Monthly Archives: April 2017

Nun sitze ich im neuen Balzac, das mal die Espressolounge war. Ich will seit Wochen ein Goodbye schreiben, mit meinen schönsten Erinnerungen, ein paar Bildern. Ja, das Blinis, das ich mit meiner Verwandlung im Jahr 2009 so sehr verbinde, das gibt es nicht mehr. Ende Februar 2017 war Schluss. Es hat nicht sollen sein. Der Ort, der mir und vielen anderen so viel bedeutet hat, musste verschwinden. Platz für etwas neues, etwas anderes machen. 

Jetzt werde ich traurig, nehme Abschied. 

So viele Erinnerungen. Fast den ganze Blog hab ich hier geschrieben. Jahrelang. Einen neuen besten Freund habe ich hier gefunden. Viele Freundschaften, noch mehr Bekanntschaften geschlossen. 

Die Organisation, der Organismus Espressolounge, das Blinis ist nicht mehr. Ja klar, es gibt um die Ecke in der Schenkendorfstrasse den kleinen Nachfolger, das Team, die Maschine, die Atmosphäre, die netten Menschen sind jetzt dort in einem geschrumpften, kleinen Überbleibsel. Das ist gut. Für den Kiez, noch mehr für die Stammgäste und die Beziehungen untereinander. Aber mein Blinis ist weg. Für immer weg!

Ich war so nah dran am Ende. Hab doch mit allen Beteiligten seit November mehr oder weniger intensiv gesprochen. Der Betreiberin, dem Eigentümer, dem Team, den Stammgästen. Verstehe den Kampf. Bedauere den Ausgang. Vermittlung gescheitert. Bis ganz zum Schluss, als klar wurde, dass es nicht um Geld, sondern ums Ego, ums eigene Selbst geht. Das Ende des Blinis ist das Ergebnis einer von Beginn an zum Scheitern verurteilten Beziehung zwischen Mieter und Vermieter, zwischen Betreiber und Besitzer, zwischen zwei Unternehmern, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Der neue Ort, das Balzac ist sehr schön geworden, ich finde es richtig schön hier. Der Kiez bestreikt den neuen Laden noch, zwischen sieben und acht eben waren nur drei Gäste da. Das wird sich vielleicht ändern. Das ändert sich. Das Team ist nett, das Angebot gut. Ja, es ist eine Kette, damit etwas anonymer, etwas beliebiger, etwas kommerzieller. Das passt vielleicht nicht in den alten Kiez hier. Aber den gibt es eh nur in unserer Erinnerung.

So, nun geb ich Euch noch eine kleine Tour durchs neue Balzac. 


Die besten Bilder von 8 Jahren Esspressolounge, die such ich noch raus und hebe mir den Post noch etwas auf. Einen Titel hab ich dafür schon: Evolution. 

Der Titel ist ein Schreibfehler. Ausserdem sollte es Evet veya Hayır heissen. Hier klebt alles voller Plakate, entweder mit Präsident oder Prime Minister oder mit einem kleinen Mädchen. Auf einem steht Evet auf dem anderen Hayır. Andere Werbung gibt es kaum noch und ich hab auch einige leer Flächen gesehen, ganz anders noch als vor einem Jahr. Am Ostersonntag gibt es hier das Referendum. Es fahren die Lautsprecherwagen durch die Stadt, die es immer vor Wahlen gibt. Auf belebten Plätzen stehen Zelte der Parteien. Es scheint um viel zu gehen.

„‪Are you a one or a zero? That’s the question you have to ask yourself. Are you a yes or a no? Are you going to act or not?“ habe ich vor drei Tagen in Mr. Robot gehört.

Eben las ich hier in „When Pixels Collide“: „Hindu philosophers theorized that the Heavens were made of three competing, but necessary, deities that they called the Trimurti. They were Brahma the Creator, Vishnu the Protector, and Shiva the Destroyer.“

Es ist natürlich nicht nur schwarz oder weiss! Es ist immer beides. Es geht immer um einen Balance von beidem. Nächsten Sonntag kann man hier drei Dinge tun: nicht oder ja oder nein wählen. Ich bin sooooo sehr gespannt, was passieren wird, wofür sich die Mehrheit hier entscheiden wird.

Als wir gestern kurz vom Spiel durch Beşiktaş liefen, kam plötzlich eine Autokolonne. Vielleicht fünfzig schwarze, schnellfahrende Autos: SUVs und grosse Limousinen. Manche der SUVs hatten offene Fenster, aus denen Maschinengewehre ragten. Alle blinkten sie blau, rot. Sie fuhren mitten durch Menschen und Automassen, durch eine Demonstration, durch tausende Menschen, die an einem Samstag Abend durch einen bei den Einheimischen sehr beliebten Stadtteil liefen, vorbei an den Plakaten und Fahnen.

Das war entweder Erdogan oder sein Prime Minister, sagte einer meiner Begleiter. Und ich konnte nur daran denken: Was passiert mit diesem Menschen, der sich nur noch in solchen Konvois durchs Land, durch die Stadt bewegen kann? Einem Mensch, dem ständig in fünfzig Autos hunderte Menschen vor- und nachfahren?

Ja oder Jetzt? war die Frage. Ja zum Jetzt! ist meine Antwort!

Diesen Satz werde ich wohl immer mit den diesjährigen Strategietagen verbinden. Einmal im Jahr, meist im Februar oder März, fahren wir bei mtc mit ein paar Leuten für zwei Tage raus. Schon seit fast von Anfang an, seit 2008 machen wir das.

Jedes Jahr ist es etwas besonderes. Dadurch ist es mir sehr wichtig geworden. Zusammen mit dem Jahresauftakt und dem Sommerfest sind die Strategietage D I E drei Termine im Kalender von mtc.

Mit dem Hotel in Sommerfeld haben wir einen idealen Platz für uns gefunden. Nicht zu fancy, gutes Essen, direkt an einem ruhigen See, mit kleinem Spa, das ein  Schwimmbad und Sauna hat. Das Hotel hat drei Räume hinter dem Restaurant, die direkt neben einander liegen, ein grosser und zwei kleine. Die passen ideal zu unserem Dutzend Kollegen.

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(c) Christian Sonntag

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(c) Christian Sonntag

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(c) Matze Schmidbauer

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(c) Matze Schmidbauer

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(c) Matze Schmidbauer

Es sollte dieses Jahr um Kaizen gehen, um Veränderungen zum Besseren. Das ist schon lange Thema bei uns. Wie können wir Dinge erledigen, tun, einfach machen? Je größer wir werden, um so wichtiger erscheint es mir, dass wir uns weiter darauf fokussieren, Dinge einfach zu erledigen. Dass wir uns nicht nur mit uns selbst beschäftigen: mit unserer eigenen Wichtigkeit, den grossen Projekten, dem nächsten Workshop, Termin.

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Kai Zen

Es geht um das Ergebnis unseres Tuns. Haben wir heute jemandem geholfen (nicht gerettet)? Haben wir die Software, das Produkt, die Doku, unseren eigentlich Job heute besser gemacht (nicht fertig)? Haben wir einen Schritt in die richtige Richtung unternommen (nicht, sind wir angekommen)?

Aber wie beschäftigt man sich nun zu zwölft mit diesem Thema? Ohne das man sich gegenseitig Vorträge darüber hält.

Tony und ich hatten uns drei Fragen überlegt, nach und mit einigen Gesprächen zwischen Gregor, Gunnar und mir:

Woran erkennt man mtc? Was bedeutet es, zu helfen? Was bedeutet es, zu dienen?

Und zwischendrin haben wir zusammen diesen Film geschaut: „Jiro Dreams of Sushi“.

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Es gibt bei unseren mtc Stratgie Retreats immer gemeinsame Arbeit an den jeweiligen Fragen. In kleinen Gruppen mit wechselnden Teilnehmern. In einstündigen Blöcken. Eingestimmt durch ein paar Erinnerungen von mir und am Ende des ersten Tages unterbrochen durch den Film und abgeschlossen durch neue Vereinbarungen.

Mein Ziel dabei ist es in diesem Jahr gewesen, unsere Management Prinzipien zu erarbeiten und aufzuschreiben. Es geht um Begriffe, Sätze, Werte, Ideen die wir gemeinsam haben. Auf deren Bedeutung für uns, wir uns gemeinsam verständigen. Und an die wir uns im Alltag erinnern können: wenn wir uns sortieren, priorisieren und motivieren. Aber auch, wenn wir Konflikten begegnen, wenn wir fest stecken oder uns mal verloren fühlen.

Mit den Ergebnissen der Arbeit in diesem Jahr bin ich sehr zufrieden.

Eine grosse Präsentation ist daraus entstanden, die in den letzten vier Wochen immer weiter verbessert, ergänzt, verfeinert worden ist. Gestern wurde sie auf dem 4. mtc All Hands 2017 gehalten. Es sind schon einige viele Slides, viel Stoff für eine Stunde. Das empfinde ich als eine Herausforderung.

Parallel findet auch gerade eine Sitecore Schulung bei uns statt, so dass zehn unserer Kollegen eigentlich nicht beim All Hands dabei sein wollten. Das war spannend! Wenige Minuten vor dem Start um 11 kamen sie doch dazu. Normalerweise ist es immer so, dass eigentlich nur etwa die Hälfte unserer Kollegen es schafft, vor Ort zu sein. Ein paar weitere schauen noch beim Livestream zu, den wir seit langem schon mitlaufen lassen. Gestern war die Hütte voll und unsere Lounge platze aus allen Nähten, hab leider nicht genau gezählt, es waren sicher mehr als 50 unserer Kollegen anwesend.

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Nun noch zur Präsentation und unseren Management Prinzipien. Es sind am Ende 12 Prinzipien entstanden, jeweils drei für Erkennen, für Helfen und Dienen. Nach der Vorstellung haben wir gemeinsam darüber gesprochen. Das erste Mal überhaupt haben länger diskutiert. Wir dabei den Grill oben auf der Terasse fast vergessen und eine Viertelstunde überzogen. Das war ganz fantastisch!

Nun denn, klickt mal durch, wenn Ihr Interesse habt:

 

Mit dem Begriff Dienen hatten die meisten Kollegen echte Schwierigkeiten: eine eher negative, abwertende Definition erzeugte Ablehnung, Widerstand. Den im gemeinsamen Gespräch zu überwinden, hat uns richtig weiter gebracht. Die Prinzipien zum Dienen gefallen wir mir eigentlich am Besten.

Mit dem Satz: Wir helfen gern hatte ich die meisten Schwierigkeiten: als dieser Satz an der Wand stand, sträubte sich alles in mir. Ich erinnerte mich an Momente, in denen ich nicht gern geholfen habe, weil… tja, weil es keine echte Hilfe, sondern Rettung war. Nicht Rettung aus Not, sondern Rettung aus Bequemlichkeit, Gier oder vor Frust. Auch erinnerte ich mich an Momente, in denen mir geholfen wurde. Aber nicht, um meiner Selbst willen, sondern um etwas zu erhalten, einen Pluspunkt, eine Gegenleistung, ein Dankeschön.

Im Streit um diesen Satz: Wir helfen gern! entstand die Einsicht, in den Management Prinzipien nicht unsere Absicht, unseren Wunsch oder unser Ideal oder Anspruch an uns selbst zu formulieren. Es geht nicht darum aufzuschreiben, wie wir gerne wären, wie wir die Welt und uns gerne sehen würden. Sondern es geht vielmehr darum, unsere Einsichten zu formulieren und unsere Klarheit auszudrücken in sorgsam gewählten, wenigen Worten.

Und so wurde aus: Wir helfen gern unser §4 Wirkliche Hilfe bedeutet, das in diesem Moment notwendige zu tun. und Wirkliche Hilfe ist selten und wertvoll.

Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, wie diese Prinzipien entstanden sind. In den nächsten Tagen und Wochen werden mein Team und ich sicher weiter an diesen Themen arbeiten. Uns vor allem überlegen, wie wir diese Prinzipien bei uns tiefer verankern können, wie wir sie präsentieren und in unserer Erinnerung wach halten. Ich glaube wirklich, dass sie uns bei unserer weiteren Arbeit helfen können. Und ich helfe doch wirklich gern. 🙂

 

 

 

 

Jeden Morgen wachen wir auf. Jeden Morgen beginnt ein neuer Tag. Ein brand neuer Tag. 24h neue Stunden. Meine Morgenroutine hilft mir durch den Start. Jeden Morgen gleich, jeden Morgen anders. Der gleiche Ablauf, ein anderes Erleben. Mal fällt es schwer, mal leicht.

Das Aufstehen.

Mein Wecker klingelt zeitig. Halb 5 schon in diesen Tagen. Einfach so. Nicht weil ich es muss, sondern weil ich es möchte. Ich muss gar nichts. OK, vielleicht die Pausenbrote für die Kleene bis halb 8. Vielleicht ein Kaffee ans Bett, wenn die Liebste aufstehen möchte. Aber das würde ich alles auch schaffen, wenn ich 10 vor 7 aufstehen würde.

So um die 6h brauche ich, um gut zu funktionieren. Ab 7h 30m habe ich genug Schlaf. Alles darüber hinaus ist für mich Wochendende, purer Luxus oder auch Krankheit. Das heisst, ich versuche schon um 9 im Bett zu sein. Da bleibt kein Platz für Fernsehen, aber ein Buch im Kindle geht immer.

Der Sport

Täglichen Frühsport habe etwa zu der Zeit begonnen, als ich hier aufhörte täglich zu schreiben. Gefühlt ist das etwas über ein Jahr her, Februar 2016.

Seit Ende 2015 reite ich am Wochenende eine Stunde und hatte meine schwache Kondition bemerkt. Viel Muskelkater jeden Montag und Dienstag, viel Schwitzen, schnell erschöpft. Letztes Jahr hab ich auch wieder mit Karate Training begonnen. Hier ein ähnliches Bild. Kaum Kraft, viel und schnell müde.

Jeden Morgen Liegestütze und Seilspringen war die Antwort. 3x3min Seilspringen. Und die 20 Liegestütze, die ich damals grad so schaffte. Das war der Start. Ich denk, die Liegestütze kamen zuerst, ein paar Wochen oder Monate vor dem Seilspringen.

Die Veränderungen seit dem sind dramatisch. Aber der Schlüssel ist: jeden Tag! Jeden! Klar gab es mal einen Ausfall, vielleicht zwei mal im Monat. An anderen zwei mal habe es nicht früh, sondern erst im Laufe des Tages geschafft. Aber sonst. Jeden Tag.

Der Praktikabilität wegen ist das Seilspringen heute ein Hüpfen auf der Stelle. Wichtig dabei: keine Schuhe auf einem dünnen Teppich, sonst gibt es Probleme mit den Sehnen.

Und Liegestütze: tja, mit 5 x 30 Liegestützen im letzten Sommer wurde es schnell langweilig, zeitaufwendig und fühlte sich nicht mehr gut an. Ich war am Aufgeben. Hier war der Trick: langsamer werden. Heute mache ich nur 3 x 10 Wiederholungen, aber so langsam, dass ich wirklich jeden Morgen an meine Grenze komme. Und ich variiere: nehme die Hände zusammen, mal auseinander, mal diagonal versetzt. Und seit neuestem planke ich zusätzlich, also halte einfach, ohne Bewegung. 6min aktuell, 8 x 45sec. Das ist der Kracher! Wirklich. Hier bin ich erst im zweiten Monat der täglichen Übung und mein Körpergefühl, meine Muskelkraft hat sich nochmal dramatisch verändert. Das planken war bislang auch das Anstrengendste. Ne, eigentlich war auch das Seilspringen am Anfang super schwer.

Bildschirmfoto 2017-04-04 um 06.21.08Die Überwindung, der Widerstand, die Selbstsabotage, die Bequemlichkeit, die Anstrengung. All das erfahre und übe ich in den ersten 30min nach dem Aufstehen. Jeden Tag, seit über einem Jahr.

Die Meditation

Dann wird geduscht, angezogen und entweder fahre ich in den Dojo in der Firma oder ich setze mich zu Hause hin. Bereite meine Decke auf dem Boden aus, rücke mein Sitzkissen zurecht. Zünde ne Kerze an und setze mich. Diese Routine habe ich jetzt vielleicht schon 5 oder 6 Jahre lang. Jeden Morgen 20min Sitzmeditation.

Hier muss ich streng sein mit mir. Über die Zeit kenne ich alle meine Ausreden, alle meine Ausflüchte, es nicht zu tun. Ich kenne auch alle meine Taktiken, mich zur Meditation hinzusetzen, und dann doch nur zu träumen oder zu planen, zu arbeiten. Mit den Jahren habe ich all das an mir selbst erlebt. Aber irgend etwas, mein Umfeld, mein bester Freund, die Technik an sich, die lange Tradition, und meine eigenen Erfahrungen, zieht mich so an, dass das tägliche Sitzen dazugehört wie Duschen oder Zähneputzen.

20 Minuten. Jeden Tag. Hinsetzen. Augen zu. Atem zählen. That’s it.

Meine Entwicklung hier verläuft auch in Wellen. Die Achtsamkeit, die Klarheit entwickeln sich unterschiedlich. Die Unachtsamkeit und das Unklare wird dabei nie und nicht weniger, die Felder verschieben sich nur immer weiter.

Die Atemtechnik halte ich einfach. Das reine Zählen (Einatmen 1, Ausatmen 2 bis 10, dann von vorn) am Anfang ist ergänzt worden. Erst durch Timing: wann trifft der Atem auf die Nasenspitze? Was passiert dabei? Was verändert sich durch die Beobachtung? Oder auch: wann kommt der Impuls zum Einatmen genau? Wo entsteht der Impuls? Und aktuell durch den Ort: tief in den Bauch einatmen, kurz warten, tief aus dem Bauch ausatmen. Damit habe ich über die Zeit diese vier einfachsten Atemtechniken jeweils etwa ein Jahr lang geübt.

Das Schreiben

Nun, das habe ich im letzten Jahr nicht mehr gemacht. Ich habe gelesen, viel Facebook, Feedly den Newsreader, Spiegel Online oder auch mal ab und zu Bücher im Kindle. Lange Zeit habe ich jeden Morgen nur für mich Tagebuch geschrieben, viele Tage auch hier öffentlich. Was sich aus diesem Neustart grad entwickelt weiss ich grad nicht.

Das Foto

Das hätte ich fast vergessen. Neben dem Tagebuch, habe ich ja auch jeden Morgen u.a. zur Illustration auch ein Foto vom Sonnenaufgang gemacht.

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Der Start

Jetzt geht der Tag los, mit Radio an, Frühstück machen, ins Büro gehen, fahren, Kalender auf, Todo Liste raus, Mails gelesen. Denn nach dieser Routine erst, entfaltete sich das leere Blatt des neuen Tages. Bereit, um beschrieben und bemalt, ausgefüllt zu werden. Was auch immer wirklich passieren mag!

Zurück zu diesem Blog hier. Meine Fotos, meine Dokumente und meine Texte sind die drei Säulen meines Lebens im Digitalen. Ich brauche einen Impuls, um meine Texte zu sortieren. Der könnte wieder das tägliche Schreiben sein?

Die letzten Monate habe ich mich mehr mit meinem restlichen Körper beschäftigt. Meinen Muskeln, meiner Ernährung. Viele tägliche Experimente, die einen ähnlichen Charakter haben, wie die Morgenmeditation oder das tägliche Schreiben.

Nun habe ich den Eindruck, dass meine physischen Übungen halbwegs Routine sind. Ich fühle mich auf der Haut dreckig, wenn ich nicht dusche. Ich fühle mich im Kopf dreckig, wenn ich nicht meditiere. Ich fühle mich schwach, wenn ich nicht jeden Morgen meine Gymnastik mache. Ich fühle mich schlapp, wenn ich nicht auf mein Essen achte.

Seit vielen Tagen schon habe ich den Wunsch, wieder hier zu schreiben. Viele Fotos liess ich vor rüber ziehen, viele Gedanken hielt ich nicht fest.

Ein paar Bilder meines Lebens in den letzten Wochen hab ich eben rausgesucht. Wir sind umgezogen, Sonntagsreiten, ein Ausflug, zwei Konferenzen, unser jährlichen Strategie- und Zazen Retreats, ein Schultheater. Ach, und die Espressolounge hat geschlossen. Und in ganz klein ums Eck wieder eröffnet. Und noch so vieles, vieles, vieles mehr.

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Zurück zum eigentlichen Anliegen. Ich möchte wieder üben hier zu schreiben. Ein paar Gedanken etwas mehr, etwas länger und breiter auswalzen. Die Routine des Tagebuchschreibens soll mir dabei helfen. Vielleicht entsteht etwas mehr Klarheit.

Heute morgen gab es eine kleine Einsicht, Eine, die mir helfen kann, etwas harmonischer mit mir und meinem Umfeld klar zu kommen. Ich werte alles, was mir begegnet. Teile ein in gut oder nicht gut. Soweit so gut 😊 aber! Wenn ich öfter annehme, was ist. Und es dann schaffe, zu überlegen, was ich beitragen kann, würden mir einige Konflikte erspart bleiben. Aber mein vorschneller Mund plappert meine Wertungen sofort aus und bringt sie damit in Existenz.

Wenn ich aufgefordert werde, zu helfen passiert es meistens, dass ich mich wehre, in dem ich frage. Warum? Wieso? Geht das nicht besser? Was hast Du getan? Warum brauchst Du meine Hilfe? Kannst Du das nicht allein? Wäre es nicht besser, wenn Du es selbst tust?

Ich rationalisiere das so, dass ich zur Selbsthilfe anregen möchte, Entwicklung ermöglichen will. Dieser Anspruch killt mich und mein Umfeld. Woher kommt das? Warum kann ich nicht einfach annehmen, was ist und helfen. Woher kommt das Lehrerhafte? Das anmaßende Wissen, wie es besser wäre?

Ich wurde gebeten, ein Geschenk zu überbringen. Es ist nicht eingepackt, es liegt keine Karte dabei. In mir sträubt sich alles, die einfache Bitte zu erfüllen. Ich denke, ich kann das doch nicht so machen. Das widerspricht allem, was mir wichtig ist. Dabei wurde ich nur gebeten, ein Geschenk zu überbringen. Und weil ich es als  nicht angemessen verpackt empfinde, helfe ich nicht. Ich könnte es einfach besser machen. Ohne zu werten, könnte ich es verpacken, eine Karte besorgen und das Geschenk damit in einen für mich angenehmen Zustand bringen und dann überbringen. Oder ich könnte es einfach so überbringen, eine kleine Mühe. Wirklich eine Kleinigkeit.

Und es wird größer und größer in meinem Kopf. Kann nicht los lassen. Denke nach, denke und denke und denke. Werde ärgerlich, traurig, wütend, hoffnungslos. Alles wegen dieser kleinen Bitte. Denn es hängt wohl alles mit allem zusammen.

Was es bedeutet, wirklich zu helfen, war eine der drei Fragen in unserem diesjährigen Strategieretreat. Gleich findet ein erneutes Treffen dazu statt, am Mittwoch ist ein nächstes mtc All Hands, bei dem wir die Ergebnisse allen vorstellen wollen.