Rheinsberg, 6:35, Tag 1107

Heute Nacht schräg von einem Maserati geträumt, der von einem Gründer verschönt werden sollte, was gar nicht geht, und ich mir aber das Video dazu ansehen musste: 6:21.

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Aufgewacht mit Unruhe und schlechtem Gewissen. Versuche das Loszulassen. Es ist jetzt nicht die Zeit dafür. Der Grund für das schlechte Gewissen liegt schon in der Vergangenheit. Und ich bin jetzt hier, nicht dort. Sicher könnte ich anrufen und mailen oder chatten, aber um was zu machen? Ich bin jetzt hier, nicht dort.

Denke statt dessen darüber nach, ob meine Kollegen auch zu Arbeit kommen würden, wenn sie ein bedingungsloses Grundeinkommen von sagen wir mal 1.500€ pro Person in ihren Haushalten bekommen würden. Familie mit zwei Kindern: peng 6.000€. Unsere Arbeit wäre sicher eine ganz andere. Einige würden nicht mehr kommen, andere sicher doch und Angst und Kontrolle wären weniger ein Faktor. Wir hätten mehr Zeit uns um den Sinn und das Ergebnis unserer Arbeit zu kümmern.

Heute ist Einkommen eine Voraussetzung, damit die Menschen bei uns überhaupt arbeiten können. Wenn es uns nicht gelingt, Einkommen zu erzeugen, kann niemand diese, seine Arbeit bei uns mehr tun. Wir wären nicht fähig dazu in dieser Gesellschaft, wir hätten jede Menge anderer Probleme. Da unsere Grundsicherung eben nicht bedingungslos ist, sondern mit irre vielen Anträgen, Terminen bei Ämtern, Regeln, Wohnungssuche, etc, gäbe es kaum noch Zeit, uns auf unser Tätigsein zu konzentrieren, bzw. wäre es viel anstrengender. Gleichzeitig verbieten wir Arbeit sogar für einen Teil der Menschen, die hier leben. Damit zwingen wir sie in die Kontrolle und Überwachung der Ämter unseres Staates. Wir nehmen ihnen die Möglichkeit, Einkommen zu erzielen. Damit dürfen sie nicht arbeiten, selbst wenn sie es könnten und wir viele unerledigte Aufgaben bei uns haben.

Wie wir uns organisieren, welche Regeln für die Zusammenarbeit wir uns selbst geben, dass wir uns überhaupt Regeln geben und nicht alles mehr informell, bilateral regeln können. Darüber denke ich auch nach. Wie muss ich mich ändern? Welches Verhalten ist dienlich, welches ist eher schädlich? Wie schaffe ich das, motiviert zu bleiben, im Prozess zu bleiben? Es gibt so viele Gedanken da oben, so viele Ideen und so viel Frust dazu. Sisyphus.

Und trotzdem, bleibt nur, es immer wieder neu probieren. Dran bleiben. Vertrauen.

Wünsch Euch einen achtsamen Tag!

Verfasst von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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