Istanbul, Tag 1136

So, eines der letzten Bilder mit diesem Blickwinkel. Werd ein kleines bisschen nostalgisch, kenne das Gefühl schon von grösseren Abschieden oder Veränderungen, wenn man Dinge oder Orte aufgibt, mit denen man viel Zeit verbracht hat.

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Haben gestern ganz schön geackert. Ok, waren nur ein paar Möbel und 20 Kisten. Aber die haben wir auch gleich wieder ausgepackt. Nach 7 Stunden waren wir durch incl. der 2h Fahrtzeit. Zackzack.

Hab ganz schräge Laune. Merke grade wieder mal, dass ich alles, was ich von anderen will, selber in mir können möchte und nicht mache. Es irgendwie nicht wirklich schaffe, mein Leben so zu leben, dass es mir selber gefällt, meinen Ansprüchen an mich gerecht wird. Die Übung durch die Meditation hilft hier nur sehr begrenzt weiter, weil sie auch keine Abkürzung, keine Lösung ist.

Dann sitzt man Abends so da, denkt über sich nach und merkt das… plötzlich, nicht plötzlich: diese latente Unfähigkeit mein Leben, das was grade ist, anzunehmen, zu geniessen. Dieses Ablenken mit Medien, mit Streiten, dieses einfach nur Dasitzen und vor sich hin grummeln. Das zu akzeptieren, als einen Teil von mir, fällt sehr schwer. So will ich nicht sein. Und diese Wille macht alles noch schlimmer.

Dann fange ich nämlich an, mich zu vergleichen. In allem, was ich lese und sehe, in echt und vor allem im Netz zwackt dann ein Vergleich rein. Ein Artikel über Genscher, ein Post eines Bekannten auf Facebook, ein Foto eines anderen Bekannten, noch ein Bild dort, ein Buch da. Ich vergleiche mit mir und fühle mich klein, unfähig und bedeutungs- und machtlos. Voll schräg!

Denn kann ich diese, meine Stimmung nicht annehmen, suche nach externen Ursachen, identifiziere sie und will sie abstellen, wegmachen, es ein für alle mal lösen. Es muss doch eine Lösung geben. Es liegt sicher hier oder da ran. Dann geh ich zum Arzt und lass mir etwas geben, dann wird es besser. Will eine Pause von diesem Gedankenwust da oben.

Es gibt aber keine Pause. Es ist immer da, das heisst, am Leben sein. Genau das. Meine Wertung, mein Vergleichen, mein scheinbares Wissen ist das, was es so schlimm macht. Nicht das, was hier um mich und mit mir passiert. Es ist immer alles schon da. Es ist immer alles schon gut.

Stelle mir vor, ich wäre ganz woanders, in einem Traumland, das genau so ist, wie ich es immer in diesem Moment brauche, in einem Traumhaus, das alles bietet, was ich so möchte, umgeben von Traummenschen, die mir die Liebe und das Verständnis entgegen bringen, nach dem ich mich sehne.

Und dann macht es erst klick: es ist immer alles schon vorhanden!

Verfasst von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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