Kategorie: Blog

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Ruhe

Lange ist es hier ganz ruhig. Letzte Woche habe ich mein Jetzt und mein Über mich aktualisiert. Beides hat mich lange beschäftigt. Vor allem beim Schreiben des Über mich fühlte es sich an, wie ein Finden nach langer Suche. Bin jetzt zufriedener mit dem Blog hier, also zufriedener mit mir.

Meine morgendliche Schreibmeditation ist dem Frühstück mit meinen beiden Damen zum Opfer gefallen. Vor 7 fällt es mir schwer, zu schreiben. Nach 8 möchte ich schon mit der Arbeit starten. Nur, dass ihr wisst.

Heute morgen bin ich vor dem Sonnenaufgang an den Strand. Bin in Çeşme, einem türkischen Urlaubsort eine Stunde weg von İzmir. Darf gleich einen Workshop moderieren. Naah, eher eine Vorlesung geben. 32 Teilnehmer, aus der türkischen Patentinformations- und Techtransferszene.

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Fühle grade eine aufgeregte Ruhe. 6:57 war es genau, als die Windstille hier endete. Eine leichte Brise nur, die Wellen kräuselten sich. Es wurde sofort kühler. Und wenig später schob sich die Sonne hinter den Hügeln hervor.

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Unser 10-jähriges mtc Jubiläum

 

Gestern, am 23. Juni 2016 haben wir unser 10-jähriges Bestehen der Moving Targets Consulting GmbH gefeiert. Wir haben traditionell unser Erdgeschoss frei geräumt und den Innenhof unseres Hauses okkupiert, um ein rauschendes Fest zu feiern.

Einen herzlichsten Dank an die Organisatoren und den Service und natürlich an alle Teilnehmer für diese tolle Erlebnis. Unterm Bild meine Rede zu diesem Feste.

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Liebe Freunde, Kollegen, Partner, Kunden,
meine lieben Eltern, meine liebe Frau, meine liebe Tochter.

Ein ganz herzliches Willkommen zu unserer Sommergala, anlässlich des 10 jährigen Bestehens von mtc.

Der Berliner Hauptbahnhof ist in diesem Jahr zehn Jahre alt geworden. Der neue Berliner Flughafen feiert auch bald 10 Jahre: Nichteröffnung.

Ich hab mich erinnert, seit zehn Jahren gibts Twitter und auch genau vor zehn Jahren gibt es die Saunatherme in Ludwigsfelde. Ebenfalls vor zehn Jahren genoss „Bruno der Problembär“ sein viel zu kurzes Leben, plündernd und schlemmend!

Und dazu rief der Wirtschaftsminister 2006 zum Jahr der Informatik aus. Und als dann noch das NOK und der DSB ihre Eigenständigkeit aufgaben, sich zum Deutschen Olympischen Sportbund zusammen schlossen, wussten wir, jetzt oder nie und haben beschlossen, die heutige *mtc* zu starten und Euch einzuladen, dabei mit zu machen.

Und nun ist mtc 10 Jahre alt geworden.

10 Jahre! Ich werde das niemals vergessen können, weil fast zeitgleich, also genau 17 Tage nach dem inoffiziellen Start der mtc meine Tochter Aleyna in Istanbul zur Welt kam, die immer genau parallel im gleichen Alter sein wird, und wächst und sich prächtig entwickelt. Sie ist erst 39 Kilo, mtc hat heute 58.

58 Mitarbeiter und noch 33 Freie Mitarbeiter dazu = 91!

Wir sind im Schnitt knapp 40 Jahre alt, die Mitarbeiter sind seit mindestens 3,5 Jahre bei uns, wobei wir allein in 2015 neunzehn neue Kollegen einstellen konnten und in diesem Jahr immer noch 5, was diesen Durchschnitt natürlich enorm drückt.

Als wir uns damals im Oktober-November 2005 überlegt haben, die Vorgängerfirma zu schliessen und nochmal neu anzufangen, sind mit Gunnar und mir diese 12 Freunde, die jetzt hier neben uns stehen, mit uns gegangen und das Beste ist: Sie sind bis heute geblieben!

Deshalb haben wir ihnen heute morgen diesen Brief geschrieben.

*Übergabe der Briefe und Präsente*

DANKE! Bitte einen lauten, lang anhaltenden Beifall!

Von vier Dingen muss ich Euch noch erzählen: vom BB, vom KK vom AA und dem GG.

BB steht für „Beharrlich im Bemühen und bescheiden in der Erfolgserwartung.“
Immer wenn wir zu ungedulig waren oder zu viel wollten, hat es nicht geklappt. Gehört habt ihr sicher schon von mir: „Halte dein Ego klein!“ in Projekten oder Präsentationen, stell den Kunden in den Vordergrund, Deine Leistungen, aber nicht dich. „Jeden Sieg feiern“ kennen auch einige von Euch. Der nächste Schritt, ist der nächste Erfolg. Wir müssen das sehen, das anerkennen, sonst rennen wir unserem Leben, unserem Glück, dem Erfolg immer nur hinterher.

KK steht für „Kontinuität und Kreativität“
und ist ein Zeichen der allgegenwärtigen Dualitäten in unserem Leben. Des einen Sieg, ist des anderen Niederlage. Wenn wir immer nur Kreativ sind, immer nur Verändern, immer nur am Einatmen sind, dann sterben wir schnell.

Wenn wir alles nur Festhalten, jede Änderung ablehnen, immer nur auf Bewährtes und Bekanntes setzen, immer nur Ausatmen, sterben wir auch. Das eine führt zu Krebs, das andere zu Sklerose.

Wer nur produziert, stirbt. Wer nur konsumiert, stirbt.

Wer nur Kreativ ist, geht pleite. Wer nur fest hält, kontinuierlich, gleich bleibt, geht auch pleite.

> Wachstum ist gut, sagte der Luftballon und platzte.
> Wachstum ist schlecht, sagte der Riese und fraß die Zwerge.
> Wachstum ist gut, sagte das Feuer und hinterließ nur Asche.
> Wachstum ist schlecht, sagte der Tod und lachte.
> Ich weiß überhaupt nicht, wovon ihr redet, sagte die Raupe und wurde zum Schmetterling.“

Es geht darum, die richtige Balance, in den natürlichen Rhythmus zu finden, den Rhythmus zwischen ein- und ausatmen, zwischen Wandel und Bewahren, zwischen Kreativität und Kontiunität.

AA steht für Anfängergeist.
Und zwar der, den kleine Kinder haben, deshalb AA. Es geht darum, nicht zu wissen. Mit Wissen allein löst man keine Probleme. Experten haben immer schon eine Antwort fertig. Je mehr ich von etwas weiss, um so mehr sehe ich doch erst, was ich noch alles nicht weiss.

Es wurde in den letzten 10 Jahren immer dann schwierig, wenn wir glaubten, zu wissen. Nur wenn man nicht weiss, kann man an seine Grenzen gehen und und darüber hinaus! Nur dann entwickelt man sich wirklich, nur dann wächst man über sich hinaus, und auch nur dann wird man besser!

Und zum Schluss noch:

GG – Geht nicht, gibts nicht
Wenn jemand zu mir sagt, das geht nicht: ist immer meine erste Reaktion: hah, das werden sehen. Challenge accepted! So haben wir mtc gegründet, so haben wir Schering und Deparom übernommen und entwickelt, so stellen wir neue Kollegen ein, so gehen wir jedes Projekt an. Es gibt immer mehr als zwei Optionen: geht oder geht nicht, ja oder nein. Und in der dritten, vierten, fünften Option steckt der Spass, die Herausforderung, die Arbeit.

Meine ersten drei Firmen gibt es nicht mehr! Die erste brachte mir sehr viel bei, hielt ganze 8 Jahre. Die zweite gab es 3 Jahre lang nur auf dem Papier und dann nicht mehr. Die dritte – und in Fakt der Vorgänger dieser mtc, hielt genau neun Monate und musste liquidiert werden!

mtc hat das alles also schon hinter sich! Geboren wie ein Phönix aus der Asche!

Im Rückblick auf die zehn Jahre, empfinde ich jetzt vor allem Dankbarkeit! Dankbarkeit, dass ihr meine Führung akzeptiert habt, dass unsere Kunden unsere Services annehmen, dass ihr alle mit uns zusammen geblieben seid, dass wir weiter zusammen arbeiten.

Seit 10 Jahren! Und nun feiern wir das Bitte!

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Zurück in die Zukunft…

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Seite Tagen spüre ich das dringende Bedürfnis in mir, nach einem Reset meines Medienkonsums. Ich möchte aufräumen. Ich möchte wegwerfen. Neu anfangen. Frisch. Frei. Unbeschwert.

Anfangen könnte ich mit denen sich seit Jahren aufstapelnden Blogs erst im Google Reader und nun in Feedly. Ein paar der mir wichtigen habe ich in den Must Reads. Ein paar andere habe ich schön sortiert in Kategorien, nach Themen die mich interessieren… sollten. Ich betrachte mein Feedly als meine Morgenzeitung mit Artikeln von über den Jahren sehr vertrauten Autoren. Und ich bin der Chefredakteur! Und ich möchte einen Neustart!

Dann zum geliebten Facebook. Mit Facebook verbindet mich viel. Ich mag die App, ich beschäftige mich lange damit. Mit den Games dort habe ich schon vor, ohmeingott, 6 Jahren aufgehört. Also von ein paar gelegentlichen Rückfällen u.a. auf dem iPad mal abgesehen. Die Verfolgung von fast allen Pages, habe ich schon vor Wochen aufgegeben und nun sehe ich dort fast nur noch Links, die meine Bekannten und Freunde liken oder kommentieren. So gefiltert fühlt sich Facebook viel persönlicher an. Auf der anderen Seite lass ich meine Freunde die Drecksarbeit des Folgens der Nachrichtenseiten und Aufmerksamkeitsfresser erledigen. Einige -stark von Clickbait abhängige- Freunde verstecke ich schon vor meinem Newsfeed, was irgendwie schade ist.

Bei Twitter ist es irgendwie ähnlich, es gibt ein paar Menschen deren Tweets ich sehr gerne lese, aber wenn ich die App öffne, fühlt sich das doch erst mal schräg an. Eine andere Welt: Wo seid ihr grade? Wer warst du nochmal? Was ist grad los? Echt, oh Mann! Und klick, bin ich meist nach wenigen Swipes schon wieder weg… ich poste meist Links auf Twitter, ein paar Bekannte sind dort viel. Und wenn dann Interaktionen zustanden kommen, freu ich mich eigentlich sehr darüber, das vorher auch getwittert zu haben.

Dann zu den Tumblelogs, das zu meinem Magazin der schönen Bilder geworden ist, die mich wann immer das möchte ablenken und unterhalten. Schöne Architektur, schöne Landschaften, schöne Menschen, schöne Fotos. Schön, oft im künstlerischen Sinne…

Vor zwei Jahren hab ich noch geschrieben, wie sehr ich meine Morgenzeitung auf Flipboard liebe. Ach, Flipboard, das schöne Flipboard auf dem iPad zum noch schöneren Lesen der ganzen Posts und News und Bilder und Nachrichten und Meinungen und Ankündigungen und Reviews…

Was ich bemerke ist, wie leicht sich diese Gewohnheiten verselbständigen. Wie sehr sie zum Automatismus, zur Übersprungshandlung werden und wie schnell es geht, dass man sich routinemässig einer Newsquelle zuwendet, die man vor Jahren oder Monaten mit Abonnements gefüllt hat.

Es fühlt sich ein wenig so an, wie der Snack, die Schokolade, die Chips am Abend. Oder der Zucker im Kaffee. Oder wie Kaffee. Irgend etwas hat es auch mit der Zigaretten zu tun, oder dem Glas Rotwein zum Abendessen.

Ist man nicht aufmerksam, geht es zurück in die Zukunft.

Deshalb räume ich grad auf. Deshalb versuche ich achtsam zu sein, was ich lese, warum ich etwas lese und zu sehen, was mit mir passiert, wenn ich lese. Es gibt eine Sehnsucht nach Büchern, die ich in mir spüre. Das Lesen von längeren Geschichten, von Gedanken die sich ausbreiten über Seiten und Seiten und die ich abends vorm Einschlafen lesen möchte. Und es gibt eine Sehnsucht in mir, produktiver und besser zu sein, als gestern noch.

Deshalb mache ich schon jetzt Frühjahrsputz, im Schatten der Bäume, die durch die Fenster in unseren Flur hier in Istanbul scheinen. Ich verschiebe alles ins Archiv und fange meine Tage schlanker, leerer, mit mehr Platz für Neues, mit mehr Möglichkeiten für die Zukunft an.

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Auf dem Weg zur kollaborativen Gesellschaft…

Heute morgen liefen mir zw..ei Infografiken von Jeremiah Owyan über den Weg, die mich gleich faszinierten. Seit Ende der 0er Jahre verfolge ich die Strategie von ihm, Brian Solis und Charlene Lee ab und an. Sie verdienen ihr Geld damit, den Grosskonzernen dieser Welt zu erklären, welche Auswirkungen das Internet auf sie hat. Mit Charlene hab ich sogar schon mal bei einem Twitter Meetup in der Solarbar zu Abend gegessen, weil ich der Einzige war, der auftauchte. Ich glaube, sie war sehr enttäuscht. Mit Brian hab ich mal am Rande einer NEXT geplaudert. Beide Male war auch ich enttäuscht.

Egal… zurück zum Thema.

Bin ja seit langem sehr fasziniert vom Internet an sich, den Verbindungen, der Offenheit, den Open Data, dem Linked Web und APIs. Eine zweite und dritte Seite ist die Selbstvermessung, bzw. der Trend zu Wearables, zu Internetfähigen Geräten oder Gadgets, mit denen wir unseren Lebensstil transparenter machen können, also Fitbit&Co, Google Glass, Smartwatches und so weiter. Ein drittes Feld ist sicherlich das Internet der Dinge, incl. dem weiten Feld der Home Automatisierung.

Jeremiah untersucht immer schon die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und veröffentlicht viel auf Blog und im Twitter. Seine Art von Marketing, denn er berät mit seinen Strategien eben Grosskonzerne. Und gestern veröffentlichte er sein neuestes Werk: den Honeycomb 2.0. eine Übersicht über 12 Industriebereiche und die Startups darin, die sich unter dem Segel der Collaborative oder Sharing Economy aufmachen, die Welt zu verändern und zu verbessern.

Collaborative Economy Honeycomb 2.0 (Dec 2014)

Mag ich sehr und hat mir gleich wieder Lust gemacht, mich hier viel mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Es ist wirklich nur ein Beginn, dieser Trend setzt sich mehr und mehr durch. Auch wenn die Grossen sich heftig zur wehr setzen und den Trend schlucken wollen und werden.

Hier passiert grad was! Hier ist etwas in Bewegung und die Budgets und Investoren sind auch schon da…

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Sei glücklich mit wenig…

Wir lehnen ab, was ist. Wir wollen, was nicht ist. Bitte mehr von dem Schönen. Und gerne weniger von dem Schlechten bitte! Das finden wir logisch, das passiert uns doch immer und ständig und überall für jeden von uns!

Nur macht es eben überhaupt keinen Sinn und das ignorieren wir nach Kräften!

Akzeptieren, was ist. Annehmen und wieder Loslassen.

Es braucht so wenig, um glücklich zu sein!

Blogtagebuch

Habe ich mein Netzteil dabei?

Ahmmja.

Den Adapter für den Projektor? Jap.

Mein Telefon ist nicht in meiner Hosentasche. In der Jackentasche? Ahchmann, liegt hier neben mir auf dem Sitz.

Den Termin am Freitag muss ich noch vorbereiten.

Die Mail gestern war zu frech, der gesetzte Termin zu kurzfristig.

Hoffentlich klappt das mir dem Flug gleich.

Ständig versuche ich, mich, mein Leben, mein Umfeld zu beeinflussen, zu korrigieren, zu kontrollieren und schaffe es doch nie, was den Treibstoff für ständig neue „waswärewenn“ Gedanken liefert.

Zu viele Worte!

Meine Unruhe kommt nicht vom Nachdenken über die Zukunft, sondern vom Wunsch, sie zu kontrollieren.

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Das Wandern auf kritischen Pfaden…

Heute ist Reisetag. Es geht zurück nach Berlin. An Reisetagen ist mein wichtigster Meilenstein die Abflugzeit: 16:05.

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Je nachdem wie wichtig die Reise ist, plane ich die Fahrt- und Wartezeiten entsprechend, meist sehr großzügig. Da ich schon sehr viel fliege, ist mein „kritischer Pfad“ sehr kurz. In Berlin beträgt dieser ca 60min vom Aufwachen im Bergmannkiez bis zum Takeoff in Tegel für einen internationalen Flug am frühen Morgen.

Das ist eine phänomenal kurze Zeit für: Anziehen, Zähne putzen, Taxi rufen, Tasche schnappen, Treppen runter, Hof überqueren, Taxi fahren, Gate finden, Boardkarte drucken (ohne Gepäck), Passkontrolle passieren, Sicherheitskontrolle bestehen, Kaffee und Croissant kaufen, Toilette benutzen, Boarding, Setzen, Anschnallen, Abheben.

Dabei brauchen keine Regeln gebrochen, kein Gefallen erbeten, kein Ziel verschoben werden. Das Taxi fuhr nicht viel schneller als erlaubt, eingecheckt hatte ich am Vorabend, Gepäck habe ich meist keines, 5 min vorm Boarding setzte ich mich neben die Schlange der ungeduldigen, bereits anstehenden Mitreisenden.

Am 18. Oktober hatte ich verschlafen. Kommt sehr selten vor. Aber statt um 5 bin ich um 6 erst aufgewacht. Kurz fluchend erschrocken, und dann kurz entschlossen den Sprint gestartet. Und ich hab den TK1728 mit 7:00 Abflugszeit echt geschafft. Der eigentlich für 5:30 vorbestellte Taxifahrer kann als Zeuge dienen.

In Istanbul ist der Weg zum Flughafen etwa gleich lang. Und obwohl der Flughafen hier um viele Dimensionen größer als Tegel ist, schätze ich den kritischen Pfad etwa gleich lang ein. Meine Referenz hier sind die etwa 40 Minuten vom Touchdown auf der Landebahn bis in die Arme meiner Lieben, die ich am 31. Oktober abends brauchte.

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Die wichtigsten Zutaten für das Gelingen von Reisetagen – für das Wandern auf kritischen Pfaden – sind einerseits ganz offensichtlich und wohl allgemein anerkannt:

1. Planung und

2. Erfahrung durch Übung.

Das ist beim Reisen nicht anders, wie in (Software)projekten, wie eigentlich wohl überall. Planung ist notwendig, und dazu muss ich vorher die notwendigen Schritte im Kopf durchgehen, mir genau vorstellen, wie der Ablauf ist, wie und wann ich die Zwischenziele erreiche, wie lang die Wege sind, was die Regeln sind, was alles passieren kann. Um mir das klar und deutlich machen zu können, brauche ich Erfahrungen, Referenzen und Erinnerungen, kurz Übung. Ohne diese Erfahrungen ist die Planung mehr Wunsch, mehr Traum, als konkrete Vorstellung eines zukünftigen Geschehens und Handelns.

Intelligenz, Wille, Ausdauer oder auch Druck, Konzentration, Entschlossenheit spielen eine eher untergeordnete Rolle und führen zu Stress, Konflikten oder dazu, dass man auf das Brechen von Regeln oder das Einholen von Gefälligkeiten angewiesen ist, um dem kritischen Pfad nahe zu kommen.

Aber es gibt eine weitere, für mich die wichtigste, Zutat. Und das ist

3. Gelassenheit

Ich meine mit Gelassenheit eigentlich das Loslassen des Zieles, das ge…lassen…sein. Ich meine damit das Vertrauen in den Prozess, in mich, in die Stadt, die Menschen, das Leben selbst. Und das Vertrauen entsteht nur durch Hingabe und Aufgabe des eigentliches Zieles. Durch das Annehmen können, was auch immer passieren wird, ob man den Flug nun schafft oder nicht.

Ohne diese Gelassenheit ist das Wandern auf kritischen Pfaden jede Sekunde lang ein einziger Höllenritt! Nur mit dieser Gelassenheit können wir flexibel und angemessen auf die Herausforderungen des Weges reagieren, die Schwierigkeiten und Hürden angemessen und damit effizient überwinden.

Nur mit Gelassenheit fühle ich, dass ich wirklich am Leben bin!

 

Nachtrag (28.11.14): Neuer Rokord! Um 14:16 Anruf beim Taxifunk im Bergmannkiez. 14:49 nehme ich Platz auf 6A im Airbus TK1728 an Gate 4 in Tegel.