Kategorie: Tagebuch Teil I

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Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Montags morgen noch in Berlin…

Heute nacht habe ich ganz intensiv geträumt, schon beim langsamen und späten Einschlafen habe ich die Träume bemerkt, die dann wohl die ganze Nacht da da blieben, dann vorm Wecker klingeln habe ich die Träume auch halb erlebt und versucht aufzuzeichnen. Der Inhalt ist fast weg, eine Geschichte ist noch da…

Gestern war Tatort dran, wie fast jeden Sonntag… und diesmal ging’s einfach nur um Neid und um das Böse, keine grossen Gesellschaftsthemen, ein wenig vielleicht, ein Kulturhaus spielte mit und wie die Gesellschaft mit Kultur, mit Künstlern umgeht. Und heute morgen wird im Tacheles geräumt. Da hab ich mal gewohnt – 1996 – lang ist’s her…

Dann Jauch, statt Will – diesmal mit nem Thema, mit dem er es nicht mal bis in’n Spiegel Online schafft, auch meine Twitter Timeline blieb erstaunlich ruhig, es ging um die Trinker-Republik, um zwei ehemalige Alkoholiker – ein toller A. Schockenhoff und ein schrecklicher Rüdiger-Rolf Schalloch-Vogel – und ein provokanter Peter Richter aus Dresden, der Werbung für sein neues Buch „Über das Trinken“ machen durfte, in dem er behauptet, dass man ohne Alkohol keinen Spass haben und keine Party machen könne, ergänzt um eine charmante Christine Haderthauer und einen irgendwie blassen Bernd Siggelkow, den Arche Gründer, den ich mir so anders vorgestellt habe.

Das fiel mir gestern Abend dazu ein und ich wollte das mal hier festhalten für später… und auch das diese Sendung gestern schrecklich war!

 

Hab vorhin schon angefangen mit meiner Arbeit, meinem Leben, das hierist zwischen Mails, Packen, Organisieren und Hallos entstanden. Gleich geht der Flieger, morgen gibt’s ein Statt Tagebuch aus Kilkenny, Ireland! 

Wünsche einen ganz tollen Start in die neue Woche…

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Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Sonnenaufgang im Bergmannkiez…

Am dritten Tag kann ich mich wieder an meine Träume erinnern… heute war Kochausbildung dran, Lutz und Ewa spielten mit. Andere anonyme Traumteilnehmer mussten im Internat schlafen: das aus drei Bungalows mit jeweils 4 Doppelstockbetten bestand. Kochen sei nur Organisation, sagte unser Ausbilder, er versuchte uns beizubringen, wie man eine Küche organisiert, nicht – wie man kocht oder die Zutaten herstellt. Das Handwerk des Kochens, das interessierte ihn nicht.

Dann bin ich aufgestanden, habe meiner neuen virtuellen Assistentin gesagt: bitte Timer auf 40 min stellen und sie zählte und ich meditierte… Sonntags immer etwas länger und vielleicht auch deshalb heute etwas später hier mein virtuelles, echtes Tagebuch.

Gestern war ich doch bei Richard, dem Möbeltischler hier in Kreuzberg und als ich ihm bei der Arbeit zugeschaut habe… ich glaube, da habe ich die Grundlagen für meinen Traum heute Nacht gelegt. Es ging nur darum, welche Werkzeuge man wie einsetzt, um ein Ziel zu erreichen. Ich habe gesehen, wie der Ablauf – die Organisation der einzelnen Arbeitsschritte – in seinem Kopf fertig war. Er spulte dann nur diesen Ablauf ab, wieder und wieder. Als ich ihm zu sah, wie er aus geraden Brettern perfekte runde Bretter machte  – mit einer komischen Säge, die er an einem Hilfsbrett befestigt hatte, welches er dann fest bohrte und schraubte, damit er dann um diese Schraube herum, den Kreis ausschneiden konnte, bewunderte ich die ruhigen Bewegungen, die Koordination dieser unendlich vielen kleinen Dinge.

Und Heute morgen wachte ich auf und konnte beides, meinen Traum übers Kochen und mein Erlebnis übers runde Bretter bohren verbinden. Es erinnert mich jetzt auch an Computerspiele, wie meine letzte Entdeckung Minecraft – hier wie dort, wie auch beim Kochen, geht es eher ums Dirigieren, ums Organisieren, Anordnen, Auswählen aus unendlich vielen Möglichkeiten.

Richard muss Aussziehen, der Pachtvertrag wurde nicht verlängert, und dem  Bezirksamt als Eigentümer ist nun eingefallen, dass auf dem Gelände aus Umweltgründen nun keine Autowerkstätten, Atteliers und Möbeltischlerein mehr betrieben werden dürfen. Nun zieht Richard mit seinen 6 Angestellten weg aus Kreuzberg irgendwo in den Süden von Berlin, dort geht das nämlich noch. Ob er den Umzug finanzieren kann, ist ungewiss. Erst mal orchestriert er die Fertigstellung des Rednerpultes für den Verteidigungsminister.

An noch etwas habe ich gestern denken müssen, ich bin in Landgrafroda
aufgewachsen. Dort gab es einen Stellmacher, neben der Bushaltestelle. Er hat Leitern, Schemel, Äxte, Spaten, Schaufeln hergestellt und uns Kindern im Dorf die Schlitten für den Winter gebaut. Er hatte eine riesige Bandsäge, zwei Hobelbänke mit ganz silbrig glänzenden Messerrollen, unheimliche Mengen an Sägespänen und nur 7 Finger. Von ihm habe ich keine Bilder, aber zum Glück nun von Richard.

Was für ein wunderbarer Sonnentag!

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Sonnenaufgang in Stralau…

Gestern hatte ich Sehnsucht nach Stralau und dem Sonnenaufgang dort. Geträumt habe ich heute, einen schönen Traum, nur auch nicht zu halten, einfach nicht zu halten nach dem Aufwachen. Nach dem Aufstehen und Meditieren habe ich Siri nach dem Sonnenaufgang gefragt und…

 

hab ne Antwort bekommen. Hammer! Also noch mal langsam: diesen Dialog hier auf dem Bild habe ich mit meinem Telefon g e s p r o c h e n. Das Telefon schreibt einfach mit und macht, wenn es versteht und es versteht verdammt viel! 

Wollte neben dem Stillen meiner Sehnsucht nach Stralaus Sonnenaufgang die Kamera im neuen iPhone4S ausprobieren, mit ner Blende von 2,4 und 8 Megapixeln schon ein schöner Sprung nach vorne!

Bin hingefahren, den umgekehrten Arbeitsweg von über 5 Jahren… Samstag Morgens um 7 gibt es kaum andere Autos, die Stadt schläft noch. Nur vor den Clubs hinter der Elsenbrücke stehen schwankend Menschen und die wartenden Taxen.

An meinem Platz war eine Baustelle, das Ufer muss befestigt werden, schrieb das Bezirksamt am Anschlag. Bin gelaufen am Bauzaun, dann ans Ufer geklettert, im Schlamm versunken, die Pfade anderer entdeckt und dann einen Platz zum frierenden Warten gefunden. Eine halbe Stunde gestanden und zugeschaut, wie die Sonne alles verändert, die Farben dreht und Dinge passieren… Enten, Fische, Reflektionen, Flugzeuge, Möwen, Spatzen, Fussgänger, Jogger, Clubgänger, Nebel, Rauch und dann irgendwann Kälte. Als ich die Sonne gesehen hab, bin ich zurück und zum alten Kindergarten von Aleyna neben dem Palmkernölspeicher.

Gestern so viele Menschen getroffen, heute werd ich allein arbeiten und endlich ein Update zu PINCH schreiben und ich werd dann wohl – zum Ausgleich –  zu Richards Werkstatt laufen – einem der letzten Möbeltischler hier in Kreuzberg. Richard schreinert der Bundeskanzlers Rednerpulte! Und weil er umziehen muss und ich mit ihm immer Kaffee trinke hier und seinen 58er Benz liebe, werd ich ein paar Fotos machen von ihm in seiner Werkstatt.

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Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Wenn Träume sich verstecken…

Meine Träume haben sich heute vor mir versteckt… ich habe unruhig geschlafen, war ständig wach und habe versucht mich an meine Träume für die Einleitung hier zu erinnern. Da war nichts, obwohl ich definitiv geträumt habe, es war sofort weg. In genau dem Moment, in dem ich realisiert habe… ich bin wach, war alles verschwunden!

Mein Denken sortiert sich grade um… dies ist gar kein Statt Tagebuch mehr, sondern eine morgendliche Spontanschreibübung. Ich übe jeden Morgen, ob ich mich traue hier gleich den Publish Button zu drücken. Ob das Bild gut genug ist, das Thema vielleicht doch nicht interessant. Ich übe, meinen Anspruch an und die tatsächliche Qualität meines Schreibens anzunehmen.

Ich habe ein morgendliches Ritual entwickelt vor 2-3 Jahren, das Fotografieren des Sonnenaufgangs. Heute fehlte mir der Ort an dem das begann, die Halbinsel Stralau mit ihren phantastischen Sonnenaufgängen über der Rummelsburger Bucht.  Habe grade hier mein Tumblr kurz durchgeschaut… ich habe Sehnsucht nach diesem „die Sonne genau in dem Moment sehen, in dem sie aufgeht“. Hier im Bergmannkiez berührte sie in dem Moment „nur“ die Dächer… und ich war unten auf der Strasse und schaute die Kirche an, wie jeden Morgen hier – auch schön, anders!

Gestern Abend, heute Nacht und diesen Morgen ist noch etwas anderes passiert, ich habe eine grosse Übung  im Loslassen mit mir selbst durchgeführt. Ich versuche auch schon seit längerem, meine Bindungen an materielle Dinge, an Besitz und Eigentum zu verstehen. Kommt ja aus der Beschäftigung mit der buddhistischen Psychologie, dort werden viele Übungen zur Reflektion auch dafür angeboten, das Nachdenken darüber fällt mir inzwischen leicht. Das Handeln aber nicht! Und ich bin ohne Träume aufgewacht.

Ein langer Tag hier steht mir bevor, von 8 bis 8… gleich gehts los! Ich freue mich grade, fang an zu lächeln: Dieter, Gerald und Micha und Michael… dann Robert, danach Hannah, dann Rudolf & Co und dann Oren & Co – so viele tolle Menschen, mit denen ich arbeiten und zusammen sein darf! Mit einem Lächeln übe ich das Loslassen von Stress, von Anspruch, irgendwie sein zu müssen, irgendwelche Ziele erfüllen zu müssen… um einfach nur zu tun, was heute dran ist, was wir heute tun können und was wir heute lieben

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Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Erfrischt nach Berlin…

Heute habe ich nicht geträumt! Nein, heute erinnere ich mich wirklich nicht mehr. Bin 5:30 hoch und da heute Reisetag ist, habe ich wohl sofort ins Reisestartprogramm geschaltet… und erinnere mich auch jetzt an keinen Traum.

Habe aber sofort mein iPhone gecheckt, welches natürlich noch nicht vollständig restored war nach dem gestrigen Update auf die neue iOS5 Version, von welcher ich gestern Abend noch dachte, es würde völlig stressfrei über die Bühne gehen bei mir… habe mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht, sitze nun hier, habe gefrühstückt und wollte unbedingt vorm Einsteigen noch hier einen Beitrag schreiben.

Einen kurzen nur für den heutigen Start, an solchen Tagen gibt es für mich noch keine Routine, keine Stunde Platz ist für ruhiges Nachdenken und Reflektieren. Ich freue mich wie immer auf den Flug – auf die 2,5h eingesperrte Freiheit der Gedanken.

Habe mich nach kurzem Ein und Ausatmen doch noch für zwei Bilder hier entschieden…

Mein tolles erfrischtes iPhone von gestern Abend, welches danach noch die ganze Nacht – aber immerhin erfolgreich – synchronisiert hat bis heute morgen um 6:19!

Und das Zeitschriftenregal hier am Flughafen, welches zumindest im Wirtschaftsregal voller Steve ist. Das ist nun heute genau eine Woche her, dass ich davon beim Aufwachen erfahren habe…

Schönen Start in den Tag wünsche ich!

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Thinking the Unthinkable…

Meine Tochter weckte mich heute eine Stunde vor dem Wecker mit: „Papiiii, kommst du zu mir kuscheln…“ (wie wunderbar!) aus einem OnTheRoad Traum auf, diesmal mit meinen Eltern, Ali, Karsten und wechselnden Fahrzeugen und Zielen… sehr bewegend!

Nun sind wir wach und heute wollte ich hier über die Artikel schreiben, die mir gestern so über den Weg gelaufen sind und später dann noch darüber, wo meine Favoriten hier im Netz überall verteilt sind.

Vorgestern und Gestern auch war kurz Kulturkampf in Berlin bei mir in der Timeline Thema: eine Satire in der taz – „Die Weiber denken, sie wären besser.“  unglaublich auch die tausenden Kommentare dort. Dann gleich hinterher: Tuff Tuff um die Kirche aus der Berliner Zeitung vom April, ein mir sehr sympathischer Artikel. Es geht um Veränderungen in den Städten, um die Gestaltung des Zusammenlebens, über Ego’s und Trägheit, übers die Attraktivität des einfachen Meckerns… auch mich sprechen diese Artikel an, sie hätten beide im Bergmannkiez stattfinden können, den ich seit 15 Jahre auch als meine Heimat bezeichne.

Dann hat mich – ganz passend eigentlich – ein Artikel gefunden, der mich sehr beschäftigt hat, auch jetzt noch, auch beim Aufwachen – und zwar besonders als Unternehmer, aber auch darüber hinaus. Hier aber erst mal der Weg zu dem Artikel, der auch eine Rolle spielt: über @luebue und seine Kandidatur zum Landeschef der Grünen in Hamburg, bin ich auf das Profil von ihm hier bei flavor.me gestossen und dort steht ein provokativer Satz:

I don’t talk to anybody about the future of journalism and newspapers until he or she has read this March 09 essay of Clay Shirky.

Nun lest Euch das Essay mal durch! Oder besser erst mal hier weiter 😉 … „Newspapers and Thinking the Unthinkable“ ist der Hammer und nebenbei: Clay hat diesen Artikel „uncategorized“ abgelegt, in einem uralten WordPress, mit Standard Template. Das gab mir auch sehr zu denken, ich denke oft, das das Werkzeug, die Verpackung entscheidend sei, manchmal braucht so richtig guter Inhalt nicht so viel drum herum. Und Clay Shirky ist mir schon seit ein paar Jahren ein Begriff, aber es ist nicht so, dass ich ihn regelmässig „verfolge“. Gestern musste ich mir gleich ein Buch bestellen von ihm Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations, auch weil ich in einem Monat einen Vortrag über Crowd Sourcing und Patentinformationen halten darf, passt das ganz gut.

Zurück zum Essay, hier geht es um Veränderungen in der Medien- und Zeitungsbranche, ach seht einfach meine Markierungen schnell durch, wenn ihr die halbe Stunde nicht habt, das ganze Essay zu lesen:

Das hier ist einer der besten Sätze, die – das was grade seit ein paar Jahren im Internet passiert – beschreibt… (Facebook’s Mark Zuckerberg ist 27, Mashable’s Pete Cashmore ist grade mal 25! so als Beispiele)

(Gordy Thompson…) „When a 14 year old kid can blow up your business in his spare time, not because he hates you but because he loves you, then you got a problem.”

Das nächste ist auch spannend, genau: wie werden denn eigentlich die gesehen, die vorwärts denken, die sich Veränderungen erlauben, wobei ein kleiner Seitenhieb auf die beiden Artikel oben erlaubt sei, die Ihre Kieze ja auch eher vor allen Veränderungen bewahren wollen – statt die Veränderung als Chance zu begreifen, selbst zu wachsen.

Revolutions create a curious inversion of perception. In ordinary times, people who do no more than describe the world around them are seen as pragmatists, while those who imagine fabulous alternative futures are viewed as radicals.

Und dann der Satz, der mich als Unternehmer sehr stark beeindruckt: die Krankheit ganzer Industrien, wenn Führung religöse Züge annimmt und jaaa, wenn die Leute, die mitdenken, eingepfercht werden in den Forschungsabteilungen, um so besser ignoriert werden zu können.

When reality is labeled unthinkable, it creates a kind of sickness in an industry. Leadership becomes faith-based, while employees who have the temerity to suggest that what seems to be happening is in fact happening are herded into Innovation Departments, where they can be ignored en bloc.

Dann die beste Verteidigung der Bewahrer: Wie sieht das mit der Sicherheit/dem Datenschutz aus? und die Frage die Clay in seinem Artikel aufwirft: Was wird denn nun morgen noch funktionieren? Und die herrliche Antwort: nichts wird, aber alles kann.

“If the old model is broken, what will work in its place?” The answer is: Nothing will work, but everything might. Now is the time for experiments, lots and lots of experiments, each of which will seem as minor at launch as craigslist did, as wikipedia did.

Und genau hier im letzten Merker steckt drin, was auch mein Denken mehr und mehr bestimmt, NICHT was rettet uns, den Kunden, das Patentwesen, die Ämter sollte das strategische Denken bestimmen, sondern eher: Was rettet die Gesellschaft? Ein sehr grosser Gedanke, dessen Dichte sich aber auflöst, wenn man weiter liest: NICHT die aktuelle Situation bewahren, sondern einfach: Machen, was geht.

When we shift our attention from ‘save newspapers’ to ‘save society’, the imperative changes from ‘preserve the current institutions’ to ‘do whatever works.’ And what works today isn’t the same as what used to work.

Schönes Gefühl, dass ich das hier in meinem Tagebuch mal so kommentiert hab… das war für mich ein wichtiger Tag, ein wichtiges Fundstück!

Nun, heute ist mein letzter Tag hier in Istanbul, morgen fliege ich zurück für eine lange Woche in Berlin und Kilkenny…

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Undicht…

Heute bin ich aufgewacht, 20min vor dem Wecker, inmitten eines intensiven, langen Traumes – zu dem ich mir sofort Notizen gemacht habe, um die lange Story nicht zu vergessen, nenn ich ihn also „InAMovie“ Traum. Würde ich jetzt beim Frühstück versuchen mich zu erinnern, wären viele Teile schon wieder verschwunden.

Interessant dabei ist, dass sofort eine Interpretation (oder Wertung und Zensur?) des Geträumten einsetzt. Ich schreibe ja schon sehr lange Tagebuch, dort passiert die Interpretation ja auch, aber auf einem anderen Niveau – auf dem von OhMeineGüte: das kann ich niemals aufschreiben, wenn das doch mal jemand findet. Aber hier ist das Finden ja eingebaut… 😉

Aber zurück zum Traum, es ging um undichte Aktionen, um Phänomene mit Löchern, Handlungen die nicht rein sind. Das Konzept habe ich aus Kapitel 11 von Thich Nhat Hanhs „Transformation at the Base“.  Vorsicht, das Buch ist ein Kompendium der buddhistischen Psychologie, der Nur-Manifestations Schule des Mahāyāna Buddhismus, des einzigen mit dem ich mich näher beschäftigt habe. Aber ich schweife schon wieder ab…

Es ging darum, dass ich eine Lösung für die (in meinem Traum!;) nicht bezahlten Steuern meines Benz‘ finden und diesen nach Hannover bringen wollte, zu einem kleinen Bungalow, um ihn dort zu verstecken. Es ergaben sich alle möglichen Arten von Schwierigkeiten, die ich daraufhin in Spielfilmlänge durchlebte. Der Bungalow lag mitten im Wald, mein Benz hätte ein Jeep sein müssen, also kam ein Radlader und machte den Weg frei. Die Nachbarn – sie waren zahlreich trotz Wald – ergaben dann das nächste Problem, mindestens mit Dreien musste gesprochen werden. Zum Glück war einer davon Pyro, ein Freund aus längst vergangenen Tagen in Halle (Saale) und ich war gerettet, aber kurz vorm Aufwachen fiel uns ein: die Politessen sind in Hannover besonders arbeitseifrig. Hätte ich ihn doch auf den Bauernhof von Stefan gestellt, da wäre er sicher… oje, ihr merkt schon, ich hatte Stress! Und ich hab schon ein paar Details, Farben und Ausschmückungen weggelassen.

Es ging also um die anstrengenden und schweren Folgen von undichten Aktionen…  es könnte sein, das das daran lag, dass ich ja letzte Woche am Freitag die ersten Informationen über unser Projekt hier eingestellt habe. Mit mein Freund Michael sprach ich gestern kurz darüber, dass mit mehr Öffentlichkeit und Transparenz auch mehr Aufmerksamkeit kommt. Also, was machen die Wettbewerber und Konkurrenten eigentlich nun mit diesen Informationen? Und es gibt nicht nur gute, uns positiv gesinnte und denkende Menschen. Und wie gehe ich mit Ignoranz, Kritik, Gegenwehr und Ablehnung eigentlich um? Diese Gedanken erzeugen Angst!

Was mich aber sofort sehr beruhigen kann und mir meine Angst fast völlig nimmt, ist genau dieses oben erwähnte Konzept der reinen und unreinen Aktionen.

Dazu ein Zitat aus dem Buch, welches mir schon seit seiner Entdeckung sehr geholfen hat:

But if we can realize that the true nature of a wave is water, our fear will dissolve (…). The wave does not have to become water-it already is water.

Thich schreibt hier davon, dass wir sind, was wir sind – ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht. Wir können auch nichts werden, was wir nicht sind. Wenn wir die Distanz zwischen unseren Erwartungen und der Realität verringern können, dann gewinnen wir Zeit und Glück und verlieren unseren Stress und Angst.

Und dann noch:

Purified action does not calculate the amount of work required, or the glory and benefits that may accrue. It arises naturally from insight and freedom. For this reason, the happiness brought about by a purified action is much greater, because it is liberated and not based on external signs.

Und  auch mein Traum hat mir das wieder in aller Deutlichkeit gezeigt – unreine Aktionen bringen nix! Also, ihr da Draussen: 1. es verursacht Euch nur Ärger wenn ihr das Design oder das Konzept klaut! Und 2. wenn ihr es vor uns schafft, mit dieser Idee die Patentwelt zu revolutionieren: ich bin der erste Gratulant!

So, das ist gesagt! Nun bleibt nur noch, Euch allen einen wunderschönen Start in den neuen Tag zu wünschen…

Mein Frühstück im Durak Bufe