Fliegen in Brandenburg

Mein zweites aktuelles Hobby, neben dem Reiten, sind meine Flugübungen.

Schon viele Jahre lang habe ich die vollautomatischen, fliegenden Kameras von DJI. Die sind für mich immer noch der absolute Masstab: 30min Flugdauer, 5km Reichweite, 500m Höhe. Da gibt es fast keine Sehenswürdigkeit, keine Landschaft, die ich nicht fotografieren könnte. Fast immer, wenn ich unterwegs bin, fällt mir eine Lichtstimmung, eine Wolkenformation oder ein Muster auf, welches ich gerne von oben fotografieren würde.

So, das waren hier eine Auswahl der besten Bilder von den letzten achtzehn Monate. Es ist für mich wirklich sehr erfüllend, solche Bilder selbst erzeugen zu können. Aber es fehlt wie immer oft die Zeit und die Möglichkeit, sich wirklich intensiv damit zu beschäftigen. Vor allem das Scouting der Locations ist sehr aufwendig und dann brauche ich noch mind. eine Stunde Zeit, um in Ruhe ordentliche Aufnahmen machen zu können. Das Licht und die Tageszeit müssen auch stimmen. So ergeben sich gute Gelegenheiten eigentlich nur bei Ausflügen oder im Urlaub. Ausflüge extra nur für Aufnahmen mache ich eher nicht, oder wenn, dann nur an ein paar Nachmittagen im Urlaub.

Seit ein paar Monaten beschäftige ich mich aber auch mit Race Dronen. Das ist eine völlig andere Richtung, dabei geht es nicht um schöne Aufnahmen von oben, sondern um ein freies kontrolliertes Fliegen in hohen Geschwindigkeiten. Das besondere dabei ist, dass man eine sogenannte FPV – First Person View einnimmt. Die Drohne hat eine Kamera, die ständig ein Livebild direkt an eine Videobrille überträgt. Man steuert das Fluggerät also nicht über Sicht oder mittels Sicht auf einen Monitor, sondern direkt durch Mitfliegen. Man schaut von der Drone vorne schräg nach oben und muss für die Steuerung Geschwindigkeit, Richtung, Trägheit beachten. Es gibt keine wirklichen Flughilfen wie GPS Positionierung oder Gyroskop. Also schon, aber die benutzt man als echter Racedrone Pilot nicht beim freien Flug.

Gestern Abend habe ich einen Zusammenschnitt meiner gestrigen Trainingseinheit erstellt. Der erste bei dem ich denke, ok… langsam wird es!

Habe sie in den Untertiteln etwas kommentiert, aber den original Ton gelassen, damit ihr die Auswirkungen der Steuerung auch hört. Die Drohne selbst ist nur etwa 200g leicht, ohne die Batterie (die nochmal zwischen 60 und 90g hat).

Das faszinierende dabei ist für mich, dass ich eine Computerspiel Steuerung habe, ein Art Computerspielbild in der Videobrille, dass ich mich aber durch realistischste 3D Landschaft bewege, die wirklich echt ist. Und ich bewege kein virtuelles Pixelgerät, sondern echte 300g düsen mit bis zu 100km/h durch diese Landschaft und gehen wirklich kaputt, wenn man nicht aufpasst. Das Gerät hat nur ein Leben.

Das macht wirklich viel Spass und erfordert einiges an Geschick. Also heisst es wie immer im Leben: üben, üben, üben! Wir sind ergebnisoffene Entwicklungswesen. Bin gespannt, wie weit ich bei diesem Thema noch gehe oder komme.

Wie schön die Welt von oben ist!

Technologie fasziniert mich. Vor allem Computer. Mit Taschenrechnern fing es an. Eine lange, lange Zeit starrte ich auf Monitore. Die Bilder, die dort drin entstehen können, sind oft magisch und helfen in der echten Welt. Sie berechneten Rationen für unsere Jungrinder. Sie berauschten mich im Spiel. Sie schaffen Arbeitsplätze. Sie schaffen Arbeitsplätze ab.

Seit ein paar Jahren entdecke ich Computer in Dingen. Computer in Dingen faszinieren mich auch. Wenn diese Computer in kleinen Hubschraubern, genannt Multicopter oder auch Drohne, eingebaut werden, passiert etwas völlig verrücktes:

Auf einmal wandert der Computer von meinem Schreibtisch oder aus meiner Hand hinaus in die Welt. Und der Monitor überträgt Informationen von vielen Sensoren aus dieser Welt auf den Bildschirm in meiner Hand bzw. in meiner Brille.

Ein Computerspiel wird plötzlich Wirklichkeit.  Ein Kilogram echter Materie fliegen durch die Welt. Ich kann sie steuern: beschleunigen, stoppen, rechts rum, links rum, steigen oder fallen lassen. Die zwei kleine Hebel in meiner Hand konnten doch jahrelang nur täuschend real aussehende Pixel auf einem Bildschirm bewegen. Nun bewegt sich die Realität und ich kann dabei auf dem Monitor zuschauen.

Das ist unglaublich. Unglaublich toll. Vor einiger Zeit war ich mit meiner Grossen an einem See in Brandenburg, am Grossen Glubigsee. Ein Sonnenuntergang zog uns ans Ufer. Die DJI Mavic ist so klein, dass ich sie in einer leichten Tasche immer dabei haben kann. Sie fliegt so weit, dass ich sie aus den Augen verliere, bis zu 5km könnte sie weg fliegen und mir trotzdem noch ihr Bild aufs Handy übertragen. Verrückt, oder?

Schaut selbst:

Man fliegt selbst über den See. Sitzt auf dem Copter und fliegt. Die Brille gaukelt einem eine riesige Leinwand in HD vor die Augen. Das sich bewegende Bild nimmt einem den Atem und lässt einen schwindelig zurück. Hinsetzen. Atmen. Grossartig!

Über Fehler, Vertrauen und eine Idee

Berlin, 6:59, Tag 921

Heute Nacht viel geträumt, entspannend geschlafen. Der Morgen ist ruhig, aber schon voller Gedanken, leichter Sorgen. Die Tage sind voll mit Umzug, Schulvorbereitung und intensiver Arbeit. Bin voller Dankbarkeit für meine Liebste, meine Freunde und der Welt, in der ich ein so tolles Leben haben kann.

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Bei der Morgenlektüre fand ich zwei Artikel, die ich heute mit Euch teilen möchte. Einmal, wieder mal, von Signal vs. Noise, den basecamp.com Machern. Sie haben ein Sideproject, knowyourcompany.com, das sie ausgelagert haben und die einen Fehler gemacht haben. Die Verantwortliche schrieb einen Artikel darüber, wie sie mit solch einem schlimmen Fehler, der direkte Kundenauswirkung hat, umging. Was für eine Firma willst Du sein? Vertrauen ist alles! so lautet die wichtigste Erkenntnis.

Ohne Vertrauen funktioniert keine Zusammenarbeit. Nicht innerhalb der Firma und nicht in der Beziehung mit Lieferanten, Partnern und Kunden. Und nicht zuletzt, Vertrauen in sich selbst. An sich selbst glauben können, zu den eigenen Werten stehen können, sich selbst im Spiegel anschauen können, ohne weg zu rennen, ohne Angst, ohne schlechtes Gewissen, mit einen reinem Herzen und Gewissen. Wir Menschen spüren das. Wir spüren, wenn etwas nicht in Balance ist, wenn die Matrix einen Riss hat. Dazu brauchen wir keine Ausbildung, kein Training und wir müssen nicht mal besonders emphatisch sein. Unsere Handlungen basieren viel mehr auf diesem Grundgefühl, des gegenseitigen Vertrauens, als uns oft bewusst ist. Das gilt im persönlichen Umgang, aber genau so, wenn Organisationen zusammen arbeiten.

Was ich gestern wieder erlebt habe, ist aber, dass ich manchmal aus Unsicherheit oder Angst und geringem Selbstbewusstsein, viele Worte erzeugen muss. Ich bin dann nicht klar. Ich bin das Gegenteil von klar, ich verneble mich und andere in Details und Diskussionen. Begründen mir selbst mit vielen, vielen Worten, warum ich etwas so oder so machen will. Ich suche Bestätigung. Irgend einer dieser Sätze stimmt dann schon. Ich komme nicht ins Tun. Ich bin im Wollen. Ich will Klarheit, Einfachheit, Richtung.

Aber ich finde diese Klarheit nur im Blick nach innen. Ich muss dann meine eigenen Gedanken aushalten. Ich darf mich nicht von meiner Angst gefangen nehmen lassen und mich selbst einlullen in vielen Worten.

Nach so vielen Worten um diesen einen Artikel, fällt der Übergang zum nächsten, fast profanen Thema nicht leicht. Aber ich habe es angekündigt und ändere das nun oben nicht mehr: Dronbase lief mir bei Fred Wilson über den Weg. Ich hatte sofort einen starken Impuls. Die Idee geistert schon seit Monaten in meinem Kopf rum. Hier gibt es einen Markt, die 399, die Dronbase für eine Luftaufnahme eines Objektes oder Grundstücks verlangt, schwebten mir auch im Kopf rum. Ich sah Landwirte vor mir, die ein Überflug über ihren Hof machen können. Ich sah Bauherren vor mir, die ihre Baustelle dokumentieren wollen. Ich sah neue Shoppingmalls in Istanbul, die sich mit einem Überflug interessant machen wollen.  Dronebase hat in den US dafür einen Website gebaut, die genau das macht. Sie bringt Interessenten an mit Drohnen erstellten Luftaufnahmen mit Drohnenpiloten zusammen. Wenn ich könnte, würde ich alles stehen und liegen lassen, und mich daran machen, diese Idee hier für Deutschlang umzusetzen. Genau jetzt! In drei Monaten Online. Ob man davon leben kann, keine Ahnung. Ob heute schon genug Potential im Markt ist, keine Ahnung. Aber die Idee fasziniert mich. Da ist was!

Ok, dazu passt dann auch noch ein dritter Artikel von Signal vs Noise: Less than Perfect, in dem beschrieben ist, dass man immer unzufrieden starten muss, um Erfolg zu haben.

But far more important than to be capable of suffering for your cause is to ask “what cause”?

Wir halten zu oft, zu lange am falschen Grund, am falschen Thema fest, weil wir denken, wir müssten durchhalten. In einem selbst liegt aber die Antwort auf die Fragen: Was ist der Grund für mein Sein? Was ist die Wurzel? Diese Frage muss ich mir immer und immer wieder stellen, um über mich selbst hinauswachsen, um wachsen, mich entwickeln zu können.

Ihr merkt, ich mag neue Ideen. Ihr merkt, ich mag die Denke der Menschen von Signal vs. Noise.

Und damit wünsche ich Euch angeregt, einen tollen Donnerstag!

Schmeiss und Schiess

Istanbul, 6:44, Tag 825

Heute Nacht habe ich mit Angela Merkel verbracht. Ich sollte einen Konferenztag der Regierung organisieren, das Programm zusammen stellen und die Referenten wussten alle noch nichts von ihrem Glück (Hihi, wie ich bei Christoph!). Die Zeitplanung und die Pausen waren kritisch. 9 – 10:30 dieser, dann 11-12:30 jener und so weiter. Angela sprach das alles mit mir durch, lächelnd, freundlich, vertraulich, so gar nicht Kanzlerinlike. Ich wachte kurz vorm Start zu zeitig auf und blieb noch ne halbe Stunde liegen.

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Die Meditation heute war unruhig und leicht träumerisch. Hatte vorher etwas News und dann Teile aus Vers 47 von Transformation at the Base gelesen, in der es um die Unterschiede der westlichen und buddhistischen psychotherapeutischen Ansätze geht.

Danach hatten mich die News wieder, weil doch tatsächlich nach 3DRobotics, nun auch Lily Robotics eine Drohnenkamera gebaut hat, die ziehmlich genial einfach scheint: Throw and Shoot.

Hier schaut selbst:

Ist sicher erst mal auch tolles Marketing. Ich seh die Dinger schon an Bäumen und Strommasten und Häusern kleben, eben weil es diese Hindernisse in Masse gibt da draussen. Und so lange die Drohnen keine Kollisionsverhinderungsfunktion haben, kann man davon ausgehen, nach jedem Ausflug ’ne neue zu bestellen!

Die kleine einzelne Wolke vorhin, war nur ein Vorbote, ein Kundschafter.

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So, nun schliess ich heute mal schon vorm Frühstück.

Wünsch Euch einen herrlichen Tag!