Tag 1001

Berlin, 7:07

Heute wieder im schönen eigenen Bett traumreich geschlafen und dabei lange, intensive Geschichten geträumt.

Nach Tagen, an denen ich viel meditiere bin ich oft nicht sehr freundlich mit meinem Umfeld: zu sensibel, zu direkt, zu fordernd, zu wertend. Meist nur mit Familie und Bekannten. Mit Unbekannten auf der Strasse, im Laden komme ich weit besser klar, schnell im Kontakt, sehr freundlich, sehr schnell verbunden. Im Draussen gibt es dann kaum Missstimmung.

Eine Theorie ist, dass ich die Strenge, die Ernsthaftigkeit mit der ich meditiere nur auf mein nahes Umfeld übertrage. Ursache ist für beide Phänomene die höhere Achtsamkeit.

Einmal benutze ich diese Taschenlampe zum Aufdecken von Schwächen, von negativem Verhalten, bei den Menschen, die mir etwas bedeuten. Das führt meist zu Unwillen, Ablehnung, Widerstand.

Und dann benutze ich die Taschenlampe der Achtsamkeit für Kontakt mit dem Moment und dem Mensch hinter der Fassade. Dies führt meist sofort zu Lächeln, zu Entspannung, zu einem positiven Gefühl.

Neben dem Lesen von Konstantins Buch bin ich vorgestern und auch gestern noch jeweils eine halbe Stunde mit dem Kopter geflogen. Gestern morgen fast nur über Wasser. Zum ersten Mal, nur über Wasser. Das stresst nochmal zusätzlich. Nach dem zweiten Akku war ich richtig kaputt und hatte Mühe, ihn ordentlich zurück zu holen. Es ist nix passiert. Ich hatte nur Panik, dass ich ihn im See verliere, mich versteuere, die Technik versagt und ich ihn nicht im Wald auflesen kann. Die Panik führt zu Starre und Steifheit. Hab es mit etwas Mühe geschafft, die Panik nicht ausbrechen zu lassen und halbwegs ruhig zu bleiben, zu vertrauen.

Hier ein paar Bilder:

A-Rosa#Golfplätze und Resort#10 A-Rosa#Golfplätze und Resort#11 A-Rosa#Golfplätze und Resort#12 A-Rosa#Golfplätze und Resort#13 A-Rosa#Golfplätze und Resort#14

Und auch ein Youtube (nur in HD 😉 ) habe ich schon hochgeladen, wie immer bei mir ein unbearbeitetes, ungeschnittenes Flugsegment.

Wünsch Euch aus einem dauerverregneten Berlin einen schönen Sonntag!

Erst mal Analyse, dann übers Dolmuş fahren

Bizimköy, 7:07, Tag 896

Das waren mal Träume heute Nacht: Autofahren, von Trocken über Nass bis Schnee in drei Kurven. Beim folgenden Unfall unbeschadet weiter fahren können, aber trotzdem Teil des Scheiterns der Anderen zu sein, einfach weil man dabei war.

Gestern gab es starken Wind am späten Nachmittag. Ich hoffte, auf ein paar Wolken beim Sonnenaufgang. Erst war nix in der Dämmerung, aber dann kurz nach Sechs dann doch noch eine kleine Abwechslung am Horizont:

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Die Leichtigkeit, die ich mir in der dritten Woche Urlaub erhoffte, stellt sich nicht so wirklich ein. Also ich meine, dass alle die Aufgaben, die ich mir so vorgenommen hatte, hier in Ruhe zu erledigen, sich doch nicht so easypeasy wegschaffen lassen. Gestern kamen ein Einkauf, ein ausgedehnter Mittagsschlaf, ein Strandbesuch, ein Kommentar eines Kommentares dazwischen und zack war es schon wieder Abends. Hier geht es mir wirklich wie zu Haus in Berlin. Immer passiert irgend etwas, was die schön zurecht gelegten Pläne und Erwartungen über den Haufen werfen. Der Kontrollfreak, der Perfektionist in mir leiden ständig! 😉

Lustig ist dabei ja auch, dass ich hier, jetzt am Morgen ganz kritisch auf mich selbst schaue und das auch noch aufschreibe. Ist wohl doch so was Psychohygiene, was ich hier mit der Schreibmeditation mache! Wegen dem Kommentar fiel mir ja auch auf, dass ich oft ganz kurze Gedanken- und Gefühlsblitze, die ich im Alltag locker übergehen kann, hier wieder hoch hole und analysiere. Tief eintauche in diese 3 Millisekunden, für die sonst nie Zeit zu sein scheint.

Wenn ich mich bei der Sitzmeditation bei so etwas ertappe, kehre ich wieder zu meinem Atem zurück. Konzentriere mich wieder aufs Ein- und Ausatmen und lasse die Gedanken einfach los. Hier ist diese Rückkehr zum Atem der Publish Knopf da unten, mit dem ich wieder in die echte Welt zurück kehre. Vielleicht schaffe ich das auch bald, Euch und mich eher mit den kleinen Vorfällen meines Alltags zu unterhalten, als mich hier ständig öffentlich selbst zu analysieren.

Aber vielleicht wachse ich ja in dieser Auseinandersetzung mit selbst? Das ich das im Netz hier mache, hat ja sehr praktische Gründe. Es stärkt wohl in erster Linie mein Selbstvertrauen: siehste, passiert ja gar nichts, kannste doch, kriegste hin, schon so lange. Und jeder Kommentar, eigentlich jeder Zugriff, bestärken mich dabei. Eigentlich voll cool, was heute alles so geht. Ist ja technologisch und auch sozial äusserst interessant und dabei ein „low risk, high potential experiment“. Wer weiss, was da mal draus wird!

Hab für mich hier Dolmuş fahren entdeckt. Immer ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Der Dolmuş hier fährt alle 10 min von eine Haltestelle ein paar Meter vom Haus los in die nahe Stadt. Eigentlich gibt es feste Haltestellen auf dem Weg, aber der Fahrer ist sehr aufmerksam und wenn jemand – selbst in Seitenstrassen – winkt, hält er einfach an und wartet mit uns zusammen auf die neuen Passagiere. Gestern zB eine Mutter mit Tochter. Die Tochter stieg ein und verkündete allen, dass wir doch bitte noch auf die Mama warten sollten, die grade am Bus vorbei gelaufen ist. Sie müsse doch noch den Müll in die Tonne auf der anderen Strassenseite werfen. Junge Männer wie ich stehen nicht nur bei älteren Damen oder Herren von ihren Sitzplätzen auf, sondern auch bei Kindern unter 10 Jahren. Schnell füllte sich der Minibus, die neu dazugekommen, reichen die 2 TL pro Person inkl Angabe des Zielortes an den Nachbarn, der das Geld und die Angabe des Zielortes dann bis nach vorne zum Fahrer durchreicht. Dieser gibt dann das Wechselgeld raus, und reicht es einhändig weiterfahrend, einfach nach hinten zurück. Gestern habe ich zwei mal daran erfolgreich teilgenommen. Ich fühlte, dass ich nun wirklich dazu gehöre und keinen Touri oder Ausländerbonus mehr habe. Die Mama, die vorne beim Fahrer sass, stieg irgendwann einfach aus. Als bei der nächsten Haltestelle die Tochter von hinten fragte: Mama, wir müssen aussteigen. Mama? Haben wir ihr erklärt, dass sie doch schon draussen sei und alle gefeixt. Dolmuş fahren hier ist wirklich ne feine Sache! Ein schönes Miteinander, ein schönes Zusammen reisen, ohne viel Regeln, einfach Machen. Ich hab an einem Schild gelesen, dass die Fahrt 2,20 TL kostet. Der Fahrer hat offensichtlich keinen Bock auf Wechseln und alle, wirklich alle, bezahlen nur glatte 2 TL. Noch so ein Fall: drei Personen steigen ein, der eine gibt einen 10 TL Schein nach vorn und kriegt einen 5 TL Schein vom Fahrer zurück. Ist schon ok.

Wie einfach kann das Leben sein, wenn man nicht alles so ganz genau und ernst nimmt.

Und mit diesem Gedanken starte ich meinen Tag! Wünsch Euch was…

Reisetag

Istanbul, 7:07, Tag 876

Heute Nacht war nötig. Hab meinen Schlaf gebraucht. War ganz schön k.o. von den vorherigen langen Tagen und der Reise. Sind noch in Istanbul, nachher fahren wir ins Sommerhäuschen.

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Gestern war noch ganz durchzogen vom Eindruck des Vortrages.

Hatte immer wieder Referenzen dazu. Bist Du Mittel oder Zweck? Bist Du geistesgegenwärtig? Interessiere dich für die Menschen und die Welt! Hab ich auch wieder geärgert. Was hab ich denn eigentlich gegen Ärger?

Nach der Reise bin ich super gelaunt hier gelandet und hatte richtig Spass an lauter Musik. Wir sind dann gleich an den Bosphorus zum Abendessen gefahren und nach einem Spaziergang ging der Urlaubsauftakt wunderschön zu Ende. Mit diesen paar Bildern verabschiede ich mich dann heute schon mal in den Tag.

Wünsch Euch einen schönen Freitag!

Ein paar wenige Reisebilder…

Istanbul, 6:52, Tag 707

Heute Nacht waren wir in den Ferien am Strand. Als ich den Sonnenaufgang fotografieren wollte, fand ich die aufgehende Sonne nicht. Der Strand war schon voller Menschen und durch die Bäume konnte ich das Meer kaum sehen. Dann bemerkten wir Wasserschäden, massive Wasserschäden an der Decke und den Möbeln. Ganze Schränke wellten sich und zeigten ihr Sperrholz und ihr Sprelacart. Ich drehte eine Runde draussen und stiess mit drei Kindern zusammen, die mich ausrauben wollten, während sie mir vom Boden aufhalfen. Ich hörte einer fragen: na, haste was?

Gestern war Reisetag, für eine Woche Istanbul. Der Anflug war grossartig, leider sass ich auf F und damit der falschen Seite. Als wir über den Bosphorus flogen, waren wir noch über 1.000m hoch. Beim Landeanflug dann, habe ich nur die Häsuermeere gesehen und irgendwie kein ordentliches Bild geschafft.

Hier aber ein Blick auf die Stadt, das neue Galatasaray Stadium im Vordergrund, dahinter der europäische Teil mit dem Bosphorus und einer der beiden Brücken, die man kaum erkennen kann.

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Dann endlich mit über 2h Verspätung gelandet.

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Und dank des Metrobusses, etwa 2h weitere Stunden Stau gespart.

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Nach einem schönen Sonnenuntergang…

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…habe ich den Sonnenaufgang heute verschlafen.

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Wünsch Euch einen grossartigen, ruhigen Sonntag!

Pfingstmontagspausenpost…

Silivri, 7:07 CET, Tag 590

Heute Nacht wieder wild geträumt. Über einen Hindernisparkour bin ich gestolpert, sehr langsam über glühende Kohlen, meinen Turnschuhen beim sich auflösen zuschauend, aber selbst keine Wärme spürend. Bin zur üblichen Zeit aufgewacht, einen Moment nach dem Sonnenaufgang.

Gestern gabs hier Pinienpollensturm. Ein Windstoss und wie bei in einem ausgewachsenen Wüstensturm war alles um uns herum eingestaubt. Zum Glück reagieren wir nicht allergisch. So war es einfach nur schrägschön. Leider filtert das Hirn nach einer Weile den tollen Duft.

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Der Sonnenuntergang kam dann unter Wolken hervor. Den ganzen Tag war es zugezogen, gegen Abend kam die Sonne zwischen den Bäumen hervor, nur um unterzugehen.

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Heute morgen dann kurz nach 6, die Wolken haben sich komplett verzogen, alles ist ruhig, die Vögel zwitschern. Die Katze springt erschrocken von der Hollywoodschaukel, als ich auf die Terrasse gehe. Gleich gibt’s Frühstück…

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Wünsch Euch sonnige Pfingsten!