Bewertungen allein bringen nix…

Berlin, 7:47, Tag 418

Auch heute Nacht hab ich geträumt. Erst habe ich einen Auftrag gewonnen in grossen Räumen, die immer kleiner und schliesslich zu einer Zahnarztpraxis wurden. Eine Plombe hinten, unten, rechts im Backenzahn war rausgefallen. Dann an einem See hielt meine Mutter einen kleinen Aussenboardmotor in der Hand und ins Wasser und quirrlte es damit durch. Der See wurde glasklar und wir sahen einen einsamen, riesigen Karpfen am Grund entlang sausen. Er war alt, wirklich gross und sehr schnell und wurde nach einer Wende zu einer Art Riesenwels, der mit offenem Maul Jagd auf kleinere Fische machte. Er war viel zu alt und zu clever, um sich noch angeln zu lassen. Als ich schon dachte, er würde sich einen kleinen Fisch schnappen können, zoomte ich rein und sah ich, wie dieser entkam und sich im gleichen Moment einen Minifisch erschnappte. Nach dieser Szene wachte ich weit vor dem Wecker auf…

Vorhin vorm und beim Meditieren hatte ich die Idee, hier ein wenig von dem Aufzuschreiben, was ich gestern lernen durfte. Dann kam aber sehr schnell die Aufregung, die Planung, die Organisation der Woche dazwischen. Ich nahm mir vor, nur bis 8 zu schreiben. Nun stresse ich mich grad etwas, weil die Zeit schon rum ist und ich hier noch schreiben möchte, aber eigentlich auch andere Sachen tun wollte. Irgendwie sinnlose Gedanken, die mich aktivieren, mir Energie rauben/geben.

Ok, ich glaub, das Wichtigste gestern war die Erkenntnis, dass reine Bewertungen von Situationen, Sachverhalten oder Themen einfach keine Punkte bringen. Etwas nur zu bewerten, bringt die Sache nicht voran und klärt nichts. Ich hab mich gestern in den ersten Stunden sehr unwohl gefühlt. Einmal damit, wie das Thema Leadership positioniert war und wohl auch mit dem Vorgehen im Seminar. Ich hab das ein paar Mal geäussert, allerdings konnte ich nicht klar benennen, was mir nicht gefällt. Ich meldete mich zu Wort, widersprach den Behauptungen mit: das seh‘ ich anders, so geht’s nicht, so ist es nicht gut, das entspricht nicht meinem Verständnis von Leadership, was aber zu Frust/Gegenwind beim Trainer und in der Gruppe führte.

Das ganze wurde dann gleich offen analysiert, was mir einerseits sehr unangenehm war, anderseits ich aber die ganze Zeit das Gefühl hatte, jetzt bewegt sich was, jetzt ist Spannung da. Die Grundstimmtung war nur eher negativ, statt positiv optimistisch. Und das war auch die zweite Erkenntnis. Eine Bewertung ohne irgend ein Angebot oder eine Forderung, vielleicht verbunden mit irgend einem Art von positiver Unterstützung, dem Betonen von Gemeinsamkeiten oder dem Ziel, bringt einfach nichts, hinterlässt nur Chaos, Ratlosigkeit und Frust bei anderen, belastet also eher die Beziehung zu anderen Menschen.

Allein für diese -sich über die ganzen zwei Tage festigende Erkenntnis- hat sich das Seminar mehr als gelohnt. Es gab noch so viel mehr, aber ich arbeite schon die ganze Zeit nebenbei an verschiedenem Krams, der einfach getan werden sollte, dass ich jetzt mal hier schnell publish drücke!

Wünsch Euch einen tollen Start in die neue Woche…

Thanksgiving, über den heutigen Abschluss meines Seminarjahres…

Berlin, 9:00, Tag 417

Heute mal ausgeschlafen und erst um 8 los und schon ein erstes Treffen hinter mir. Und obwohl ich ohne Wecker mitten in einem Traum wach wurde, konnte ich keinen Gedanken mehr daran zu fassen kriegen. Meine Morgenmeditation war kurz und voller ruhiger Gedanken an gestern und meinen nächsten Auftritt Ende nächster Woche.

Mir fehlt grad die Zeit zur Reflektion, zum Verdauen und das geht eigentlich das ganze Jahr schon so. Heute fällt es mir besonders auf.

Es fing im Januar mit zwei Workshops an und seit dem nehme ich einmal im Monat an Wochenendseminaren teil, die mich aufrütteln, mir neuen Input geben, mich in Gruppen mit anderen Menschen aus anderen Umfeld zusammen treffen lassen.

Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal so ein ähnliches Jahr erlebt. Es war Teil einer größeren Veränderung in meinem Leben, ob Auslöser oder Folge ist dabei unerheblich. Diese Seminare bedienen mein Interesse und meinen Hunger nach Psychologie, nach Kommunikationstheorie, nach Strukturen in zwischenmenschlichen Beziehungen und in meinem eigenen Verhalten.

Neben meiner Beschäftigung mit Meditation und buddhistischer Psychologie ist dies das zweite Standbein meiner eigenen, ganz persönlichen Entwicklung.

Diese Schübe einmal in 2008/9 mit einer Art Grundausbildung, in deren Verlauf ich es geschafft habe, mit dem Rauchen aufzuhören und dafür erst für ein paar Wochen, dann Monate und nun schon für Jahre auf Alkohol als Rauschmittel verzichte.

Nach über drei Jahren Pause, dem Auslassen von zwei weiteren Seminarstufen, der Master und Coach Ausbildung, habe ich nun in diesem Jahr einfach mit der letzten Stufe, dem Trainer weitergemacht und an diesem Wochenende findet mit einem Das Leader-Prinzip Wochenende, der vorläufige Abschluss statt.

Das wirklich besondere an solchen Wochenende ist es, dass ich mit der eigenen Unerbittlichkeit meines Verhaltens konfrontiert werde und anders als im Alltag, nicht vor den Konsequenzen davon laufen kann. Zumindest nicht für die Dauer des Wochenendes! Das ist viel länger und gleichzeitig viel konzentrierter, als im Alltag.

Dazu kommt, dass die Trainer, die die Impulse setzen und die die Themen vorbereitet haben, natürlich eher auf persönliche Probleme und Konflikte der Teilnehmer fokussieren. Diese Problemsicht erhält einerseits die Seminarmaschine am Laufen, weil das Seminar ja die angebliche Lösung von Problemen verkauft und gleichzeitig zieht das aber einen ganz bestimmten Typ Mensch an, der sonst  in freier Wildbahn in dieser Häufigkeit nur selten anzutreffen ist. Oder anders formuliert, weiche ich der Konfrontation mit solchen Themen und Menschen normalerweise eher aus.

Diese Menschen und sich selbst dann in Laborsituationen, also den Übungen in solchen Seminaren zu erleben, in denen ich mich ausprobieren kann, in dem gezielt unangenehme, herausfordernde Situationen erzeugt werden, wobei mein Verhalten durch mich selbst und andere analysiert und so besser verstanden werden kann, bewirkt wohl die größten Veränderungsschübe bei mir.

So, warum ich das jetzt alles so geschrieben habe, weiss ich nicht genau. Ich bin nicht zufrieden, möchte etwas anderes machen und bleibe aber im Prozess des Seminares, selbst hier im Cafe bei meiner Schreibmeditation komm ich nicht raus.

Und genau das meinte ich damit, als ich einleitend schrieb, dass mir die Zeit zur Reflektion fehlt und ich mich irgendwie schon auf die Zeit danach freue, die Zeit der langsamen Reife und der anschliessende Ernte.

Oh schön, egal wo jetzt dieser Schwenk zu Thanksgiving her kommt, wünsche ich zum Schluss dieses Sonntagspostes allen ein tolles Erntedankfest.

Geniesst diesen, Euren Sonntag einfach!

Über fachliche Führung…

Istanbul, 7:37, Tag 387

Heute Nacht war ich in einem Hotel ohne meinen richtigen Ausweis und immer in Gefahr auf dem Weg ins Parkhaus von Sicherheitskräften aufgegriffen zu werden. Ich kam durch und landete in einer Konferenzzone mit indischen Kollegen. Sie verpackten und verkauften dort Blumen, dem ich an einem grossen runden Tisch zuschauen konnte. Einer nahm mich beiseite und erklärte mir, das wirkliche Geld würden sie damit verdienen, da sie einen Weg gefunden hatte, Firmenlogos auf den Blütenblätter einzubrennen und das würde grade der absolute Renner sein, über 35.000 Blütenblätter könnten sie in einer Stunde mit dem Wunschlogo versehen, vor allem die Japaner seien verrückt danach. Der Wecker holte mich nach kurzer Nacht da raus…

Bin noch unentschieden, wie ich meinen aktuellen Zustand benennen soll: (wieder mal) unruhig, ungeduldig ist wohl am Einfachsten. Hier sind ja Ferien und es gelingt mir nicht, einfach mal die beiden Tage frei zu nehmen. Irgendwie darf das nicht sein, ist ja ungeplant, ich hab ja keinen informiert und eigentlich so viel zu tun. So lebe ich also mit einem schlechten Gewissen, kann den halb freien Tag nicht richtig arbeiten und auch nicht richtig geniessen, doof.

Ich fürchte, dass ich nächste Woche nicht genügend Zeit haben werde, mir das in der Vorbereitung fehlen wird, blablub. Das sind (meine) Probleme! 😉 Na, wenn’s weiter nichts ist, denk ich dann wieder und versuche mich zu entspannen und mein am Leben sein, zu geniessen ohne die ganzen Bewertungen.

Vorhin hatte ich einen Einfall, dass ich eines meiner aktuellen Themen hier mal etwas systematischer ausbreiten möchte. Vor ein paar Tagen hatte ich hier schon mal über Führungsstile geschrieben. An dem Thema hat es weiter gearbeitet in mir und mir lief eine Definition über fachliche Führung über den Weg, die die vier Stile noch gut ergänzt.

Und weil ich Fragen immer öfter viel spannender finde, als Antworten, habe ich versucht, die fachliche Führung durch Fragen zu definieren. Also los geht’s, fachliche Führung besteht aus

Inhaltlichem Coaching…

  • Wie kann man das machen?
  • Womit kann man anfangen?
  • Welche Wege gibt es noch?
  • Welche Möglichkeiten gibt es noch?
  • Was brauchen wir alles dafür?
  • Haben wir alles?
  • Wer kann noch helfen?
  • Wer hat das schon mal gemacht?

Abstimmung mit anderen Führungskräften…

  • Was machen die anderen?
  • Wo gibt es Zusammenhänge?
  • Welche Abhängigkeiten bestehen?
  • Welche Auswirkungen hat das?
  • Wie können wir helfen?
  • Wer kann uns helfen?

Verlässlichkeit im Team erzeugen…

  • Was genau ist gemeint und beabsichtigt?
  • Wann wird etwas fertig?
  • Wie werden Unregelmässigkeiten kommuniziert?
  • Wie gehen wir mit Abweichungen um?

Rollenklärung herbeiführen…

  • Wer ist verantwortlich?
  • Welche Rollen sind unbesetzt?
  • Sind alle Teammitglieder integriert?
  • Hat jeder einen, seinen Platz und Aufgabe?
  • Hat jede Aufgabe einen Verantwortlichen?

Transparenz herstellen…

  • Warum machen wir das?
  • Welchen Zweck verfolgen wir?
  • Welches Ergebnis wollen wir erreichen?
  • Was sind die Kriterien für den Erfolg?
  • Welchen Sinn hat das?
  • Welche Interessen werden berücksichtig?
  • Wie erfolgt die Kompensation?

Also ich werde meine Gedanken zur zukünftigen Entwicklung von emptysea.de hier in der nächsten Zeit öfter mal thematisieren, vielleicht lass ich dafür auch einen eigenen Menüpunkt oben springen.

So, und nun gebe ich meiner Unruhe nach und schliesse diesen Post nun schnell mit einem hektischen Lächeln ab.

Wünsch Euch einen tollen Freitag…

Ein Traum, ein Manifest, ein Video…

Istanbul, 7:28, Tag 382

Oja, der Traum heute Nacht war fast episch. Ein Wald, ein richtiger, weitläufiger bunter Märchenwald, durch den wir gelaufen sind, ab und zu Hütten, ab und zu die Gefahr sich zu verlaufen und zu verlieren. Ein Unwetter naht heran, ich sehe das Zentrum des Sturmes weit hinten über den Baumwipfeln, ein sich drehender, leuchtender, wunderschöner Tornado, von Blitzen umzuckt, leicht lila in der Abendsonne. Nichts passiert. Ich muss mal, gehe auf eine Toilette, eine Mutter mit ihren beiden Söhnen, die auch mal mussten ist dort ebenfalls. Es ist komisch in ihrer Anwesenheit, aber was soll ich tun, ich lass mich nicht stören. Dann helfe ich den beiden Jungs beim Anziehen ihrer Jacken. Ich schaue in den Spiegel über dem Waschbecken und entdecke, mein Bart ist ab. Alles weg und weiss und glatt. Ich fühle die Haut, mich aber überhaupt nicht jünger, wie sonst immer. Letzte Szene vor dem Aufwachen, im Schlafzimmer mit der tollsten Frau, ich trete links hinten raus auf den verglasten Balkon, fast ein kleiner Wintergarten. Wir sind immer noch im gleichen, wunderschönen Wald. Die Schwiegermutter kommt und die Glasscheiben des Wintergartens fallen auseinander, ich kann sie mühsam halten, soll sie reparieren, es ist nicht einfach, wenn eine Seite hält, wackelt es an anderer Stelle wieder stärker. Ich wache nach langem, erholsamem Schlaf lansgam auf…

Den Samstag habe ich bis auf einen Einkaufsausflug und ein paar Spielen fast vollständig auf der Couch verbracht, jetzt schmerzt mein Rücken vom vielen Rumliegen, aber das war so notwendig, so schön, so friedlich. Ein leichtes Ziehen im Rücken erinnert mich daran. Heute gibt es Kindergeburtstag in der Nachbarschaft und vielleicht einen Ausflug mit meinem grossartigen neuen Weitwinkel für die OM-D.

Gestern habe ich Umair Haques The Builders Manifesto entdeckt. Herrlich, seine Erweiterung der zehn Führungsprinzipen…

The boss drives group members; the leader coaches them.
The Builder learns from them.

The boss depends upon authority; the leader on good will.
The Builder depends on good.

The boss inspires fear; the leader inspires enthusiasm.
The Builder is inspired — by changing the world.

The boss says „I“; the leader says „we“.
The Builder says „all“ — people, communities, and society.

The boss assigns the task, the leader sets the pace.
The Builder sees the outcome.

The boss says, „Get there on time;“ the leader gets there ahead of time.
The Builder makes sure „getting there“ matters.

The boss fixes the blame for the breakdown; the leader fixes the breakdown.
The Builder prevents the breakdown.

The boss knows how; the leader shows how.
The Builder shows why.

The boss makes work a drudgery; the leader makes work a game.
The Builder organizes love, not work.

The boss says, „Go;“ the leader says, „Let’s go.“
The Builder says: „come.“

Gerade in diesem Jahr, besonders seit Andalusien und auch sonst beschäftige ich mich gerade viel mit Führung, mit Werten, Mission, Vision und Strategie. Da passt dieser Artikel wieder wunderbar.

Eben bin ich kurz abgeschwiffen, hab im iPad kurz die News durchgeblättert und habe busuu.com entdeckt, eine Sprachlernplattform, die eben 3.5 Millionen Euro frisches Geld erhalten haben. Ich hab mich spontan für die kostenlose Variante ihrer Türkischkurse angemeldet. Sehr interessant sind aber die Community Features. Meine schriftlichen Aufgaben werden von anderen Mitglieder korrigiert und kommentiert. Ich kann jederzeit andere unterstützen, die dort Deutsch lernen möchten und deren Übungen korrigieren. Das ist toll! Mal schauen, ob und wie lange es für mich funktioniert.

Aso, dann ist gestern mittag mein Vortrag vom letzten Mittwoch hier online gegangen. Es ist mir schon ein wenig peinlich, die Hänger, Ungenauigkeiten, meine Sprachmuster beim Überlegen (das ja und you know, you know?;). Aber ich lerne bei jedem wieder Anhören, mir werden die Sachen bewusster, das ist gut. Ich habe auch noch das Video der ersten 30 Minuten des Vortrages und werde gleich versuchen, das einzubauen und das Video später aktualisieren.

So lange gibt es meinen Vortrag re:Invent The Future of Patent Information auf der ICIC 2012 jetzt mit dem Originalsound unterlegt.

 

Viel Spass! Schönen Sonntag Euch!

 

Ausserhalb der Komfortzone kann magisches passieren…

Berlin, 7:33, Tag 373

Heute Nacht nicht im Flugzeug, aber mit dem Fahrrad durch die Stadt, etwas hektisch, ich musste zu meiner Oma, ein Zimmer war reserviert für mich und sollte frei gehalten werden, aber nur bis vier. Ich musste mich beeilen, fand den Weg nicht, immer wieder passierte Unvorhergesehenes, ich liess mich aufhalten, immer hatte ich mein Ziel vor Augen und konnte doch nichts tun, ausser wieder aufzusteigen und weiter mit dem Fahrrad zu fahren. Ich bin nach ausreichend Schlaf sehr müde aufgewacht…

Mein Schreiben hier in den letzten Tagen fühlt sich wenig intensiv an. Ich zweifle dabei nicht an mir, aber ich bin leicht unzufrieden. Statt Tagebuch steht wieder drüber, es sollte aber wieder mehr Herr Krueger werden, an statt eines Tagebuches. Es ist schon ein Blog und ein Blog ist eben nicht nur ein Tagebuch, es ist mehr. Mein Format des Schreibens hier, die täglichen Posts am Morgen, haben eben doch viel mit einem Tagebuch gemein. Auch fällt es mir nach über einem Jahr des täglichen Schreibens auch leicht und leichter, meinen Tag einfach nur zu dokumentieren.

Es ist ein Teil meines Interesse am Quantified Self, an der Selbstvermessung. Die uns umgebenden Tools werden immer kleiner, immer intelligenter, immer verbundener. Mein Smartphone heute kann mehr als mein Laptop vor 5 Jahren. Mein kleiner Fitbit kann das, was mein Telefon vor 10 Jahren konnte, nur dass mein kleiner Finger größer ist. Diese Verkleinerung, die Dezentralisierung und Generalisierung der Tools ermöglicht und führt dazu, dass ich hier bloggen kann. In meinem Leben, egal ob ich in Beirut, Istanbul, am Strand oder in Berlin in einem Cafe, zu Hause, im Büro, irgendwo bin, überall gibt es Internet, überall habe ich Internet, kann ich bloggen, schreiben, Verbindungen halten.

Aber ich merke, wie ich hier wieder mehr Inhalte liefern möchte, und wie es mir eben nicht reicht, nur simpel mein Leben zu dokumentieren. Dabei möchte ich aber auch nicht zu einem Betroffenheitsblog meiner persönlichen Entwicklung, meiner Schwierigkeiten, Probleme und der Erfolge und Höhepunkte werden. Und genau so wenig möchte ich nur noch über den Digitalen Wandel und die ganzen Tool, Techniken, Ursachen und Folgen hier schreiben. Dieses Blog hier soll weiter ein Spiegel meiner Selbst im Netz sein, mit allen Facetten von mir.

Während ich das hier schreibe, fällt mir immer wieder ein Geschäftspartner ein, der hier ab und zu mitliest und sein Feedback nicht hier in den Kommentaren oder bei mir direkt los wird, sondern das nur indirekt in seinen Gesprächen mit meinen Kollegen ab und zu einfliessen lässt. Ich weiss nicht wirklich, wie ich das finden soll… aber es fühlt sich erst mal unangenehm an.

Vielleicht ist seine Meinung zu meinen Aktivitäten hier nicht sehr hoch. Vielleicht ist er auch ein wenig eifersüchtig, dass ich hier öffentlich Zeit investiere, die scheinbar nicht mehr ihm und unserer Geschäftspartnerschaft zur Verfügung steht. Vielleicht ist er unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung und sucht sich in meinen Leuten ein Ventil und findet in mir einen Schuldigen und meinem Bloggen die Ursache dafür. Vielleicht ist alles ganz anders, bestimmt ist es das!

Bei unserem letzten persönlichen Gespräch ging es auch um Führungsstile. Er berichtete mir nebenbei von den Schwächen und Eigenheiten meiner Kollegen und als ich ihm seine Beobachtungen grundsätzlich bestätigte, schlug er mir u.a. vor: doch deutlicher zu werden, das dies oder das nicht so geht, klarere Ansagen zu machen, was zu tun sei, was erwartet wird.

Bei ihm verstehe ich solche Anmerkungen fast immer erst mal als Kritik an meiner Person, an meinem Führungsstil und ich falle reflexartig in eine Abwehrhaltung, die zu Gedanken führt, wie: ich mach das schon so, du kennst mich doch gar nicht richtig, du bist doch nicht dabei, ich mach das so, wie ich das für richtig halte, wer bist du eigentlich, dass du mir sagst, wie ich meine Firma zu führen habe? Einige davon spreche ich dann sogar aus.

Mein ein- oder nachgeschobenen Danke für die Hinweise, da werde ich drüber nachdenken führt dann dazu, dass er seine Worte variiert, aber im Grunde wiederholt, vermutlich, damit ich auch wirklich über das Richtige nachdenke. Bei mir führt das aber zu erneuter Abwehr, die ich dann wieder aber auch versuche zu relativieren, zu korrigieren und zu erklären.

Das wiederholt sich x-mal in steigender Intensität und ich merke, wie ich richtig sauer werde und am liebesten das Gespräch beenden möchte, ich will raus aus dieser unangenehmen Situation, bin nicht mehr in meiner Comfort Zone.

Später dann, wenn ich mich wieder beruhigt habe, bleibt eigentlich nur die Erinnerung an das unangenehme Gefühl übrig. Die Einzelheiten seiner Kritik, seines Feedbacks sind verblasst. Als ob ich mich nicht erinnern möchte, weil mich die Einzelheiten an das Unwohlsein erinnern.

Das Spannende aber ist, dass sich mein Unterbewusstsein nicht von diesen unangenehmen Gefühlen beirren lässt und eine Lösung für die Aufgabe, für das Problem sucht. So filtere ich unbewusst seit Wochen meine Wahrnehmung und höre und lese immer wieder Artikel, Beiträge, Gespräche über Führungsstile, Führung an sich.

Den besten Input dazu habe ich bei Johann und Frank erhalten, deren Definition ich grade leicht angepasst und abgewandelt in unser Confluence geschrieben habe und jetzt hier einfach noch mal zitiere:

Führungsstile
1. führend, bestimmend
Instrumente: Kritik, Lob, Sanktionen, Ermahnungen, Bewertungen, Vereinbarungen, Regeln, Einfluss, Instruktionen, Delegation, Modell sein
Prozessmerkmale: Lenkung, Steuerung, Vorbild, Zielbetonung, Richtung, Identifikation, Wertediskussion, klare Linie, Widerstand
Botschaft: Ich weiss, was wir auf dem Weg brauchen, damit wir zum Ziel kommen. Du musst!
Metapher: Der Lotse. Das betonierte Flussbett.

2. kooperativ, interaktiv
Instrumente: Brainstorming, offenen Angebote, Kleine Teams, Pro-Contra
Prozessmerkmale: Zusammenarbeit, gegenseitiges Akzeptieren, gemeinsames Entwickeln, Beispiele
Botschaft: Zusammen finden wir die Lösung. Du kannst!
Metapher: Jazz-Musik.

3. begleitend, moderierend
Instrumente: Feedback, Moderation, Dialog, Zusammenfassungen
Prozessmerkmale: Beteiligung, Wortmeldung, Diskussion, Verstehen
Botschaft: Ihr habt bereits das Wissen. Du darfst!
Metapher: Fährtensucher.

4. indirekt
Instrumente: Metaphern, Phantasien, Übungen, Paradoxien, Meditation
Prozessmerkmale: Konfussion, Trance, Entspannung, Erkenntnis unbewusster Prozesse
Botschaft: Du darfst Dich beeinflussen lassen.
Metapher: Die Frucht ist im Samen bereits enthalten.

Mir mal klar zu machen, welche Vorlieben ich für welchen Stil habe und wann welcher Stil bei welchen Aufgaben, Teams und auch bei einzelnen Kollegen angemessen ist, scheint eine indirekte Folge dieser für mich unangenehmen Telefonate zu sein. Und dieser Post ist auch ein Versuch, wirklich Danke zu sagen für die Anteilnahme meines Geschäftspartners an uns, meinen Themen und meinen Kollegen!

Wünsche allen meinen Lesern eine tollen Tag!

Meine Rede zum Sommerfest…

Hier meine Rede anlässlich unseres 4. mtc-Sommerfestes  gestern…

 

„Eine einfache Methode zu ermessen, was das Erreichen eines Meilensteines für ein Unternehmen bedeutet, ist sich vorzustellen, wie sich die Welt durch das Unternehmen verändert hat.“ hab ich heute morgen anlässlich des 100sten Geburtstages von IBM irgendwo gelesen. Für mich sind unsere Sommerfeste immer solche Meilensteine.

Meine Welt verändert sich jeden Tag durch mtc, die Welt in den beiden Nischen, die wir uns in den letzten Jahren erkämpfen und verteidigen konnten, definitiv auch.

12 Leute haben Anfang 2006 den fliegenden Neustart gewagt. Nun – im 6. Jahr – stehen 49 Namen auf der Teilnehmerliste unserer monatlichen All Hands Meetings: vier mal so viele Menschen, für die sich die Welt auch sehr sicher verändert hat.

Zwei Nischen habe ich eben erwähnt.

Erstens unsere Wurzel, der Bereich Services oder auch Software Entwicklung und Support, mit unserer Spezialität – wie ich das gerne nenne – „Forensic IT Services“, dem Betreuen von abgekündigten Systemen in grossen Konzernen oder weniger provokant „Legacy System Support“ und einer Vielzahl von anderen tollen Projekten, die in den letzten Jahren gewonnen wurden.

Im letzten Jahr ist die Transformation zum technologie-übergreifenden Problemlöser, zum „wir kümmern uns“ weiter gegangen, wir haben uns fest etabliert bei Sharepoint, ein erstes Open Source Produkt und einen ersten Artikel im Sharepoint Magazin veröffentlicht, darauf bin ich echt stolz! Wir sind grad an ner Riesenchance dran, die wir uns durch konstante, zuverlässige Arbeit einfach verdient haben. Drückt uns die Daumen.

Wichtige weitere Meilensteine? Mein geschätzter Partner, Gunnar, der diesen größten Bereich von mtc verantwortet und täglich mit Ruhe und Eleganz steuert, macht die Monatsabrechnung nicht mehr allein und selbst! Für mich ein Riesenerfolg, ein grosser Schritt genau in die richtige Richtung.

Dann ein grosser Meilenstein für unseren zweitgrößten Kunden, das DPMA – die ElSA Umstellung zum 1.6.11 mit der Einführung der Elektronischen Akte. Geralds Mannschaft hat alles getan, damit dieser Megachange durch uns optimal unterstützt wird und unseren Ruf bei iNCO/der Bundesdruckerei und dem DPMA fast legendär werden lassen. Das mehrfache öffentliche Lob von Herrn Rothe, dem Abteilungsleiter 2.1, der Informationsdienste für die Öffentlichkeit des DPMA hat mich sehr stolz gemacht und hat die Welt für mich definitv verändert.

Nun möchte ich zu unserer zweiten Nische kommen, zu unserem Produktbereich. Dank Dieter haben wir in Rekordzeit und mit äusserst begrenzten Ressourcen eine schlagkräftige Wahnsinns Vertriebs Manschaft aufgebaut, da war vor einem Jahr – sagen wir es vorsichtig – nicht so viel. Die Produktion hat er ab 1.1. gleich mit übernommen und entlastet damit Geralds Team und erhöht gleichzeitig auch die Schlagzahl in unserer Patentproduktion, mit wöchentlich 27,13 GB Daten und 118.400 Dokumenten die konvertiert und für unsere 140+x Kunden selektiert werden.

Trotz Zero Unterstützung durch DPMA und Bundesdruckerei in diesem Bereich haben wir im letzten Jahr das erste Mal ganz allein eine neue Version unseres Patent Recherche Clients raus gebracht – und damit nach 14 Jahren endlich das Löschen von Dokumente eingebaut – sowie die Dokumentation in ein öffentliches Wiki eingestellt.

Nachdem wir so gezeigt hatten, dass wir es auch wirklich ganz alleine können, haben wir DEPAROM komplett vom DPMA und der Bundesdruckerei übernehmen können. 21 Kunden mit ca. 75.000 € Umsatz waren noch übrig und die vollständigen Rechte an der Marke und der gesamten Software… ein Riesenerfolg und Belohnung zugleich nach vielen Jahren des Engagements für dieses Produkt.

Diese Arbeit in unseren zwei Nischen geht nur mit einem grossartigen Team. Stellvertretend für jeden danke ich heute besonders meiner Führungsmannschaft: Gunnar mein grossartiger, verständnisvoller, mich in allem unterstützender Partner! Ira, Gerald, Tony und dem Jüngsten: Dieter! Ihr haltet mir den Rücken so phantastisch frei, bringt loyal und engaiert die mtc voran, macht einen tollen Job, und Dank natürlich auch an alle anderen mtc’ler hier. Diese Party heute ist für Euch!

Jetzt zum Schluss raus aus der Nische:
Vor drei Jahren mit einem Vortrag „mtc und Herrkrueger im Social Web“ hat es begonnen, letztes Jahr habe ich hier an dieser Stelle auch schon Facebook erwähnt.

Und heute, nur ein Jahr später ist so viel passiert: wir haben ein tolles Cloud Computing Projekt gewonnen und super umgesetzt für das Europäische Patentamt „espacenet goes cloud“ mit über 60 Millionen Patentdokumenten. Eine Partnerschaft mit Amazons Web Service Team aufgebaut, Schindler als neuen Grosskunden konzeptionell im Patent-Bereich beraten und diese und nächste Woche sogar die Ingenieure der R&D dort trainiert.

Meine Leidenschaft: 235 Blogposts hier und auf deparom.de mit über 50.000 Impressionen, fast 4.500 Tweets, hier 13.000 Followers dank einer Ausstellung mit iPhone Photos, über die es jetzt sogar ein Buch gibt. Ich durfte bereits 10 Vorträge halten u.a. beim EPO, bei Sony Europe, der Handelskammer Hamburg, und auf der Jahrestagung der Patentinformationszentren, dazu 1 Podiumsdiskussion auf der PATINFO, d e r  Patentkonferenz in Deutschland – das alles seit März und rund um das Thema „Sozializing the (Patent)World“. Mein ganz persönliches Ziel dabei: wir wollen bis zum nächsten Sommerfest Patentinformationen aus dem Informations Silo holen und die ganze Welt damit wieder ein Stückchen verändern.

Ich freu mich auf das kommende Jahr… und noch mehr freu ich mich auf das was jetzt wichtig ist: das Buffet in der ersten Etage, die Musik und Eure Gesellschaft – Prost!

(Arne Krüger, 23. Juni 2011)

Yes or No?

From „Yes or No: The Guide to Better Decisions: A Story“ by Spencer Johnson (Affiliate Link).

One of the books, that influenced me a lot, starting two years ago… thank you again, my friend  Tony, for this recommendation! I got the Audio Cassette, read by the fantastic Edward Hermann and ordered the book afterwards.

The book is a simple, entertaining guide to make better private and business decisions. It’s easy to listen to, the typical dialogue style of us business books but not too much motivational, brainwashy – like some of the other books, I tried hard to read in the past.

For me to remember and for You as a brutal shortcut here are the cards, that Spencer recommend to create and put into your wallet: