Monthly Archives: März 2016

Istanbul, Tag 1134

Das Extra3 Video macht ja immer noch die Runde, vor allem seit gestern auch noch die Bundesregierung Stellung bezogen hat. Die Kommentare unter dem Post habe ich mit Interesse gelesen. Mich hat das an meine wunden Punkte, meine Knöpfe erinnert.

Jeder hat einen wunden Punkt. Wenn man den berührt, tut es weh, gibt es eine emotionale Reaktion. Wenn jemand viele solcher wunden Punkte hat, nennt man ihn sensibel. Sensible Menschen nehmen sich viel zu Herzen, reagieren häufig emotional. Ich reagiere oft aggressiv mit Ärger oder Schärfe, wenn jemand einen meiner Knöpfe drückt. Ob nun absichtlich oder unabsichtlich ist dabei egal.

Dann gibt es das Phänomen: getroffene Hunde bellen. Also ich habe einen wunden Punkt, der auf einem schlechten Gewissen wegen irgend etwas beruh, habe etwas getan, auf das ich nicht stolz bin und irgend jemand in meinem Umfeld stösst mich mit der Nase drauf. Lässt meine Ausreden und Erklärungen nicht gelten, sondern deckt sie als solche auf.

Zwischen beiden Dingen gibt es einen Unterschied: die wunden Punkte haben etwas mit meinen Werten, meinen Grundüberzeugungen zu tun, die herausgefordert werten. Mein schlechtes Gewissen hat etwas mit konkreten Handlungen zu tun.

Für mich selbst herauszufinden, ob meine emotionale Reaktion auf einer Werteverletzung oder aufgrund einer meiner vergangenen Handlungen beruht, hilft mir weiter.

Einmal kann ich die Werte überprüfen, wo sie her kommen, was die Ursache dafür ist und sie für mich bestätigen oder versuchen sie zu hinterfragen. Das ist keine leichte Aufgabe. Werte haben oft etwas mit meiner Identität zu tun und es kann  sehr anstrengend sein, sich selbst in Frage zu stellen. Was bleibt denn dann von mir, wenn ich meine Überzeugungen, meine Werte aufgebe oder ändere?

Im Falle der Handlungen fällt mir das eindeutig leichter, ich kann mir vornehmen, solche Handlungen in Zukunft zu unterlassen und der wunde Punkt, der auf einem schlechten Gewissen beruht, heilt so ab.

Kenne deine wunden Punkte: prüfe Deine Werte und steh zu deinen Handlungen.

Istanbul, Tag 1133

Heute morgen gabs endlich mal wieder einen Sonnenaufgang. Lag eventuell auch daran, dass ich viel zeitiger aufgestanden bin und den ganzen Prozess vom Sofa aus beiwohnen konnte.

Habe jetzt ein Problem. Finde zum ersten Mal seit 8 Jahren eine andere Smartphone Kamera besser, als die meines iPhones. Hätte nie gedacht, dass das mal passiert. Heute am 30.3.16 ist es soweit. Nicht, dass ich wechseln wollen würde. Aber, das gibt mir jetzt schon sehr zu denken.

 

Heute mache ich es wieder so, wie gestern. Entscheide mich aktiv für einen schönen, leichten Tag.

Entscheide Dich, jeden Tag neu.

 

Istanbul, Tag 1132

Heute Nacht habe ich ein Kälbchen gerettet und mir überlegt, wo ich es gross ziehen kann. Es hatte etwas mit Arbeit zu tun und doch nicht. Und es hatte wacklige Zähne.

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Vorhin noch im Bett hab ich beschlossen, mich heute gut zu fühlen und positive Gedanken zu denken. Ein paar negative Gedanken sind schon durchgezogen. Wenn ich daran nicht hängen bleibe, kommt schnell wieder ein positiver.

Ich beobachte gumroad.com schon sehr lange, eigentlich schon seit *oha* 2012, als ich hier das erste Mal darüber schrieb. Heute morgen tauchte Sahil wieder in meinem Feed auf, diesmal mit einem Interview über Mission und Werte in seiner wachsenden Firma. Seinen letzten Wert habe ich heute morgen, noch im Bett stark gefühlt. Lächle, denke nicht zu viel nach. Sei Optimist, nimm das Beste an, die Dinge werden sich ergeben, wieso sollten sie nicht?

Ach, und dann muss ich noch den neuen Erdogan Song hier verlinken, der dazu führte, dass der Deutsche Botschafter einbestellt worden ist. Wirklich. Wegen einer Satire, musste sich der Botschafter zu einer mehrstündigen Unterredung ins Aussenministerium. Unfassbar.

Klassischer Streisand. Glückwunsch an die Redaktion zu diesem Ritterschlag. Und danke an das Aussenministerium (und Spiegel Online, die hier darüber berichteten), ohne deren Reaktion hätte ich wohl nie von dem lustigen Video erfahren.

Die Sonne strahlt ins Wohnzimmer, ich muss mich umsetzen, um noch etwas auf dem Laptop zu erkennen. Sehr gut!

Lächele optimistisch.

Istanbul, Tag 1131

Heute Nacht konnte ich nicht gut schlafen, bin mit vielen Sorgen und Problemen der Arbeit mitten in der Nacht aufgewacht. Hatte Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen. Träumte dann von einer Konferenz, auf der ich vor Angela Merkel die privat teilnahm reden sollte. Ein schrecklicher Moderator wollte mich nicht sprechen lassen, obwohl der Konferenzchef das Programm schon rumgeschickt hatte.

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Gestern haben wir im Garten unten Ostereier gesucht. Das hat der Kleinen und ihrer besten Freundin sehr viel Spass gemacht. Dann ein ruhiger Tag, bis wir am Nachmittag zum Fisch Essen an den Bosphorus gefahren sind. Immer wieder ein grosses Vergnügen und Genuss. Dann habe ich Minecraft wieder entdeckt. Jetzt endlich mal mit Shadern und Mods ohne Ende. Nun sieht es endlich auch mal auf dem Mac richtig schick aus. Hab das alles von http://lifeinthewoods.ca installieren lassen. Eigene Bastelei und Installation geht sicher auch, aber so ist es wirklich einfach und es funktioniert sogar. Wunderschöne Sonnenuntergänge mit Lichtstrahlbündeln durch die Bäume. Im Regen geht die Welt unter und alles sieht aus wie in einem Horrorfilm.

Geniess das Leben ab und zu.

Istanbul, Tag 1130

Zeitumstellung und Ostern und gutes Wetter. Hab wild und lang und viel geträumt. Wieder ganz schräge Vorahnungen für meine Arbeit, diesmal Grossveranstaltung, dabei eine Tattoosuche.

Gestern sind wir in den Wald gefahren, an die Schwarzmeerküste, dort wo die umstrittene Autobahn zur umstrittenen Dritten Bosphorusbrücke gebaut wird und haben auf einem Holzfeuer gegrillt.

War Holzsuchen, hab mich lange mit der super lieben argentinischen Dogge eines Freundes beschäftigt. Es war noch etwas sehr frisch, mit unter zehn Grad. Trotzdem ein schöner Tag, draussen. Pause.

Irgendwie ist und das in Berlin verloren gegangen, oder wir hatten es nie. Eigentlich wäre es ganz einfach, so etwas auch dort zu organisieren. Naja, man trifft sich in Parks zum Picknick im Frühling und Sommer.

Der Dreck hier im Wald war erschreckend, so viel Gedankenlosigkeit. Überall liegt Müll herum. Wir haben wenigsten unseren Platz vom fremden Dreck so gut es ging gereinigt und so weniger Müll zurück zu lassen.

Flutsche aus meiner Nachdenklichkeit ins Spielen und in den Konsum ab. Dabei ist der Ausweg ja einfach: When „I“ is replaced with „We“ even illness becomes wellness.

Das macht den Trick. Raus gehen, in Beziehung gehen, reden, streiten, spielen und zwar nicht allein, sondern mit anderen. Das heilt alles, darum geht es. So oft ich versuche, mich da allein durch zu wursteln, so oft bleibt die Schwere und der Ärger. So oft ich aber versuche, mich zu verbinden, mit anderen, um die einfachsten Dinge zusammen zu machen, wird es gut und besser.

Suche den Sinn in Beziehungen zu Anderen.

Istanbul, Tag 1129

Heute intensivste Träume seit langem. Zum Schluss kurz vorm Aufstehen mein Büro mit meinen Kollegen leer geräumt, wir sind nur umgezogen, ich hatte die neuen Räume noch nicht mal gesehen. Und musst gleich am nächsten Tag auch nach Istanbul reisen.

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Gestern noch spät mit der Familie Essen gewesen, entsprechend unruhig war wohl mein Schlaf mit vollem Bauch. Der Neffe erzählte von seinen zwei Monaten Sibirien, er studierte dort Musik bis der russische Flieger von den Türken abgeschossen wurde. Danach wurde er raus geekelt, einmal bekam er eine Anzeige wegen falschen Überquerens der Strasse, einmal sass er vier Stunden auf dem Polizeirevier, weil ein Freund die Frage ob er wirklich Musiker sei, nicht beantworten wollte. Später wurde ihm klar gemacht, dass ein Visa eh nicht verlängert werden würde. Habe mich gleich so sehr an Najda’s Buch erinnert, dass ich gestern auch noch fertig gelesen habe.

Und bei allem zieht sich grad durch, dass ich merke, wie extrem privilegiert ich bin. Was für ein Riesenglück ich habe, so zu arbeiten, wie ich arbeite. Wie sehr frei ich doch bin. Wie sehr ich das mache, was ich grade möchte. Auch wenn ich mich dabei oft unglücklich und eingeengt und schlecht fühle. Das zählt nicht, das ist nur das verzogene Kind in mir.

Sei dankbar für die Freiheiten, die Du hast.

Istanbul, Tag 1128

Feiertag, Freitag. Heute lass ich’s laufen. Aufgewacht und von ganz konkreten Arbeitsproblemen geträumt, die anders verliefen, Erkenntnisse brachten und vertieften.

Heute gibts ein Bild von mir von unserem diesjährigen Meditationsretreat, das letztens in meinen Nachrichten aufgetaucht ist. Danke, Tony, für diese Aufnahme.

Arne

Heute morgen auf dem Kissen hatte ich eine zweite kleine Eingebung. Hatte mir ja vorgenommen, mir hier in Istanbul über die Zukunft von unserem Patentinformationsgeschäft Gedanken zu machen. Wie genau wollen wir das in den nächsten Jahren machen, was brauchen wir dafür. Was soll das System können. Es ist sehr anstrengend auf der einen Seite, weil ich viel zu viel darüber weiss. Und es ist sehr leicht auf der anderen Seite, weil es da ist und wir das nach unserem Willen gestalten können ohne gänzlich davon abhängig zu sein. Nun habe ich schon länger die Idee, dem Geschäft einen neuen rechtlichen Rahmen zu geben und heute morgen kam ein Durchbruch. Ein Gefühl, nun genau zu wissen, was zu tun ist, dass es genauso gehen könnte.

Das gibt immer wieder Mut, das ist der Ausweg aus der gestrigen kognitiven Dissonanz. In solchen Momenten fühle ich mich im Einklang mit mir und meiner Umwelt. Ich weiss, dass das schnell vorbei gehen kann und sich in den Details wieder abschwächen, wenn nicht verlieren wird. Aber solche klaren Momente möchte ich gerne würdigen. Mit Meditation oder meditativen Tätigkeiten schaffe ich mir ein Umfeld, in denen solche Erkenntnisse aus meinem Unterbewusstsein an die Oberfläche kommen. Manchmal gelingt es dann, sie fest zu halten, kurz nur, um die Richtung seines Lebens zu ändern, sein Schicksal selbst zu gestalten.

Meditation macht Mut.