Kategorie: Tagebuch Teil I

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: der sechste Tag…

Jetzt kommen wir langsam in Regionen, in denen sich zeigt, ob sich eine neue Gewohnheit bildet oder es nur ein kurzes Strohfeuer war, mit dem „Statt Tagebuch“. Nach 21 Wiederholungen habe man es geschafft, hab ich mal irgendwo gelesen, nach 21 mal hätte sich eine neue Gewohnheit stabilisiert… ich glaube, dass diese Anzahl nur ein Zwischenziel ist, welches hilf, den Fokus zu erhalten.

Heute habe ich auch geträumt, einen meiner InDaHouse-Träume, da ich aber eben nach dem Aufwachen schon die Kleine zum Bus und eine 35min Gehmeditation am Bosphorus gemacht habe, ist die Erinnerung vielleicht schon etwas verblasst… na mal schauen: Es ging um ein schönes verwinkeltes größeres Sommerhaus, zu dem ich die Schlüssel bekommen hatte. Ich schaute mich grade um und spielte etwas rum mit der Architektur, dem Licht, der Umgebung des Hauses, da beendete Besuch diese Kreativphase. Die Familie von Alvar Freude (der läuft einem immer bei Netzsperren oder VDS über den Weg, den kenn ich gar nicht, ich find wohl nur den Namen so toll), traf ein – es war eine ziehmlich unterkühlte (versnobte?) größere, laute Gruppe Menschen. Ein älteres Pärchen und zwei jüngere, die zur gleichen Zeit wie ich genau dieses Sommerhaus für Ihre Ferien gebucht hatten. Ich wollte dringend Robert (ja, den Robert, den ich am Freitag treffen werde!) anrufen, damit geklärt wird wer denn nun wie denn nun… er war nicht erreichbar.

Ich nahm mir vor, das abgelegenste Zimmer mit mir zu belegen und den Rest der grossen Wohnung könnte ich ja Alvars Familie überlassen (sei doch mal nicht so materialistisch, Arne!). Alvars Familie tat auch sehr überrascht mich hier zu finden, behandelte mich aber sofort wie den Hausmeister und ignorierte mich weitestgehend, die hielten meine Erklärungen zur Bedienung und zum Zustand des Hauses für überflüssig. Ich fürchtete um mein Zimmer! Ich wollte Kontakt schliessen und stellte mich dem älteren Herrn vor, seinen Doppelnamen verstand ich nicht, er hätte keine Visitenkarte dabei, ich solle einfach seinen Namen googlen, ich würde ihn dann schon finden – wenn ich ihn denn nur verstanden hätte…Mist! Ich wühlte in meiner Tasche nach meiner Visitenkarte, fand auch nur Karten von anderen Leuten und ein paar veraltete von mir… super, das passte ja! Dann bekam ich das dringende Gefühl, dass die Familie des Alvar Freude entweder mit dem Geheimdienst zu tun hatte oder einen Weltkonzern besaß, eher beides! Krass, oder? Mit diesem Gefühl wachte ich auf und trauerte leicht um den mir nun entgangenen Aufenthalt in dem tollen Sommerhaus im Wald.

Gestern war trotz Regen noch ganz schön was los, der Bundestrojaner wurde enttarnt… und bekam breitestes Medienecho auf Papier und hier im Netz. Sascha Lobo hatte gleich eine lustige Idee. Und ich las Teile meines Nachmittages in seiner dringenden Empfehlung, dem Blog von Wolfgang Herndorf!

Abends dann eine lange Lego Session, auch als Ersatz für den Zoo… ich bin voll der Lego Typ und versuche meine Begeisterung auch meiner Tochter weiter zu geben, die hat dann mal eben einen Zoo gebaut, perfekt!

Heute startet eine neue Woche, die obige Gute Morgen Begrüßungsblick  aus dem Fenster war wunderbar durchwachsen, mein Blick aus dem Bürofenster ist ein Traum. Das wird ein toller #Powerstart – denke ich – und wünsch Euch allen einen solchen!

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Sonntags ist normalerweise Pause…

Heute nicht! Wie ihr schon bemerkt habt, schreibe ich seit ein paar Tagen mein Tagebuch hier rein… für den Beginn mit dem Hinweis im Titel „Statt Tagebuch:“ damit klar ist, hier wird geträumt, reflektiert assoziativ erzählt… wie Johnny das nennt: lautes Nachdenken, wobei ich das hier ja noch eher für mich alleine mache. Wenn Johnny da drüben laut nachdenkt, dann will er bestimmt nur ein paar Trollen den Wind aus den Segeln nehmen oder einfach nicht so ernst genommen werden oder sich vorab entschuldigen, dass er seine Gedanken nicht lange genug sortiert hat… ach, ich weiss nicht!

Heute habe ich auch geträumt, aber was privates… das gibt es! Ich lasse am Ende meiner Social Media Aktivitäten immer einen Filter drüber laufen: sollten das meine Frau, meine Tochter und meine Ma (Grüße nach Steigra;-) auch lesen können? Wenn ich das mit Ja beantworten kann, dann ist’s gut. Für die Hobbypsychologen hier, ja – das lässt tief blicken… ich ahne es! Egal, ich schreibe einfach oft, was mir in den Sinn kommt, was grad dran ist… wo meine Leidenschaft, mein Bauch, mein Geschäft mich hintreiben, was eben das Leben so verlangt, ich schreibe aber nicht für die drei Damen, sie sind einfach „nur“ mein Wertefilter.

Heute habe ich also etwas geträumt, von dem ich denken würde, dass meine drei Damen das nicht toll finden würden, wenn ich das veröffentliche. Es ging um eine Hin-und-Her Geschichte, bei der ich eine schwere Last zu tragen hatte… mehr werd ich nicht verraten.

Diese Gedanken könnte ich jetzt in zwei Richtungen weiter entwickeln: erstens vielleicht, warum mach ich das hier überhaupt und zweitens, was ist mein Verhältnis zu Privatheit/Öffentlichkeit im Internet. Ich weiss ja nicht, was Ihr als meine Leser hier so lesen wollt, ihr seid noch nicht sehr zahlreich und auch noch sehr sehr schweigsam… nur bei echten Kracherbeiträgen, hoch emotional in Szene gesetzt, wenn ich über Tage mit tiefer Kerbe im Kalender schreibe, dann wird kommentiert oder ge“like“t oder ge“shared“. Ich habe aber so eine Ahnung, ich schreibe das hier weiter erst mal nur für mich! Als meinen ganz persönlichen Ort der öffentlichen Andacht, als Platz der Ausstellung meiner Gedanken und Gefühle und Konzepte und Ideen, als Ort des Ausprobierens, meiner Art der Teilnahme an diesem revolutionären, digitalen Leben, welches durch die Vernetzung von nun über 1 Milliarde Menschen so eben alles möglich wird. Also ich werd über beides später sicher noch mehr schreiben, nur aber heute nicht…

Denn heute regnets in Istanbul, die Tanker auf dem Bosphorus scheinen Stress mit kleinen Fischerbooten zu haben, das laute, alles durchdringende Dröhnen ihrer Schiffshörner (so heisst das doch?) weht ab und zu mal zu uns hier rüber. Wir haben Tierwochenende, gestern waren wir im absolut sehenswerten, riesengrossen, nagelneuen Istanbul Akvaryum (klickt echt mal, die Website ist der Hammer und zeigt Türkisches Webdesign, at its best!).  Ich liebe es übrigens, wie die Türken ihre Fremd- und Lehnwörter so schreiben, so dass ich es auch verstehe! Und heute wollten wir eigentlich in den Zoo… das versteh ich übrigens nicht, denn Zoo heisst „Hayvanat Bahceleri“, und ich vermute mal, dass wir das ins Wasser fallen lassen werden.

Also, das wars zum Sonntag von mir für mich und nun wünsche ich allen Vielleicht-doch-Lesern hier einen wunderbaren Guten Morgen und einen herrlichen Sonntag!

PS: wurde heute zum „social-media-networking-breaking-news-reader“ erklärt, hab sehr gelacht und mich sehr gefreut… danke, Alexander, danke Jörg – this „made my day“! 😉

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Ich habe einen Traum…

Heute habe ich einen meiner OnTheRoad-Träume gehabt, bei denen man ständig unterwegs ist. Das coolste war die düsengetriebenen Sommerskier, aber der Reihe nach…

Ich erinnere mich an ein Haus in dem ich eine Wohnung hatte mit meinen beiden Mädels Seda und Aleyna. Und in der Nachts Betrunkene randalierten und die Briefkästen demolierten und anzündeten. Oha, nur weg da! In einer Tiefgarage habe ich den alten Volvo eines Bekannten gezeigt bekommen. Und wie es im Traum so ist, voll logisch schaltet die Szene um zu einer Tankstelle. Wir parken den Wagen, tanken ihn, die Szene wiederholt sich, diesmal scheine ich etwas vergessen zu haben und Aleyna will es unbedingt holen, ich fühle mich unwohl, aber sie tippelt alleine los und… klar, sie kommt nicht wieder. Ich also los, sie holen, finde sie zum Glück auch gleich, dass hätte zum Albtraum werden können.

Dann sitze wir natürlich nicht in dem Volvo nach Hause, als die Szene wieder umschaltet, sondern… na? Richtig, in einem Flugzeug voller Menschen und wir versuchen auf der Landstrasse und durch den Wald voranzukommen. Immer schön auf die Flügel aufpassen, der Kapitän hat echt Augenmass, ich bewundere seine Fahrkünste eine ganze Weile lang, auch Träume ziehen sich manchmal. Wir müssen unseren Timeslot für den Abflug nach Hause erreichen, es ist nun mehr ein Reisebus voller Menschen und Taschen, eine ältere Dame vor mir klappt Ihren Sitz nach hinten, so dass ich kaum Platz habe, Seda will mit mir den Sitz tauschen, geht ja nicht, dann hätte sie keinen Platz, also laufe ich ein wenig rum in dem Bus mit Flügeln.

Dann – is ja auch klar – landen wir in einem Stau kurz vor dem Flughafen. Jede Menge Flugzeuge und andere Fahrzeuge wollen alle auch dort hin. Ich darf aussteigen und vorlaufen… mach ich auch! Ich laufe richtig weit nach vorne und als der Stau sich löst, kommt – voll logisch für diesen Traum – mein Flugzeug natürlich nicht.

Aber dann passiert es endlich, der Kapitän kommt auf seinen Sommerskiern mit Sitz und Düsenantrieb angefahren, um mich einzusammeln. Er hätte ja schliesslich persönlich die Verantwortung für seine Fluggäste. Ich steige auf und versuche meine Füsse aus dem Abgasstrahl zu halten, an meinen Hacken spüre ich die Abgaswärme, als er losfährt, es ist richtig cool. Wir erreichen den Flugzeugbus in einem riesigen Flugzeughangar, wir müssen wieder warten, haben natürlich unseren Timeslot nach Hause verpasst.

Ich bekomme die Skier zum Verstauen im Bus in die Hand gedrückt, ich wüsste schon – dort hinten wo die Klimaanlage sei, da gehören sie hin. Und Sie sind noch ganz warm und praktisch gefaltet wie ein Campingtisch. Ich will unbedingt die Rotoren des Mini-Düsenmotors fotografieren, ich kann mein Handy rausholen, leider ist nicht mein iPhone, ein Mitreisender ist so freundlich, die Skier zu halten, so dass ich die Rotoren fokussieren kann. Leistung: 2 ME/h und max 150km/h steht auf dem Rand, boah, wie irre! Ich kann die Skier noch zusammenklappen und wegpacken, dann wache ich auf… was für eine Reise?! Guten Mooooorgen!

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: In Istanbul aufgewacht…

Auch heute habe ich geträumt, einen schönen Traum, einen Arbeitstraum – wie ich das nenne, ich hab irgendein Alltagsproblem im Traum durchgespielt, ganz entspannt und relaxt bin ich dann 5 min vor dem Wecker aufgewacht. Heute in Istanbul.

Ich bin ja seit Juni 2010 am Pendeln zwischen den Welten, meine Familie lebt hier und meine Arbeit lebt in Berlin… der Henry hat mir gezeigt, dass es funktionieren kann, er pendelt zwischen London und Berlin seit  bestimmt schon 6 Jahren, das gab Zuversicht. Die Rhythmen habe ich oft gewechselt, um heraus zu finden, welcher am besten zu uns passt. Es gar nicht so einfach, hier in der Türkei gibt es drei Monate Sommerferien Juli-September hatte Aleyna keinen Kindergarten und Seda kein Studium. Nun, heute hat meine Istanbul Woche begonnen, nach den Sommerferien, versuche ich eine Woche hier und eine Woche in Berlin zu sein, das scheint ganz gut zu funktionieren. Aufgrund der Ticketpreise ist es besser, wenn ich in der Woche fliege – so habe ich mir den Donnerstag ausgesucht, dann kann ich drei Tage am Stück im Berliner Büro sein und wenn ich nächste Woche wieder lande, dann habe ich auch noch einen Tag im Büro und dann habe ich zwei Tage, um allein zu sein. Was für mich auch eine sehr, sehr wertvolle Zeit geworden ist.

Heute morgen nun habe ich nach einem Foto gesucht, welches meinen Morgen in Istanbul beschreibt… und weil wir hier, zwar in Gayrettepe quasi nah dem Zentrum in der Riesenstadt leben, aber eben auch im Zentrum, habe ich einen „schönen“ Guten Morgen Blick vermisst und mich daran erinnert, dass ich mit meinem Werten… meinem Abwerten des Ausblicks, den ich hier habe, ich mir selbst Freude raube!

Erstmals aufgefallen ist mir dies vor zwei Jahren im Winter, als ich eines kalten Morgens durch ein frisch verschneites, nebliges Sonnenaufgangsberlin gefahren bin und mit auf der Fahrt der Atem stockte, aber nicht vor Kälte, sondern weil ich so berührt war von der Schönheit der Stadt, von der Ruhe, diesen Kompositionen aus Licht, Glitzern, Schatten, Farben… und ich habe mir gewünscht, so etwas öfter empfinden zu können und habe mich dann gefragt, warum – warum diese gleiche Strasse an einem grauer Morgen im Regen keine solchen Gefühle in mir auslösen kann. Ich habe mir an diesem Wintermorgen vorgenommen, dass ich versuchen werde – in dem jeweiligen Moment , an dem jeweiligen Ort, die jeweiligs verfügbare Schönheit für mich zu suchen und zu entdecken. Und ich habe bemerkt, dass es wirklich möglich ist, dass auch die graue Strasse ihre Schönheit hat, sie nur versteckt ist und man genauer hinschauen muss, aufmerksamer sein muss… und dann sieht man sie auch und versteckte, wunderschöne Formen entstehen und man empfindet tiefe Freude, dass man lebt und in der Lage ist, so etwas zu erleben. Und das ist dann die wahre Schönheit, die Schönheit der Realität des Augenblickes.

Und deshalb gibt es heute noch ein paar Fotos für Euch, meine Leser, zum Aufwachen… erst mein Blick aus dem Fenster in unserem Wohngebiet und dann noch ein paar Impressionen vom gestrigen Flug von Berlin nach Istanbul. Wünsche Euch einen wunderbaren, wunderschönen Guten Morgen!

Der Riesenmotor meines Türkisch Airline Airbusses… aber nur weil ich so nah ran konnte, wir sind mit dem Bus zum Flugfeld gefahren worden, eine Flugbegleiterin kam grade nach vorne.

Zwischen den Wolken nach dem Start. Und hier wirklich zwischen zwei Wolkenschichten, dieses Durchfliegen ist etwas sehr faszinierendes, auch weil das Flugzeug bei der Berührung der Wolken oft zu wackeln anfängt…

Wir sind in Tegel Richtung Westen gestartet und dann in einer grossen Linkskurve in Richtung Istanbul abgebogen, hier das Olympiastadion und der Teufelsberg im Blick…

Und wie ich so nach anderen Berlin Sehenswürdigkeiten Ausschau halte, springt mit der Schatten des Flugzeuges ins Auge, da mein Finger grade am Auslöser war, konnte ich diese ganz besondere Sekunde einfangen. Meine Facebook Follower haben dies Bild schon gesehen und auf Instagram ist das Feedback dazu mit über 300 Likes riesig…

Dann gibt’s Essen und ich hab etwas meditiert und dann geschlafen und dann ein wenig meinen ToDo Ordner im Macbook aufgeräumt und schon waren die zweieinhalb Stunden Flug um und wir setzen zum Landeanflug an, der fängt überm Schwarzen Meer an und seit einigen Monaten wird eine Landebahn quer zur Küste für die Anflüge genommen, so dass der Anflug übers Marmarameer führt. Hier fliegen wir grad über die westlichen Ausläufer von Istanbul, ganz in der Nähe unseres Sommerhauses. Die Buchten dort hinten sind noch nicht Golden Horn oder Bosphorus, sondern ist das sogn. Büyükçekmece Baraji.

Nach sehr langen 10min überm Marmarameer sind wir sehr sanft im Atatürk Airport gelandet und haben direkt neben zwei super dicker 737-800 ER geparkt, neben der uns kleiner Airbus A320 wirklich mickrig aussah. Und nach Passkontrolle und dem hier immer schnellen Gepäckband, mit Metro und Metronbüs war ich 90min nach der Landung glücklich bei meinen beiden Mädels.

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Alles anders…

Manchmal wacht man auf, hat geträumt und duscht und packt die Tasche für die Abfahrt und stellt den Timer für die Meditation und schaut ganz kurz in Instagram rein und sieht Bilder, liest die Unterschrift und alles ist anders…

Ich habe meine Newton MessagePad 2000 hervorgeholt und angefasst, habe an Andreas Becker gedacht, meine damaligen Kollegen, der mir gezeigt hat, dass ich meinem Beruf auch wirklich einen Apple benutzen kann und dann an diese Rede hier, die mich mehr beeindruckt und beeinflusst hat, als ich heute weiss. Diese Rede berührt mich jedesmal, wenn ich Sie anschaue, ganz tief! Sie gibt mir unglaubliche Kraft und Zuversicht.

You can’t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards. So you have to trust that the dots will somehow connect in your future. You have to trust in something — your gut, destiny, life, karma, whatever. This approach has never let me down, and it has made all the difference in my life.

Und es haben sich Punkte aus meiner Vergangenheit verbunden: ein grandioses Scheitern vor 7 Jahren fand seinen Abschluss mit einem Podcast und einem Vortrag und dann hat mein Interesse für die Crowdsourcing Thematik dazu geführt, dass ich Åsmund wieder getroffen habe… er hatte einfach nur geschrieben „I’ve been thinking about getting in touch with you for a while, as I realize from the fraction of an impression the social media gives me that we have quite a bit in common.“ und „we use storytelling to connect people to people, people to projects and hearts to hearts, with the modest purpose of changing the world“ und es machte auf einmal alles Sinn.

Und dann sagt Steve in seiner Rede das hier darüber, als er mit 30 aus seiner eigenen Firma gefeuert worden ist:

The heaviness of being successful was replaced by the lightness of being a beginner again, less sure about everything. It freed me to enter one of the most creative periods of my life.

Das ist genau das, was mir in den letzten Jahren mehr und mehr klar geworden ist. Vor allem auch die Zen Buddhisten haben mir hier die Augen geöffnet und die richtige Worte gefunden: Bernie Glassman sagt in seinen Instructions to the Cook „Babies dont read books about walking or go to walking seminars. They just stand up, take a step, and fall down.“. So wie das Hinfallen zum Aufstehen gehört, so gibt es ohne Verlust kein Gewinnen.

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others‘ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.

Und schliessen möchte ich jetzt mit Worten von Thich Nhat Hanh: „die tränen, die ich gestern vergossen habe sind zu regen geworden“. Gute Reise – Steve!

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch: Starting something…

Heute hab ich auch geträumt, aber diesmal ging es um die Vergangenheit und um Menschen… ich bin aufgewacht mit einem Gefühl des älterwerdens und des weiter schlafen wollens: auf einem Messestand einer Partnerfirma von früher, der Wahl&Co aus Hannover, einem sehr gross gewordenen Handwerker, war ich von den Kollegen eingeladen und durfte das Essen probieren, es war so wie ich mir Oktoberfest vorstelle… beim Wachwerden dann habe ich mich an Herrn Wahl erinnert und wie ihm langweilig wurde, als er im Meeting mit mir seine Ziele nicht erreichen konnte und aufstand, sich mit anderen Verpflichtungen entschuldigte und einfach ging.

Ein intensiver Tag liegt vor mir, schau ich mal nicht weiter zurück. Heute gibt’s unser monatliches All Hands Meeting, schon das 21. Monatstreffen unserer Firma (das erste fand in dieser Form am 3. Februar 2010 statt – nicht zurückschauen fällt schwer;).

Und heute im All Hands werden wir den Startschuss für unser cloud-basiertes Patentnetzwerk geben. Wir sind schon mitten drin in einem hoch kreativen Prozess, dessen Ziel es ist Soziale Netzwerke und Patentinformationen zu verbinden. 

Seit ca. einem Jahr haben wir schon so viel gedacht, konzipiert und strukturiert und auch programmiert… und heute haben wir erst ca. 1% von dem fertig, was wir fertig haben wollen. Aber heute ist auch der Tag, an dem ich anfangen werde, diesen Prozess des Entstehens unseres Patentnetzwerkes hier öffentlich zu begleiten. Das Ergebnis des Prozesses kenne ich selbst nicht und ich gebe zu, ich habe grosse Angst, das Falsche zu tun, aber alles ist besser als nichts zu tun.

Der Zweifel war immer mein Begleiter, weil der Weg zur Zufriedenheit über den Umweg des Zweifels führt. –Udo Samel in „Ich habe einen Traum“ zeit.de, 2004

Ich schaue auf Alexanders contractix.de und auf Marcels quotefm.de und so viele andere grossartige Startups, die ich in den letzten Monaten beobachtet habe wie zB ifttt.com und auch thebirdy.com und vergleiche uns und zweifle, verzweifle fast. Aber dann: einfach ein- und ausatmen, lächeln und hier weiter tippen. Man zweifelt ja immer nur an sich selbst, denn man glaubt zu wissen, dass man noch besser hätte sein können… aber es geht einzig um „die Erfüllung der Forderung der Stunde“ und „ich bin nicht andere Menschen“!

Doing something, starting something, making a gesture in some direction always enlarges the amount of time. The more you do, the more time you have –Bernard Glassmann, Instructions to the Cook, 1997

Tagebuch Teil I

Statt Tagebuch…

Normalerweise schreibe ich Tagebuch noch ganz althergebracht mit schönen Stift in ein tolles Buch von den Bookbinders. Nicht so heute, ich probier mal was neues und mach das mal hier… also.

Heute geträumt, dass die Zeiger einer Uhr an meinem Arm zum Mauszeiger werden können und wenn man das Display dann loslässt, schnappen die Zeiger zurück in Ihre zeitanzeigende Position. Das fühlte sich ganz natürlich an und ganz, ganz logisch. Ich träumte kurz, dass ich einen Mail an Apple schreibe und dann echt dort arbeiten darf, um dieses Designfeature im nächste OSX/iOS Release mit einzubauen. Dann aber beim Wachwerden natürlich noch vorm Duschen gemerkt, dass die da ganz bestimmt schon allein drauf gekommen sind. Es gibt ja einen Grund für die Entwicklung einer Maus, als Zeigefingerersatz…  werden wir noch Mäuse haben, wenn jedes Display berührungsempfindlich ist?

Gestern früh in Oslo war Fotozeit, habe für das Foto „reflections in oslo are different“ habe ich wohl das meiste Feedback bisher auf Instagram erhalten – fast 500 Likes, fast 40 Kommentare, habe das Gefühl, jetzt kann nichts mehr kommen, das wars mit dem Fotografieren.

Danach habe ich realisieren dürfen, dass ich zum Team von changeattention.com dazu gehöre, was ganz ungeheuerlich ist und hier sicher später einen größeren Platz beanspruchen darf. Eine grosse Ehre und das ganz starke Gefühl, am richtigen Platz zu sein, das richtige zu tun!

Ich bin über den Umweg des Erzeugens von Problemen dort hin gelangt, eine Fähigkeit die ich sehr gut beherrsche. Das Erzeugen und Anschauen von Problemen kostet mich heute Kraft. Es fühlt sich negativ an; warum genau, verstehe ich noch nicht. Ich möchte doch Probleme eher als Handlungsfelder sehen, als Themen die der Aufmerksamkeit bedürfen, als Worte, die die Energie beschreiben, die mich ans Machen bringt.  Das war eine Erkenntnis des Spaziergangs durch die Akershus Festung.

Abends zurück in Berlin im Atlantic wurde es auch noch unerwartet spannend: Überzeugungen und Leidenschaft geboren aus Trägheit, aus dem Verdrängen von Notwendigkeit. Ziele, so gross und hoch und weit, dass man noch nicht los zu laufen braucht. Gegenseitige, wechselseitige verbale Verstärkung: Worte und Wortgruppen ergänzt und wiederholt durch den anderen, als Versicherung der Richtigkeit der Gedankengänge. Abgekoppelt von meiner Realität. Nur Kraft für Provokation, wenig Geduld für Strukturierung, keine Ruhe, um zu helfen. Und mittendrin der Satz: da bin ich wohl der Falsche! Erleichterung, Entspannung, Lächeln und doch noch eine Runde, im Versuch ein gemeinsames Momentum zu erzeugen. Und dann wieder die Bestätigung, dass es einfach nicht passt.

Nachts den Tag dann beendet, wie begonnen mit Bildern vom Hafen

PS: eine Stunde habe ich nun geschrieben, laut gedacht, aufgezeichnet was war und drück jetzt einfach Publish!