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Beiträge aus der Kategorie ‘Tagebuch Teil I’

Erste Gedanken zur #EPOPIC13 und eine Liebeserklärung…

Bologna, 6:15, Tag 759

Heute Nacht bin ich um drei -mitten in einem Spielfilm- aufgewacht, von dem ich nun nach Dusche und Meditation echt alles vergessen habe. Irgendwie schade, es war ein schöner Film.

In meiner zweiten Konferenzwoche füllt sich mein Kopf weiter an mit Fakten, Neuigkeiten, Ideen und Konzepten von anderen. Dazu kommen die vielen Begegnungen mit Bekannten und Freunden und diese schönen Momente, wenn neue Verbindungen entstehen. Also, wenn man in der Anonymität der 400 Teilnehmer jemanden wirklich entdeckt. Oder man spürt, dass jemand ehrliches Interesse hat, etwas wissen möchte oder einfach Feedback gibt. Das ist das wirklich schöne an diesen Konferenzen, die man über mehrere Jahre immer wieder besucht.

Die beiden Diskussionsrunden gestern Vormittag war schön intensiv. Wirklich weiter gekommen sind wir nicht, aber das Thema Crowdsourcing und auch Open/Linked Data war vor drei Jahren noch sehr exotisch, als die ersten Runden dazu statt fanden. Nun werden zumindest die Themen als solche anerkannt. Fast jeder hat auch schon eine Meinung dazu. Aber immer noch sieht kaum niemand das wirkliche Potential, also den einen Paradigmenwechsel. Ist ja auch verständlich!

Zum Beispiel hat das oberste Management des EPO’s  vor kurzem erst eine Registrierungspflicht für ihren populären Webdienst OPS eingeführt. Und begründet dies mit Fairness und hohen Kosten?

Neben Legal Status ist in diesem Jahr durch Richard Flammer, den für Patent Informationen zuständigen Principal Director des EPO die Usability der Daten und Anwendungen zum Thema der nächsten Jahre erklärt worden. Das unterstütze ich ausserordentlich.

Qualität war das bisher, seit Stockholm 2008. Qualität ist wirklich gut und wichtig. Nur gefällt mir nun einfach sehr, dass nun endlich und wirklich auch an die Benutzbarkeit gedacht wird, also der Endnutzer mehr im Fokus steht. Erst wenn die Patente raus kommen aus der Patentexpertenwelt, dann können sie ihren eigentlichen Zweck erfüllen.

Nun stellt Euch aber mal vor, ihr fordert von Euren besten Kunden, die Eure Angebote wirklich nutzen, die ihr aber nicht kennt, plötzlich, dass sie ihren Ausweis zeigen müssen. Und dazu sagt ihr ihnen auch, dass sie nicht allzu gute Kunden sein dürfen, denn es müsse ja genug Produkt für alle da sein. Ist das wirklich eine Verbesserung der Usability? Ich glaube nicht.

Es passt für mich einfach in die Reihe der Entwicklungen dieses Sommers, die für mich eng mit den Enthüllungen der US und GB Regierungsaktivitäten im Rahmen der Totalüberwachung des Internets. Und mit Total meine ich Alles = also alle Suchanfragen, alle Ergebnisse, alle Patentqueries, einfach alles, was übers Netz geht, wird ja heute von NSA und GCHQ gespeichert und ausgewertet, selbst SSL verschlüsselte Verbindungen werden dafür entschlüsselt.

Hier hat noch niemand das Thema Sicherheit, Datenschutz, Privatspähre angesprochen. Ganz anders vor drei Jahren. Da gab es noch größtes Bohei um eine Kooperation des EPO mit Google im Rahmen der Maschinenübersetzung von Patenten. Heute interessiert sich exakt -wie bei einem Grossteil der Bevölkerung- niemand für diese weit aus größere Gefahr des Missbrauchs und der gezielten Industriespionage durch USA und England.

Nein, im Gegenteil, es wird eine Registrierungspflicht für OPS eingeführt. Das scheint einfach in unsere Zeit zu passen. Wenn NSA alles mitliest, dann sollten auch das EPO auch keine anonyme Benutzung unserer Dienste mehr erlauben. Ist ja schliesslich auch eine Behörde. Achmann!

Eigentlich wollte ich mich gar nicht aufregen. Die Konferenz ist echt schön. Am gestrigen frühen Nachmittag gab es Druckbetankung in 5 Minuten Häppchen von den Ausstellern. Eine exzellente Möglichkeit, sich einen Überblick über Angebote, Neuigkeiten und den Markt an sich zu verschaffen.

Hier meine Notizen, die nachher gegen 9 durch die andere Hälfte noch ergänzt werden. Gegen 10 wird es nachher auch noch einen geballten Überblick über die neuen Produkte, Lösungen, Services des EPO selbst geben. Auch ein sehr praktische, nützliche Angelegenheit, die viel Zeit spart.

Die Alternative für diese beiden Formate hier auf der EPOPIC, sind das Lesen von xx Newslettern oder das Checken, aller deren Webseiten. Allein dafür, für diese Zeitersparnis, lohnt sich die Teilnahme an der Konferenz. Absolut löblich ist dabei die strikte Zeitbegrenzung auf 5min. Die Slidedecks sind meist die gleichen, wie auch bei den bis zu 1h dauernden Workshops oder Produktpräsentationen. Somit erspart mir dieses Format viele Schmerzen. Danke, Dan! 😉

Heute gibt es nur Nebel hier in Bologna. Ich hab den Mond schon gesehen. Es könnte also vielleicht sogar ein Sonnenaufgangsfoto draus werden (yeaahh, es wurde!). Aber nun geh ich erst mal frühstücken! Wünsch Euch einen schönen Tag! Und falls ihr Euch für die Themen der Konferenz interessiert, folgt mir einfach auf Twitter, das ich auch heute wieder regelmässig updaten werde.

PS: Und ich glaub ich hab mich verliebt. In Blogona. Eine unglaublich, wunderschöne Innenstadt. Genau mein Ding. Einfach herrlich! Fotos beschreiben nur unzureichend, wie schön.

PPS: Weil Patent Informationen ja eine ihrer Wurzeln im Bibilothekswesen haben, es geht auch um die Ordnung von grossen Informationsmengen, müsst ihr unbedingt die 1563 gebaute Bibliothek anschauen. Atemberaubend. Wirklich!

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Ein schöner Start…

Bologna, 6:42, Tag 758

Heute Nacht habe ich davon geträumt, wie ich mit M. Gewehre verteile, so klassische Halbautomaten. Wir verteilten auch Schmerzmittel. Für eine Operation, der ich beiwohnte und deren Details ich Euch erspare.

Eben konnte ich auf dem Dach meditieren. Ich empfehle eher selten Hotels, aber das Hotel San Donato, ein Best Western, hier in Bologna ist der Hammer. Mittendrin im jahrhundertealten Zentrum. Und eine 360 Grad Dachterasse ganz oben und auch ich hab eine kleine Terasse. Und dabei absolut erschwinglich. Und auch der Flughafen ist nur 15€ mit dem Taxi entfernt.

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Das Wetter ist trübe, aber noch schön warm. Bologna schläft um 6 noch. Ein einzelner Hund bellte sein Echo an. Autos habe ich nicht gehört. Auch keine Vögel.

Heute gibt’s einen langen ersten Konferenztag mit Diskussionsrunden und der offiziellen Eröffnung am Nachmittag, danach ein Empfang im Palazzo Re Enzo. Ich bin gespannt…

Auf Reisen…

Noch Istanbul, 6:10, Tag 757

Heute Nacht kann ich mich nicht an meine Träume erinnern. Ich bin schon wieder im Reisemodus, breche grade auf zur EPO Patent Information Conference 2013 nach Bologna, ein zeitiger Flug. Es ist so zeitig, dass noch nicht mal ein Sonnenaufgangsfoto funktioniert, es ist noch stockdunkel.

So, nun bin ich am Flughafen. Und konnte mein Foto machen. Ich erinner‘ mich an letztes Jahr, da konnte ich um diese Zeit auch immer die Sonne in und um den Flughafen aufgehen sehen.

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Die zweite Woche in between startet also. Fühle mich wieder leicht schräg. Nach der Reiseorganisation, die ich vorhin noch einmal überprüft habe, bin ich etwas ruhiger.

Versuche meine Ziele und Erwartungen an die nächsten vier Tage zu justieren. Letzte Woche in Wien bei der ersten meiner beiden Herbstkonferenzen, drehten sich meine Erwartungen um Inhalte und dann ging es eigentlich nur um „Beziehungen“. Die Inhalte -bis auf Patent Analysen mittels verschiedener Toools- traten in den Hintergrund. Meine Motivation und die aktuellen Probleme der Branche, waren die eher allgemeinen Themen, um die es ging.

Das Motto der Konferenz, zu der ich nun fahre, ist eigentlich Rechtststand. Meine inhaltlichen Erwartungen sind diese Woche damit eher gering. Vermutlich wird es diese Woche wieder anders kommen, als ich denke. Zumal einige mehr Bekannte, Kollegen, Freunde da sein werden. Wie immer aber, wird es wohl darauf hinaus laufen, meine Balance zu behalten und das beste draus zu machen, egal ob meine Erwartungen sich erfüllen oder nicht.

Also, nun aber ab zum Gate! Wünsch Euch einen grossartigen Start in die neue Woche…

 

Sonntagspause…

Istanbul, 9:19, Tag 756

Heute mal echte PAUSE! Sogar mit ohne Traum… aber einem Lächeln 🙂

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Wünsche Euch ’nen schicken Sonntag…

 

Ein Tag in Kapadokya…

Kapadokya, 8:53, Tag 756

Heute Nacht bin ich aus einem Tunnel voll mit fast allen meinen Exfreundinnen geflüchtet. Zusammen mit Gu auf einem Moped. Wenig später wurden wir von zwei, dann drei Polizisten verhört und beschuldigt „irgendwie“ einen Auffahrunfall verursacht zu haben. Ich hatte nichts bemerkt, der einzige Zeuge log offensichtlich. Die Polizisten waren aber von unserer Schuld überzeugt. Nach endloser und fruchtloser Diskussion, in der wir nur Fragen stellten, um die Unlogik aufzudecken, schmissen wir sie raus und verwiesen auf einen noch zu findenden Anwalt. Ich wachte sehr spät auf, der Start war entsprechend hektisch.

Nun sitzen wir wieder im Bus, das Internet hier ist erstaunlich schnell auch ausserhalb von allen Dörfern oder Städten, viel schneller als in Berlin. Gestern hab ich schon viel auf Facebook und auch wieder in den Photostream nebenbei gepostet. Immer, wenn wir zum nächsten Highlight fuhren. Facebook ist aufwendiger, Photostream geht aufm iPhone super einfach und schnell. Ich habe auch aufgehört, meinen Workflow in Camera+ auf jedes Foto anzuwenden, bin jetzt also fast puristisch unterwegs. Ich fotografiere quadratisch, wegen der Wiederverwendbarkeit in Instagram und wende kaum noch meine Filter an. Fühlt sich viel besser an. Liegt wohl aber auch daran, dass ich die Überarbeitung der im neuen iOS 7 eingebauten Kamera App sehr schätze.

Dazu hatte ich für die grossen Highlight auch noch die mittlere Kamera, meine OM-D, mit dabei. Da aber das Transferkabel und auch ein Kartenleser zu Hause geblieben sind, kann ich Euch noch nichts von diesen Aufnahmen zeigen. Ach, falls Facebook mal pleite geht oder Apple, knalle ich Euch alle Bilder einfach auch noch mal hier in meinen Blog.

Also, viel Spass damit und Euch allen einen grossartigen Sonntag gewünscht…

Kurze Zwischenmeldung…

Kapadokya, 8:30, Tag 755

Heute Nacht habe ich ganz gut geschlafen und wild geträumt. Es ging um den Zieleinlauf einer brutalen Verfolgungsjagd in einer futuristischen Strasse, mit Kollegen. Aber ich konnte sehr lange nicht einschlafen, so dass mir immer noch etwas Schlaf fehlt.

Es gibt grosse Übungen hier: Erstens, die Butterfahrtelemente unserer Tour aushalten. Vorbei gefahren zu werden an grandiosen Städten, unglaublichen Natur- und Menschenwundern im Bus. Und dann im Nirgendwo zum Essen und Shoppen angehalten zu werden. Dann gehts weiter zu zwei grossen Sehenswürdigkeiten: einmal 40, dann 20 Minuten zum Fotografieren. Reicht doch? Da werd ich grade wütend und traurig. Die ganze Gruppe hier, schrammt immer haarscharf an der Meuterei vorbei.

Ich glaube, das sind die Folgen des schwach regulierten, sehr starken Wachstums der Türkei in den letzten Jahren. So viele Menschen hier können sich endlich solche Touren leisten: und werden gnadenlos abgezockt. Und zwar von ihren eigenen Landsleuten, die ja auch nur vom Boom profitieren wollen. Das erste Mal, dass ich laut nach Regulation rufe, dass ich die Vorteile von Regulation so begreifen kann. Einfach auch um solche Gegenden hier nicht zu verschandeln, zu entstellen mit immer neuen Touristenfallen.

Das Zweite sind die unglaublichen Motive, die ich hier NICHT fotografieren kann. Der Himmel hier inmitten des Kontinents, inmitten der Türkei ist so dramatisch, so anders, so wunderschön. Das ist jetzt aber nur der Nachteil jeder Gruppenreise, jeder Tour. Ich muss einen Grossteil meiner Selbstbestimmung, meiner Neugier und Entdeckerdranges zügeln. Ich muss einfach am Fotomotiv des Jahrhunderts, an Wolken, Himmel, Sonne, Landschaft, Motiv vorbeifahren, und nicht anhalten. Die Chancen ziehen am laufenden Band vorüber, vorbei für immer.

Auch heute das gleiche. Ich würd‘ am liebsten die ganzen Kuriositäten aufzählen, die uns gestern schon passiert sind. Aber das bringt ja nix. Noch kann ich nicht drüber lachen, bin noch mitten drin. Aso, hier gibt es einen Link zu meinem Photostream, in den ich ab und zu ein paar Motive hoch lade. Die richtige Fotoshow der Bilder, die ich trotz dieser Umstände machen konnte, kommt erst später.

So, nun schau ich jetzt -trotz allem- lieber weiter aus dem Busfenster, als hier ins Laptopfenster. Wünsch Euch einen angenehmen Freitag!

Auf dem Weg nach Kapadokya…

Zwischen Istanbul und Kayseri, 8:17, Tag 754

Heute Nacht hab ich nur vier Stunden schlafen können. Ich hab geträumt, hätte mir es auch aufschreiben können, aber ich habe die Chance vorüber ziehen lassen. Meine Kleene hat mich 10min vor dem Wecker ganz lieb geweckt *hach*.

Wir fliegen gerade nach Kapadokya, das liegt fast genau in der Mitte der riesigen Türkei, so etwa 700km weg von Istanbul, glaub ich jedenfalls. Ein knapp 50min Flug nur, vom zweiten Flughafen auf der asiatischen Seite von Istanbul.

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Obwohl ich schon seit 2004 mit meiner Frau zusammen bin, habe ich es jetzt fast 9 Jahre später erst geschafft, einmal von hier zu fliegen und es auch das erste mal geschafft, überhaupt ins Landesinnere zu kommen. Bis jetzt sind wir nur übers Land nach Izmir oder andere Küstenstädte gefahren, aber noch nie wirklich ins Landesinnere.

Auch gestern Nacht hatte ich noch ein Riesenglück. Der Flug von Wien war relativ spät, es ging erst 8 Uhr los, Ankunft in Istanbul kurz vor 11 Uhr Ortszeit. Das war weniger anstrengend, als gedacht, ich hatte noch ein tolles Gespräch mit einem Freund und eventuellen Kooperationspartner bis halb 6. Dann habe ich mein Review der Konferenz fertig geschrieben. Und dann im Flieger die letzte Stunde vom Klassiker Godfather fertig schauen können. Mich ab und zu ganz nett mit meinem Nachbarn, einem jungen Percussionisten der türkischen Staatsoper angeregt unterhalten können. Und dann Anflug über die Stadt! Yupiiiihhh!

Hier die zwei schönsten Bilder, die ich durchs Fenster mit meinem iPhone schiessen konnte. Einmal die erste Bosphorusbrücke…

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…und dann ein Blick auf Taksim, Galata und Sultanahmet. Sogar die Blaue Moschee kann man rechts am Rand noch erkennen.

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So, meine Tochter meint neben mir, ich würde zu viel schreiben (sie hat alles ganz stolz mitgelesen;). Jetzt fragt sie auch noch, warum ich überhaupt Tagebuch schreiben würde. Oje, ich versuch ihr das jetzt mal zu erklären.

Und verabschiede mich von Euch in den Donnerstag, mit einem vorfreudigen Lächeln…

 

Meine Highlights der #ICIC13

Noch Wien, 7:02, Tag 753

Heute Nacht habe ich angenehm geträumt und geschlafen, trotzdem bin ich unruhig aufgewacht und während der Meditation kamen viele Themen -von gestern und überhaupt- hoch. Es herrscht grad viel Anspannung in mir. Als ob sich etwas Grosses oder eine Veränderung ankündigt.

Nun ist die ICIC 2013 schon fast rum. Es gab für mich drei herausragende Vorträge, über die ich hier kurz berichten möchte. Neben vielen sehr angenehmen, anregenden, vertrauten Gesprächen mit den Teilnehmern, die ich schon fast als typisch für diese Konferenz bezeichnen möchte.

Gestern Abend fand dieser eher freundschaftliche Aspekt seinen Höhepunkt, als es eine kurze Erinnerungsrunde an die letzten 25 Jahre gab. Eine gute Handvoll der Kollegen hier sind schon von Anfang an dabei. Es war grossartig zu sehen, dass hier wirklich lebenslange Freundschaften entstanden sind und mind. jährlich gepflegt werden. Aber zurück zur Arbeit.

Den Auftakt der drei Vorträge macht Anthony Williams Bericht über den Aufbau eines nationalen Archivs für Chemie in England. Anthony ist ein Verfechter von Offenheit. In den Zeiten des digitalen Wandels stellte er sich folgende Fragen:

How much data ist lost? How many compounds never get reported? How many syntheses fail or suceed? How much data gets generated in a lab, that COULD go public, is lost forever? For me as a Chemist: I did few dozen chemical syntheses, thousands of analytical spectra, but only 5% are publihsed, most is lost. But things are different today.

Er hat mit ChemSpider eine solche Datenbank aufgebaut und an die Royal Society of Chemistry verkauft, die ihm den Weiterbetrieb und die Weiterentwicklung in einem optimalen Umfeld ermöglichen. Anthony bezeichnet ChemSpider als ein erfolgreiches Experiment, ein Hub für crowdsourced Anmerkungen zu chemischen Verbindungen.

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Er beschrieb, was die Datenbank auszeichnet (not a big disk; searchable, integrated, segregated; private, shared, embargoed, public). Aber er legte auch grosse Aufmerksamkeit auf die Fragen, wie man die Gemeinschaft der Chemiker zum Mitmachen bewegen kann. Ich war sehr beeindruckt, von seinen Erfahrungen und der Reife die der Dienst heute schon zeigt. Absolut fantastisch!

Der zweite Vortrag war ein richtiger Knaller. Wohl einfach, weil er nichts mit Patenten oder Chemie zu tun hatte. Grosses Kompliment an das Programm Kommittee der Konferenz und Christoph,dass sie diesen Vortrag aufgenommen haben.

Wolfie Christl von Cuteacute hier aus Wien, hat das Serious Gamae Data Dealer vorgestellt. Am besten schaut Ihr Euch den TEDxVienna Vortrag von ihm an.

Ok, es geht also um unsere Privatsphäre und unsere persönlichen Daten in der heutigen vernetzten Welt. Seine Misson teile ich 100pro:

Much more people should know how it works.

Am provokantesten war seine Liste an Datensammel Firmen, die heute bereits Datenbanken mit allen im Netz frei verfügbaren Informationen anlegen und diese kommerziell verwerten wollen. Eigentlich, wie Google und Facebook, die er übrigens Smoogle und Tracebook nennt, nur eben heimlich, verborgen und unbekannt.

Als sogar noch ein Patent Informations Anbieter in der Liste auftauchte, dessen Patentbereich sogar hier auf der Konferenz Vortrag und Stand hat, wurde mir ganz mulmig. Das war harter Tobak, aber es ist nun mal so, dass es solche Dienste gibt. Punkt. Die gehen auch nicht mehr weg! Ausrufezeichen!

Hier Marketingsprüche der drei „interessantesten“ NSA Pendants aus lovely USA:

  • Reapleaf, mit „Real-Time Data on 80% of U.S. Emails, dann
  • InsightOne mit „Can you predict your customer needs? We can!“ und eben
  • Lexisnexis mit „Make informed decisions by identifying, authenticating, investigating and monitoring individuals.“.

Uhhh, wie furchteinflössend.

Das Spiel dient dem Zweck, dass einfach mehr Menschen als heute verstehen, was da genau mit ihren Daten passiert, welche Geschäftsmodelle sich daraus entwickeln können und Wolfie hat auch die drei naheliegenden Lösungen diskutiert. Die eigentliche Lösung: eine Veränderung unserer Kultur, unserer Art, wie wir zusammen leben, hat er allerdings nicht angesprochen. Auch der Zusammenhang mit meiner Freiheit, diesen Firmen meine Daten aktiv zur Verfügung zu stellen, um zum Beispiel ein besseres Scoring zu bekommen, wurde komplett ausgeblendet, obwohl ich mir sicher bin, dass auch das schon längst in irgend einer Ecke des Netzes existiert.

Alles in allem, ein grossartiger Abschluss des ersten vollen Konferenztages.

Der zweite Tag begann etwas ruhiger und wieder genau zum Thema Patent Informationen mit Tony Trippe, ein Evangelist und Enthusiast, der uns über freie Tools zur Big Data Visualisierung informierte und dabei alle mitriss, sich auch mit diesem Thema zu beschäftigen.

Seine Einleitung war schon klasse: Er geht sehr gerne auf solche Konferenzen, da er hier mit Professionals konfrontiert wird, die ihn aus seiner Komfortzone führen. Yes.

Dann erzählte uns voller Begeisterung, dass das neue STN auf Hadoop basiert, dass wir Excel vergessen können, und nun alle R lernen sollten, dass OpenRefine ein Knaller für messy data ist. Leider habe ich ein Slide zum angekündigten IBM Many Eyes vermisst, aber das habe ich mir nach diesem tollen Vortrag sofort selbst zusammen gegoogelt.

Da wir bei mtc uns mit Microstrategy zur Visualisierung beschäftigen, passte das einfach wunderbar. Wir haben uns danach noch angeregt unterhalten und einen weiter gehenden Gedanken- und Erfahrungsaustausch beschlossen. Und genau dafür bin ich auf solchen Konferenzen.

Und damit bin ich schon am Schluss meines kurzes Reviews. Es gab noch weitere, sehr interessante Vorträge, die ich vielleicht später oder gar nicht erwähnen werde. Wer sich für mehr interessiert, dem sei die Konferenz Homepage empfohlen, auf die in den nächsten Tagen auch fast alle Präsentationen hochgeladen werden.

So, der dritte Konferenztag ist nun rum. Ich sitze schon am Flughafen, zurück nach Istanbul. Die nächsten vier Tage sind Urlaub, weil Opferfest in der Türkei ist und wir zum UNESCO Weltkulturerbe Kapadokya fahren, auf dessen Steine ich mich schon wie verrückt freue…

Wünsch Euch noch einen schönen Abend!

Was das hier ist und werden soll…

Wien, 7:06, Tag 752

Heute Nacht habe ich ganz unüblich für Konferenzen genug Schlaf bekommen und viel geträumt. Eine Szene ist während der Meditation wieder aufgetaucht. In einem Jeep fahre ich zu einem Haus, dort sitzt ein junger Kerl mit einem Bogen in einem Raum und schiesst kleine Pfeile auf die Wand. Es scheint der Boss zu sein, das Bogenschiessen sein Hobby. Er zeigt mir ein hässliches Stück Plastik, das mich an Wellblech erinnert und bietet mir an, mir beim Bau meines Bogens zu helfen. Er zeigt mir, wie man nicht und wie man schiessen sollte. Ich sehe kleine Löcher in ein Stück Holz geritzt. Dass seien die Fliegen, die er mit seinen Pfeilen hier schon getroffen hat. Ein anderer kommt rein: er komme gerade von der Tür. Mir wird klar, dass ich hier in einer sehr gewalttägigen Umgebung der Türsteherszene bin und ich hoffe, dass ich keinen Fehler mache.

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Mein ablehnender Geist ist heute nicht mehr ganz so stark, wie gestern. Bin merklich ruhiger, aber immer noch am Suchen, was genau nicht stimmt. Überlege gerade, hier nicht mit dem Review der grossartigen Konferenz gestern zu beginnen, sondern dass in einen zweiten Post auszulagern.

Hab viele Notizen gemacht, vielleicht wird daraus was. Es passt mir grad nicht, über meine Patent-und Business Themen hier zu schreiben, obwohl ich es ja doch mache. Der Schwerpunkt verschiebt sich, wie treue Leser ja sicher schon bemerkt haben? Es dreht sich mehr um meine eigenen persönliche Entwicklung. Also zurück zu den Anfängen, aus denen diese tägliche Schreibmeditation ja erst entstanden ist.

Immer wieder denke ich, ich müsste mal wieder über Tools, Gadgets, Webseiten, Dienste und vor allem über die Projekte bei mtc schreiben. Aber es fühlt sich grad nicht richtig an. Vielleicht hat die Bedeutung dieser Themen für mich grade abgenommen? Nein! Aber meine Begeisterung liegt grad: in Beziehungen, kulturellen Unterschieden, Entwicklung, Veränderung. Und ich möchte weiter viel reflektiv (und nicht deskriptiv) schreiben. Also mehr über das, was ich jetzt fühle, woran ich mich jetzt erinnere. Mir dann dazu Themen, wie letztens Eifersucht, heraus picken und die tiefer erforschen.

Gestern zum Beispiel kam bei einem Wiedersehen mit einem lieben Freund das Thema: Selbständigkeit & Unternehmertum auf. Also entweder selbstständig und frei arbeiten oder aber in (s)einem Unternehmen, das einem vorher festgelegten Zweck dient. Also nicht mehr selbstständig zu arbeiten. Mir kam diese Unterscheidung nicht hilfreich vor. Ich empfinde diese Einschränkung als Unternehmer nicht so, wie er. Das hat mich beschäftigt.

Für mich bedeutet Unternehmer sein, aber an meinem Unternehmen zu arbeiten und nicht in meinem Unternehmen. Solche Gedanken, solche Konzepte interessieren mich, ziehen mich stark an. Meine Gedanken drehe sich also viel um die Entwicklung von mtc, um meine Rolle dort, um mein Selbstverständnis als Unternehmer, Berater, Chef, Kollege aber auch die dazu gehörige private Seite, meine Rolle als Vater und Mann, meine zwei Wohnsitze. Ich suche hier einen Platz und Strukturen, um diese Seite in mir zu erforschen und ausdrücken zu können.

Dann stosse ich mich immer an meiner Angewohnheit mit meinem Traum einzuleiten, das beisst sich manchmal mit den Themen. Ich trenne das seit einiger Zeit mit dem Sonnenaufgangsfoto, zu dessen Anfertigung ich wieder einen kleinen Morgenspaziergang gemacht habe. Aber ein Review der ICIC Konferenz mit meinem Türsteherbogenschützentraum einzuleiten, das ist schon -sagen wir mal- sehr speziell. Ich möchte das hier so beibehalten oder aber ganz lassen. Aber zum ganz lassen, fehlt mir einfach die Kraft. Also eher Mut? 😉

So, nun aber wünsch ich Euch einen tollen Start in die Dienstag! Danke Euch fürs Zuhören!

Nachmittagsspaziergang durch Wien…

Wien, 8:25, Tag 751

Heute Nacht habe ich böse geträumt, von Drogendealern und Kindern. Bin müde zeitig aufgewacht. Hab einen spannenden Konferenztag vor mir.

Eben kämpfte ich bestimmt 20min mit dem Hotel W-LAN. Früher ging es nicht, weil es nicht ging und man Kabel, Login oder Geld brauchte. Heute geht es nicht, weil es einfach alle benutzen. Jedenfalls zu bestimmten Uhrzeiten. Hätte statt Zeitung zu lesen, einfach gleich um halb 7 losschreiben sollen.

Nach dem Frühstück musste ich kurz raus, den Sonnenaufgang suchen. Die Hotelterasse ist leider nicht zugänglich. Im übrigen nicht mal das Treppenhaus, welches ein reines Angestellten- und Notfalltreppenhaus ist. Ach, es gehen 2 von 5 Liften nicht.

Oh, ich bin in Meckerstimmung. Ich sehe nicht gute, sondern das schlechte. Achtung, Arne!

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Nun sitze ich schon in der Konferenz. Während ich vorhin aufs Internet wartete, habe ich erst mal die Fotos meines gestrigen kurzen Sightseeings hier durchgeschaut. Hier also: mein gestriger Nachmittagsspaziergang vom Rennweg, über den Botanischen Garten, durchs Belvedere, übern Schwarzenberglatz zum Stephansdom und zurück.

Sehr schön war das!

Wünsch Euch einen tollen Start in die neue Woche…