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Bizimköy, 10:49, Tag 685

Heute Nacht habe ich mich wieder mal in einen Workshop geträumt. Edwin Futa war dabei, wir fuhren in einem neuen Auto, einem Benz, zum Ort des Geschehens. Die Zimmer waren schon bezugsbereit, gleich würde es losgehen. Nur noch Umziehen. Aber ich hatte die falschen Sachen dabei. Und nur ein Paar Socken. Das würde schrecklich werden, am zweiten Tag. Mit diesem leichten Schamgefühl wachte ich kurz vorm Wecker auf…

Es ist spät geworden. Ich hab lange meditiert, dann endlich in einem Ruck „The Dude And The Zen Master“ zu Ende gelesen. Das konnte ich nicht mit zurück nach Berlin nehmen.

I wish I were better.

The Dude does not get angry with himself for all the things he’s not doing. He befriends the self.

Having faith in yourself, befriending yourself is what’s important here, faith that you will take the actions that are appropriate for the situation at this moment.

That’s a nice way of looking at it.

~ Jeff Bridges, Bernie Glassmann in „The Dude and the Zen Master“

Dann habe ich eben endlich mal mein „Über mich“ leicht aktualisiert. Auch war ich doch schon am Strand und habe ein paar Aufnahmen gemacht. Weil ich heute viel meditieren und arbeiten will, fang ich hier mal nicht noch ein neues Thema an, sondern räume einfach weiter auf.  Denn ich wünschte, ich wäre besser!

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Wünsch Euch lächelnd einen schönen Start in Euer Wochenende!

 

Bizimköy, 6:49, Tag 684

Heute Nacht… tja, vorhin wusste ich es noch und dachte, dass ich mir das locker merken kann. Das Aufstehen, der Strandbesuch, der Sonnenaufgang, die Morgenmeditation, die Katzenkotze auf der Terrasse, das Tee kochen und zack, schon ist die Verbindung zu meinem schönen Traum verschwunden.

Dafür kamen mit dem wach werden -weit vor dem Wecker- alte, neue Konflikte mit mir als Chef wieder hoch, die ich in den letzten Wochen Urlaub eher ausgeblendet hatte.

Ist ja spannend, aber irgendwie logisch. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich gestern bei LinkedIn kurz durch den Leadership&Management Kanal gescrollt habe. Das hätte ich nicht tun sollen!

The Tell-Tale Signs Of A Bad Boss war eines der Fundstücke oder auch: 10 Dumb Things Bosses Say. Mir fiel irgendwie nur das auf, was sich um schlechtes Management oder wie man es nicht machen sollte dreht. Scheinen dort eher (frustrierte) Angestellte zu schreiben oder zu lesen? Aber ja, ist ja auch klar, das ist ja ne Pyramide, die (noch) nicht auf dem spitzen Ende steht…

Nach diesem Morgenschreck, hab ich dann aber doch gleich in meinem tollen Blogreader einen versöhnlicheren Artikel gefunden, mit tollen Tips für die größere Zielgruppe: 8 Ways To Manage Your Boss. Na, das ist doch ganz brauchbar, oder? 😉

Noch hab ich drei Tage Ruhe! Erst nächste Woche bin ich doch -nach knapp einem Monat- endlich wieder zurück in Berlin…

Nebenbei habe ich gestern endlich mal mein iPhone aufgeräumt. Kommt man ja sonst nicht zu! Ich bin ein Fan von Ordnung und Ordnern auf meinen Smartphones und Tablets. Alles, was ich regelmässig benutze oder aufheben möchte,  ist auf meinem -dem einzigen- Homescreen angeordnet.

So erreiche ich gefühlt schneller die Apps und Dienste, als durch das Blättern und jedesmal Neuorientieren auf verschiedenen Bildschirmen. Bisher war ich aber irgendwie immer mit der Bennenung der Ordner unzufrieden: Books, Social Web, Tools, Travel, Games… alles doof und langweilig.

Gestern mittag kam mir nun eine neue Idee, alles in Verben/Tätigkeiten/Verhalten auszudrücken. Ich mach ja immer irgendwas mit den Apps in dem Telefon, also sollte ich auch die Tätigkeit benennen können, um gleichartige Apps zu sortieren.

Also hier nun mein neuer Homescreen:

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Tinkering – Basteln

Hier  ist neben den Einstellungen, der Uhr, dem Adressbuch, dem App Store eigentlich nur IFTTT zu erwähnen, welches seit kurzem eine iPhone App heraus gebracht haben, die ich erst noch wirklich entdecken möchte. Und dann noch: 1Password zum verschlüsselten Speichern und Syncen von Passwörtern, Kreditkarten, Pins, Tans, etc. (wobei die NSA sicher auch da ran… ach lassen wir das!)

Connecting – Verbinden

Hier gibt es alles zu Sozialen Netzwerken und Apps, die irgendwie zum telefonieren, texten, zum Halten von Verbindungen dienen. Tango ist meine Neuentdeckung fürs „kostenlose“ Telefonieren, viel besser als Skype, Lync oder Facetime vor allem bei dünnen, instabilen 3G Verbindungen. Dann natürlich WhatsApp, Hangout, Buffer, aber auch noch neuere Neuentdeckung: Whisper.

Reading – Lesen

Hier gibts FlipboardNewsblur, KindleGoodreads und Instapaper. Das lese ich eigendlich alles auf dem iPad Mini oder im Kindle direkt und selten auf dem iPhone, was auch daran liegt, dass der Akku vom iPhone meist schon Nachmittags schlapp macht und ich ihn nicht noch zusätzlich durchs Lesen schwächen will.

Writing – Schreiben

Es gibt tolle schon Texteditoren, die einem helfen sollen beim Fokussieren, beim kreativen Schreiben. Meine zwei Lieblinge iA Writer und Byword, die beide mit der einfachen, offenen Markup Language zur Formatierung der Texte arbeiten. Ich schreibe aktuell aber mehr und mehr in Evernote, welches es ja direkt auf den Hauptschirm geschafft hat. Irgendwie benutze ich die Feature einer Software nicht mehr als Ausrede für meine Schreibhemmungen.

Working – Arbeiten

Hier ist hab ich diverse Mail, Calender und Todo Apps zusammen gefasst, die ich aber kaum regelmässig benutze. Sie haben es einfach nicht auf Dauer geschafft, meine Standardaufgaben: Mails lesen, beantworten, ToDo Listen führen wirklich zu erleichtern. Aber ich schaff es auch noch nicht, sie weg zu werfen und schaue bei jedem Update wieder rein, ob sie diesmal so weit sind. Zu erwähnen wäre mindestens Any.do, die schönste, funktionalste, tollste reine ToDo App, die es gibt und die ich kenne und die ich erst in den letzten Tagen durch Evernote ersetzt habe. Ach so, meine Banking App ist dort auch drin: iOutBank Pro, in das ich alle meine privaten und geschäftlichen Konten laufen lasse. Ich nutze das nicht zum überweisen, checke nur Kontostände und -Bewegungen.

Doing – Machen

Hier habe ich den Rest der ToDo und Selbstsortier Apps und sonstige Spezialanwednungen rein gehauen, die nicht so recht zu dem Rest passten. Skitch wäre hier als einziges zu erwähnen, was eine einfach Möglichkeit bietet, PDFs oder Screenshoots zu annotieren und mit Evernote synct.

Snapping – Fotografieren

Hier sind alle meine Foto Apps zusammen gefasst. Eigentlich arbeite ich nur mit Camera+, Instagram und der eingebauten Fotobibliothek vom iPhone, die es alle drei direkt auf den Hauptschirm geschafft haben. Der Rest der Apps: PS Express, PicFrame, iPhoto, usw. benutze ich nicht wirklich regelmässig, aber als Jäger und Sammler kann ich sie auch nicht löschen.

Listening – Hören

Hier ist Spotify und iTunes drin, aber auch Shazam und Soundcloud sowie der eingebaute Voicerecorder. Nicht zu vergessen SONOS für Stereoanlage, die ich noch in Berlin habe. Musik läuft bei mir immer mit und hat noch nie den riesen Fokus bekommen. Seit es Spotify gibt, habe ich gar keinen Grund mehr, mich da irgendwie zu kümmern. Die Musik, die ich hören möchte, gibt es dort. Fertig. Ab und zu nehme ich Soundbits auf, vor allem, wenn ich mich auf Vorträge vorbereite. Da reicht mir der im iPhone eingebaute Recorder völlig aus. Wenn ich es aufheben möchte, mach ich das im schön öfter erwähnten Evernote. Wenn ich es teilen möchte, lad ich es in Soundcloud hoch.

Exercising – Bewegen

Ja, das ist wieder schön. Hier helfen mir Apps dabei, Fit zu werden und zu bleiben. Vor allem Runtastic, aber auch die immer besser werdende Fitbit App, oder Withings für meine Internet Waage oder das tolle Moves. Dort gibt auch das super grossartige #YAYOG – You Are Your Own Gym, das darauf wartet, endlich eingesetzt zu werden, weil ich neben meditieren und laufen, einfach auch noch etwas mehr für die Kraft und Beweglichkeit tun möchte/muss.

Exloring – Reisen

Hier habe ich alle Apps zusammengefasst, die mir beim Reisen helfen. Wetter und die Karten von Google. Dann Car2Go und Touch&Travel für Auto und U-Bahn und Deutsche Bahn Fahrkarten. Die BVG Info für schnellste S und U Bahn Fahrzeiten. Passbook für die Boardkarten und Türkisch Airlines fürs Vielfliegen. Aber auch die IBB CepTraffic – die unverzichtbare Staumelder und Verkehrskamera App der Istanbuler Stadtverwaltung gibt es dort. Alle anderen regionalen Verkehrs und Info Apps fliegen auf dem Heimweg gleich wieder runter, die müllen sonst mit ihren Updates und News ständig alles zu.

Watching – Schauen

Hier gibst Youtube, Netflix und die paar iTunes Videos, die ich noch habe. Benutze ich eher auf dem iPhone nicht, fürs Filme schauen, ist das iPad mini besser geeignet. Für Netflix und gegen Internetsperren hab ich noch blackvpn.com im Einsatz, dass aber keine eigene App braucht, sondern über die Standard iPhone Einstellungen angeschaltet werden kann. Falls mir jetzt jemand schreibt, dass blackvpn eine NSA Tochter ist, würde mich das nicht überraschen und nicht wundern und nicht von der Weiterbenutzung abhalten. Ich schau damit echt nur amerikanische TV Shows, die ich in D und TR nicht anders zu sehen kriege. Und im übrigen zahle ich für beide Dienste!

Gaming – Spielen

Hier habe ich meine unbeliebten Apps für die Daddelsucht gesammelt. Aktuell im Urlaub: Minion RushCandy Crush und Badland auch Dragon City auf dem iPad mit Aleyna. Und wenn meditieren nicht mehr hilft, kann ich mich mit Gauge so schnell so nervös machen, dass ich danach automatisch in ein Zenkoma falle.

So, das war mal eine längst fällige Übersicht meiner mobilen Apps, die ich so täglich benutze. Müsste diese Übersicht eigentlich in mein neues Über mich Dingens einbauen, das nicht fertig wird, weil ich zwar ein Selbstdarsteller bin, aber wenn ich selbst über mich schreiben soll, es immer noch irgendwie hakt.

Mit zwei Bildern zur Beruhigung verabschiede ich mich lächelnd von Euch!

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Und wünsch Euch noch einen achtsamen Freitag!

Bizimköy, 8:08, Tag 683

Heute Nacht hatte ich erst mit gackernden Teenagern zu tun und dann mit Patentleuten in einem Workshop. Es war extrem dringend. Ich hatte wenig Zeit, aber wir mussten über Patentüberwachung sprechen. Ich war übervoll von dem Thema und erklärte meine Sicht den Teilnehmern. Vorm Feedback wachte ich noch sehr müde auf…

Gestern Abend sah ich beim Abendessen ein Leuchten am Himmel. Ich musste dringend nochmal runter an den Strand. Die höher liegenden Wolken wurden von der untergehenden Sonne angestrahlt, das in Verbindung mit dem Meer energetisiert und fasziniert mich immer wieder.

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Als ich unten war, sah ich drei Angler auf einem Betonsteg stehen und einen langen, spitzmäuligen Fisch nach dem anderen aus dem sehr bewegten Marmarameer ziehen. Sie waren richtig euphorisch, als ich ankam und drei hintereinander anbissen.

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Wenn jemand von Euch lieben Lesern den Namen des Fisches kennt, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen…. 😉

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Bin nun noch bis Sonntag hier allein im Sommerhaus, meine Mädels sind schon vorgefahren, haben den Sommer schon beendet und sind zurück in die Stadt. Nun kann mich voll auf meine Arbeit und auf mich konzentrieren. Freue mich sehr auf die Einsamkeit und auf das, was sie diesmal mit mir machen wird. Ich werde versuchen, einen regelmässigen Wechsel von Passivität (am Laptop) und Aktivität (Kochen, Aufräumen, Laufen, Schwimmen) hinzukriegen. Bin schon gespannt, ob und wie ich das hier hinkriege.

So, nun aber. Wünsch Euch leicht verspätet, aber trotzdem herzlich, einen spannenden Tag!

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Bizimköy, 7:47, Tag 682

Heute Nacht habe ich mich nach Landgrafroda zurück geträumt. Zusammen mit Ali war ich auf den Feldern zwischen den Dörfern unterwegs. Dann bin ich mit Aleyna durch eine Stadt zum NDR gelaufen, um dort die Kinderradioredaktion zu treffen. Die waren soo nett zu uns, nahmen sich Zeit, zeigten uns alles. Bevor sie zum Mittageessen gingen, wachte ich eine Stunde vor dem Wecker auf…

Dann übte ich im Halbschlaf: anzunehmen was ist, nicht verbessern wollen, nicht ändern wollen, nicht meckern, nicht pushen, sondern einfach nur beobachten. Nur beobachten, was grade um mich und mit mir passiert. Ich bin dann zum Strand runter und ein untergehender Vollmond beeindruckte mich. Ein Kriegsschiff röhrte vorbei und fünf Minuten später ballerten Wellen an den Strand.

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Thats it. Mehr geht heute nicht. Wünsch Euch einen achtsamen Mittwoch!

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Bizimköy, 7:01, Tag 681

Heute Nacht war ich tief in einer Traumwelt versunken. Ich hätte etwas aufschreiben können, als ich einmal mitten drin wach wurde. Doch das Weckerklingeln um sechs, löschte jede Erinnerung augenblicklich…

Ich komme spät ins Bett diese Tage, verdaddele meine Abende oder schaue die grossartige BBC TV Show „Couplings“. Les grad, dass die ja schon 10 Jahre alt ist? Wow! Nehme mir heute wieder vor, nicht zu zocken. Das iPad, so toll es zum Lesen und Kommunizieren ist, so gern ich damit arbeite, die Games und Shows sind nur einen Swipe entfernt. Werd abends wohl besser auf den Kindle umsteigen, da ist das Browsen so beschii.. eiden, und es gibt gar keine Games. Wollte das gestern schon, als Zeichen des Ende meines Urlaubes machen. Aber in der ‚Mittagspause‘ und nach ‚Feierabend‘ zog mich diese Art Unterhaltung doch wieder magisch an.

Dabei versuche ich, das nicht zu werten. Mich nicht abzuwerten. Das gelingt mir grade nicht. Ich empfinde diese Art der Unterhaltung als Zeitverschwendung, als meine Schwäche, als Ablenkung von den eigentlich wichtigen Themen.

Die Selbstwahrnehmung und Reflektion nervt manchmal kollossal. Es entspricht so gar nicht meinem Ideal, meiner Vorstellung von mir selbst, schwach zu sein und ab und zu eine Runde stupider iPad Games zu zocken.

Dabei bin ich ja eher so der Achiever beim Spielen. Ingress habe ich aufgehört, als ich Lvl 8 erreicht hatte, es wurde mit dem Erreichen der höchsten Spielstufe verstörend langweilig. Andere Spiele, bei denen es zu aufwendig ist, etwas zu erreichen, spiele ich gar nicht.

Es gibt in der Verhaltenspsychologie die Unterscheidung zwischen ‚Hin Zu‘ und ‚Weg Von‘ Typen. Bisher habe ich von mir immer gedacht, ich bin ein ‚Weg Von Schmerz‘ Typ. Ich höre auf, mich anzustrengen, wenn es keine Not, keinen Schmerz, keine Gefahr gibt.

Wenn die Gefahr besteht, dass es keine Aufträge für mtc gibt: dann ran, ackern, klotzen. Oh, wir haben den Auftrag und es sieht so aus, als ob alles dabei gut geht? Dann kann ich mich zurück lehnen.

Wenn der Auftrag so gross ist, dass unsere Strukturen nicht mehr passen, viele Fehler passieren, wir blind fliegen und wenn der Kunde das merkt: dann rann, ackern, klotzen. Oh, der Kunde hat uns gelobt? Dann kann ich mich zurück lehnen.

Vielleicht kennt ihr das auch von Euren Beziehungen? Der Achiever ist nämlich dem Hunter sehr ähnlich. Man hört auf, sich anzustrengen, wenn man den Traumpartner bekommen hat. Wir sagen dann, dass jedes Verliebtsein irgendwann vorbei sein wird. Manche schaffen es natürlich, sich immer wieder neu in den gleichen Partner zu verlieben. Ausnahmen bestätigen eben die Regel.

Vielleicht kennt ihr das auch von Euren Projekten? Der Achiever ist nämlich dem Builder sehr ähnlich. Es ist immer dann interessant, wenn es etwas zu basteln, zu bauen, zu konstruieren, herzustellen ist. Etwas Fertiges einfach zu benutzen, oder wiederholt immer die gleichen Ergebnisse zu produzieren, langweilen den Builder sehr.

Hier im Spiel, im Laptop oder iPad lebe ich also eher meine „Hin Zu“ Seite aus. Während ich in der Firma, im Arbeitsleben, bisher eher der „Weg Von“ Typ bin? Wo hat mich denn dieser Morgen grade hingetrieben? Der Post ist nun zu lang, die Zeit fast rum, um noch einmal von vorne anzufangen.

Eigentlich wollte ich über etwas anderes schreiben. Wobei, wenn ich jetzt drüber nachdenke, es hat doch viel damit zu tun.

Gestern Abend hat @notch -Markus Persson- der Erfinder und Entwickler von Minecraft in seinem Tumblr geschrieben, dass er sein neues Projekt 0x10c einstellen wird. Dass er es aufgibt. Sein Text hat mich extrem berührt.

Es sollte heute eigentlich darum gehen, dass wir uns oft von unserer Begeisterung mitreissen lassen und dann Erwartungen an uns und andere haben, die wir nicht erfüllen können. Amber hat das hier in ihrem Blog sehr schön beschrieben. Und auch Jeff Bridges erzählt davon in dem Buch, welches ich gerade lese:

But I sometimes fear my own excitement. Excitement and creativity are wonderful things: open, open, do, do! But the other side is saying: You might be writing checks that your ass can’t cash, buddy.  ~Jeff Bridges

Das Schlimmste dabei sind aber die Erwartungen, die ich an mich selbst habe. Ich kenn mich einfach mittlerweile zu gut. Die Erwartungen an mich selbst kann ich nie erfüllen. Vor genau dieser Enttäuschung laufe ich mein ganzes Leben lang schon davon. Ich weiss, was ich hätte machen können. Ich weiss, was ich wirklich hätte erreichen können.

Der Text von Markus hat mich wohl deshalb berührt, weil er dort schreibt, dass er den Scheck nicht einlösen kann, dass er seine eigenen Erwartungen an sich selbst enttäuscht hat, dass er aufgegeben hat, dass er sich selbst überfordert hat mit 0x10c. Und ich fühle die Erleichterung. Ich fühle sein Glück nun endlich das tun zu können, worauf er Lust hat: kleinere Projekte, die scheitern dürfen.

Denn klar, denke ich dabei an unser opd in der Wartestellung und daran, dass auch die Patentwelt natürlich keinen weiteren „under delivering visionary app developer“ braucht. Seit April knabbere ich nun schon daran und bin immer noch nicht durch damit. Noch kann ich nicht loslassen.

So, nun brauche ich all meinen Mut, um diesen Post jetzt rauszulassen. Er entspricht so überhaupt nicht meinen Erwartungen an mich. Er ist nicht zu Ende geschrieben. Es ist noch nicht fertig…

Warum ist der Sonnenaufgang heute unscharf?

Warum ist das Meer heute leer?

Bizimköy, 8:57, Tag 680

Heute Nacht habe ich mich vor der Polizei am Waldrand versteckt. Dann bereitete ich mich auf unser Sommerfest vor. Am Mittwoch davor gab es jedoch unser All Hands und es kamen so viele Gäste, dass ich Sorgen hatte, dass am Freitag gar niemand mehr erscheint. Das Highlight waren Jetpacks, mit denen die Gäste im Hof fliegen konnten. Dem zuschauend wachte ich zeitig auf…

Ich les doch grad „The Dude and the Zen master“ mit Jeff Bridges und Bernie Glassmann. Und ich kann das Buch nicht leiden. Es ist während 5 Tagen entstanden, als Abschrift von Unterhaltungen der Beiden. Bernies Statements fordern fast immer meinen Widerspruch heraus. Im Gegensatz dazu mag ich eigentlich alles, was Jeff so erzählt.

Gestern Abend habe ich das Buch fast aufgegeben. Heute morgen aber habe ich es nach der Strandmeditation wieder in die Hand genommen und dann doch sehr genossen. Mit diesen eher philosophisch, spirituellen Büchern arbeite ich richtig. Ich mache mir ständig Notizen im iPhone. Dabei mach ich keine Photos der Stellen, sondern tippe ordentlich die Zitate ab, die mich berühren oder die ich mir merken möchte. Das empfinde ich intensiver, als wenn ich auf dem Kindle einfach nur Textstellen markiere.

Das erinnert mich an mein zweistufiges Lernsystem, welches sich in Ostfriesland entwickelt hat, als ich für die Abschlussprüfung zum Bankkaufmann lernte. Erst lese ich ein Fachbuch durch und streiche dabei mit einem Textmarker die relevanten Stellen an. In einem zweiten Schritt, lese ich die Texte erneut und schreibe dabei das, was mir wichtig scheint in eine Kladde.

Danach kann ich die Inhalte des Buches für einen gewissen Zeitraum sehr gut erinnern. Das reicht für ein paar Wochen bis Monate. Selbst heute habe ich noch Erinnerungen an die gelben Lehrbücher und sehe die Schatten mancher markierter Seiten und der Inhalte. Selbst trockenste Gesetzes oder Verordnungstexte (in dünnen weissen Heftchen) kriegte ich so gelernt und konnte darauf abzielende Fragen meist richtig beantworten. Im Ergebnis hatte ich mit 94,1% das zweitbeste Ergebnis des Jahrgangs in Niedersachsen. Der Presseartikel in der HAZ führte zu einem Jobangebot, das ich annahm. Und genau dieser Job führte zwei Jahre später zur Gründung meiner ersten Firma.

Jeff spricht immer vom Empty Space, den er erzeugt, um seine Rollen zu spielen:

When I make a movie, I often do something to create my own empty space. I’ll give you an example. Say I come in, I do all my due diligence, study my lines, think about how to play the character, and feel I’m really ready. But now the other actor is not doing it how I imagined in my hotel room, or the director seems kind of pissed, or it’s raining though its supposed to sunny in the scene. So I’m starting to feel tight, you know?

So what I sometimes do ist start singing or do somersaults around the stage, do something that’s apparently inappropriate. I’ll scream, get over on my back and just let it rip. Once, I led the cast and crew in a big om session. They all chanted this weird syllable: Ommmm! And it shifted the vibe, it changed the tightness to looseness. When you do the unexpected, everyone starts wondering what else can happen. They start reassessing all the givens of that moment.

[…] The idea is to get empty so the thing can come through you, you know? […] It’s also an important reminder to yourself: All this is nothing but space to be danced in. There’s no need to feel harnessed or limited in any way. 

Letting go and emptying myself is such a strong force for me -almost like gravity- that is does me, I don’t do it. When the Dude is not in, life just blossoms.

Als ich das las, bin ich fast vom Stuhl gefallen, denn schaut doch mal unter: http://www.emptysea.de/ nach, was dort erscheint. Mein lieber Freund und Bruder im Geiste Åsmund, dessen erstes Å ich immer von seinem Blog kopieren muss, weil ich mir die Tastenkombination nicht merken kann, hat mich letzten Sommer darauf gestossen, das „mtc“ doch wie „empty sea“ klingt, wenn man die Abkürzung englisch auspricht.

Dabei habe ich dann Bernies Webseite entdeckt: Zen Peacemakers und dort den Bernie and the Dude Teil. Herrlich!

Nun aber, mit diesen Empfehlungen und Reflektionen verabschiede ich mich von Euch in die neue Woche. Bin zurück am Schreibtisch, zwar noch hier in der Türkei, aber nicht mehr im Urlaub. Bin gespannt, wie es jetzt wieder anläuft.

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Bizimköy, 7:54, Tag 679

Heute Nacht habe ich von für den Winter eingepackten Flugzeugen geträumt. Sie bekamen eine Art Bretterverschlag angelegt, wie die Skulpturen in Sanssouci. Ich war mit der Frau auf einer Ferieninsel, die eben nur im Sommer besucht wird. Dann fiel mein Schlüssel in ein Gulli neben dem Rollfeld. Ich konnte den Deckel anheben und fand meinen im Sand versunkenen Schlüssel wieder und wachte auf…

Ein langer Nachtmittagsspaziergang am Strand hat gestern alles rausgerissen. Nach dem Frühstück, einem Einkauf und stundenlangem Lesen und Faulenzen wurde ich gegen Fünf unzufrieden und unleidig. Wir brauchten kein Abendessen vorbereiten, da wir zu einem Kindergeburtstag eingeladen waren. Also bin ich losgelaufen.

Die erste Stunde, der Hinweg, war nichts besonderes. Ich war sehr mit mir selbst beschäftigt. Habe mich auf den Sand, die Wellen und darauf, was mein Füsse so alles machen, konzentriert.
Aber je länger ich lief, um so mehr fiel mir auf, was die anderen am Strand so machten. Dann wollte ich davon Fotos machen.

Hier das Ergebnis:

Nebenan ist Sandstrand, aber auf Beton geht, steht und sitzt es sich besser…

Muscheln mit Reis, ein beliebter Snack…

Was für ’ne Strandliege…

Der Klomann…

Was sein muss, muss sein…

So etwas tut mir irgendwie leid, es ist echt warm hier und Ihre Brüder sind nackig…

Schräge Strandarchitektur aus den 80iger und 90igern…

Ein Schmetterling: das Taubenschwänzchen, der wie ein Kolibri aussieht und fliegt…

Angelköder besorgen…

Und noch einer…

Die Fische und Matze lieben Strandwürmer…

Irgendwie versteh ich hier was nicht…

Hier auch nicht…

Na, geht doch…

Mitten drin, immer wieder verfallene Strandhäuser…

Toller Platz mit Überblick…

Und um 7 gehts nach Haus zum Abendessen…

Wünsch Euch nun nur noch einen grossartigen Sonntag…