Indras Netz

Berlin,  6:48, Tag 1058

Heute Nacht viel geträumt, häufig wach, ist selten bei mir. Fühle mich trotzdem wach und ausgeruht jetzt. Habe mir den ersten Traum, der mich kurz nach Mitternacht wieder weckte, merken wollen. Beim Aufstehen war alles weg.

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Das habe ich eben von meinem alten Auto unterm Rückspiegel abgehangen. Dort hing es seit vielen, vielen Jahren ganz fast gänzlich unbemerkt zwischen Spiegel und Scheibe. Ab und zu fiel mal mein Blick drauf, und ich erinnerte mich an meine Zeit im Wedding. An den Beginn meiner Selbständigkeit, an die Anfänge in der Bankgesellschaft. Als ich Notes Admin war, bei Klaus, Tilo, Heiko, Thomas. Ewig her. Die Bankgesellschaft gibts nicht mehr. Der Parkausweis hat die Zeit in meinem Auto überstanden. Fast zwanzig Jahre her das alles. Und seit 16 Jahren hing genau dieser Parkausweis an der immer gleichen Stelle, obwohl ich ihn schon kurz nach 2001 nicht mehr gebraucht habe, da mein Engagement für die Bank endete und ich zur Nord/LB, zu Schering und später der Bundesdruckerei wechselte. Der Ausweis verbindet mich mit dem Beginn. Unter anderem Andre, Henry und auch Timo und Iris habe ich dort kennen gelernt, mit denen ich auch heute noch zusammen arbeite. Alles ist mit allem immer verbunden, alles hängt zusammen. Erst im Rückblick erkennen wir das. Und auch erst dann, wenn wir genau hinschauen, wenn wir los lassen, wenn wir uns trauen, uns tiefer und tiefer zu erinnern und die Verbindungen auch zu lassen. In diesem Monat arbeite ich seit zehn Jahren an und bei und für mtc. Ein grosser Brocken meines Lebens. Auch wenn ich an Kollegen denke, die erst ein oder ein paar Jahre hier sind, ist das so viel Zeit, im Vergleich zu unserem relativ kurzen Leben. Wir haben, wenn wir Glück haben 70 oder 80 Jahre und eines davon, ein ganzes Jahr dieses Lebens ist da schon viel. Zehn Jahre sind eine immense Zeit. Gestartet ist das hier in der  Pre-Facebook und Pre-iPhone Zeit, heute für mich kaum vorstellbar. So viel ist allein im Netz und mit den Geräten passiert, zum Irre werden viel. Ich mag es, wenn sich mein Leben dreht und entwickelt und verändert. Eines gibt Stabilität. Ich selbst, ich bin die Verbindung zwischen vielen Menschen, Zeiten, Dingen und Orten. Ein winzig kleiner Knoten im Netz. Und dieser Parkausweis, dieses Stück bedruckte Papier, holt all das, was war, all diese Verbindungen hoch an die Oberfläche, in mein Bewusstsein zurück und lässt mich kurz zurück lehnen, kurz durchatmen und dann kommt Dankbarkeit, Ruhe, Glück, Spannung, Lust und Spass hoch. So viele Erinnerungen an vergangene Lust und Leid, die unser Leben ist.

Wünsche Euch einen achtsamen Dienstag im Netz Eures Lebens!

 

Schreibmeditation: Einfach tippen, ohne zu werten!

Bizimköy, 6:48, Tag 909

Heute Nacht viel geträumt, zeitig hoch. Ein ruhiger Morgen, Cookie blieb die Nacht über wieder bei uns, diesmal hat sie ganz ruhig auf der Terrasse geschlafen. Wir können nicht aufgeben, für sie gute neue Herrchen zu finden.

Die Federwolken beim Sonnenuntergang gestern waren so schön, dass sie heute das wolkenlose Sonnenaufgangsbild ersetzen sollten.

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Das Gespräch mit dem Tierarzt aus dem Rehab Center für Hunde, ein weiterer Besuch beim privaten Tierarzt und ein kleiner Einkauf haben den Nachmittag bestimmt. Ansonsten baue ich endlich mal in Ruhe an unserer Firmendoku. Hier Motivation zu finden, ist die aktuelle Aufgabe. Eine Woche hier im Sommerbüro ist nun schon rum. Nächste Woche müssen noch zwei Präsentationen gebaut werden, neben dem Vervollständigen der Doku. Und unsere Roadmap, eine Auftrags- und Projektübersicht verträgt auch noch einiges an Verbesserung.

Komme nicht so schnell voran, wie gedacht und gewünscht. Diese negative Gefühl beim Arbeiten ist irgendwie hinderlich. „Nicht zu Wissen, zu Sehen was ist, liebevolles Handeln.“, sei doch mein Mantra.

Gestern als jemand auf Facebook fragte, was man denn gegen Essstörungen unternehmen könnte (echt!) fiel mir das sofort wieder ein. Für andere fällt mir das sehr leicht ein. Für mich selbst komme ich, wenn überhaupt, erst hier am nächsten Morgen drauf.

Ein Artikel noch fürs Wochenende: There’s Grief in Comming Home, den ich über Filiz auch auf Facebook schon vor einer Weile gefunden habe.

The work of building culture is learning and remembering how things have come to be as they are, without recourse to premature, temporary fixes, or to depression and despair. The way things are now, despair is a laziness no one can afford.
~Stephen Jenkinson, orphanwisdom.com

Hier denke ich gleich wieder an meine Familie, meine Firma. Es funktioniert doch im Kleinen wie im Grossen. „Es gibt keine Abkürzung“ ist eines meiner anderen Mantras, die mir immer wieder einfallen, wenn in meinem Umfeld, nach dem Tool, der Pille, dem Wunder, der Weiterbildung, dem Retter im Aussen gesucht wird. Und mit Abkürzung meine ich genau jene kindischen, temporären Fehlerkorrekturen. Und Depression und Verzweiflung kann ich hier noch mit Ignoranz und dem Wegrennen in Unterhaltung und Dämpfung, also Konsum von Aussen ergänzen. Für mich ist das eine Form von Verzweiflung, dem Gegenteil von achtsam, bewusst und weise. Wir glauben so oft, wir kommen davon. Es wird uns schon nicht erwischen. Es ist doch alles OK. Ja und Nein! Es ist beides zu gleich, es ist schon ok so, wie es ist, aber es ist auch sowas von nicht ok. Wir wissen das, wenn wir ehrlich zu uns sind. Wir könnten so viel mehr tun!

Aber! Verzweiflung ist Faulheit, die wir uns nicht leisten können. Liebevolles Handeln im hier und jetzt ist der einzige Ausweg. Nicht nur verzweifeln, was gestern (nicht) getan wurde. Nicht nur hoffen, dass morgen schon eine Lösung kommt.

Es ist die stetige Erinnerung daran, die mich unruhig sein lässt. So oft scheitere ich, dass ich gar nicht weiss, wie ich nicht verzweifelt sein soll. Einmal die Zeitung aufschlagen. Einmal an das Schicksal von anderen Denken. Doch, „Verzweiflung ist Faulheit“ könnte ein weiteres Mantra für mich werden. Es ergänzt und fast wunderbar zusammen, dass ein wenig Entschlossenheit und etwas Hoffnung ausreichen, etwas – das richtige – zu tun.

Wie ich jetzt schon wieder hier geendet bin, weiss ich gar nicht. Es war doch nur ein Artikel, den ich Euch empfehlen wollte. Achja, Schreibmeditation! Einfach tippen, ohne zu werten!

Wünsch Euch einen bewussten Samstag im Hier und Jetzt!

Wochenstart

Istanbul, 6:48, Tag 823

Heute Nacht ging einiges schief. Erst war meine Matratze in meiner Wohnung belegt durch neue Mitbewohner, ein entfernter Bekannter mit seiner Freundin(, den ich seit Jahren nur auf Facebook sehe.) Ich schlief in einer Kammer nebenan auf dem Boden und musste vorbei an den Beiden, um ins Bad zu kommen. Dann an einem Flughafen vorm CheckIn. Hatte zwei Koffer, war zu spät, sollte sie noch holen von links hinten. Lief zur Kontrolle, hatte was vergessen, musste zurück, verlief mich… nach zweimaliger Wiederholung wachte ich trotz kurzer Nacht schön zeitig auf.

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Eben war noch alles blau und wolkenleer und keine 10min später zogen diese schönen Morgenwolken durch das Bild. Am Morgen kommt der Wind grad vom Schwarzen Meer.

Bei aller Reflexion, bei allen Gedanken wünsche ich mir manchmal, nichts zu sehen, nichts zu fühlen, nichts zu denken. Ich wünsch mir Einfachheit und Leichtigkeit, ein Lachen, ein Windhauch, ein Sonnenstrahl. Genug.

Die Komplexität meines Lebens überfordert mich oft. Kann man Einfachheit und Leichtigkeit erzeugen? Gibt es einen Weg, den ihr kennt?

Annehmen, was ist!

All die Gedanken, all die Erinnerungen, all die Vergleiche, all die Eindrücke, all die Wertungen, all die Fehler, all die Schwächen und Stärken, das Schöne und das Hässliche, die Liebe und den Hass, die Lügen und die Wahrheit.

Nicht anhaften!

Die Momente erkennen, sich selbst beobachten, sich selbst ernst nehmen, schützen, respektieren. Wir können uns entscheiden. Wir können uns vertrauen.

Es ist um 7 in Berlin. Die neue Woche startet gerade. Ich mach mir einen Plan, dann werfe ich ihn weg. Es gibt so viel zu tun. Und es hört niemals auf.

Der Wechsel hier nach Istanbul nimmt mir das gewohnte Umfeld. Hier gibt es andere Routinen, die mich halten. Die Verbindung spüren, trotz der Entfernung.

Vielleicht fehlt mir etwas Schlaf! Vielleicht weiss ich grad nicht, was mir gut tut. Vielleicht, vielleicht starte ich einfach in die Woche. Mach meine Mails auf, räume die Inboxen leer und bereite die Termine vor. Das klingt gut.

Ja, das klingt einfach und leicht.

Wünsch Euch sehr einen leichten Wochenstart.

Was will ich eigentlich sagen?

Berlin, 6:48, Tag 694

Heute Nacht habe ich einen Flugzeugstart verhindert. Ich habe dazu ein dreifarbiges Gelee benutzt, mit dem ich das Trieb- und Fahrwerk verstopfte. Dann bin ich in einer Rinne, in einem Sturzbach voller Wasser einen Berg hinunter gespült worden, nur Drei überlebten die rasante Abfahrt, ich war einer davon. Plötzlich steht ein kleiner Junge auf einem Baseballfeld und soll den Ball treffen. Er schluckt eine Pille und *peng* trifft und versenkt er den Ball am zweiten Inn. Ich wache kurz vorm Wecker auf…

Heute morgen liefen mir ein paar alte Sachen von Loius C.K. über den Weg. Also als ich Buenos Dias, Argentina von Jens durchlas und dort ein Youtube von Udo Jürgens wegen der Gema wieder mal nicht ging. Übrigens singt dort Udo Jürgens das Lied im Jahre 1978 zusammen mit der Fussballnationalmannschaft im gebührenfinanzierten ZDF. Das habe ich aber erst durch meinen nordamerikanischen VPN Server erfahren.

Eine Nebenwirkung davon ist, dass ich auf einmal auch nordamerikanische Youtube Werbung und Empfehlungen zu dem Udo Jürgens Song bekomme. Super gemacht, Gema!

Eine davon war der erste Auftritt von Louis bei Conan O’Brian vor echt schon 20 Jahren. Schön, wie Youtube das macht: wenn ich mir 30 Jahre alte Songs anschaue, zeigt er mir die alten Sachen von Louis!!!

Als ich damit fertig war, fand ich noch ein weiteres Video von Louis, in dem er in der New York Public Library über George Calin spricht, von dem ich noch nie gehört habe. Mittendrin muss ich diesen Satz mitschreiben:

What do I really want to say, that I am afraid to say?

Es geht mir hier vielleicht ähnlich. Deshalb hat mich das so getroffen! Ich möchte immer tiefer gehen, immer über das hinaus, was hier schon ist. Das kann weg, das ist doch alt.

Dann denke ich an James‘ Posts und ich frage noch mal: Was will ich hier eigentlich wirklich sagen? Was traue ich mich nicht zu sagen? Wovor habe ich noch Angst? Wo lande ich, wenn ich es versuche?

Ich hab nun schon über alles geschrieben, es ist langweilig, es ist eine Wiederholung. Seit fast 700 Tagen wiederhole ich mich doch einfach nur. Dann will ich es vergessen, alles vergessen, was ich hier geschrieben habe und von vorne anfangen.

Zum Glück fängt jeden Morgen ein neuer Tag an. Und jeden Morgen fange auch ich wieder von vorne an. Ich brauch keine Angst zu haben, mich zu wiederholen. Es wiederholt sich nicht, selbst wenn ich das denke! Ich habe kein Programm, nur ein Format, an dem ich mich festhalte. Jeden Morgen sitze ich hier vorm Laptop und versuche in mich hinein zu hören, was heute hier ist. Manchmal ist da Langeweile, manchmal ist da nichts. Jeden Tag was anderes! Wovon träume ich, was wünsche ich mir, was stelle ich mir vor, was geht in mir vor und vor allem: was traue ich mir nicht zu denken und zu sagen?

Mein letzter Rucksack ist nach 2 Jahren kaputt gegangen. Es war ein Tagesrucksack, den ich von meinem Trolley abgemacht hab. Er hatte genau die richtige Größe. Der Trolley ist noch ganz in Ordnung. Nur der Reissverschluss an meinem Rucksack war unreparierbar kaputt. Nun wollte ich keinen neuen Trolley kaufen, nur um einen neuen Tagesrucksack zu kriegen.

Am Samstag hab ich abends dann doch noch meinen neuen Rucksack gefunden. Die coolen Schultertaschen bringen mich um, sie wiegen das gleiche, aber fühlen sich doppelt so schwer an, wie solch ein Rucksack. Es war echt nicht leicht, einen 15l Rucksack ohne Trolley zu finden, in den auch mein Laptop passt.

Alle Laptop Rucksäcke sind auf Massenverkauf entwickelt, also haben sie 15 Zoll Fächer für 15 Zoll Laptops, da passen auch 11 und 13 Zoll und wenn man quetscht auch ein 17 Zöller rein. Online mag ich so was nicht kaufen, die Fotos täuschen einfach und ich bin nicht gut im zurück senden.

Hier meine Empfehlung: ein Venturesafe 15l GII von pacsafe, den ich bei Globetrotter gefunden habe. Perfekt für mein 13′ Macbook Air und iPad Mini incl. allem Kabels und sonstigem Klimbim. Der Gag sind die exomash genannten eingenähten Drähte, die angeblich Diebstahl erschweren und RFID Strahlen blocken können. Mal schauen, was die Airport Security nächste Woche davon hält.

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Dann hab ich gestern meine erste Unterrrichtsstunde im Waschbrett spielen bekommen. Die Idee hatte ich schon länger, Patxi, eine Strassenmusikerin hatte mir das vor Jahren schon mal erzählt, dass sie das gerne Kindern (und mir) hier im Kiez beibringen würde.

Boah, das wird ein langer Weg. Aber irgend etwas zieht mich grade wieder näher zu Rhythmus und Musik.

 

So, jetzt starten meine Meetings. Wünsch Euch einen tollen Start in die neue Woche!

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Er verstand nur Hauptbahnhof…

Berlin, 6:48, Tag 691

Heute Nacht liefen Tiere durchs Büro. Erst sah ich einen Waran, dann hielt mir jemand ein Tigerbaby im Nacken entgegen. Meine Kundin war sauer auf mich, dass ich ihr keinen Rabatt im Angebot gewährt hätte. Wir suchten uns Taxis, die grade wegfuhren. Alte, enge, dreckige Taxis. Wir waren in Kassel und wollten nach Berlin. Eigentlich Wilhelmshöhe, aber der Fahrer verstand nur Hauptbahnhof. Ich versuchte, eine neue Verbindung zu finden, faltete mein dreiteiliges Laptop auf, steckte die Antenne ein. Ich hatte größte Schwierigkeiten bahn.de in den Browser einzutippen, die beiden oberen Bildschirme klappten immer auf meine Hände. Wir würden den Zug verpassen, ich wachte auf…

Damit wünsch ich Euch einfach einen famosen Tag!

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Konflikte und Sucht…

Berlin, 5:56, Tag 648

Heute Nacht war ich auf Inseln mit Bergen. Tausende Touristen kommen an, während wir gerade wieder fahren. In den Scheunen sind Zelte aufgeschlagen. Überall, wo ein Dach drüber ist, zelten die Touristen. Dann suche ich ein leeres Taxi. Sie stehen in Reihen wie am Flughafen. Dabei sind wir in einem Dorf. Die Entscheidung für einen Fahrer fällt schwer und ich wache ganz leicht vor dem Wecker auf.

Manchmal verbinde ich die komischsten Themen miteinander: heute ist Konflikte und Sucht dran. Bin ich gestern mit Tony drauf gekommen.

Ich bin irgendwie süchtig danach, mich zu streiten, zu argumentieren und zu provozieren. Wenn dann mein Gegenüber tatsächlich sauer wird, erschrecke ich mich und versuche, die Wogen wieder zu glätten, alles wieder einzurenken, mich zu entschuldigen.

Es ist dabei so, als ob ich die Kontrolle verliere. Die Auslöser für solche Konflikte können sehr vielfältig sein. Meist hat sich etwas angestaut. Etwas, das mir schon ein paar Mal aufgefallen ist, ich aber immer nichts gesagt habe. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, es hat nicht gepasst, ist doch alles nicht so schlimm und wichtig.

Wann der Konflikt ausbricht, kann ich nicht wirklich kontrollieren. Ich verstehe das erst hinterher, wenn sich die Rauchschwaden wieder verzogen haben. An meine Worte im Konflikt kann ich nicht mehr wirklich erinnern, es ist als ob ich in Trance oder im Flow bin. Unter Hochdruck suche ich nach Argumenten, nach Erinnerungen, nach Punkten mit denen ich meinen Standpunkt, meine Wut, meinen Ärger, meinen Frust erklären kann. Dabei wird nicht viel gespeichert.

Wenn der Konflikt ausbricht, überrasche ich mein Gegenüber damit. Dadurch erscheine ich noch unzuverlässiger und unberechenbarer, als ich es möchte. Aber ich weiss selbst nicht, wann mir etwas zu viel wird. Als ob ich die Impulskontrolle verloren habe.

Und an diesem Punkt fiel es auf, dass der Verlust der Impulskontrolle ja ein Suchtmerkmal ist. Man scheint nicht kontrollieren zu können, ob und wann man wie viel trinkt. Man erfindet dann tausend kleine Sachen, warum es ganz OK ist, Alkohol zu trinken: ein Glas Rotwein ist gut fürs Herz. Zum Essen, das schmeckt einfach. Ist doch nur zum Anstossen.

Das alles dient dabei nur der Vertuschung des Verlustes der Impulskontrolle.

Bei dieser Verbindung zwischen Sucht und Alkohol steigen schon viele Menschen aus und werden mit mir diskutieren und mir beweisen wollen, dass sie eben nicht süchtig sind. Genauso akzeptierte ich bis gestern nicht, dass ich süchtig nach Konflikten bin. Mir gefällt doch irgendwie, die Kontrolle zu verlieren, an die Grenze zu gehen und zu schauen, wie sehr ich provozieren, wie sehr ich mich durchsetzen kann, wie weit ich komme.

Genauso habe ich mich früher gefühlt, als ich nach dem Essen das zweite Glas Rotwein einschenkte. Bin doch nicht süchtig. Es schmeckt doch. Mir gefiel doch irgendwie, so viel zu vertragen, an die Grenze zu gehen und zu schauen, ab wann ich das wirklich nicht mehr kontrollieren kann. Ach lass uns noch in ne Bar gehen, einer geht doch noch und nach Hause hab ichs bisher noch immer geschafft. Ich konnte mich damals an manche Abende genauso wenig erinnern, wie ich mich heute nicht mehr an meine Worte im Konflikt erinnern kann.

Dem Alkoholiker sind der Kater und die Kosten und die Folgen seins Trinkens aber nicht egal. Nur er trinkt trotzdem! Mir sind die negativen Folgen der Konflikte, die Belastungen der Beziehung, das Leid bei den Beteiligten und die Folgen der Konflikte auch nicht egal. Und doch streite ich mich weiter.

Mittlerweile ahne ich, dass ich durch Übung von Reflektion und Meditation, durch das blosse Sitzen auf dem Kissen, solch destruktiven, negativen Gewohnheiten sehr wohl ändern kann. Jeder ist so in der Lage sein Leben selbst zu gestalten und sich von leid erzeugenden Süchten zu heilen.

Aber etwas kann und möchte ich aber nicht ändern, sondern will ich immer schlimmer werden lassen: Themen miteinander zu verbinden. Beziehungen, Abhängigkeiten und Ähnlichkeiten zwischen Dingen zu erkennen und so zu lernen, sich zu entwickeln. Denn das ist mein Weg!

Zwischen Verhalten, Gefühlen, Konzepten, Gedanken, Wahrnehmungen und Informationen, zwischen allem und allen bestehen die vielfältigsten Beziehungen. Ich kann vielleicht Zusammenhänge erkennen, die mein Umfeld nicht sehen will oder kann.

Mein Suche nach Kontrollverlust ist eine Ursache für Konflikte! Und dabei bin nicht süchtig nach Konflikten. Man ist nicht süchtig nach Alkohol, sondern nach dessen Wirkung. Ich bin nicht süchtig nach Konflikten, sondern mich verlangt danach, ungesehene Beziehungen zu erkennen und zu offenbaren. Daran berausche ich mich!

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Wünsch Euch einen ganz berauschenden Donnerstag!

Build an Insight Timer Clone in a Day… because we can?

Istanbul, 6:48, Tag 528

Heute Nacht habe ich intensiv geträumt und es vergessen lassen, wollte einfach nicht, meine Stimmung war etwas moll beim Aufwachen, dann möchte ich nicht kramen und tiefer eintauchen.

„Speed changes everything?“ untersucht Mirko in seinem Blog und vergleicht seinen Ansatz bezüglich keiner eigener Datenhaltung mit dem unseren bei OPD, bei dem wir die Patentinforamtionen selbst indizieren. Ich möchte ihm am liebsten zurufen: „Because we can!“, aber eigentlich macht eine polemische Debatte keinen Sinn. In seinem Post geht er nur auf den Geschwindigkeitsvorteil ein, den wir heute nicht mal wirklich ausschöpfen. Dabei hab ich eine hoch interessants Stunde gestern mit ihm gechattet, über die unterschiedlichen Strategie und Ziele, die wir beide mit unseren Apps jeweils verfolgen.

Dann habe ich gestern hierüber StackMob entdeckt, das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Ich werde wieder meine Social Timer Idee dafür benutzen, also mein Versuch einen schöneren, besseren Meditationstimer (als Insight Timer) zu bauen.

Mein Projekt würde dann heissen: Build an Insight Timer Clone in a Day?

Da fällt mir etwas ein! Der Termin dafür steht eigentlich auch schon fest: unser Nachbarn Francis und Hannah veranstalten am 10. und 11. Mai einen 24h for Gando Tag, der sich dafür super gut eignen würde.

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Also, meine Idee ist, einen Hackathon an diesem Tag zu veranstalten: 24h Hackaton for Gando.

Und wir versuchen in dieser Zeit einen Insight Timer Clone in a Day zu bauen. Jeder Euro, den wir mit diesem Projekt/dieser App verdienen werden, wird dem Gando Projekt von Francis zu gute kommen.

Das könnte auch 0€ (Null €) sein. Mhhh?!

Vielleicht kann jeder, der an dem Hackathon teilnehmen möchte, ob live oder remote 5€ pro Stunde -quasi einen negativen Stundensatz- an das Gando Projekt spenden.

Wir brauchen Infrastruktur, also Schreibtische und schnelles Internet, müssten uns um das leibliche Wohl kümmern. Und dazu -das habe ich grade für mich beschlossen- werde ich im Matching Grant Stil jeden von den Teilnehmern gespendeten Euro einfach matchen. So dass wir zum Beispiel bei 10 Teilnehmern, die je 8h bleiben: 10h * 8 Teilnehmer * 5€ * 2 = 800€ für die weiterführende Schule sofort spenden könnten.

Was haltet ihr von der Idee? Würdet ihr remote oder persönlich vor Ort mitmachen? Könnt ihr selbst programmieren oder designen oder zumindest Programmierer und Designer motivieren? Könnt Ihr Marketing? Kennt Ihr Leute, die helfen können? Ganz sicher doch!

Uhhh, ich bekomme grade grosse Lust, genau so ein Event zu veranstalten. Für den Social Timer würden wir auch, wie Mirko es empfiehlt, keine eigenen Daten halten müssen. Und vielleicht macht ja sogar Mirko mit, mit seinen Krikkit for iOS Entwicklern? Wir würden Spass haben und dabei etwas lernen können, wir würden eine hässliche App schön und sozial machen und gleichzeitig würden wir helfen, dass die weiterführende Schule in Gando in diesem Jahr noch fertig gebaut werden kann, Multi Win sozusagen.

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Wünsch Euch einen inspirierten Samstag!