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Angst- oder Ärgertyp?

Berlin, 6:15, Tag 1065

Sehr zeitig aus einem emotionalen Traum erwacht und aufgestanden. Wollte keine Fortsetzung des Kindergartens riskieren, in dem mein Leben manchmal stattfindet.

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Hab das Schreiben eben fürs Lesen geopfert.

Erst The resolution of the Bitcoin experiment von Mike Hearn und das NYT Pendant: A Bitcoins Believer’s Crisis of Faith dazu. Denn das Experiment droht zu scheitern, an menschlichen Problemen, Schwächen und unterschiedlichen Idealen. Dabei spielt aus meiner Sicht immer wieder die Ignoranz vom grundlegendem Handwerk des Miteinander eine grosse Rolle. Kindergarten: Konflikte, Kränkungen, Inkonsequenzen, und die daraus resultierende Bockigkeit, der Trotz, Freund oder Feind und dann die übertriebene Freundlichkeit zu Freunden, die übertriebene Härte zu Feinden, die Selbstbestätigung, -verstärkung. Reality Distortion. Chaos. Ende. Neuanfang.

Mir fiel gestern auf, dass ich zwei unterschiedliche Typen kenne: einmal die Angststarren und dann die Ärgerstarren.

Ich bin jemand der in Angst noch gut handeln kann, dem es Spass macht, schnell zu fahren, auf der Klippe oder Bühne zu stehen, den Grat entlang zu wandern. Vor allem in Angst vor Verlust von Partner, Kind, Firma, Freunden, Projekten bin ich relativ gut, diese Angst in Aktion umzuwandeln und zu handeln. In eine Richtung, die der Angst entgegenwirkt, das ist die Anfängernummer. Die Angst als Motivation zu nutzen, als kreative Energie, wertungsfrei einfach mal hinhören und was tun, anfangen, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen, das kriege ich über Angst alles hin. Aus dieser Sicht ist Angst für mich etwas sehr positives, lebensbejahendes, ein Gefühl von: ich weiss, was ich will oder nicht will, und ich tue etwas dafür.

Ich bin niemand, der im Ärger noch gut handeln kann. Wenn ich mich über etwas oder jemanden ärgere, schneide ich mich von allem Handeln ab. Dann bleibt höchstens noch Meckern, Jammern oder Streiten übrig, aber kein sinnvolles, den Grund des Ärgers irgendwie bessernd, behebend, lindernde Aktion. Dann bin ich im Kindergarten meines Lebens und bin bockig, trotzig und klar auf den Auslöser meines Ärgers im Aussen als meinen momentanen Feind fokussiert. Das lässt mich manchmal richtig obsessiv werden, dann kann ich nicht aufhören darüber nachzudenken, zu grübeln und Briefe und Mails und Texts zu entwerfen, die ich wieder und wieder umformuliere, bis sie genügend Gift oder wenigstens Schärfe enthalten, dass ich eindeutig gewinne. Puhh, anstregend, allein hier jetzt darüber zu schreiben. Meine Aufgabe ist es, diesem Ärger nun seine starre Macht zu nehmen, und ihn wie die Angst in Handeln, in ein positives, lebensbejahendes Gefühl zu wandeln, zu einem Gefühl von: ich weiss, was ich will oder nicht will, und ich tue etwas dafür.

Ich passe gut zu Menschen, die im Ärger gut handeln können und bei Angst in Starre verfallen. Das ergänzt sich dann wunderbar. Als Duo bleibt man in diversen Situationen komplett handlungsfähig, lässt sich mit ziehen und zieht selber mit. Kann ich nur empfehlen. Auch wenn es natürlich immer und grundsätzlich anstrengend bleibt, mit jemand zusammen zu sein oder zu arbeiten, der anders ist, als man selbst.

Achtet mal drauf, ob und wie ihr und euer enges Umfeld in Ärger oder Angst reagieren? Würde mich wirklich interessieren, ob meine Thesen hier stimmen.

Schönen Dienstag!

 

 

 

 

  1. Arne, ich kann den Wahrheitsgehalt deiner Gedanken bestätigen.
    Leben ist sich bewegende Energie in ihrer materiellen und nichtmateriellen Erscheinungsform.
    So wie die energetischen Wandlungsphasen der Jahreszeiten und ihre bioklimatischen Energien weder positiv noch negativ sind, so wenig positiv oder negativ sind alle Emotionen.
    Angst ist die stärkste Emotion beziehungsweise Energie die wir besitzen, vergleichbar mit dem Winter. Das entspricht der Energie unserer Nieren.
    Wut und Zorn entspricht der Energie der aller frühsten Kindheit oder des Frühlings. Im harmonischen Zustand wäre es zum Beispiel, sich aufbäumen oder frischer Wind. Das entspricht der Energie der Leber.
    Bekommt man diese Energie beziehungsweise Emotion nicht in Harmonie so birgt sie folgende Gefahr:
    Die Energie der Leber kann vollkommen den Platz des Herzens einnehmen. Und was das bedeutet, das kannst du dir sicherlich sehr gut ausmalen…
    lifequest*

    Gefällt 1 Person

    19. Januar 2016
  2. Tily #

    Interessanter Aspekt zur Suche von (Arbeits-)Partnern, den ich so noch nicht gesehen habe. Vor allem, da man ja geneigt ist zu glauben, alle anderen würden in derselben Situation gleich reagieren (hier eher Angst = Starre).
    Setzt allerdings voraus, dass beide aus derselben Situation heraus die gleiche Emotion empfinden – würde zB eine Kundenkritik bei der Angststarren Person (Existenz-)Angst und bei der Ärgerstarren Person Ärger auslösen, gewinnt man nichts … Es sei denn, die eine kann ihre Emotion der anderen erklären und auf sie gleichsam übertragen – und da im Beruf ohnehin auch unter Partnern kaum über Emotionen geredet wird, eine eher unwahrscheinliche Lösung.
    Trotzdem, vielen Dank für diesen Gedanken! Werde ihn weiter verfolgen. Schon um sich Unterstützung iSv Vorbildern zu suchen bei der Bearbeitung der eigenen Schwäche.

    Gefällt 1 Person

    19. Januar 2016

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