabei, da kritzel ich dann auch öfter was rein, wenn ich in einem Café sitze, wenn auch nicht mit einem Füller….lach…
        Ist ähnlich wie mit den echten Büchern, es ist ein anderes Lesen als mit einem E-reader oder das Lesen am Rechner.

        Was stört dich an WP?

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        6. Januar 2016
      • ist nur eine gewohntgefühlte öffentlichkeit, selbst ich in versteckten wp’s empfinde. ein klick und sie sind public… genau das fühlt sich verführerisch gefährlich an.

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        6. Januar 2016
  2. Es freut mich, dass ich Sie dranbleiben lasse, denn ich lese hier wirklich sehr gern 🙂

    Ich habe irgendwann aufgehört, mir über das was/wie/warum des täglichen Schreibens Gedanken zu machen oder einen Anspruch an mich selbst zu formulieren. Natürlich gibt es auch bei mir Phasen, in denen ich keine Lust habe, solche, in denen ich kein Thema habe, andere, ich denen ich Themen habe, über die ich schreiben kann aber nicht will oder will aber nicht kann. Das akzeptiere ich (mittlerweile) (meistens) als dem täglichen Bloggen eigene Dynamik, die ich mit Interesse und einem gewissen Amüsement betrachte. Und für mich geht durch das tägliche Schreiben trotz fehlenden Anspruchs irgendetwas weiter, wenn auch ungeplant, unstrukturiert: manchmal wird mir etwas klarer, manchmal entdecke ich durch Kommentare eine komplett neue Sichtweise oder auch viel banaler: ein Buchtipp, ein Lächeln beim Lesen, eine kleine Flucht (aber auf Flucht stehen Sie ja nicht so 😉 ) Ich betrachte das als eine Öffnung, ein kleines Fenster, durch das was Reinkommen kann. Eine Möglichkeit der Begegnung.

    Also so ähnlich wie ab und zu ein Rubbellos kaufen. Ändert auch nicht das Leben, aber manchmal gewinne ich 2 Euro und freu mich über mein Glück.

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    9. Januar 2016

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