Kategorie: tagebuch

tagebuchTagebuch Teil II

Marathon und Trabrennen

Berlin, 8:07, Tag 953

Heute Nacht bin ich mitten in einem wirren Traum vom auf 4:00 gestellten iPhone geweckt worden. Nach kurzer Phase der Orientierung bin ich hoch, und mit der gestern schon vorbereiten Kamera inclusive Stativ aufs Dach. Es sollte ja ein besonderer Mond am Himmel stehen. Stand dann auch, zusammen mit eindrucksvoll vielen Sternen für Berlin. Sogar eine Sternschnuppe mit richtig Schweif und Blitz begrüsste mich in Norden. 250 Aufnahmen brauchte ich für dieses Bild hier:

Hatte meine Brille vergessen, so dass scharf stellen eher Glücksache war. Muss an der frühen Stunde gelegen haben, tagsüber liegt sie deshalb immer im Rucksack ganz unten.

Gestern war Marathon gucken. Und dann am Nachmittag zu zockenden Rentern auf der Trabrennbahn. Schöner Sport! Das neue iPhone machte mir viel Freude nebenbei. Hier ein paar Eindrücke:

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Die Woche startet nun. Es gibt viel zu tun. Die letzte Woche hat eine lange ToDo Liste und viel Motivation hinterlassen.

Wünsch Euch einen starken Start in die neue Woche.

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Einstieg

Berlin Tegel, 6:25, Tag 950

Wild geträumt, sehr zeitig hoch. Stehe in der Schlange am Gate D. Gleich gehts los.  

Noch schnell ein Bild vorm Einstieg.

 
Wünsch Euch schon rollend nen schicken Freitag.

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Perspektivenwechsel

Ilmenau, 6:36, Tag 854

Heute etwas zu wenig Schlaf gehabt. Es wurde dann gestern doch etwas später. Die Zeit verflog nur so beim Wiedersehen von den vielen Bekannten und Freunden hier in Ilmenau. Zack, war es um 10 und eh ich dann im Bett lag, fast um 11. An meine Träume erinnere ich mich heute gar nicht. Der Morgen war bis jetzt intensiv, die Meditation sehr wohltuend.

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Gestern war bestimmt von der Anreise. Bin schon Mittags los, eine schöne Autofahrt mit einem Zwischenstopp bei meinen Eltern.

Habe das erste mal meine neue Drohne in der freien Wildbahn ausprobiert. Mit meinem Vater zusammen. Was für ein Knaller! Was für ein Oberknaller! Die Technologie ist der Wahnsinn. Und es ist alles gut gegangen. Bis auf ein kleinen Hickup des Gimbals. Flugtechnisch grossartig.

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Steigra, von oben (ca. 300m)

Die Aufnahmen sind an sich, sind ja nichts besonderes oder spezielles, zumindest nicht für den unbeteiligten Dritten.

Was ich speziell finde ist aber, dass ich sie selber machen kann. Ich kann meine Kamera fliegen lassen und Aufnahmen aus Perspektiven und aus Höhen machen, die bisher nur Menschen vorbehalten waren, die Flugzeuge oder Hubschrauber fliegen oder mieten konnten.

Das zweite, was für mich speziell ist an diesen Aufnahmen, dass es sich um einen Ort handelt, den ich kenne, gut kenne. Bislang aber nur von unten. Ich verbinde so viele Erinnerungen und Bilder mit diesem Dorf.

Der Blick von oben, das heraus treten aus bekannten Perspektiven, genau das reizt mich wohl am meisten. Ich kann schon ganz gut in meinem Kopf, durch Worte, Gesten, Interaktionen unterstützt.

Der Perspektivenwechsel, sich selbst beobachten, sich in andere hinein versetzen, die Welt aus anderen Augen sehen. Es zumindest versuchen. Genau das hat mich am meisten angezogen, am meisten gereizt.

Wenn man sich nur mit sich, mit seiner Sicht der Dinge, seinen Meinungen, seinen Gefühlen auseinandersetzt, entsteht doch ein stark egozentrisches Weltbild. Wenn man in der Lage ist, sich mal raus zu begeben, sich raus zu trauen, eröffnen sich weitere Realitäten, weitere Welten, die neben unserer eigenen existieren.

Diese Technologie der fliegenden Kameras, die gerade erst entsteht, die sich gerade erst verbreitet, ist für mich ein Ausdruck dieser Suche nach anderen Perspektiven, in mir und um mich herum.

Ich glaube, ich fühle mich freier, wenn ich in der Lage bin, meine Welt und mich mal aus anderen Augen zu sehen.

Ok, die Konferenz geht los, schon hier beim Frühstück und ich sitze allein und tippe hier rein. Ich stürz mich mal ins Gewimmel, in 45 Minuten starten die Vorträge schon…

Wünsch Euch einen tollen Tag!

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Verbindungen

Berlin, 5:59, Tag 845

Heute Morgen habe ich schon aufgeräumt. Mir geht es gut. Ich bin müde, aber entschlossen. Habe Verbindung gesucht und Anerkennung gegeben in meiner Morgenmeditation. Zwei mal schon. Einmal auf dem Dach beim Sonnenaufgang. Und dann auf dem Kissen.

Eine schöne Technik ist für mich, durch meinen Körper zu wandern, in Gedanken. Mich bei meinen Einzelteilen zu bedanken. Meine Organe wahrzunehmen und für ihr funktionieren zu danken, dabei ihre Signale wahrnehmen. Die Gänsehaut. Das leise Rauschen im Ohr. Das Zwinkern der Augen. Der Luftzug in der Nase. Das Pochen des Herzens. Das Gluckern des Magens. Das Schlucken des Kehlkopfes.

Kurz innehalten und wahrnehmen, was ist. Und danke sagen. Dann zurück zum Atem. Und schon klingt der Schlussgong. 20 Minuten nur für mich mit mir.

Vorher auf dem Dach, kamen schon viele Gedanken, viele Ideen, viele Impulse, was heute alles zu tun ist. Um nicht achtlos zu starten, habe ich aufgeräumt, sortiert, zusammen gelegt, abgespült. Alles ganz leise und langsam.

Nun nehme ich die Verbindung wieder auf.

Sitze am Laptop, meinem Werkzeug, schreibmeditierend. Suche im Gestern nach Themen. Denke an diesen Ort hier, diesen Blog, dieses Fenster im Netz, dieses Fenster zu Euch allen durchs Netz. Wie spannend und aufregend das noch immer ist, hier einfach zu schreiben, dort unten rechts dann Publizieren drücken und zack, kann es theoretisch jeder Lesen, der Zugang zum Netz, der einen Rechner hat. Oha!

Wie verrückt eigentlich und wie schön, wie verführerisch, wie leicht.

Was habe ich für ein Glück!

Bin genau zur richtigen Zeit geboren: gehöre zur ersten Generation mit Computern in der Schule. Zur ersten Generation mit einem Netzwerk während der Ausbildung. Zur ersten Generation mit Internet im ersten Job. Oha!

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Gestern war ich unruhig und einsichtig. Mit zwei meiner besten Freunde durfte ich den Arbeitstag verbringen. Einen Geburtstag habe ich vergessen, dreivierfünf Gespräche geführt. Das All Hands für morgen vorbereitet. Versucht, das was alles noch zu tun scheint, zu priorisieren und in eine Reihenfolge zu bringen.

Mir Sorgen gemacht. Meine Angst gespürt. Das Unkontrollierbare wahrgenommen. Dabei dann Bewegung und Geschwindigkeit bewertet. Ziele formuliert. Aufgaben definiert. Gezweifelt. Getrauert. Gelacht. Und gefreut.

Und jetzt Loslassen! Ein neuer Morgen. Wach und gesund! Lächeln und los!

Wünsch Euch einen wundervollen Dienstag.

PS: Mein gestriger Tag in ein paar Bildern.

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Im Feuer wird geschmiedet

Berlin, 5:22, Tag 840

Heute morgen bin ich müde und aufgeregt. Ein langer voller Meetings in einer anderen Stadt liegt vor mir. Gleich geht der Flieger. Ich treffe viele erwartungsfrohe Menschen. Versuche jetzt, meine Aufregung nicht die Kontrolle übernehmen zu lassen, sondern bei mir zu bleiben.

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Habe schon eine Mail an einen Kapitalisten geschrieben, den ich nächste Woche treffen werde. Plane weiter meinen Tag im Kopf vor. Habe „nebenbei“ noch zwei wichtige und dringende ToDos zu erledigen und für uns wichtige Verhandlungen zu führen. Ich muss funktionieren, schreit jemand in mir!

Gestern war das Thema Druck, mal nicht Ärger. Ich spüre starken Druck. Er kommt in Wellen. Dabei pendle ich zwischen den Extremen: einmal sanft, emphatisch, verstehend, verständnisvoll, unterstützend, nachsehend und dann wieder bestimmend, bestimmt, fordernd, verlangend.

Drei sehr intensive Momente entstanden dabei, erlebte ich dadurch. Druck erzeugt dabei Klarheit im Denken und Fühlen. Mein Ego diente als Trigger, als Auslöser. Der Druck entwich im ersten Meeting in lautstarker Debatte über ein kleine Aufgabe, die ich letzte Woche ankündigte, zu übernehmen. Eine kurze Nachfrage reichte aus, um die Entladung zu starten.

Es geht ums rechte Bemühen! Um Unsicherheit, die ich verstehe, aber deren Folgen ich nicht ausgleichen und um Bestätigung, die von mir verlangt, aber die ich verweigern wollte.

Es geht ums rechtes Bemühen in der Sache. Darum, einen guten Job zu machen und dazu zu stehen, es selbst zu verantworten, rein zu gehen, sich die Sache zu eigen zu machen, nicht als einen Job, als ein ToDo zu sehen, die eigenen Ausreden, das eigene Rationalisieren zu erkennen, sondern seine Verbundenheit mit der Sache zu entdecken, zu fühlen und dann mit dem rechten Bemühen, zu handeln. Dieses Handeln bedarf keiner Bestätigung, keiner Kontrolle, keiner Anerkennung.

Das Sommerfest, eine Konferenz, eine Deadline, noch eine Deadline erzeugen Unsicherheit und Druck. Überfällige Veränderungen manifestieren sich mehr und mehr. Und hier wird heiss geschmiedet, hier wird im Feuer geboren.

Dies auszuhalten, bei der Sache zu bleiben, das Warum zu kennen, zu verstehen und vor allem, immer wieder das Warum zu suchen. Sich nicht mit der ersten Antwort zufrieden zu geben (Arne will das aber so haben), das ist die eigentliche Aufgabe hier.

Auf dem Dach, den Sonnenaufgang beobachtend, hatte ich eine Einsicht, eine Idee. Sie hatte nichts und alles mit mtc oder mit mir zu tun. Ich spürte, erlöst, was ich zu tun habe. Im Feuer des Sonnenaufgangs geboren, zeigte sich mir der wahre Grund meiner Sonnenaufgangssucht. Ich erhaschte einen kurzen Blick darauf, wieso ich seit Jahren jeden Tag ein Foto des Sonnenaufgangs machen MUSS. Es ist an mir, diesen Traum jetzt Realität werden zu lassen. Ich habe alles, was ich dazu brauche.

Wir haben alles, was wir brauchen. Wir haben immer schon alles, was wir brauchen!

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Über Vergebung und Freundlichkeit

Istanbul, 6:33, Tag 826

Heute Nacht habe ich von der Heimat meiner Grosseltern geträumt, ein 1978 für die Braunkohle weggebaggertes Dorf in der Nähe von Bitterfeld. Ich erkannte die Strasse in einem Film wieder. Schwarz weiss, viel Gewusel, gefilmt aus dem linken Nachbarhaus. Wir überlegten zusammen, wie es uns jetzt geht. Wir erzählten uns, wie ist es, dass die Heimat, das Haus und der Garten unserer Familie, nun ein schöner Badesee geworden ist. Es war der zweite Traum heut Nacht, der erste handelte von Baumstämmen und Maschinen. Ich wachte pünktlich und sehr ruhig entschlossen auf.

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Ihr müsst dazu wissen, dass meine Grosseltern in der DDR dabei für den Fortschritt enteignet wurden, die Entschädigung für Haus und Garten entsprach dem Einheitswert von 1927 und war lächerlich gering. Im Wiedervereingigungsvertrag wurde dieses Unrecht im Übrigen bestätigt, Wiedergutmachung ausgeschlossen.

Aber dass meine Eltern später kurz nach der Wende aus dem Haus und Garten meiner Kindheit ausziehen mussten, weil der vor der DDR geflohene Vorbesitzer es wieder haben konnte, wirkt jetzt im Rückblick schon grotesk. So durften wir helfen, dieses Unrecht wieder gut zu machen. Und so wurden wir ein zweites Mal enteignet.

Verziehen haben wir uns und den anderen. Vergessen möchte ich das nicht.

Meine Eltern haben damals eine schöne Wohnung in einem fast noch schöneren Dorf in der Nähe gekauft. Nur ich habe eine unerklärliche Abneigung gegen Wohneigentum behalten, und verteidige meine Freiheit, die Wohnungen und Büros in meinem Leben nur zu mieten.

Eigentlich war das gestrige Thema Freundlichkeit. Wer weiss schon, warum sich die weit zurück liegende Vergangenheit heute Nacht gemeldet hat. Vielleicht weil Vatertag ist? 🙂

Nachdem Boz vor ein paar Tagen diesen schönen Artikel über seine Transformation veröffentlichte, habe ich gestern kurzerhand im Büro per Chat zum „Tag der Freundlichkeit“ ausgerufen. Mehr als Erinnerung daran, dass Recht haben und Freundlich sein, keine Gegensätze sind. Eigentlich sollte jeder Tag ein „Tag der Freundlichkeit“ sein.

Freundlich zu sich selbst und zu allen anderen zu sein, ist allerdings nicht so einfach, wie wir uns das immer vornehmen. In den Nachrichten erscheint sehr selten die Geschichte eines Menschen, der aus tiefstem Herzen freundlich lächelt. Nur wenn jemand aus Ärger und Wut jemanden umbringt oder verletzt, dann ist das eine News, die es wert ist, erzählt zu werden. Wie schade eigentlich?!

Was mir dabei hilft, freundlich mit mir selbst und anderen zu sein und zu bleiben, ist das Konzept, dass ich meine eigene Verantwortung für meine Gefühle auch selbst wahrnehme.

Ich bin zu -sagen wir mal- 90% für meine Gefühle selbst verantwortlich. Sei es Ärger, Wut, Zorn, Apathie, Trauer, und natürlich auch für die positiven Gefühle. Ein paar Prozent der Verantwortung haben natürlich auch diejenigen, die mit ihren Worten oder Taten die Wut oder den Zorn in mir auslösen. Aber auch diejenigen, die nichts tun, aber in meinem Leben, hier auf der Erde mit mir anwesend sind, tragen ein Teil der Verantwortung.

Gefühle sind immer individuell und kollektiv, niemals nur das eine allein!

Erst wenn ich die 90% Regel ernst nehme, besteht die Chance zu Heilung, zu Transformation. Erst wenn ich wahrnehmen kann, wie meine Gefühle in mir entstehen, aufgrund von Erinnerungen, von Wahrnehmungen, als Objekte meines Geistes, dann kann ich mich auch mit den Ursachen und den Folgen beschäftigen.

Für mich bestehen drei Wege zur Heilung negativer Gefühle.

Erstens. Am einfachsten ist es, sich mit den positiven und schönen Dingen im gegenwärtigen Moment zu verbinden. Wir schneiden uns ab davon, wenn wir ärgerlich sein wollen. Wir nehmen den Windhauch, den Sonnenstrahl, den Sonnenaufgang einfach nicht mehr wahr, wir ignorieren die Freude und Schönheit, die uns auch umgibt, wenn wir wütend sind.

Zweitens. Schon schwieriger ist es, dem Ärger, der Wut, whatever an negativem Gefühl bei uns auftaucht, einfach erst mal wahrzunehmen, ehe wir entsprechend Handeln. Erst mal kurz hinschauen und sich um das Gefühl kümmern, sich nicht von ihm kontrollieren, übernehmen zu lassen, sondern es anerkennen, wahrnehmen und für seine Existenz in uns Verantwortung übernehmen.

Drittens. Geübt in den ersten beiden Methoden, können wir versuchen, die Ursachen unserer negativen Gefühle zu ergründen und uns zu heilen, zu transformieren, zu verändern. Wir können die Ursachen von Trauer in uns erkennen, in dem wir Erinnerungen aktiv einladen. Wenn wir stark und achtsam genug sind, können sie keinen Schaden anrichten. Wenn wir Freunde, eine starke Gemeinschaft um uns haben, die uns stützen und stärken, dann können wir es schaffen, die manchmal sehr weit zurück liegenden Ursachen zu sehen, und dann uns und anderen zu verzeihen und los zu lassen.

Heute Nacht hat sich eine der Ursachen meiner Trauer und Wut in meinem Traum manifestiert. Ich habe diese starken Gefühle heute morgen in meinen Blog wieder hoch geholt, sie aktiv eingeladen und nicht weg gedrückt, nicht ignoriert, nicht gedämpft.

Mit den schönen Erinnerungen, den schönen Fotos meiner Heimat, die ich letztes Weihnachten geschossen habe, habe ich versucht, mich mit den positiven Erinnerungen meiner Zeit dort zu verbinden, mich zu stärken, die Freude und das Glück zu erinnern, die ich dort erleben durfte.

Ihr, meine Leser, habt mich dabei unterstützt, unwissend, nichts ahnend habt ihr mir geholfen, bei der Reflexion, bei der Bewältigung, der Transformation dieser Ursachen, dieser Narben der Vergangenheit. Dafür danke ich Euch sehr!

Nun wünsche Euch noch einen überaus freundlichen Feiertag!

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Ankündigen statt Machen

Berlin, 6:59, Tag 814

Heute Nacht hab ich mich in ein amerikanisches Krankenhaus geträumt. Sie hatten eine Akte über mich angelegt. Sie lag auf dem grossen, eckigen Besprechungstisch. Ich fragte mich leise und dann die Anwesenden laut, was denn mit meinen Daten, meiner Akte, nach meiner Genesung passieren würde. Dann wurde ich sarkastisch, erzählte etwas von, dass ihr ja eh alles sammelt, euch das egal ist, weil es ja nur für einen guten Zweck sei. Ich wurde verständnislos, ob meiner Emotionen bei diesem Thema, angeschaut. Und wachte leicht frustriert pünktlich auf.

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Mir kommen gleich, wenn ich hier aufgelegt habe, noch ein zwei drei Blog Ideen. Ein Thema, über das ich unbedingt schreiben wollen würde. Wieder etwas Spannendes, etwas mehr Abwechslung. Müsste mal wieder über die anderen Themen und Projekte in meinem Leben schreiben. Die es ja auch gibt, wenn ich hier mal nicht darüber berichte.

Und dann fällt mir doch nur eine Fortsetzung ein. Eben das, das mir aktuell am Wichtigsten scheint. Heute war das Ankündigen statt Machen. Irgendwie erinnere ich eine Studie oder eine Bemerkung, dass das (öffentliche) Ankündigen von etwas uns die gleichen Gefühle beschert, die wir hätten, würden wir das etwas erledigt haben.

Merke grad bei mir und in meinem Umfeld, dass da wirklich was dran zu sein scheint. Ich erkenne grade immer mehr: ja, morgen mach ich,… ja, das müsste erledigt werden, … klar, wir machen das gleich fertig. Und wie es mehr eine Absicht, ein Wunsch ist.

Wenn ich dann etwas ganz anderes mache, bleibt ein kleines schlechtes Gewissen übrig. Aber auch das kriegt man wieder hin, am besten mit einem neuen Vorsatz, wann das etwas nun wirklich endlich erledigt wird.

In diesen Schleifen der Selbstankündigung und Selbstbestätigung durch Vorsätze kann man sich suhlen, am liebsten mit anderen gleich Gesinnten. Es entstehen ganze Netzwerke zwischen angekündigten Vorsatzsendern und -empfängern. Man erinnert sich sogar, wem man welche Ankündigungen gemacht hat, um darauf zurück zu kommen: in seiner Gegenwart nicht rauchen, ihm hatte ich schon drei mal erzählt, dass ich nach dieser Zigarette aufhöre. Ihm einen Report schicken und die Risiken weglassen, ihm hatte ich doch erst im letzten Meeting erzählt, dass wir alles im Griff haben.

Wer kennt das nicht?

Auch, das unter Männern verbreitete Phänomen, dass man das etwas, wenn man nur das richtige Werkzeug hätte, sofort erledigen könnte. So muss man sich erst das Werkzeug bauen, besorgen, einstellen, anpassen, verbessern, installieren, upgraden. Aber wenn man das perfekte Werkzeug endlich hat, dann kann man die Aufgabe natürlich mit Links, einem Klacks, innerhalb eines Wimpernschlages erledigen.

Wer kennt das nicht? Echt nicht?

Dazu also nun die Erkenntnis, dass die gleichen Prozesse, die gleichen Glücks oder Stresshormone ausgeschüttet werden, wenn wir nur etwas ankündigen, wenn wir uns mit dem Werkzeug, statt der Aufgabe beschäftigen.

Die Verführung ist gross, sehr gross. Ok, für manche mehr, für andere weniger.

Was alle gemeinsam haben: Die Reaktion, wenn wir an unsere vergangenen nicht eingehaltenen Versprechen erinnert werden.

Egal wie wir das auch anstellen, die wenigsten können dann über sich Lachen und noch weniger können oder wollen daran wirklich etwas Ändern.

Wünsch Euch lächelnd einen schönen Samstag!