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Bin ja wirklich fast immer, auch heute aufgeregt vor Vorträgen.

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Habe morgen einen Vortrag und fühle mich nach einem vollen Konferenztag voller toller Vorträge von anderen sowas von unvorbereitet. Kriege es ja hin, mich da wieder runter zu holen, aber irgendwie habe ich es heute nicht wirklich geschafft, die vorbereiten Slides gross mit Stichpunkten zu ergänzen, oder mal zu proben, was ich sagen könnte und wie lange das dauern kann.

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Jetzt ist es schon sehr spät und ich bin schon sehr müde. Ich werd mal zeitig schlafen und dann morgen früh noch ein wenig überlegen, wie ich das genau mache. Wird schon klappen!

Heute ist ja Montag und nach kurzer Nacht bin ich leicht zu spät hoch, hab schöne 30min meditiert. Und dann kurz in ohmannesistsovielzutun Loch gefallen, aber nach ner Stunde bin ich raus geklettert, und dann ist noch ein sehr arbeitssamer Tag draus geworden.

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Es ging dann im Büro schnell. Schlag auf Schlag. Mir fiel auf, warum wir in den vergangenen Monaten, fast Jahren bestimmte Themen immer wieder versucht haben zu klären.

Manche der Themen schienen für sich nervig, sinnlos, bürokratisch, überflüssig zu sein. Doch ein paar Aktionen der vergangenen Monate und fast Jahre machen heute Sinn. Denn der Wind weht grad ein wenig stärker, die Segel sind gebläht, wir nehmen Fahrt auf. Und genau für diese Zeit trainiert man doch in der Flaute.

Das fällt nicht leicht. Wenn man keinen Stress hat, alles halbwegs gut läuft, halbwegs genug und regelmässig Geld rein kommt, genau dann fällt es grade nicht leicht, sich aufzuraffen und aufzuräumen, ordentlich zu sein, etwas richtig zu machen, etwas zu tun, dessen Sinn sich grad nicht erschliesst, wo nur ein laues Lüftchen weht, die Wellen leise an den Rumpf plätschern.

Doch wenn die Windstärke zunimmt, macht es Sinn, dass alles dicht ist, alles gut verstaut ist, jeder seinen Platz kennt, alle Handgriffe sitzen.

Auch schwierig, dann im Sturm die Richtung beizubehalten. Man sollte vertrauen können, dass der gesetzte Kurs der Richtige ist. Und dass das Training sich nun auszahlt und wir in voller Fahrt schon alles richtig machen werden.

Denn nur jetzt ist die Zeit, in der man schnell grosse Entfernungen zurücklegt.

Und deshalb trainiert man in der Flaute für den Sturm.

Zurück in Berlin, Tag 1138

Aus wildesten Träume zeitig aufgewacht, kurz nach 4 schon und konnte nicht mehr schlafen, habe viel an die Arbeit gedacht, die Unruhe gespürt.

Dann gute Morgenmeditation und einen ruhigen, bestimmten Start in den Tag. Hab schon meine Woche durchgeplant.

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Stelle mir die Frage: welche Leistung werde ich erbringen? Wie kann ich messen, dass ich die Leistung erbracht habe? Ist grad die Hauptaufgabe bei mtc für all unsere Verträge mit unserem grossen Kunden. Ist die Aufgabe, vor der die meisten Kollegen bei uns stehen und die echt nicht sooo einfach ist, wenn man es jahrelang anders gewohnt ist und statt der erbrachten Leistungen eben „nur“ die Zeit abrechnen braucht, die man mit der ein oder anderen Aufgabe verbracht hat.

Sicher dabei gibt es auch Termine für Fertigstellung, Termine für Auslieferungen, für Meetings und es gibt auch Leistungsbeschreibungen, Anforderungen, Dokumentationen. Aber am Ende wurde die Zeit abgerechnet, die man mit der ein oder anderen Aufabe  verbracht hat.

Diesen kleinen fundamentalen Unterschied zu begreifen, fällt mir selbst nicht leicht: Leistungen statt Zeit abzurechnen. Klingt einfach, klingt leicht. Hatte heute morgen die Idee, das auch bei mir zu machen und mal zu schauen, wie einfach und leicht das wirklich ist. Muss ja auch für meine Aufgabe hier funktionieren. Es wäre die gleiche Ausrede, wenn ich sagen würde, naja bei mir geht das aber nicht, denn bei mir und meinen Aufgaben ist das was ganz besonderes. Ich glaub auch hier geht es um eine lange eingeübte Art zu Denken und zu Arbeiten, die sich sich grade ändert und weiterentwickelt.

Überall das gleiche, auch bei mir!

Istanbul, Tag 1131

Heute Nacht konnte ich nicht gut schlafen, bin mit vielen Sorgen und Problemen der Arbeit mitten in der Nacht aufgewacht. Hatte Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen. Träumte dann von einer Konferenz, auf der ich vor Angela Merkel die privat teilnahm reden sollte. Ein schrecklicher Moderator wollte mich nicht sprechen lassen, obwohl der Konferenzchef das Programm schon rumgeschickt hatte.

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Gestern haben wir im Garten unten Ostereier gesucht. Das hat der Kleinen und ihrer besten Freundin sehr viel Spass gemacht. Dann ein ruhiger Tag, bis wir am Nachmittag zum Fisch Essen an den Bosphorus gefahren sind. Immer wieder ein grosses Vergnügen und Genuss. Dann habe ich Minecraft wieder entdeckt. Jetzt endlich mal mit Shadern und Mods ohne Ende. Nun sieht es endlich auch mal auf dem Mac richtig schick aus. Hab das alles von http://lifeinthewoods.ca installieren lassen. Eigene Bastelei und Installation geht sicher auch, aber so ist es wirklich einfach und es funktioniert sogar. Wunderschöne Sonnenuntergänge mit Lichtstrahlbündeln durch die Bäume. Im Regen geht die Welt unter und alles sieht aus wie in einem Horrorfilm.

Geniess das Leben ab und zu.

Istanbul, Tag 1124

Heute Nacht von zwei ehemaligen Kollegen geträumt. Sah Enttäuschung, Verbitterung, wollte erklären, begründen, nicht mehr verstehen. Keine Chance. Ende.

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Danke Ezra Klein auf Facebook les ich ab und zu einen Artikel von vox.com. Heute morgen war das ein Interview mit Reza Aslan. Ezra hat mir auch einen anderen Artikel empfohlen, der den Aufstieg der Rechten hier in Europa und auch in US irgendwie zu erklären versucht: unsere Sehnsucht nach einer Autorität, einem Retter, einem, der alles aufräumt, klärt, kontrolliert und uns Sicherheit gibt: Autoritarismus.

Dann lief mir auf netzpolitik.org ein Artikel über einen ehemaligen US Drohnenpiloten über den Weg. Der hat mich richtig nachdenklich gemacht. Parallel lese ich schon in meinem Ostergeschenk (Daaaaanke, Julia! Grossartiges Buch!). Nadja Tolokonnikowa gibt mir eine Anleitung für eine Revolution. Hmm. Was tun? Mit so vielen politischen Gedanken fällt es mir grad schwer, den Tag normal weiter zu machen. Aber nun erst mal frühstücken und dann auf ins Kolektif House, meinem Office für die nächsten beiden Wochen.

Berlin, Tag 1117

Ihr lasst mir das durch gehen. Es bleibt unser Geheimnis. Neben der langen Pause zwischen 777 und 778 gab es am Wochenende eine Pause, die nicht nur einen Tag dauerte.

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Wir waren Käsekuchen Essen und Rückwärts Reiten und ich habe die Hälfte vom 6. und den ganzen 7. Teil von Harry Potter durchgelesen. Dieses abendliche Vorlesen hatte ich mich so neugierig gemacht, dass ich nicht anders konnte, als immer weiter lesen. Jeden Abend 20min laut, kurz vom Einschlafen der Kleinen, den Rest leise.

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Ausserdem wollte ich ne Pause machen, von allem anderen. Hab ich dann einfach auch gemacht. Nun zähle ich oben weiter, als ob nichts gewesen wäre. Und ihr wisst jetzt und habt den Beweis, dass das mit den Zahlen und dem ununterbrochenen Schreiben da oben ja gar nicht wirklich stimmt.

Also, das ist es! Es geht um diese Perfektion, die man bei anderen gerne sehen möchte und die sich immer, man näher kommt, als eine Illusion, ein Wunsch herausstellt. Es geht um diese Enttäuschung, die ich dabei schon so empfunden habe. Die Enttäuschung, wenn ich merke, dass vieles nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Es geht darum, langsam zu lernen, dass die Erwartungen, unsere Vorstellungen von etwas, diese Enttäuschung bereits enthalten. Es liegt an uns selbst, auf was wir schauen. Auf eine Zahl zu Beginn des Blogpostes? Wie ich das oft mache, um mich aufzuraffen, weiter zu schreiben, ohne Unterbrechnung jeden Tag. Ich mach was grosses draus für mich, viel größer als es eigentlich ist. Dieses aufblasen und aufplustern erzeugt Vorstellungen und Erwartungen vor allem bei mir selbst. Und ich wollte wohl mal wieder wissen, wie es sich anfühlt. Fast ein Jahr lang habe ich wieder ununterbrochen jeden Tag wenigstens etwas geschrieben.

Nun mach ich so weiter, als wäre nichts gewesen. In ein paar Tagen und Wochen ist diese Pause hier verschwommen und vergessen in der Vergangenheit.

Ich hoffe, ich muss nie rückwärts reiten. Und Käsekuchen! Mhhh…

Wünsch Euch einen schönen Start in die neue Woche!

Berlin, Tag 1112

Heute zeitig hoch, Routine abgespult. Unruhige Nacht gehabt.

Ein schwerer trauriger Tag ist nun schon rum, der Sonnenuntergang eben hat ein wenig entschädigt.

Das Büro ist ja im gleichen Hof, wie unsere Wohnung. Zum Feierabend gehe ich manchmal um drei Blöcke, um das Gefühl eines Heimweges zu haben, eines Unterbrechers, etwas Zeit zum runter kommen, zum um schalten.

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Eine Zäsur, ein Ende, ein Scheitern führt eigentlich immer zu etwas positivem, zu etwas Neuem und ist Grundvoraussetzung dafür.

Die Enttäuschung, Angst und Traurigkeit, die wir beim Tod (eines Projektes) empfinden, schneidet uns von dieser positiven Seite ab. Wir können sie nicht sehen, sind nicht offen, sondern zu. Expandieren nicht, sondern alles zieht sich zusammen, wird eng und schwer.

Diese Grundeinstellung zu ändern, ist sehr einfach und doch unendlich schwer. Wollen hilft da nicht. Konzentration, Verstehen, Aushalten, Loslassen und dann lächelt es mich meist schon wieder an und die Ideen sprudeln wieder, der Mut, ja Übermut kommen zurück.

Und Morgen ist’s sowieso schon wieder ganz anders.