Meine Rede zum Sommerfest

Noch Berlin, 8:55, Tag 616

Heute Nacht, oje, ich erinner‘ mich nicht mehr! Eine kurze Nacht, wegen unserem 6. mtc Sommerfest: was für eine Sause, sehr schön, sehr entspannt, viele liebe Menschen kamen zusammen, um zu feiern.

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Hier nun, nach 2012 und 2011 auch in diesem Jahr, meine Grundsatzrede gedruckt für Euch:

Herzlich Willkommen liebe Gäste, liebe Freunde, liebe Kollegen, Kunden und Partner, meine lieben Eltern.

Mein Name ist Arne und im Namen von meinem Partner Gunnar und mir, möchte ich euch ganz herzlich zu unserem 6. Sommerfest begrüßen.

Manchmal macht Technologie auch Probleme: ich hatte vorhin das Problem, dass unsere Drucker schon abgebaut waren und ich meine Rede nicht mehr ausdrucken konnte. Aber zum Glück hab ich dieses iPad, diese neue Technologie löst dieses Problem und ich muss nicht mit dem Laptop hier stehen.

Am Montag hatten wir hier 6 Studenten aus Deutschland, Australien, Indien und den USA zu Besuch.

Ich hab uns und mich vorgestellt, präsentiert und erklärt, **was** wir machen und **wie** wir arbeiten.

Angefangen mit der Rationsberechnung in der LPG von Daddy 88, über das Wechselgeschäft in der Sparkasse 92 über Lotus Notes in der Softwareentwicklung 97. Von Planet One, über Tacson und Taskoutsourcing zur Web Agentur, von PatProd über DEPAROM zu Open Patent Data.

Dann kamen ihre Fragen:

1. Warum offene Plattform, offene Daten? Kann da nicht alles vom Wettbewerb kopiert werden?

2. Welche Werkzeuge, Tools, Sprachen benutzen wir? Bekanntes, bewährtes oder auch ganz neue Sachen?

3. Was kommt morgen? Was machen, bauen wir im nächsten Jahr?

Ich hab erklärt, **was** wir machen, **wie** wir es machen, was sich geändert hat, was unsere Ziele sind und wie modern wir heute schon arbeiten.

Aber irgend jemand macht das, was wir machen, immer schon.

Und immer gibt es neue Tools und Technologien, die noch mehr als die Alten können, die wieder besser sind.

Und seien wir ehrlich, niemand kann wirklich wissen, was morgen kommt.

Ich hab gemerkt, dass wir uns im **was** und **wie** nicht wirklich gross unterscheiden: Deutsche, Australier, Inder oder Amis und wir.

Was uns unterscheidet, ist etwas anderes. Was mich antreibt, ist etwas anderes.

Mir ist dabei wieder sehr klar geworden, was das ist:
Ich suche immer nach einem Problem um mich herum, dass ich mit Informationstechnologie, die ich woanders gesehen habe, lösen kann. Ich suche danach, wie ich mit neuen Technologien etwas Bestehendes verbessern kann, wie ich es einfacher machen kann.

Die Technologien und die Werkzeuge ändern und entwickeln sich über die Jahre, aber dass man sie nutzen kann, um Probleme zu lösen, das bleibt gleich.

Aber mit welchem Ziel lösen wir die Probleme?

Auf die Antwort zu dieser Frage hat mich Gunnar ebenfalls am letzten Montag in unserer Teamleitersitzung gebracht.

Ich dachte bisher immer, dass faule Entwickler die besten Entwickler sind. Sie bemühen sich um fehlerarmen Code, weil sie zu faul sind, da später wieder ran zu müssen.

Aber dabei geht es ja wieder nur um das **was** und das **wie**. Denn, das was faule Entwickler von guten Entwicklern unterscheidet, ist etwas anderes.

Gunnar sagte so nebenbei, als er von einer Verhandlung in Merseburg berichtete, dass er bei der Weiterentwicklung und bei der Wartung von Software immer darauf achtet, den Wert der Software zu erhöhen. Und mir wurde klar, als ich ihn das sagen hörte: genau diese Einstellung unterscheidet ihn und uns von anderen.

Wir können mit IT Probleme lösen, und die Welt, die uns konkret umgibt, so zum Besseren verändern.

Und wir können mit allem, was wir Tun oder Programmieren, den Wert dieser Problemlösung, der Software steigern, bei uns selbst und bei unseren Kunden.

Und deshalb steht das Moving in MTC für Freiheit: für genau diese Veränderung, für Bewegung, für den Wandel und Risiko und Mut.

Deshalb steht das Targets in MTC für Entwickung: für Sinn, Zweck, für unsere Ziele und die Zukunft.

Und deshalb steht das Consulting in MTC für Miteinander: für Beziehung, für Helfen, Beraten, gemeinsam als Team.

Denn nicht im **Was** und **Wie** unterscheiden wir uns von anderen, sondern nur: **Warum** man etwas macht. Das **Warum** erzeugt den alles entscheidenden Unterschied!

Warum gibt es uns? Um Probleme zu lösen und Werte zu schaffen! Das bedeutet Moving Targets Consulting!

So, nun geht es aber heute Abend nicht weiter ums **Warum**, sondern jetzt geht’s nur noch darum, einen schönen Sommerabend zusammen zu haben und zu feiern.

Und das ist heute nur möglich, weil wir ein so tolles Team haben: Danke vor allem bei Udo, der heute hier alles super organisiert hat, aber auch beim Backoffice, bei Ira und vor allem Sabrina, die alles ausgewählt und bestellt und so stark unterstützt haben.

Danke bei denen, die heute für uns Arbeiten müssen: beim Team von Monopol, die uns so grossartig kulinarisch und mit bestem Service verwöhnen.

Und danke auch bei allen die heute und am Montag wieder mit helfen und die ich jetzt nicht aufgezählt habe!

Vielen Dank, viel Spass bei der Party und:

**das Buffet eröffnet!**

Meine Rede zum Sommerfest…

Berlin, 7:20, Tag 262

Hier meine gestrige Rede zu unserem 5. mtc Sommerfest. Eine Inspiration kam diesmal von Gunter Dueck, dessen Reden ich begeistert verfolge aber dessen Bücher ich nicht lese. Herzlichen Dank auch an ihn dafür!

Fotos: Michael Bartos, http://www.bartos-projects.de/blog/

meine rede zum 5. mtc-Sommerfest

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herzlich willkommen! ich begrüsse meine eltern, alle mtc kollegen, unseren dj aus wien, die incos aus gorzow, die bundesdruckerei und jouve.

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nur bayer schickt keinen, angeblich aus compliance gründen, dafür feiern wir auf ihren parties.

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herzliche grüße auch an alle anderen, die es nicht möglich machen konnten, zu kommen!

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ich nerve ab und zu meine freunde vor veranstaltungen und reden wie diesen und frage sie nach tips.

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sie sagen dann meist so etwas wie: es ist doch egal, was ich sage oder sage einfach kurz allen danke, das reicht doch.

oder berichte doch über ein paar highlights, wie taskoutsourcing oder die ausschreibung patprod oder über unsere forschungsprojekte aus dem letzten jahr

oder wiederhole doch einfach die rede vom letzten jahr, das merkt eh keiner.

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also mach ich, wie in letzter zeit sehr oft, mal was ganz anderes und neues für mich und halte eine grundsatzrede für mein team und ihr alle könnt dabei zuhören.

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heute morgen habe ich von einem ex-ibm’er gehört: die informationstechnologie industrialisiert die vermittlung/intermediäre. ich sag euch jetzt, was ich dabei gedacht habe.

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banken, da kommen wir her, vermitteln zwischen anlegern und kreditnehmern, versicherungen verbinden risikoträger mit kunden, apotheken verbinden pharmafirmen mit patienten, handel generell verbindet produzenten mit konsumenten.

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aber das internet, auf basis von informationstechnolgie, mit der wir uns richtig gut auskennen, verbindet alles miteinander. und zwar, ohne die alten vermittler zu fragen oder wirklich zu brauchen.

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und auch auf uns selbst trifft das zu.

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das internet wird dabei oft nur für sich selbst benutzt – also ala, dann machen wir jetzt auch einen webshop, online banking, eine datenbank, einen blog, eine facebookpage, einen twitteraccount.

dabei wird das internet nicht für die kunden benutzt, sondern es wird „nur“ bestehendes vereinfacht, automatisiert, commodifiziert, gecrowdsourced, ausgenutzt, kostengesenkt, optimiert…

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und genau davon leben wir heute.

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denn genau das machen wir: wir vereinfachen, wir automatisieren, wir industrialisieren… und das können wir verdammt gut.

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unsere kunden machen diese projekte sehr oft nicht, weil sie lust drauf haben oder wenigestens spass dran hätten, sondern weil sie angst um ihr armes geschäft haben, angst um ihre karrieren, um ihren bonus, um ihren status.

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und genau so etwas regt mich unwahrscheinlich auf und gleichzeit auch -an!

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unsere heutigen kunden (wir selbst eingeschlossen) nutzen das internet nur, um uns selbst zu industrialisieren, manchmal bis zur aufgabe der eigenen identität.

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auf das wirklich neue, haben sie (noch) keine lust.

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sie wollen sich nicht kannibalisieren, sie wolles retten und bewahren: die musikbranche die cd, die filmbranche die dvd, verlage, druckerein die zeitung und das buch, aber auch banken und versicherungen ihre beratung, pharmafirmen ihr wissen um heilung und natürlich auch wir unser produkt deparom und -profil!

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alle denken, wir, die patentämter, die patentabteilungen, auch pharmafirmen, dass schon nichts passieren wird, dass es schon nicht so schlimm wird, dass sich vielleicht der hype um cloud, crowd, um soziale netzerke und social business sich bald wieder legen wird. bis zur rente wird es schon reichen. hoffentlich.

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und während wir auf der einen seite noch distanz zur konkurrenz, zu anderen software- und beratungsfirmen suchen, werden wir auf der anderen seite überholt von agilen netzwerken von freiberuflern und kleinen teams, die sich nicht mal mehr berater oder entwickler oder firma nennen möchten, weil es ihnen zu oldfashioned ist.

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sie sind all-in the cloud, publizieren ihren code in github, lassen die anwendungen auf heroku laufen.

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haben mail, durch facebook und reddit ersetzt. wenn sie nach berlin kommen, melden sie sich nicht mal mehr bei immoscout an, sondern buchen urlaubsunterkünfte bei freunden, bei airbnb oder couchsurfing. statt den immoteil der zeitung anzumarkern oder ins reisebüro oder bei deren lustlosen internet versuchen wie reise.de zu gehen, kriegen sie eine push notifiation aufs handy, wenn eine neue wohnung eingestellt worden ist.

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sie machen selber, statt vermitteln zu lassen.

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sie diskutieren ihre probleme in ihren blogs oder auf reddit, erzählen ihre geschichten auf twitter und vor allem, sie machen nur projekte, auf die sie lust haben, lassen sich flattern, schreiben ihre rechnungen über wepay, oder paypal und verkaufen die links auf frei im netz liegende dateien über gumroad oder machen alles zusammen oder ganz anders.

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das sind tatsachen, die zu sehen, mir richtig spass machen, das zu erkennen mich mit freude, mit unbändiger vorfreude erfüllt.

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wisst ihr warum mich das so freut?

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weil ich sehe, was ihr alles baut und auch was ihr alles noch bauen könntet!

weil es mir jeden tag spass macht, mit und für euch zu arbeiten. und dafür bin ich extrem dankbar und darauf bin ich verdammt stolz.

weil ich sehe, dass wir mehr und mehr das glück haben, die probleme des erfolges zu erfahren.

dass wir nicht mehr zu allem ja sagen, dass wir zwar immer noch angst haben, dass wir nicht durch kommen, dass das alles nicht sein kann, dass es morgen vorbei ist.

denn das größte problem des erfolges ist, dass die welt da draussen sich zu verschwören scheint, um uns davon abzuhalten, das weiter zu tun, was uns erfolgreich gemacht hat.

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und ich glaube, dass uns folgende werte so erfolgreich haben werden lassen:

wir versuchen zu überzeugen, statt anzuweisen
wir bevorzugen projekte, statt routine
wir haben offene, statt (fester) strukturen
wir beobachten, statt zu kontrollieren
wir sind freundschaftlich, statt formal

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das sind unsere stärken, die uns verbunden mit gutem handwerk, mit der beherrschung der tools und technolgien, auch in zukunft erfolgreich bleiben lassen.

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so, nun komme ich zum schluss und möchte euch noch das wahre geheimnis unseres erfolges verraten.

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ich ahne nämlich, warum uns unsere kunden wirklich bezahlen. es gibt dafür drei gründe: ok, wir müssen einen guten job machen, es macht zweitens spass, mit uns zu arbeiten und drittens wir liefern unsere arbeit auch pünktlich ab.

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und das eigentlich geheimnis ist dabei, dass wir nicht mal alle drei zu erfüllen brauchen, zwei reichen völlig aus.

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wenn es unseren kunden spass mit uns macht, verzeihen sie uns unpünktlichkeit oder auch mal ein nicht so tolles ergebnis.

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wenn einige von uns permanent unzuverlässig sind, müssen sie schon grandiose arbeit machen, und die kunden müssen sie mögen. und wenn es tatsächlich vorkommen sollte, dass es mal keinen spass mit uns machen sollte,… nun ihr habt verstanden.

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aber meist machen wir doch alles dreies zusammen!

und genau der spass ist der hauptgrund für diese party heute!

jetzt sage ich nur noch danke beim team von monopol, und bei aschi, die heute dafür arbeiten, dass wir hier spass haben und auch danke zu ira, sabrina und udo, die die hauptlast der vorbereitung für diese party trugen.

auf ein tolles sommerfest. prosit!

(arne krueger, 21. juni 2012)