Im Zug, Tag 1141

Heute morgen aus wilden Träumen zeitig aufgewacht, sehr erholt. Bin noch liegen geblieben. Hab mich erinnert, an das NASA Gebäude mit den unglaublich hohen, offenen Büroräumen, den tollen Designertischen, eine perfekte Weiterentwicklung von Eiermanns und dem Polizisten, der mich rauswerfen wollte und dann doch Nachsicht zeigen konnte, wegen meiner echten Begeisterung.

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Musste zeitig los für ein Treffen in Leverkusen, bin nun auf dem Weg für einen Abend in Hamburg. Morgen dann wieder zurück in Berlin und fast schon Wochenende.

Im Zug gibts kaum Telefon und noch kaumer Internet. Es ist ja nur 2016, wir sind ja nur mitten in Deutschland, ochmannehj. Elektrizität, dass könne sie aber wenigstens, das Licht bleibt wirklich dauerhaft ohne zu flackern brennen, gut! Aber Toiletten, nee, Toiletten scheint auch schwer zu sein, die gehen in vier Wagons nicht.

Ein Satz hat mich heute morgen schwer beeindruckt: wir können ja niemanden Retten… ist eines meiner Mantras. Also, niemand lässt sich wirklich retten, nicht ich selbst, kein anderer, schon gar nicht vor sich selbst. Das ist ein Verwandtes von: es gibt keine Abkürzungen. Dieses jemanden retten zu wollen, es aber nicht zu können, darum ging es vorhin beim Herflug. Ich halte das ganz schwer aus, dass ich nicht alle retten kann, dass ich manchmal weiss, was zu tun, zu sagen, zu machen ist, es aber nicht kann. Man kann ja nicht jeden retten, und dann hat man sie an der Backe, sind die abhängig von einem. Ganz schräge Gedanken, die manchmal darin münden, dass ich gar nichts mache. Dass ich weg gehe, weg renne, mich weg ducke, mich tot stelle, flüchte, erstarre und eben nichts mache. Dabei könnte ich helfen. Nicht retten, aber helfen. Etwas tun, einen Schritt, nur einen Schritt in die richtige Richtung tun, den Weg zeigen, anleiten, lernen und lehren. Aber weil ich ja niemanden retten kann, tue ich es nicht. Helfe nicht und lasse andere Allein. Eine schöne Enttäuschung. Eine schöne Erkenntnis.

Nun geht es leichter, nun kann ich Fragen nach Rettung als Fragen nach Hilfe interpretieren, dann kann ich schauen, ob ich jetzt (nur jetzt) etwas tun kann, ob ich helfen kann. Und dann mach ich das einfach, ohne lange nachzudenken.

Helfen ist nicht Retten. Helfen ist Hilfe. Ich kann helfen!

Verfasst von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

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