Prag, die Stadt der Liebe

Die alte Stadt ist so schön. Und so voller Junggesellenabschiede, dass einem schlecht davon werden kann. Gröhlende, besoffene Männergruppen, die ganze Zeit überall immer in Hörweite in der randvollen Altstadt. Es ist nicht schön. Einfach nicht gut. Dazu gibt asiatische Reisegruppen und viele italienische, österreichische, deutsche und russische Familien, die sich hier durchschieben und Teigröllchen mit Schockolade, Früchten und Eis essen. Ich weiss nicht, was daran schön sein soll, sich hier in diese Massen einzureihen und mitzuschwimmen. Warum tun wir das?

Keiner der Menschen sieht hier den Anderen. Alle sind einsam, für sich unter Massen. Ein paar wenige der Einheimischen erreicht man noch. Aber die anderen Touristen sind alle so taub, so betäubt, so leer, so hunrig. Ein riesiges Geschäft ist dieser Innenstadttourismus durch die Billigflieger und Billigbusse, ein riesiges, langweiliges, unglaublich anstrengendes Geschäft.

Ich habe meinen Weg damit gefunden. Ich tanze durch die Massen, lasse meinen Blick wie ein Schmetterling von Blüte zu Blüte mit dem Wind fliegen, suche die Farben, die Klänge, die Formen die mich ansprechen, die mir gut tun und sauge sie auf. Von einem zum anderen, von diesem zum nächsten. Ich schütze mich vor der gierigen, leeren, hunrigen Energie der anderen Menschen, in dem ich nur Beobachter, nur Zeuge ihrer Sucht bin. Es gelingt, ich fange an zu lächeln, ich suche Augen, müde Augen, in tiefen Höhlen.

Der Maler sitzt auf seinem Schemel. Inmitten der Massen. Ich sehe seinen Wald, einen Birkenwald, ganz oben links an seiner kleinen Gallerie aus Pappe. Ich sehne mich so sehr nach Wald. Mit dieser Sehnsucht schaue ich in seine Augen. Wir lächeln uns an. Im nächsten Augenblick, treibt und schiebt es mich schon weiter. Sein müdes Lächeln bleibt in meinem Herzen.

Einander Verstehen

Gestern fand unser 13. mtc Sommerfest statt und ich muss hier meine Rede posten. Die Rede, die ich nicht gehalten habe. Gestern habe ich zum ersten Mal einfach frei gesprochen. Es war gut. Für das Pat Parelli Zitat habe ich nochmal kurz nachschauen können, dass konnte ich immer noch nicht auswendig.

Wir hatten einen so schönen Abend, ich hab mich so wohl gefühlt im Kreise der Gemeinschaft, die um unsere Organisation herum, um uns herum, in den letzten 13 Jahren entstanden ist. Bin noch ganz betäubt und erregt, habe auch nur 5h geschlafen.

Ein paar Bilder packe ich jetzt noch dazu und verabschiede mich dann mit Familie für ein kurzes Wochenende nach Prag. Am Montag bin ich zurück im Wald für die letzte Woche meiner Natural Horsemanship Trainerausbildung. Den Juli werde ich auch noch dort verbringen, um den ganzen Input zu verdauen und zu überlegen, wer ich dann bin und zu entscheiden, was ich ab August tun möchte.

So, genug! Jetzt die Bilder und die Rede.

Herzlich Wilkommen! Liebe Familie, liebe Freunde, Kollegen, Partner! Ich spreche heute ein paar Minuten über:

/natürlich vs normal/
/anstrengend vs. leicht/
/gemeinschaften vs. beziehungen/

Normal ist das Gewöhnliche, immer wenn wir „normalerweise“ sagen, wenn wir einem Standard einer Norm entsprechen wollen, wenn etwas eben so ist, wenn man etwas eben so macht, das ist doch mal wieder typisch.

Das Normale schadet dem Planeten, es zerstört unsere Umwelt, unserer Natur und unsere Lebensgrundlage. Das Normale kann viel Leid bei mir, bei meinem Umfeld erzeugen. Es macht Angst, nicht normal zu sein!

Dagegen steht: natürlich. Wir sind alle Menschen, natürlich. Wir haben eine Intution, wir sind alle anders, wir handeln auch mal insitinkiv, ohne zu viel Nachzudenken, wir sind aussergewöhnlich, wir sind einfach, wir sind schön, wenn wir im Flow sind, dann sind wir einfach anders. Wir Schaden der Umwelt weniger, wir erzeugen weniger Leid, wir haben keine Ansgt!

Es ist furchtbar anstrengend, normal zu sein. Es strengt mich unglaublich an. Ich bin, wir sind wirklich gut darin, normal zu sein. Wir denken, wir könnten uns sonst diesen Abend nicht leisten. Wir sind mitten in Kreuzberg, haben ein grossartiges Catering, eine phanstische Deko, ein tolles Orga Team. Ein Riesen Applaus an dieser Stelle bitte für deren Leistung!

Wenn ich es jetzt könnte, würde ich heute Abend hier gerne einfach ich sein. Mich dabei nicht anstrengen müssen, damit ihr mich mögt, damit ich in Eurer Mitte bleiben kann. Ich möchte am liebsten einfach sagen, was mit in den Kopf kommt.

Denn ich glaube fest daran, dass es geht, das es einen Weg gibt, den jeder gehen kann! Wenn wir aufrichtig zu uns selbst und anderen sind, wenn wir freundlich zu uns selbst und anderen sind, wenn wir immer wieder den Mut finden, aufrichtig und freundlich zu sein, oder es immer wieder versuchen, zu sein.

Gemeinschaften erzeugen Gruppenzwang, sie erzeugen Gruppendruck. Gemeinschaften erfordern das geradezu, denn sie definieren so oft erst einmal ein „normal“. Man gehört nur dann dazu, wenn man eine bestimmte Anforderung erfüllt, ein Profil, eine Qualifikation hat.

Das ist anstrengend! Überall! Auch im Wald bei den Pferden. Gemeinschaften aber bestehen in erster Lienie aus Beziehungen zwischen jeweils zwei Menschen. Und hier wird es wieder leicht, wenn man sich das anschaut!

Denn Beziehungen, die natürlich und leicht sind, das können wir, das haben wir alle schon mal erlebt, wenn es vielleicht auch nicht immer anhielt.. Aber wenn wir versuchen, den anderen einfach besser zu verstehen? Dann entstehen Beziehungen. Und dann klappt es vielleicht auch mit einer natürlichen Gemeinschaft, basierend auf Beziehungen, die auf Verständnis füreinander basieren.

Und genau das ist meine Vision, mein Traum von mtc, mein Traum von meinem Leben.

Erfolg ohne Zwang, Partnerschaft ohne Dominanz, Teamarbeit ohne Angst, Bereitschaft ohne Einschüchterung, Harmonie ohne Nötigung. Das wäre es, das ist mein Traum. Ich weiss, es geht!

Erfolg, Partnerschaft, Teamarbeit, Ja füreinander, Harmonie untereinander, das wünsche ich mir für mtc im nächsten Jahr! Darauf möchte ich mit Euch anstossen. Prosit. Auf das nächste Jahr zusammen!

Eh wir ans Buffet gehen, möchte ich mich noch bedanken.

Ich bin allen meinen Lehrern dankbar!

Ich bin Euch, meiner Gemeinschaft unendlich dankbar. Danke bei meiner Familie, meinen Freunden, all meinen Kollegen, bei meiner Gemeinschaft!

Ich bin aber auch allen dankbar, die ich nicht kenne, die aber möglich machen, das wir hier heute feiern können.

Nun lasst uns den Abend leicht geniessen! Lasst um besser kennen lernen, lässt uns einander besser verstehen!

Ich eröffne hiermit das Buffett… und stosse auf unser aller Wohl an! Auf uns! †

Hier eine kleine Bildergalerie von meinem iPhone (und Matzes!)