Unter den Wolken…

Istanbul, 8:08, Tag 742

Heute Nacht habe ich vom Hund meiner Kindheit geträumt. Er wirbelte auf einer Party herum, deren Details mich Dusche und der zeitige Morgen mit meiner Kleeenen haben vergessen lassen.

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Unter den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…

Hier tauche ich in ein anderes Leben ein. Wenn ich hier lande, dann lande ich in einer anderen Realität. Die Stadt, mein Umfeld, meine Routinen einfach komplett anders. Ich habe zwei Leben. Eines hier, ein anderes dort in Berlin. Was für ein Luxus. Aber sicher auch Herausforderung für mich, die Umstellung, der andere Rhythmus.

Jedes mal fallen mir, vor allem in den ersten drei Tagen der Anpassung, alle in Berlin lieb gewonnenen Rituale auf, die ich hier nicht habe. Vor allem die, die schnell ins Unbewusste abrutschen. Die Selbstbestimmtheit oder Freiheit, von denen ich in Berlin scheinbar mehr habe, als hier mit Familie.

Vielleicht kennt ihr solche Umstellungsgefühle an Montagen, nach schönen faulen Wochenenden? Oder vielleicht kennt ihr das zu Beginn oder nach dem Ende Eures Urlaubes? Oder auch wenn Eure Liebsten mal nicht bei Euch sind oder nach langer Abwesenheit wieder kommen?

Ich bemerke, dass ich nur dann Probleme mit der Umstellung habe, wenn mir die Unterschiede auffallen und ich daran festhalte. Also, wenn ich hier den gleichen Grad an Selbstbestimmtheit erwarte, wie in Berlin. Wenn ich den Fokus auf die Unterschiede lege, und einfach nicht annehme, was hier jetzt ist, nur dann gibt es Anpassungsschwierigkeiten.

Wenn ich wahrnehme, was hier jetzt ist und das anfange, das zu werten, dann gibt es eine kleinere Delle, weniger Konflikte, eine sanftere Umstellung. Dann erkenne ich, dass ich hier doch der gleiche bin, wie in Berlin. Dann merke ich, dass mein Freiheitsgefühl nur von mir abhängt, dass meine Selbstbestimmtheit in Berlin so gross ist, wie hier in Istanbul.

Dieses mal hilft mir sicher, das wie hier wie dort das gleiche kühle, regnerische Wetter haben. Wenn ich meinen Fokus auf die Gemeinsamkeiten, auf das Verbindende und auf das Positive und Gute in beiden Zuständen legen, dann verblassen meine Schwierigkeiten, dann bedarf der Wechsel und die Umstellung keiner extra Anstrengung…

Zeitlos Auto fahren…

Berlin, 8:08, Tag 690

Heute Nacht erinnere ich mich wieder nicht an meine Träume. Es war nur eine kurze Nacht, weil wir gestern bis 8 in Leipzig beim Cousin waren. Die Rückfahrt war sehr schräg, ich habe bei einer Pause kurz meditiert, um fit zu bleiben. Danach bin ich sehr bewusst Auto gefahren.

Normalerweise habe ich intensive Tagträume beim Fahren, gestern aber nicht. Statt dessen verging die Fahrzeit wie im Flug, fast ohne Gedanken. Ich fuhr sehr aufmerksam mit meinen Mädels, etwa 160 ist mein Reisetempo am Abend bei leerer dreispuriger Autobahn.

Und ich verlor völlig das Zeitgefühl. Das kenne ich auch von der normalen Meditation. Genau das ist Transzendenz…

Man ist wach, aktiv, verliert aber das Konzept „Zeit“ als Bewertungskriterium. Ob es etwas lang oder kurz oder zäh oder schnell vergeht, bemerkt normalerweise unser Unterbewusstsein. Ab und zu spült es uns Impulse des Zeitempfindens -unserer inneren Uhr- ins Bewusstsein. Aber manchmal eben auch nicht.

Bei schöner Musik, einem Konzert. Bei intensiver Arbeit, beim Malen, Programmieren, beim Schreiben, bei tiefen Gesprächen, beim Joggen gibt es Phasen, nach denen können wir nicht sagen, wie lange sie gedauert haben. Es könnte ein Wimpernschlag oder eine Ewigkeit gewesen sein. Das passiert sonst nur, wenn wir unser Bewusstsein verlieren: im Schlaf oder wenn wir wirklich bewusstlos werden.

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Wünsch Euch einen zeitlosen Tag!

 

Wenn der Himmel leuchtet…

Bizimköy, 8:08, Tag 683

Heute Nacht hatte ich erst mit gackernden Teenagern zu tun und dann mit Patentleuten in einem Workshop. Es war extrem dringend. Ich hatte wenig Zeit, aber wir mussten über Patentüberwachung sprechen. Ich war übervoll von dem Thema und erklärte meine Sicht den Teilnehmern. Vorm Feedback wachte ich noch sehr müde auf…

Gestern Abend sah ich beim Abendessen ein Leuchten am Himmel. Ich musste dringend nochmal runter an den Strand. Die höher liegenden Wolken wurden von der untergehenden Sonne angestrahlt, das in Verbindung mit dem Meer energetisiert und fasziniert mich immer wieder.

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Als ich unten war, sah ich drei Angler auf einem Betonsteg stehen und einen langen, spitzmäuligen Fisch nach dem anderen aus dem sehr bewegten Marmarameer ziehen. Sie waren richtig euphorisch, als ich ankam und drei hintereinander anbissen.

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Wenn jemand von Euch lieben Lesern den Namen des Fisches kennt, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen…. 😉

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Bin nun noch bis Sonntag hier allein im Sommerhaus, meine Mädels sind schon vorgefahren, haben den Sommer schon beendet und sind zurück in die Stadt. Nun kann mich voll auf meine Arbeit und auf mich konzentrieren. Freue mich sehr auf die Einsamkeit und auf das, was sie diesmal mit mir machen wird. Ich werde versuchen, einen regelmässigen Wechsel von Passivität (am Laptop) und Aktivität (Kochen, Aufräumen, Laufen, Schwimmen) hinzukriegen. Bin schon gespannt, ob und wie ich das hier hinkriege.

So, nun aber. Wünsch Euch leicht verspätet, aber trotzdem herzlich, einen spannenden Tag!

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Moves zeigt die Zukunft der Quantified Self Tools…

Istanbul, 8:08, Tag 527

Heute Nacht kam Aleyna zu mir und erzählte mir ihren Alptraum von Oma und einer Fliege im Schrank, kuschelte für eine Weile und verschwand wieder in ihr Zimmer! Danach hatte ich in der verbleibenden Stunde auch einen kleinen Alptraum. Ich joggte am Ufer lang, popelte gerade als Ricarda B. mir entgegenlief, es sah und statt es zu ignorieren, es raus posaunte. Aleyna war bei mir und die ganze Sache mir unendlich peinlich. Danach bei einem sehr alten Bauernpaar, die den Hof noch selbst versorgten, obwohl sie sich kaum bewegen konnte. Eine Sau lag da mit ihren Ferkeln, ich zählte durch, es waren 36! Normal sind um die 24, was für Glückspilze. Wir sollten Frühstück kriegen auf einer sehr engen Terrasse und ich sollte einen Platz für Eckhart H. freihalten, es war ein Kampf, viele junge Leute, die ständig kamen und fragten, ob noch etwas frei sei… ich wachte unruhig auf.

Das alles in den nur knapp 6h Schlaf, die ich heute Nacht bekommen habe, weil ich unbedingt nach Istanbul wollte. Einmal um mich endlich mit Volkan zu treffen, einem Bekannten, der eine super gut laufende, stark wachsende Web Agency hier betreibt. Das war so, dass seine Mutter meiner Frau bei einem Tee Anfang der Woche erzählt hat, dass er Hilfe braucht und wir beide unbedingt zusammen arbeiten müssen. So läuft das (nicht nur) hier in Istanbul/Turkey. 😉

Es gibt wieder so viel, worüber ich hier schreiben müsste, zum verrückt werden. Unser opd wird Anfang nächster Woche in der Version 1.0 gelauncht, die letzten Vorbereitung, der Feinschliff, die Politur sozusagen, finden gerade statt. Danach fokussieren wir uns auf die API und ein wenig Marketing, um unser neues Produkt bekannter zu machen.

Gestern bin ich von Edenspiekermann nach Hause zu mtc gelaufen, hatte mich mit Robert getroffen und uns endlich mal wieder abgestimmt.

Beim nach Hause laufen, habe ich meinen Impulsvortrag nächsten Montag Abend in Kaiserlautern vorbereitet, werde über meine Sicht auf die Trends im Netz sprechen und versuchen, den Zuhörern die Themen Plattform, Quantified Self und Internet of Things und vielleicht, bestimmt interessieren Sie sich auch für unsere neue Plattform opd.

Hier mal ein Screenshoot von Moves, der wohl innovativsten App für das Quantified Self der letzten Jahre:

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Diese Anwendung schafft es, ohne dass der Akku des iPhones leer läuft, all die Dinge aufzuzeichnen, die die Sensoren des iPhones hergeben und in einen sinnvollen Kontext zu stellen.

Dass ich Besitzer eines Fitbits seit dessen erster Stunde bin und also seit fast zwei Jahren meine Bewegungsmuster aufzeichne, könnt ihr u.a. hier nachlesen.

Moves  macht den Fitbit überflüssig, bzw. zeigt einfach, wohin die Entwicklung geht. Diese Sensoren, verbunden mit den Kartendaten im Netz und den manuellen Korrekturen, also dem Feedback der Benutzer, ergibt ein super geniales Tracking Tool, welches sehr genau erkennen kann, ob ich spaziere, laufe, renne, Fahrrad fahre und wo ich mich dabei befinde.

Damit brauche ich nicht mehr, wie zum Beispiel bei der App Runtastic, dem Tool manuell sagen: ich will jetzt anfangen zu laufen und dann: ich bin jetzt fertig mit laufen. Denn die Sensoren, das Telefon weiss doch schon, wenn ich damit anfange und wieder aufhöre.

Damit genug der Vorbereitung meines Vortrages 😉

Nun noch ein zwei Bilder des Landeanfluges über ein voll erleuchtes Istanbul, den ich fast verschlafen hatte, weil der Spätflieger doch erst so spät flog, erst die FSM Köprüsü genannte zweite Brücke über den Bosphorus.

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Und hier in der Nähe wohne ich, das schwarze Dreieck in der Mitt ist ein grosser armenischer Friedhof, darunter die fast größte Shoppingmall Istanbul, Cevahir, die sich etwa 15min Fussweg von uns entfernt befindet.

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Wünsch Euch einen ganz besonders leuchtenden Tag!

Nachtrag: „Normal sind Würfe mit ca 10 – 16 Ferkel, im Jahr bei ca 2,3 Würfen/Sau etwa 30 aufgezogene Ferkel = gute bis sehr gute Aufzucht. Jede Sau hat 2 x 8 Zitzen, ob alle Milch geben ist dabei fraglich.“ Sagt mein Vater und der muss es wissen. 😉

Sonntagspausenpost…

Uludağ, 8:08, Tag 508

Heute Nacht durfte ich eine rede halten, bei jedem Abschnitt wurde eine Pause gemacht und der Inhalt von den Zuhörern diskutiert, ich durfte nicht mit reden, musste mir das aber anhören. Es war unangenehm. Dann wurde ich in eine Gruppe von ganz coolen Menschen aufgenommen, die alle was ganz besonderes hatten. Ich fragte mich, was wohl das besondere an mir sei und wachte auf…

Heute gibt es nur einen Pausenpost bevor es nochmal zwei Stunden auf die Piste geht. Heute haben sich die Wolken verzogen und die Sonne scheint.

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Wünsch Euch vorfreudig lächelnd einen schönen Sonntag!

PS: auch lustig, das Hotel WLAN lässt mich hier auf wordpress.com neue Posts schreiben, aber wenn ich die Kommentare bearbeiten möchte, wird mir eine Stop Seite gezeigt. Ach, Zensur ist so wunderbar, so unfehlbar und immer angemessen. Und dadurch, dass man sich immer beobachtet fühlt, steigt meine Sicherheit. Ich fühle mich wie ein Kind, immer wissend, das die Eltern ein wachsames Auge darauf haben, was ich mir hier so anschaue.

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