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Mit ‘dienstag’ getaggte Beiträge

Erwartungen

Heute Nacht hab ich wenig geschlafen, viel nachgedacht, konnte und wollte mich nicht in den Schlaf meditieren. Morgens trotzdem zeitig meine Routine durchgezogen.

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Es ging um Vertrauen, es ging darum, zu offen, zu ehrlich, zu weich, zu nachgiebig, zu nachsichtig, zu verständnisvoll zu sein. Es ging darum, das das Ergebnis davon ist, dann doch nur ungerecht behandelt, ausgenutzt, verarscht, betrogen, hintergangen zu werden. Jeder ist sich selbst der Nächste und man muss selbst zu sehen, wo man bleibt. So ist die Welt eingerichtet, niemand schenkt einem was. Bin allein mit mir und denke und interpretiere und gleite ab und die Möglichkeit, dass es wirklich so sein könnte. Was machen? Kampfmodus an? Die Gerechtigkeit wird am Ende siegen? Nein! Einschlafen, aufwachen, machen… ’nen guten Job machen, gutes Handwerk abliefern, ehrlich währt am längsten, Karma is a bitch!

Ich denk dann immer wieder daran, dass es nicht darum geht, was für Erwartungen ich an mein Umfeld, an die Kollegen, Kunden, Partner, an Andere habe. Es geht doch darum, welche Erwartungen, das Leben selbst an mich stellt… und wie ich damit umgehe. Ob ich bei meinen Werten, ob ich mir selbst treu bleibe, oder ob ich mich verliere. Es geht darum, dass man immer eine Wahl hat. Man hat die Wahl, auf eine Ungerechtigkeit jetzt genau so ungerecht zu reagieren. Auf ein Ausnutzen, ausnutzend. Auf einen Betrug, betrügend. Oder eben nicht. Es gibt eine Alternative! Das ist die Erwartung an mich. Das ist die Herausforderung. Das richtige tun. Egal, was da am Ende raus kommt.

Wenn man nicht das nicht schafft, wiegt das erzeugte Leid doch jeden kurzfristigen monetären, jeden geschäftlichen Erfolg x-fach wieder auf. So viele merken das nicht, so viele wundern sich, warum es immer wieder sie erwischt, warum alle anderen einen nicht retten, nicht das machen, was man denkt, was man braucht, was man möchte.

Es kommt nicht darauf an, was wir vom Leben erwarten, sondern darauf, was das Leben von uns erwartet.

 

Lächle

Istanbul, Tag 1132

Heute Nacht habe ich ein Kälbchen gerettet und mir überlegt, wo ich es gross ziehen kann. Es hatte etwas mit Arbeit zu tun und doch nicht. Und es hatte wacklige Zähne.

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Vorhin noch im Bett hab ich beschlossen, mich heute gut zu fühlen und positive Gedanken zu denken. Ein paar negative Gedanken sind schon durchgezogen. Wenn ich daran nicht hängen bleibe, kommt schnell wieder ein positiver.

Ich beobachte gumroad.com schon sehr lange, eigentlich schon seit *oha* 2012, als ich hier das erste Mal darüber schrieb. Heute morgen tauchte Sahil wieder in meinem Feed auf, diesmal mit einem Interview über Mission und Werte in seiner wachsenden Firma. Seinen letzten Wert habe ich heute morgen, noch im Bett stark gefühlt. Lächle, denke nicht zu viel nach. Sei Optimist, nimm das Beste an, die Dinge werden sich ergeben, wieso sollten sie nicht?

Ach, und dann muss ich noch den neuen Erdogan Song hier verlinken, der dazu führte, dass der Deutsche Botschafter einbestellt worden ist. Wirklich. Wegen einer Satire, musste sich der Botschafter zu einer mehrstündigen Unterredung ins Aussenministerium. Unfassbar.

Klassischer Streisand. Glückwunsch an die Redaktion zu diesem Ritterschlag. Und danke an das Aussenministerium (und Spiegel Online, die hier darüber berichteten), ohne deren Reaktion hätte ich wohl nie von dem lustigen Video erfahren.

Die Sonne strahlt ins Wohnzimmer, ich muss mich umsetzen, um noch etwas auf dem Laptop zu erkennen. Sehr gut!

Lächele optimistisch.

Überraschung

Ahrensburg, Tag 1118

Hab mich heute Nacht in einen Raodmovie geträumt, bin zeitig hoch. Die nahe Schlosskirche hat mir mit ihren Glocken freundlich die Zeit bis zum Aufstehen angesagt.

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Gestern beim Abendessen und heute beim Frühstück auch habe ich jeweils kurz erfahren, dass die PIZnet hier kurz vor der Auflösung steht, weil sich kein Nachfolger für den Vorstandsvorsitz findet. Eben richtete ich mir meinen Platz im Konferenzraum ein, fing diesen Post an, ging nochmal kurz raus, ne Runde um den um den Block drehen und dabei am Schloss vorbei, um das Foto da oben zu machen.

Eine Stunde später bin ich zum neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Patentinformationszentren – PIZnet gewählt worden… tadaa!

Erst mal für nur drei Jahre mit fast sozialistischer Mehrheit. Hab zwei Kollegen im Vorstand, die diesen Job schon seit Jahren und auch weiter machen. Aber Rudi Nickels, der bisherige Vorsitzende hat nach 9 Jahren seinen Rücktritt erklärt. Und ich hab Kandidatur und Wahl völlig spontan, nüchtern angenommen. Nun hab ich keine Ausrede. Ich hätte sicherlich drüber schlafen sollen. Aber manchmal geht es nicht. Heute ging das nicht.

Freue mich auf diese neue Aufgabe. Es ist die erste wirkliche Vorsitz in einer anderen Organisation als mtc. Es geht überhaupt erst nur, weil ich komplett in Berlin zurück bin. Neben einem stark vernachlässigten Boardseat in unserem Rotary Club und nem neuen Stellvertreterposten bei der Kere Foundation habe ich damit eine dritte ehrenamtliche Funktion begonnen. Nun wird mein Selbstmanagement eine Herausforderung, das aber richtig.

Der Tag lief so ganz anders, als erwartet. Wollte eigentlich ruhig vor mich hinarbeiten und mit einem halben Ohr den ganzen Tag der Tagung zuhören. Nun sass ich den ganzen Tag schon vorn und hab versucht, mir einen Plan für diese neue Aufgabe zu machen, zu verstehen, was ich da gemacht hab und den Tag für die Teilnehmer zu moderieren. Ohne Vorbereitung, ohne auch nur drüber nachgedacht zu haben. Hochspannend.

Alles nur Chancen, alles nur Möglichkeiten! Neue Möglichkeiten.

Wünsch Euch jetzt noch ’ne Gute Nacht!

Zeitzeichen

Berlin, Tag 1113

Heute mitten in der Nacht aufgewacht aus einem Traum: ein potentieller Käufer verkaufte selbst an das Patentamt oder auch die FinanzIT. Danach wurde mir im Taxi mein Koffer mit der Drohne gestohlen. Alles mit sehr vielen mehr Details, dir mir alle noch präsent sind. Bin wieder eingeschlafen und halb 6 etwas müde hoch und hab die Routine gut abgespult. Nebenbei laufen schon ein paar Copy Jobs. Eigentlich völlig sinnlos, aber eigentlich auch nicht. Ich verstehe, lerne und erkenne Muster, versuche dabei Optionen und Alternativen zu bauen.

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Vorhin fiel mir der alte Spruch: „Piep, piep, piiiiiep. Neim letzten Ton des Zeitzeiches war es 8 Uhr“ ein. Meine Mädels schauten mich sehr komisch an, als ich ihnen die Zeit so ansagte. Ich erklärte es ihnen. Hab es sooo lange nicht mehr gehört. Gibt es das heute überhaupt noch? Vielleicht bei der Deutschen Welle auf Mittelwellenfrequenz? Ist das lange her. Das Wort Zeitzeichen finde ich grade sehr interessant. Denke also kurz über die Zeichen der Zeit nach und wünsche Euch einen schönen Tag.

 

 

 

Wieder Kochen lernen

Rheinsberg, 20:39, Tag 1106

Heute ein voller Tag hier. Über unseren Tagesplan hab ich hier sicher schon berichtet. Vorhin bemerkten wir, dass wir hier eigentlich keinen Meditations- sondern einen Achtsamkeitskochkurs machen. Die Mahlzeiten takten den Tag. Die Vorbereitung, Zubereitung, das Essen, das Saubermachen. Dazwischen Pausen, die mit Meditation, Gesprächen oder dem Nachkaufen von Zutaten verbracht werden. Gefühlt bin ich schon drei Tage hier, obwohl wir gestern morgen erst hier angekommen sind.

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Heute morgen habe ich mich gewundert, wie die Enten im kalten Wasser bei knapp unter 0 Grad schlafen können. Wenig später, schliefen sie auf dem Eis weiter.

Es gab zum Mittagessen ein gelbes Curry, Fenchel und Möhren in Kokosmilch gekocht, unglaublich lecker. Zum Abendessen haben wir uns eine Udon Nudelsuppe gemacht, nur mit Zwiebeln, etwas Möhren; Pilzen und Räuchertofu und viel Misopaste. Ebenfalls grossartig.

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Denke und spreche sehr viel über die Arbeit. Und wie ich mich verändern, entwicklen kann, was ich machen kann, was ich anders machen kann. Habe viele Ideen, viele Anregungen bekommen aus mir selbst und im Gespräch. Viele Einsichten: über meine Ungeduld mit anderen und mit mir selbst. Übers Verstehen, um zu Ändern. Über Verstehen, Liebe, Loslassen die drei Mächte eines ethischen Arbeitsumfeldes, die Balance zwischen Glück und Profit. Hab mir mein Scheitern angeschaut und wie es dazu gehört, aber wie es transformiert werden kann. Hab gespürt, wie meine dunklen Seiten die Macht über mich verlieren, wenn ich erkenne, dass ich eine Wahl habe. Hab mich erinnert, an die vorigen neun Retreats, die Verbindung hergestellt, angeknüpft.

Und jetzt klappe ich hier schnell zu. Lese noch ein paar Seiten und schlaf mich nochmal richtig aus. Guten Abend.

Entscheidung

Berlin, 19:36, Tag 1099

Heute Morgen zeitig und müde aufgestanden. Die Morgenroutine für einen langen Spaziergang mit meinem Hund Ingress geskippt. Viel gelaufen heute, hatte ich nötig.

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Der Sonnenuntergang war schön heute. Eben hat es gehagelt, dann ging ein grosser Mond bei kaltklarem Himmel auf.

Oft halte ich an Gedanken oder Gefühlen fest. Vor allem Konzepte, Überzeugungen, Meinungen, Wertungen und Erkenntnisse geben mir Halt, versichern mich meiner selbst. Diese Loszulassen und das zu Tun, was jetzt dran ist, fällt mir oft schwer. Ich flüchte vor diesem ernüchternden, befreienden Schmerz. In Unterhaltung, in Konflikte, ins Aussen. Fast immer ins Aussen. Ich halte es mit mir allein, ohne diese Selbstvergewisserung schwer aus. Dabei ist es eigentlich ganz leicht. Sich selbst vertrauen, seiner Intuition, seiner Ahnung, seinem Impuls, seinen Leidenschaften. Meine Erfahrungen vergessend möchte ich meinen Fähigkeiten vertrauen. Jeden Moment neu, jeden Moment frisch, unbesonnen aufmerksam sein.

Heute bin ich daran wieder gescheitert! Lehrer zu sein, Anleitung zu geben, ohne Curriculum, nur mit einem Ziel, dem Ziel besser zu werden, etwas zu verändern, etwas zu verbessern, das muss ausreichen. Morgen werde ich es wieder versuchen, diese Entscheidung habe ich vor langer Zeit schon für mich getroffen.

Es wird schon!

Wünsche einen schönen Abend.

Keine Geduld

Berlin, 7:28, Tag 1092

Heute Nacht wilder Traum von einer Feier der amerikanischen Verwandten, auf dem Weg dann Riesenmaden auf dem Boden die mich ansprangen, festsaugten und ich dann von meinem Knie losploppen musste. Jemand gab mir danach unverlangt seine Visitenkarte.

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Bin zerschlagen heute, gestern Abend war sehr anstengend: Beziehungsarbeit deluxe. Muss manchmal sein. Sich wieder verorten, sich wieder versichern, sich wieder öffnen. Danach lange Musik gehört und spät eingeschlafen. Heute ist damit ein besonderer Tag. Andere Wertungen. Verschobene Prioritäten. Es scheint alles neu. Bin anders, rücksichtsloser, lebe mehr mein Leben und nicht das der anderen. Erfülle weniger Erwartungen, die ich denke, dass sie andere haben. Auf Arbeit ist Aufbruchsstimmung vorhanden, die auch neu ist, die schön ist. Ebenfalls das Ergebnis von Beziehungsarbeit, aber anders natürlich. Ich hoffe immer auf die dauerhafte Veränderung, Veränderung. Mache Stress bei Rückfällen, Umwegen und erneut zu gehenden Schleifen. Keine Geduld. Kein Vertrauen. Dabei weiss ich es längst besser. Suche immer nach den Momenten im Flow, in denen alles natürlich, alles einfach ist. Diese sind nicht fassbar. Sie sind nicht zu halten, selten auszudehnen. Danach bleibt ein leichter Kater und die Sehnsucht nach Wiederholung, die sich nie erfüllt. Weil das nächste Mal immer anders, immer neu ist.

Sodele. Der Morgen startet heute später, ich habe die Stunde mehr sehr genossen. Nun will ich noch was schaffen, eh der Flieger geht und mich auf auf die kurze Reise mit nimmt.

Wünsch Euch einen lockerflockigen Dienstag!

 

Dienstagspause

Berlin, 14:52, Tag 1085

Heute Morgen hab ich es irgendwie verpasst, hier zu schreiben. Eben fiel es mir ein. Fotos machen ging noch. Themen hatte ich auch schon im inneren Notizbuch gesammelt (Vorstellungen, Ich muss funktionieren, Wirklich da sein). Es schien mir aber ein kleiner Deprianfall im Anflug, so dass ich das Schreiben wohl nicht startete.

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Nun erleichtert, wünsche ich Euch noch einen schönen Dienstag.

Droning statt Skiing

Engadin, 18:57, Tag 1078

Heute ausgeschlafen. Fieber bei der Kleenen ist weg, trotzdem noch ein ruhiger Tag ohne Skifahren. Natürlich. Also konnte ich zwei Ausflüge machen unterbrochen von einem gemeinsamen Mittagessen machen, während die Damen das Hotelzimmer und die nähere Umgebung hüteten.

Früh bin ich an ein Kreisviadukt in Brusio, kurz vor der italienischen Grenze. Wieder einen Pass hinunter, durch herrliche halbverschneite, graugrüne Täler. Hätte hier und da anhalten können für einen kurzen Flug und Foto, aber ich wollte den Viadukt erwischen. Grade als ich ankam, fuhr quitschend ein Zug darüber. Der nächste kam einfach nicht. Ich checkte den Fahrplan, keine Chance, aber egal was ich kombinierte und rechnete, es hätte mindestens ne Stunde gedauert, eh der nächste kam. So lange wollte ich nicht warten, da hätte ich ja das Mittagessen verpasst. Also flog ich zwei Akkus leer und brummte mich wieder die Passstrasse hoch. Der Neue ist im Wald und auf schweizerischen Passstrassen zu Hause.

Kurz vor dem Passgeschlängel hielt ich noch einem Bergsee an. Dem Lago di Poschiavo an dem Örtchen Prese. Hier leerte ich den dritten Akku in einem schönen Flug über den halbzugefrorenen See. Hier vier verschiedene Schnappschüsse vom gleichen Strand.

Am Nachmittag bin ich nochmal los, zum zweiten Viadukt über einen anderen Pass. Damit habe ich alle drei offenen Pässe hier in der Gegend ausführlich befahren. Es handelte sich um das Landwasser Viadukt in Filisur. Die Bilder davon gibt eventuell gleich in Facebook und morgen Früh oder auch Abends hier.

Wünsch Euch nen schönen ruhigen Abend.

 

 

Nur Details

Berlin, 7:01, Tag 1072

Heute Nacht wieder viel geträumt, es vergessen lassen. Nicht ganz so zeitig hoch, unruhige Meditation. Sitze schon in der Küche, obwohl die Tochter erst kurz vor 9 zur Schule darf.

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Gestern Elternabend am Abend, eigentlich ganz stressfrei und angenehm, kaum langweilig. War irgendwie überrascht. Ist es wirklich ok gewesen, oder habe ich mich so verändert, dass ich das jetzt schon ok finde?

Bis dahin hatte ich grundlosen Ärgertag. War unzufrieden mit mir, meinem Leben, meiner Arbeit aber hauptsächlich mit mir, war unzufrieden mit meiner Unzufriedenheit. Habe dann angefangen zu sortieren, das half etwas. Dann konnte ich auch wieder kommunizieren, das hat es wieder etwas eingerenkt. Heute fühlt es sich auch besser an. Der Anfall scheint vorüber.

Es sind ja immer nur Details, die kleinen Dinge, die man machen, die man ändern kann. Und immer nur Details in diesem Moment. Sich dann aufzuraffen, und dieses kleine Detail zu verändern, das ist es. Ich weiss das, aber es hilft so oft nicht. Dann füllt sich meine Brust bis zu meinen Augen mit schweren Gedanken, dann fliesst die Schwere ab über Ärger, Frust, Härte. Kein Lächeln. Kein Freundlich sein. Kein Nicht wissen.

Am nächsten Morgen, jetzt, schon besser. Wieder mehr im Fluss, wieder mehr Bewegung. Wieder freundlicher, ein leichtes Lächeln auch jetzt.

So, mache ich jetzt weiter. Wünsch Euch einen schönen Tag.