Schlagwort: Istanbul

Tagebuch Teil II

Rampart’s Walk with Nathalie

Istanbul, 6:29, Tag 795

Heute Nach habe ich mich nach NYC geträumt, dort in ein paar verwinkelte, riesengrosse Wohnungen. Es wurde eine Party vorbereitet. Aber ich fand mich in den privaten Räumen wieder. Fred Wilson gehörte die Wohnung, er veranstaltete die Party. Dann tauchte Michael Arrington auf. Er fragte mich, wo ich her komme, schüttelte mir die Hand. Als ich sie los lies, fiel er hinten über. Das war geplant, wurde gefilmt. Dann sollte ich drei Aufgaben lösen, mit vielen Menschen um mich herum. Zum Glück kriegte ich alles ganz gut hin, allerdings nur mit Ausländerbonus. Als mich ein Doorman heraus komplimentierte, wachte ich zeitig und müde auf…

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Gestern habe ich mich doch aufgerafft, raus zu gehen und an einem weiteren geführten Spaziergang durch Istanbul teil zunehmen. Diesmal mit Nathalie Bevernaegie von Istanbul Privé. Es war kein spezieller Fotowalk, so war die Strecke länger mit fast 15km und die Toleranz für Fotostops war etwas geringer. Aber ansonsten: Grossartig! Tolle Gegend, durch die uns Nathalie nach einer kurzen Fahrt auf dem Golden Horn geführt hat. Ältere Viertel zwischen der alten Stadtmauer und der Galatha Brücke.

Als ich abends die Bilder von der Kamera holte und durchschaute und meine Favorites markierte, hatte ich noch kein Thema gefunden.

Dann habe ich ein Facebook Album angelegt und beim Upload bemerkte ich, dass auf jedem Bild etwas Lebendiges, etwas Lebendes zu sehen war.

Anders als sonst, haben mich Strukturen, Stilleben, Architektur oder Linien gestern nicht so sehr gefangen genommen. Vielmehr das unglaublich lebendige, trotz oder wegen der Armut und Einfachheit fröhlicher erscheinende, alte Istanbul!

Hier ein paar der Eindrücke von gestern für Euch auch hier in meinem Blog.

Hab schon viel weggearbeitet heute morgen, und deshalb wünsche ich Euch etwas später: einen tollen Start in den Montag der neuen Woche!

Tagebuch Teil II

The Bazaar Rooftops Part II with Monica Fritz

Istanbul, 6:50, Tag 787

Heute Nach habe ich mich auf einen Bauernhof geträumt. Er sei liebevoll im Stile der DDR Zeit renoviert worden. Ich lief etwas herum, durch die Scheune und die Ställe. Bald verhakte ich mich in den vielen Zäunen und Absperrungen und fand den Weg heraus nicht mehr. Eine Frau kam zu mir und wollte genervt ihren Mann holen, um mich zu befreien. Auf einer Party mit Freunden erfuhr ich, das selbige in Fürstenberg viele Wohnungen besässen und nach einer schrägen menschlichen Grammophon Szene, erwachte ich müde in den Ostersonntag…

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Hab gestern Abend noch zwei Videos vom Grand Bazaar hochgeladen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Sind nur so Szenen. Der erste Herr faszinierte mich, aufgrund seines stillen Grossvaters auf der einen und einer über 200 Jahre alten Werkbank auf der anderen Seite.

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Er klöppelte auf einem Kupferkessel und die türkische Mitfotowalkerin musste sehr laut sprechen, weil das viele Hämmern eben dazu führt, dass man normales Sprechen nicht mehr versteht.

Und dann die Armenier. Zwischen zwei Juwelieren drückt man sich durch eine enge Gasse, die etwa 15m lang ist und in der immer nur eine Person durch passt. Ich kannte die Gasse schon, da ich gleich nebenan vor knapp 10 Jahren den Verlobungsring meiner Frau im Keller des Juweliers rechts von der Gasse gekauft hab.

Ausserdem befindet sich der Ausgang an einem der unteren Ende des Grand Bazaars. In den vergangenen Jahre, wurde ich dort oft hingespült, weil ich meist immer nur abwärts durch den Bazaar geschlendert bin. Ich landete unweigerlich immer an diesem Ausgang. Fragt mich bitte nicht nach seiner Nummer, oder ob ich ihn wieder finden würde! Vermutlich nicht, denn man muss von Cemberlitas in den Bazaar rein und sich treiben lassen und dann hoffen, dass man es findet.

Im Grand Bazaar etwas wieder zu finden, hat etwas magisches, Harry-Potter-Mässiges. Man muss drauf zu laufen und los lassen. Wenn man unbedingt etwas wieder finden möchte, weil man sich etwas hat zurück legen lassen? Vergesst es! Mit mir würdet ihr das niemals wieder finden.

Na jedenfalls: die Gasse. Sie mündet in eine Karavasaray, einen Innenhof mit zwei Etagen und einem Rundgang oben, der in Werkstätten, kleine Büros oder Geschäfte mündet. Eine Teeküche und ein Imbiss runden das Ganze ab. Es wirkt wie ein altes zu Hause, die Menschen wie eine alte eingeschworene Gemeinschaft, jeder kennt sich, sie arbeiten hier seit Generationen zusammen. Ich laufe lächelnd und aufmerksam hier durch, suche Augenkontakt, nicke und lächle dann unmerklich, was völlig ausreicht und offenbar nicht aufdringlich wirkt. Und fast immer honoriert wird, meist durch ein leicht, schräges Kopfnicken.

Wir sind in eine Werkstatt rein gelaufen, dort stand ein Mann an der Werkbank und wiederholte immer den gleichen Arbeitsablauf. Grossartig zu beobachten, meditativ und konzentriert. Seine Hautfarbe unterschied sich nicht von der Farbe der Maschine und der Werkbank.

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Hier noch das Video von einem dieser Abläufe, die er endlos zu wiederholen schien. Jedenfalls so oft, bis die Plättchen auch wirklich alle in Hütchen verwandelt wurden.

Und zum Schluss noch eine kleine Galerie mit ein paar Fotos davor und danach.

Jetzt gehts auf zum Frühstück und dann in den Garten. Nachschauen, ob der Osterhase auch hier nach Istanbul gekommen ist und ein paar kleine Überraschungen für meine Tochter versteckt hat.

Wünsch Euch ein grossartigen Ostersonntag!

IstanbulTagebuch Teil II

The Bazaar Rooftops with Monica Fritz

Istanbul, 6:39, Tag 786

Heute Nacht habe ich wieder einer der Fortsetzungsroman geträumt, das Thema aber nach Aufstehen, Duschen und Meditation und etwas News lesen eben komplett vergessen. Komm nicht mehr ran, ist gut so.

Gestern ein Tag voller intensiver Eindrücke. Mein Morgenbild ist dafür klar und leer. Hab den Möven zwei Minuten lang eine Chance gegeben, mit aufs Bild zu kommen, die schlafen noch.

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Bin heute einen Stunde später gestartet. Halb 10 müssen wir zum Zahnarzt. Bis dahin noch die Samstagspfannkuchen machen und erst mal ’nen Kaffee kochen.

Will Euch natürlich von gestern erzählen und die Bilder zeigen.

Monica Fritz organisiert die Touren schon sehr lange und kennt sich bestens im Grand Bazaar aus und auch sehr viele Leute dort. Sie hat uns herrliche Ecken gezeigt, die ich bis auf den Bazaar selbst alle noch nicht kannte.

Hab mich in der Vergangenheit nicht getraut, einfach Treppen hoch zu steigen oder mich durch wirklich enge Gassen zwischen den Geschäften zu drücken.

Bin sehr dankbar, dass ich mich gestern aufgerafft habe, obwohl ich mich gar nicht richtig angemeldet hatte. Und noch mehr für die Eindrücke. Und noch viel mehr für die Geduld mit uns und mir und für die Freude am Zeigen und Erhalten, die Monica anzutreiben scheint.

Grossartig, oder?

Wünsch Euch einen phantastischen Ostersamstag!

Tagebuch Teil II

Spektakulärer Landeanflug

Istanbul, 6:20, Tag 785

Heute Nacht habe ich viel geträumt, war alles präsent beim ersten langsamen Aufwachen. Dann blieb aber doch nur die letzte Szene hängen. Rechts die Treppen hoch in einem Apartmentkomplex gab es ein Wellnessstudio. Ich sollte ein Massage bekommen, ging rein, aber alle waren beschäftigt, niemand kümmerte sich um mich. Eine korpulente Reinigungskraft, die ebenfalls einen Termin hatte, bot sich schliesslich an, mir alles zu zeigen und mich zu massieren. Ich wachte erleichtert auf und stand weit vor dem Wecker ganz in Ruhe auf.

Hier könnte es gleich ein klares, wolkenloses Sonnenaufgangsbild mit Möve geben (Ha! Wieder so ein Wort, bei dem ich eher an Dove und die Creme als an die Vögel vorm Fenster denke!). In den letzten paar Minuten hier ist die Dämmerung angebrochen, das geht jetzt sehr schnell, dass das iPhone genug Licht kriegt.

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Gestern einen wunderbaren Herflug gehabt. Ein schöner Abschluss einer unruhigen Woche. Wie eine Belohnung fürs Durchhalten. Meine Startmeditation liess ich ausfallen. Das Wetter in Berlin war zu schön, mit Regenschauern und zerklüfteten, vielschichtigen Wolken. So schaute ich aus dem Fenster. Hier auf die Havel:

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Dann weiter übers Olympiastadion (das kleine weisse Hufeisen):

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Und schliesslich, aber nicht ganz so glücklich über Tempelhof und meine Heimat Kreuzberg hinweg:

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Dann überlegt ich, was ich machen könnte. Lesen oder Film schauen. Film schauen, hat gewonnen, allerdings brauchte ich einige Zeit, eh ich im Board Video Entertainment System den richtigen Film gefunden habe. Seit ein paar Monaten schleiche ich schon um Whiplash herum. Diesmal habe ich mir ein Herz gefasst und den Film gestartet. Sofort musste ich an Dich, Tony, denken und Deine liebevolle Strenge bei der Zazen oder Karateausbildung, eigentlich bei jeder Art Führung.

Hier im Film ist das natürlich eine sehr gut versteckte, liebevolle Strenge. Der Film spielt genau damit, dass er den Zuschauen über die Motive und die Intention des Lehrers, gespielt von J.K. Simmons im Unklaren lässt. Die Frage ist doch: rechtfertigen die Suche nach Perfektion, die positive Intention des Lehrers, wirklich jegliche emotionale Brutalität?

Der Schüler in mir schreit: neiiiin!

Der Lehrer in mir sagt ruhig und mit liebevoller Strenge: ja, klar!

Sehr schnell wollen wir den vermeintlich Schwachen (Schüler), der wirtschaftlich, körperlich oder emotional unterlegen scheint,  schützen vor dem vermeintlich Starken (Lehrer). Dieser Instinkt ist natürlich immer gerechtfertigt und sehr sinnvoll. Nur führt er einfach oft auch dazu, dass wir zu schnell aufgeben, dass wir Sicherheit über Entwicklung wählen, dass wir den Status Quo den Möglichkeiten, den unerschöpflichen Potentialen in uns vorziehen.

Und nach dem grandiosen Schlagzeugsolo zum Ende des Filmes, dass mich fasst laut schreien lassen vor Begeisterung, begann der Landeanflug.

Hier die Bucht von Silivri und die Delle von Bizimköy am Marmara Meer, wo wir die letzten Sommer verbracht haben. Silivri liegt ca. 65km vom Istanbuler Zentrum entfernt. Aber ganz hinten rechts erkennt ihr schon die näher kommende Stadt. Bist dort hin, genannt Büyükçekmece, ist Istanbul bereits vorgedrungen.

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Hier links ein der Hauptwasserversorgungen für Istanbul und die ersten Neubausiedlungen. Hier ahnte ich schon, dass der Landeanflug diesmal über die Innenstadt führen wird.

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Aber vorher wurde mein Geduld noch auf die Probe gestellt, was aber sogleich mit grossartiger Wolkenkunst untermalt und belohnt wurde.

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Das Video vom Landeanflug lade ich gleich noch hoch. Hier einer der besten Schüsse aus meinem Fenster, auf Platz 11A der Boing der Türkisch Airline. Der Blick über den Bosphorus voller Fähren, rechts am Rand Topkapi, rechts unten ist Karaköy, auf der linken Seite in rötlicher Abendsonne das asiatische Zentrum Istanbuls und im Hintergrund im Maramara Meer, liegen die 5 Prinzessinen Inseln.

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Gleich geht weiter mit Fotos! Auf Facebook habe ich eine Gruppe für Istanbuler Fotowalks gefunden, die regelmässig zu Touren über die Dächer des Grand Bazaars und den engen Gassen in dem ältesten Teilen der grossen Stadt einlädt. Ich bin gespannt, wie das wird. Das Wetter ist sehr kühl, leicht dunstig.

Und damit wünsch ich Euch jetzt erst mal einen grossartigen Karfreitag!

tagebuch

re:think networking…

In dreieinhalb Stunden werde ich auf grosser Bühne meine erste echte Keynote halten. Die Präsentation ist fertig, die Texte sind es immer noch nicht. Die letzten Wochen waren unter anderem durch die Vorbereitung auf diese für mich sehr grosse Ereignis bestimmt. Ich habe viel recherchiert, viele Konzepte und Textbausteine entwickelt und immer wieder verworfen.

Die Vorbereitung auf eine solche Rede ist ja das eigentlich spannende. Die Aufregung steigert sich langsam aber stetig, bis sie am Abend vorher, jetzt am Morgen ihren Höhepunkt erreicht. Ich habe sehr viel meditiert in den letzen Wochen, um mich von meiner Unruhe, meiner Ungeduld nicht um Lebensfreude und Spass bringen zu lassen. Es ist mir nicht immer gelungen.

Danke an alle, die mir geholfen haben, durch ihr Feedback, durch Anregungen oder einfach nur dadurch, dass sie ihre Job gemacht haben oder für mich da waren. Ohne Euch, ihr wisst schon, wäre das alles nicht möglich gewesen!

Eben hab ich die Präsentation in Slideshare geladen. Ihr könnt so schon mal einen Vorgeschmack bekommen. Leider wird es keine Videoaufzeichnung geben. Ich werde versuchen, wenigstens den Ton mit meinem Smartphone aufzunehmen. Vielleicht macht jemand ein paar Bilder.

Ich habe nun drei Möglichkeiten. Ich stell mich vorne hin und mach das Ding aus meiner Erinnerung, da ich die Texte nicht wirklich auswendig kann, die spannendste Variante. Dann habe ich mir Stichworte zum Script und den Slides auf kleine Karteikarten geschrieben, die gut in der Hand liegen. Dann könnte ich das iPad oder Smartphone mitnehmen und den Text einfach ablesen, die sicherste aber bestimmt auch langweiligste Variante.

OK, ich muss los…

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Was bleibt?

Noch Istanbul, 6:10, Tag 767

Heute Nacht habe ich meine Arme weit geoeffnet und warte auf den Einschlag. Dann drehe ich mich um die eigene Achse, auf einem leeren Bauernhof. Ich schaute ueberall nach. Es war leer, niemand und nichts ausser den Gebaeuden und Geraeten war vorhanden. Alles sah wie kurz vor der Benutzung aus. Als ob eine Eroeffnung an stand. Mit dem drohenden, ploetzlichen Einschlag sollten die Tiere und Pflanzen und die Gäste ankommen. Doch ich wachte auf…

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Wenn ich endlich Sicherheit, wenn ich endlich Freiheit, wenn ich wahre Liebe hätte, dann… ja dann würde ich endlich sein können. Dann erzeuge ich immer mehr von solchen Sätzen, baue mir immer höhere Hürden. Entferne mich immer weiter von mir selbst. Verpacke, bedecke, verstecke mich. Voll im Stress. So viel zu tun, um die Illusionen aufrecht zu erhalten in meinem Leben.

Ich kann nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus, so geht das nicht weiter, ich muss etwas ändern. Wenn es endlich anders wäre, dann… ja dann würde ich endlich sein können. Ich ändere, kämpfe, trainiere mich. Voll im Stress. So viel zu tun, um die Illusionen aufrecht zu erhalten in meinem Leben.

Dann sitze ich da, höre nur zu und mein Kopf leert sich, leert sich immer mehr, immer weiter. Ich selbst werd immer kleiner und kleiner, sitze in der Mitte eines riesigen Saales.

Wenn alles nur noch leerer Raum ist, wenn alles verschwunden ist, was dann bleibt, das macht mir Angst: ohne Ausreden, ohne Pläne, ohne Beschäftigung, ohne Titel, ohne Job, ohne zu Wissen. Was bleibt denn dann von mir?

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Oder aber?

Istanbul, 6:06, Tag 766

Heute Nacht, also was soll ich sagen, hab ich wieder nur belanglos geträumt. Die Kleine war zeitig wach, so dass ich sie als Ausrede benutzen konnte, noch etwas mit ihr liegen zu bleiben. Es war ein ruhiger, besonnener Start in den neuen Tag.

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Wir können uns entscheiden. Wollen wir heute, jetzt, hier über Ärger, Angst und Mangel gehen und das Unvollständige, das Unfertige zum Maßstab unseres Handelns machen. Oder aber: wollen wir heute, jetzt, hier über Freude, Spass gehen und Überfluss gehen und Schönheit, Ordnung und Struktur zum Maßstab unseres Handelns machen. Also?

Nie wird mir das so deutlich, wie hier in Istanbul. Meinem selbstgewähltem Exil, in dessen gewollter Sprachlosigkeit.

Eine Aufgabe hier ist Family First. Das fühlt sich mittlerweile einfach an. Die nötige Gelassenheit, die Kompromisse, die eigene Gestaltungskraft im Zusammenspiel mit meinem beiden Damen, das alles klappt immer besser. Je geübter und achtsamer wir dabei werden, desto klarer, harmonischer und häufiger werden Momente mit positiver Intention und Ausgang. Das ist richtig schön, zu beobachten.

Meine andere Aufgabe hier ist Reflektion. Das verändert sich gerade wieder stark. Mein Schwanken zwischen operativem Tun, der ergebnisorientierten Zusammenarbeit, auch über weite Entfernungen hinweg sowie dem strategischen Tun, dem Nachdenken, Planen, Verarbeiten und Vorbereiten, wird mir nur hier sehr deutlich. Berlin ist eindeutig Business First. Und ich hole Kommunikation nach, die hier -aufgrund der Hürden durch die Entfernung- zu kurz kommt.

Heute passend dazu ist das neue Buch von Jason Fried, einem der Gründer von 37signals erschienen: Remote. Office Not Required. Bin mal gespannt darauf. Vor allem aber, weil ich das erste Buch Rework: Change the Way You Work Forever von Jason vor drei Jahren schon so sehr gemocht und seit dem viel zitiert habe.

Mit diesen Gedanken und der Buchempfehlung will ich am liebsten meinen Post heute mal auf halbem Wege beenden. Der Entscheidung vom Anfang ausweichend. Dabei kann ich nicht ausweichen, auch wenn ich jetzt schnell poste.

Ich denke manchmal, ich kann, sollte, muss mich nur entscheiden. Ich denke manchmal, wenn ich mich nur oft genug für das Positive entschieden habe, verschwindet das Negative oder wird zumindest schwächer. Ja, das ist meine Hoffnung. Ja, das ist mein Glaube. Em Ende wird schon alles gut werden. Doch dann sehe ich, dass dieses Bewusst machen der Entscheidungsmöglichkeit nur der Beginn ist: nicht zu wissen, einfach zu bezeugen und dann achtsam handeln… ist die Fortsetzung.

Zu Erkennen, wann ich werte, wann ich etwas trenne, ist der nächste Schritt. Also Ärger, Angst und Mangel als meine Realität zu begreifen und abzulehnen. Denn auch Ablehnung, auch ein Dagegen-Entscheiden macht es immer noch zum Masstab meines Handelns. Das Ausweichen, Unterdrücken, das Nicht-wahr-haben-wollen löst es für mich nicht.

Ich bin so trainiert, mich als nicht gut genug zu erachten, daraus meine Kraft zu schöpfen, dass ich es kaum aushalte, mit irgend etwas zufrieden und glücklich zu sein.

So lange ich beides (Ärger und Freude) nicht als die beiden Seiten der gleichen Münze, von zwei Seiten an mir, zu begreifen, so lange versuche ich weniger negatives, mehr positives zu tun. So lange ich das versuche, werde ich hier wohl weiter schreiben (müssen). So lange werde ich weiter verstehen wollen, weiter reflektieren, weiter schreiben und schauen, was passiert, was mit mir passiert, wenn ich das raus zerre aus den Tiefen meiner Gedanken, meiner Persönlichkeit, rein ins Licht der Glasfaserkabel…