Meine Unruhe

Heute ist es ruhig hier. Hoffentlich wird es noch etwas ruhiger.

Dabei halte ich Ruhe so schwer aus. Ich mache dann Dinge, tue etwas, unternehme etwas, kaufe etwas, beschäftige mich, unterhalte mich.

Ruhe, die Stille, die Leere. Einsam sein, Allein sein ist so anstrengend.

Meine innere Unruhe, meine Rastlosigkeit erzeugen gern Ärger, Frust, Konflikte. Dann könnte ich meckern über alles und jeden, das Wetter? So viel Regen, was ist das für ein Sommer?   Wieso ist das hier schon wieder so unordentlich? Wo ist nun schon wieder meine Lieblingstasse? Warum ist mein Tee alle?

Dieses Verhalten macht es dabei nur noch schlimmer. Es ist wie ein in einem Strudel, wie Treibsand. Ihr kennt doch die Filme, oder? Je mehr man strampelt, um so schneller sinkt man ein…

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Der Ausweg ist für mich folgender.

Erstens, meine Unruhe erkennen, anerkennen, willlkommen heissen. Ach Arne, da ist ja wieder Deine Unruhe, Deine Unzufriedenheit, Deine Rastlosigkeit. Willkommen zurück. Schön, dass Du wieder da bist. Damit freunde ich mich mit meiner Unruhe an. Also, statt Widerstand zu leisten und dann vor den unangenehmen Gefühlen abzuhauen, versuche ich mich ihnen hinzugeben…

Zweitens, anhalten, austeigen, stopppen, was immer auch grade passiert und kurz Ruhe finden. Das wäre mein Ideal. Das ist mein Wunsch. Schaffe ich fast nie. Aber ich versuche, kurz meinen Atem und damit meinen Körper zu spüren. Versuche, zu realisieren, dass ich einatme und achte für ein paar Sekunden nur auf den Atem. Zurück in den Moment, ins Hier und Jetzt. Und nichts tun! Abwarten!

Drittens: Inventur machen! Zum Beispiel mit Todo dumping: Das hilft bei mir fast immer. Eine toller Trick. Habe dafür immer mein kleines Notizbuch dabei. Schlage eine neue Seite auf. Schreibe das Datum oben hin und dann schreibe ich alle ToDos, die mir einfallen einfach in eine neue Liste runter.

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Puh, was für eine Erleichterung. Jetzt steht der ganze Schmadder da erst mal. Kann ich später drauf zurück kommen. Während des Schreibens der ersten Zeilen fallen mir viele weitere Dinge ein, die noch zu erledigen wären. Am Ende meist kommen die ganz grossen Themen.

Dann könnte ich loslegen und die Liste neu machen, neu strukturieren, priorisieren, abtippen, ein neuen Taskmanager ausoprobieren, die alten Listen finden, zusammen führen. Und wenn ich mich dabei ertappe? Klar, dann starte ich wieder bei Punkt 1!

Inventur machen geht auch anders, zum Beispiel fängt man an aufzuräumen, irgend eine Stelle in seinem Leben, seinem Raum, seiner Wohnung, seinem Büro, seinem Laptop, whatever suits you!, nimmt man und fängt an zu sortieren, Dinge raus zu nehmen, anzufassen, abzustauben, wegzuwerfen, wieder zurück zu stellen. Wenn möglich körperlich, physisch, aber virtuell im Rechner geht auch. Wichtig: kein Facebook, kein Spiegel Online, also keine Nachrichten oder ähnliches.

Inventur machen geht auch noch ganz anders: einen Spaziergang machen oder noch besser: im Dojo meditieren. Das ist die hohe Schule! Wenn ich das schaffe, dann passieren die Wunder.

Wenn ich es schaffe, die Unruhe anzunehmen und das unangenehme Gefühl nicht wegschiebe, dann passieren danach die schönen, guten Dinge in meinem Leben.

 

 

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