Meine Vier Ratgeber

Bizimköy, 6:54, Tag 912

Heute Nacht hab ich wild geträumt und unruhig geschlafen. Bin früh morgens mit einem tollen, kleinen, neuen Auto irgendwo weit weg nach Hause losgefahren und dann, dann nach über sieben h Abends um 18 Uhr bin ich in der Nähe von Prag gelandet. Hab vorher einfach nicht auf Strassenschilder und die Karte geachtet. Ich halte an. Hole die Karte raus. Suche, wo ich am besten übernachten kann. Bis Erfurt sollte ich es noch schaffen. Fahre los. Die sperrige Karte versperrt mir im Auto die Sicht. Ich biege um eine Ecke, als plötzlich Schlagbäume über die Strasse wandern, weil sich vor mir eine Brücke öffnet. Ich muss eine Ampel übersehen haben. Die Brücke geht von der anderen Seite gleich wieder zu, Autos und Busse fahren in breiter Front mit der sich schliessenden Brücke auf mich zu. Ich wache auf!

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Dann habe ich erst Quatsch im Spiegel und dann drei Seiten Thich Nhat Hanh über unser kollektives und individuelles Bewusstsein gelesen und mich zu Sitzmeditation hingesetzt. Die letzten beiden Tage mit Fieber und Schlappheit habe ich im Liegen meditiert.

Auch wenn ich mir einreden kann, dass das auch geht, nichts geht über die Sitzmeditation. Sie ist für mich am effektivsten, am tiefsten, wirkungsvollsten im Vergleich mit all den anderen Formen, von Geh- oder Arbeitsmeditation. Meditation im Liegen ist Entspannung. Meditation im Sitzen ist Konzentration. Ein starkes Bild tauchte gegen Ende auf.

Das Herz

Es begann in der Meditation mit meinem Herzen. Manchmal gerät es aus dem Takt. Macht durch Hüpfer und unregelmässiges Schlagen auf sich aufmerksam. Ich spüre es dann von Zeit zu Zeit sehr viel deutlicher, als wenn der Rhythmus stimmt. Ich bin dazu aufgeregter, unruhiger und nicht ganz so leistungsfähig, schwitze auch schneller. Ich lass das behandeln. Die Ärzte finden keine physische Ursache mit ihren superteuren bildgebenden Geräten. Auch in ihren Laboren finden sie nichts bei der Analyse meines Blutes. Ich kenne aber einen Zusammenhang. Das erste mal hatte ich das, als ich mich Mitte zwanzig von meiner zweiten mehrjährigen Beziehung trennte. Solch einen ähnlichen Zusammenhang finde ich seit dem bei jedem Auftreten meines ausser Takt kommens. Mein Herz verbindet mich mit mir selbst und anderen Menschen, ist mein Beziehungsbarometer. Wie sehr bin ich im Einklang mit mir und den Menschen um mich herum. Vorhin beim Sitzen, habe ich mich sehr auf mein Herz konzentriert, mich bedankt, seine Stärke, seine Arbeit anerkannt, es gesehen.

Der Kopf

Dann fiel mir mein Kopf ein, der mir die ganze Zeit diesen endlosen Strom an Gedanken einspielt. Alles steuert und kontrolliert, bei dem alle Signale aus allen Ecken zusammen laufen und verarbeitet werden, dieses endlose Geflecht an Nervenzellen, die alles speichern, alles erinnern, mit dem ich Gefühle erkennen und benennen kann, mit dem ich mit anderen spreche, durch das das Bild meiner Augen, der Klang meiner Ohren, die Empfindungen meines Körpers einen Sinn bekommt. Die Logikhälfte und die Gefühlshälfte fielen mir ein. Und auch hier habe ich mich kurz bedankt für seine Schnelligkeit, seine unermüdliche Rechenleistung, die es für mich erbringt. Hier entsteht für mich aller Sinn, ohne meinen Kopf könnte ich mir nicht beim Denken, Träumen und Fühlen zuschauen. Und dann kann ich mich auch noch dabei selbst beobachten.

Der Bauch

Was mich zum nächsten bringt, dem Unerklärlichen. Meiner Intuition, der Eingebung, den Impulsen, jemandem zu vertrauen, jemandem zu misstrauen. Etwas genau jetzt oder auch jetzt nicht zu tun. Mein Bauch ist mein dritter Ratgeber, der der im stillen, im dunkeln seine Arbeit verrichtet. An den mein Kopf nicht ran kommt, der sich jeder Erklärung, jeder Offenlegung seiner Funktionsweise verweigert. Für mich liegt im Bauch der Zugang zur Weisheit meiner Vorfahren, zur Weisheit des Kollektivs, der Gesellschaft. Immer wenn ich Gedanken oder Gefühle in meinem Bauch wieder finde, weiss ich, jetzt mal kurz still zu sein, weiss ich, jetzt mal kurz abzuwarten, den Moment auszudehnen und dann das, was als Antwort kommt, anzunehmen und danach zu handeln. Es ist einfach dann das Richtige, egal welche Konsequenzen dabei entstehen.

Der Körper

Über meinen Körper, als meinem vierten Ratgeber, habe ich Zugang zu all den Erinnerungen und Erfahrungen der Vergangenheit. Er ist nicht nur mein Gefäss, meine Hülle, mein „old bag of bones“, wie Bernie Glassman das mal Jeff Brigdes (s.a Tag 680 und Tag 681) erzählt hat. Mein Körper gibt mir ständig Signale, auf die ich hören kann und sollte. Hab ich irgendwo Schmerzen oder hab ich Hunger. Ist etwas gefährlich, habe ich Angst, Lust, Ekel. Will ich etwas, will ich etwas nicht. Für all diese Impulse finde ich Stellen in meinem Körper, die ich damit verbinden kann. All diese Impulse haben irgendwie ihren Ausgangspunkt in meinem Körper, nicht nur in den Sinnen selbst, meinen Augen, Ohren, Mund, Nase, Haut. Auch meine Muskeln, die sich verspannen oder entspannen, auch ein Ziehen dort, ein Zwacken da, ein Brennen, ein Pickel, ein Jucken. Nur wenn ich auf die Signale meines Körper höre, wenn ich in Kontakt mit mir selbst bin, geht es mir gut und besser. Dann kann ich manchmal auch bitten, jetzt mal voll aufzudrehen, mal zu zeigen, was in ihm steckt, mal aus- und durchzuhalten. Noch was, der Körper lässt sich am Einfachsten von allen Vieren gut behandeln, er meldet am direktesten zurück, was gut oder auch nicht gut für ihn ist.

Also, das sind meine vier Ratgeber!

Mein Herz, mein Kopf, mein Bauch und mein Körper, die ich immer dabei habe, die ich immer fragen kann. Und auf die ich immer, IMMER, hören sollte! Ja, nicht nur auf einen der vieren, das gibt Unglück! Mindestens zwei, am besten alle vier sollte ich befragen, egal was ich tue, vor allem bei wichtigen Entscheidungen und nicht nur, wenn es mir nicht gut geht oder ich Probleme habe. Auch wenn etwas Schönes passiert, kann ich bei allen vieren mal kurz checken, ob ich mir da vielleicht doch nur was vormache. Jeder der vier spielt sich gerne in den Vordergrund, will die Kontrolle, die Macht alleine übernehmen. Wenn sie in Balance sind, wenn ich sie alle vier gleichberechtigt und balanciert kriege, dann bin ich glücklich, dann macht mein Leben Sinn. Einen besseren Zugang zu ihnen, habe ich erst über die Meditation bekommen.

Wünsch Euch einen schönen Tag!

Kopfkino

Bizimköy, 6:54, Tag 895

Der heutige Morgen ist sehr leise. Ja, ich höre die Autobahn weit weg dunkel rauschen. Der Kühlschrank ist grade ausgegangen. Jetzt höre ich ihn erst. Meinen Tinitus höre ich auch, wenn ich das möchte. Eben rauscht oben ein Flugzeug vorbei. Aber der heutige Morgen ist trotzdem sehr leise. Still, nicht ruhig. Fr. N. ging es dort im Rhein-Main-Gebiet grad ähnlich.

Ihren Blog kann ich grad nur jedem empfehlen, der hier auch mitliest. Mehr Alltagsgeschichten, viel leichter, ich glaube unterhaltsamer, als hier. Kann man gar nicht wirklich vergleichen. Aber da sie auch mitzählt und schuld daran ist, dass ich hier auch wieder täglich schreibe, sei mir dieser kurze Hinweis erlaubt.

Vorgestern ging es um die Scheu vor dem Wort Angst. Das geht mir grad nicht aus dem Kopf. EIgentlich ging es wohl um Ehrlichkeit und Offenheit im Alltag. Vor allem in schwierigen Situationen, mal den Autopiloten der Gewohnheiten, die lange geübten Standardreaktionen auszuschalten, die Waffen zu strecken, sich bewusst dem Gegenüber verwundbar, verletzbar zu zeigen.

Für mich ist es eine grosse Hilfe, das klar als Angst zu benennen. Ich hab hier keine Scham, kaum keinen Zweifel, dass ich viele meiner Gewohnheiten auf das Grundgefühl Angst zurückführen kann. Angstvermeidung, die Vermeidung von gefährlichen Situationen. Aber nicht existentiell, körperlich gefährlich. Nein, ich meine eine Gefahr für mein seelisches, moralisches, fühlendes Selbstbild, für mein Gleichgewicht. Eine Gefahr für meine Interpretation der Welt, für mein Weltbild. Sicher ist das eine sehr subtile, latente Gefahr.

Es passiert ja nichts wirklich Schlimmes, wenn meine Sicht auf die Dinge nicht der Realität der anderen entspricht. Wenn ich abgelehnt, ignoriert, beigeistert, abgestossen, angezogen werde, passiert nichts wirklich mein Leben Bedrohendes. Aber Meine Gedanken und Gefühle in bestimmten Situationen stelle ich in Frage, reflektiere und gleiche sie mit den Gedanken und Gefühlen von anderen Menschen, die mit mir in dieser Situation sind, ab.

Es ist nicht mal so, dass ich meine Ziele, meine Wünsche, meine Erwartungen in Gefahr sehe. Es ist mehr so, dass – wenn ich am Leben bin und teilnehme – anderen zwangsläufig damit in die Quere komme. Auf die ein oder andere Art halte ich Leuten einen Spiegel vor, bringe sie in unangenehme Situationen, konfrontiere sie mit mir und meinen Ideen. Auf eine ganz schräge Art habe ich genau davor Angst, bzw. empfinde Trauer, weil ich so nämlich einfach Leid verursache.

Dieser Film, der da immer im Hinterkopf mitläuft, nervt sehr oft. Fühle mich dabei zu sensibel, zu verwundbar, zu verkopft. Ich gehe nicht sehr oft in diesen Film. Es ist mehr so wie bei den Geräusche in meiner Umgebung. Wenn ich mich darauf fokussiere, meine Aufmerksamkeit darauf richte, dann höre und sehe ich diese Dinge, diese Geräusche meines eigenen am Leben seins.

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

Mein Neigung zur Sucht, sei es schnelles Autofahren, excessives Exceln, früher der Alkohol und so weiter, dienten oft dazu, diesen Film mal für ein paar Momente anzuhalten, mal so weit auszublenden, dass selbst wenn ich wollte, keinen Zugriff darauf mehr hatte. Ich empfand das als Erholung von mir selbst. Manchmal noch heute!

Nochmal, nicht anzuecken, den Erwartungen anderer zu entsprechen, die Regeln anderer einzuhalten, von ihnen geliebt, gemocht und beachtet zu werden, hat für mich etwas mit Angst zu tun. Andere zu überrollen, Erwartungen anderer zu enttäuschen, Regeln anderer zu brechen, andere nicht zu lieben, nicht zu mögen, nicht zu beachten, hat für mich etwas mit Trauer zu tun.

Mein bester Freund hat mich auf diesen Weg geschickt. Er hat mir beigebracht, nach der Wurzel, der Ursache von allem in meinem Leben zu fragen. Und sich nicht mit der ersten Antwort zufrieden zu geben, sondern weiter zu fragen, immer weiter, so lange weiter zu fragen, bis es weh tut, bis es echt ist, wirklich ehrlich wird, bis man es nicht mehr aushält.  Und dann nochmal zu Fragen, was ist die Wurzel von diesem Gefühl, diesem Gedanken, es jetzt nicht mehr auszuhalten?

Er hat mir auch beigebracht, nach der Frucht, dem Ergebnis von allem in meinem Leben zu fragen. Und auch hier nach der ersten Antwort weiter zu fragen, so lange weiter zu fragen, bis auch das weh tut, bis es auch hier wirklich ehrlich wird, bis hinter meine Fassaden, hinter mein eigenes Selbstbild, meine eigenen Konstruktionen, Erfahrungen, Erinnerungen, Gewohnheiten schaue und vielleicht merke, was die Folgen meines Handelns auch sind.

Ich bin bei diesen Fragen relativ schnell in meiner Kindheit, bei meinen Eltern, meiner Schulzeit gelandet. Und wenn man dann weiter fragt, lande ich vielleicht bei der Gesellschaft, der Welt, den Nachrichten. Wenn ich noch weiter gehe, sehe ich manchmal meine Grosseltern und welchen Einfluss sie auf meine Eltern, auf mich haben und gehabt haben.

Ich finde relativ oft frühere Erlebnisse, Krieg, Schmerz, Sucht, als tiefe, tiefe, sehr tiefe Ursachen meines heutigen Handelns. Ich sehe Angstvermeidung, Schutz vor Angst und Trauergefühlen, als Ergebnis vieler meiner heutigen Aktionen.

Aber auch hier, erst bei der vierten, fünften, zehnten Antwort. So oft habe ich scheinbar keine Zeit dafür, gehe da nicht rein. Laufe weiter im Autopilot meiner Gewohnheiten, stelle nichts in Frage, hangle mich von Moment zu Moment.

Aber dieser Film, in der hintersten Ecke meines Kopfkinos, der läuft trotzdem immer mit. Ob ich nun hinschaue oder auch nicht!

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So, jetzt aber schnell zurück ins Hier und Jetzt! Frühstück machen, vorlesen, spazieren gehen, Excel anwerfen, Slides für nächste Woche zusammen stückeln.

Auf gehts! Wünsch Euch einen achtsamen Tag!

Fremdenfreundlichkeit

Bizimköy, 6:54, Tag 850

Heute bin ich zeitig hoch, das Haus ganz ruhig, doch die Kleine wurde wenig später auch schon wach. Gestern war ein schöner, ruhiger Tag. Wir haben die letzten Sommer hier verbracht. Im grünen Garten, dem kleinen Häuschen, in der Nähe vom Strand des Marmarameers. In einer kleinen Wohnanlage. Zwei Supermärkte, ein Strandcafe, sonst nix.

Silivri, die Stadt in der Nähe, hat nun 155.000 Einwohner. Vor zwanzig Jahren war das nur ein Fischerdorf. Dort haben wir am Hafen den Fisch für den Grill am Abend gekauft, der war lecker. Hab viel gelesen, bin viel rumgelaufen. Hab meine drei Ingress Portale hier in aller Ruhe bestückt und vernetzt.

Dann doch 28 Grad, am Nachmittag viel Sonne, es blies ein frischer Wind und brachte viele Wolken vom Schwarzen Meer. In der Nacht hat geregnet, jetzt ist hier leuchtend grauer Morgen.

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Ups, jetzt bin ich irgendwie auf Publizieren gekommen und der Post ist schon raus. Deshalb gibts hier den Rest als Aktualisierung. Sorry, falls der Link nicht mehr funktioniert (wenn ich den Titel im Nachhinein ändere).

Wollte eine meditierende Schnecke hier hochladen und habe mich in Youtube und beim News lesen verloren.

Aber eigentlich wollte ich Euch die Geschichte unseres neuen Grills erzählen. Gestern bin ich in den Baumarkt hier gefahren. Die Mode schwappt schon seit ein paar Jahren aus dem Rest Europas hier rüber. Bis dato gab es Strassen in jeder Stadt, die kleine Geschäfte mit Krams haben. Eine Lampengasse. Eine für Werkzeug. Eine für Gartenzeug.

Gestern also, bin ich in den Baumarkt hier in Silivri. Unser Grill auf der Terasse ist über den Winter über verschwunden incl. Wedel und Zangen. Konnte wohl jemand gebrauchen, obwohl er schon 4 Jahre alt war und eigentlich komplett durchgebrannt.

Im Baumarkt hatte ich schnell das Regal mit den Grillen gefunden. Ich entschied nach Einfachheit und Standfestigkeit. Wackelte an jedem Grill rum. Wenn er schwankte, dann der nächste bitte. Ganz links, ein silberner Flachgrill wurde es dann. Ich packte noch etwas Kohlenanzünder und eine dieser runden Grillkohlenkamine mit Griff dazu, mit denen man die Kohle heutzutage anfeuert und zum Glühen bringt.

Und dann rollte ich meinen Fang einfach zur Kasse.

Der Laden war rappelvoll, die Angestellte alle irgendwo mit anderen Kunden beschäftigt. Fast an der Kasse angekommen, kam mir einer in Montur und mit einer Familie im Schlepptau in die Quere und redete auf türkisch auf mich ein. Ich verstand so viel, dass ich natürlich nicht das Ausstellungsstück kaufen könne und ich auf ihn und einen verpackten Grill warten solle.

Meine Standardreaktion ist: Lächeln und im besten lokalen Dialekt zu sagen, dass ich nur ganz wenig Türkisch spreche, weil ich Ausländer bin.

Çok az konuşuyorum türkce. Ben yabancıyım.

Die garantierte Reaktion auf diese Eröffnung ist dann: Woher bist Du? Nerelisin?

Und meine Antwort dann: Berlinden, ben Alman. Aus Berlin, ich bin Deutscher.

Daraufhin strahlte der Türke mich an und sagte auf Deutsch: Dann darfst Du. Weisst, Du. ich bin seit 93 zurück aus Deutschland. Eigentlich musst du einen in der Kiste nehmen, aber weil Du es bist, kannst Du den so mit nehmen. Hast Du heute Abend Gäste?

Ich strahlte ihn an, freute mich so offensichtlich, dass sich alle nach uns umdrehten. Ja, klar und vielen Dank, çok teşekkür ederim, harika!

Als ich mich an der Kasse einreihte, an der einer zwanzig Teppiche kaufen wollte und die Kasserierin an der nicht funktionierenden Kreditkarte verzweifelte und die Schlange wurde immer länger wurde, eröffnete genau in diesem Moment jemand eine weitere Kasse.

Das ganze hat fünf Minuten gedauert und mir die halbe Stunde Aufbau gespart. Auf der Hollywood Schaukel schaukelnd freute ich mich über diese wunderbare Gastfreundschaft, nein eigentlich ist das eher Fremdenfreundlichkeit, der Türken.

Fahrt mal raus. Weg vom Taksim und den grossen Sehenswürdigkeiten in Sultanahmet, mal raus aus der Hotelanlage, wenn ihr in Antalya seid. Seid einfach neugierig und offen, lächelt und ihr werdet erleben, wie freundlich und herzlich diese Menschen hier sind. Wie gastfreundlich sie jeden Fremden willkommen heissen, wie sehr sie es schätzen, wenn man ein paar Brocken ihrer Sprache spricht.

Der Fisch, abends beim Eingrillen hat herrlich geschmeckt.

Wünsch Euch einen tollen Sonntag!

Nur ein Sonnenaufgang…

Berlin, 6:54, Tag 717

Heute Nacht habe ich beim Einschlafen davon geträumt, wie ich riesengrosse Hunde unterm Tisch erschrecke, diese aufspringen, den Tisch nach rechts hinten umreissen und freudig zur Tür wedeln.

Als ich aufstand, sah ich den Mond. Nach so viel Regen und Wolken gestern, nun ein klarer Himmel? Ich freute mich auf den Sonnenaufgang, während ich meditierte. Ich kochte mir einen Kaffe und bin kurz nach halb 7 aufs Dach und dann alle paar Minuten wieder bis zum Sonnenaufgang…

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Dank meinem lieben Freund Tony, habe ich gestern morgen ein Gedicht von Charlie Chaplins entdeckt, das mich nun beschäftigt. Es heisst, er hat es zu seinem 70. Geburtstag geschrieben. Es gibt zum Beispiel hier auch eine deutsche Übersetzung.

Und nun wünsche ich Euch einen farbenfrohen Mittwoch!

 

Zum Glück nur ein Traum…

Berlin, 6:22, Tag 654

Heute Nacht habe ich schön geträumt, wusste es beim Aufwachen noch, habe nichts notiert und nun… alles weg. Das ging wieder mal schnell.

Will jetzt noch nicht schreiben. Ich will arbeiten und aufräumen und ganz tolle Konzepte schreiben, die alle unwidersprochen genau so wahr werden, ohne dass ich noch etwas dafür tun müsste. In den Konzepten bedenke ich einfach alles, jeder Stolperstein, jede Erfahrung, alle Randbedingungen wird eingebaut, umschifft und zu unserem Vorteil genutzt. Ich will Artikel schreiben, die genau immer die eine Sache super gut illustrieren, die gerne gelesen und viel kommentiert werden. Die sich von allein im Netz verbreiten, weil sie so wahr und ehrlich und gut recherchiert und sinnvoll verlinkt sind. Ich will immer genau wissen, was ich will, was ich sagen sollte, wie ich es sagen sollte, um ausschliesslich tiefgehende und nur angenehme Beziehungen zu den wichtigsten und schönsten Leuten der Stadt, des Landes und der Welt zu haben, die dann dafür sorgen, dass unsere Firma immer die lukrativesten Aufträge bekommt. Genau, ich will die besten Aufträge haben, die die Kunden vergeben können, mit einem unerschöpflichen Budget, und bei denen nur die Arbeiten gefordert sind, die auch Sinn machen, und die sich einfach abarbeiten lassen und die jede unserer Ideen toll finden und immer sofort für deren Umsetzung zahlen. Ich will eine perfekte Welt, in der alles nur so läuft, wie ich es mir wünsche, vorstelle und erwarte. Und vor allem, eine Welt, die sich an meine ständig ändernden Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen anpasst. Ich bemerke, dass ich noch immer schlafe…

Eben hatte ich einen schrecklichen Alptraum! Zu schlimm, um ihn hier noch mal zu wiederholen… deshalb gibt es jetzt nur noch ein Bild von mir für Euch.

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Wünsche Euch irgendwie lächelnd einen wachen Tag.