Meine Rede zum 12. mtc Sommerfest

Hier ist sie, etwas verspätet, meine vobereitete Rede zu unserem diesjährigen, schon traditionellen mtc Sommerfest im Innenhof und Erdgeschoss unseres grossartigen Weissen Schlosses in Kreuzberg.

Drei Varianten hatte ich vorbereitet. Diese lange hier entstand aus meine Notitzen der letzten Wochen auf einer Zugfahrt nach Hannover am Mittwoch nachmittag. Auf der Rückfahrt und auch am Donnerstag vormittag, habe ich dann noch eine Kurzversion und eine Ultrakurzversion erstellt. Abends hatte ich mich dann doch entschieden, die lange Rede zu halten. Hatte sie meiner Tochter auf der Fahrt zum Kiez vorgelesen, es waren nur sieben Minuten Lesezeit. Habe nach der ersten halben Seite doch mehr oder weniger frei gesprochen und nur ab und an mal wieder auf die Rede geschaut. Nicht dass ich sie auswendig konnte. Ich wollte einfach nur nichts vergessen. Das hat irgendwie geklappt. Hatte das erste Mal ein Mikro, das mir unsere grossartige Band einfach in die Hand gedrückt hatte.

Genug der Vorrede!

12. mtc Sommerfestrede 2018

Herzlichen Willkommen, liebe Lieblingsmenschen der mtc, zu unserem 12. Sommerfest! Hier im Weissen Schloss, in unserem Erdgeschoss, hier im Bergmannkiez mit Euch: liebe Kunden, liebe Kollegen, liebe Partner, liebe Familien, Kinder, Freunde, Nachbarn, liebe Weggefährten.

Ganz besonders möchte ich meine Eltern und meine Tochter begrüßen. Und ich möchte herzliche Grüße von meiner Frau aus der Kur ausrichten, sie wäre so gern heute dabei!

mtc verstehe ich als einen sozialen Organismus!

So übersetze ich IT Service Provider, Web Agentur, Firma, Job, GmbH, Geschäft, Dienstleister, Lieferant, größter B-Lieferant für Bayer für mich.

Ein sozialer Organismus, bestehend aus 76 einzelnen Menschen, die verbunden, zusammen arbeitend, mtc bilden.

mtc ist kein Clan, keine Familie, es ist vor allem KEIN steuerbares Unternehmen, steuerpflichtig ja, steuerbar nein!

Diese 76 Menschen sind keine Maschine, die funktionieren muss, die programmiert, repariert werden kann, die einen Zweck zu erfüllen hat. mtc ist für mich eher ein Wesen, ein soziales Gemeinschaftswesen.

Zuschreibungen und Labels trennen uns und werden missbraucht, führen letztlich zu Gewalt und Leid. Wir vergessen viel zu oft, dsss wir zuallererst Menschen sind, perfekt unperfekte Menschen.

mtc ist ein sozialer Organismus der sich ständig entwickelt, verändert, wächst, transformiert.

mtc ist ergebnisoffen, ein ergebnisoffenes Entwicklungswesen.

Ein bisschen wie ein Vehicel, ein Werkzeug. Die meisten Werkzeuge sind unbestimmt in ihrem Zweck. Ob wir sie so einsetzen, die die Werkzeugmacher sich das wünschen? Das liegt allein in der Hand ihres Benutzers. Ob wir damit Leid erzeugen oder Leid lindern? Liegt allein an uns. Software, Computer sind Werkzeuge, die wir Menschen benutzen. Und wir schliessen uns Firmen an, um gemeinsam unseren Lebensunterhalt besser bestreiten zu können, als allein.

Aber den Zweck und den Sinn, die wahre Natur von mtc legen wir durch unser Tun jeden Tag aufs Neue fest. Das ergibt sich aus unseren Handlungen, aus unseren Taten. Auch diese Worte hier sind Taten.

Diese Sichtweise auf mtc hat vielfältige Ursachen, aber vor allem hat diese Sichtweise ganz konkrete Folgen!

Es ist mir sehr wichtig, drei dieser Folgen heute hier vor Euch allen zu erwähnen:

Erste Folge: wir haben unseren Jahresauftakt in diesem Jahr abgesagt. Statt uns selbst zu feiern und uns bewirten zu lassen, spenden und unterstützen wir mit 100 € pro Mitarbeiter, in Summe 7.600€ die Berliner Stadtmission, mit ihrem Chef Dieter Puhl sowie die Kirche Heilig Kreuz Passion mit Pfarrer Peter Storck und Ulrich Davids. Wir kauften davon 75 Schlafsäcke, wir überwiesen Cash und bringen jeden Montag Vormittag die Hälfte unseres Obstes dort vorbei. Vierzehn unserer Mitarbeiter machten noch mehr und spendeten 2.600€ für eine dringend nötige Sozialarbeiterstelle, mtc verdoppelte diese Spende der Kollegen. Danke!

Zweite Folge: wir haben im Dezember keinen Gutsherrengiesskannenbonus mehr an unsere verdienten, besonders engagierte Mitarbeiter als 13. Gehalt ausgezahlt. Statt dessen haben wir 15% vom Jahresergebnis vor Steuern anteilig nach hier verbrachter Lebenszeit an alle Kollegen gleich verteilt. Als Ausdruck von Dank und Wertschätzung für jeden Beitrag! Im letzten Jahr waren das 1.000€ für jeden Mitarbeiter: von unserem Putzmann bis hin zu den Bereichsleitern, alle gleich. Wir wollten damit die Lebenszeit, die jeder von uns hier verbringt, wertschätzen und nicht die gesellschaftliche Vereinbarung, dass ein Kollege mit Uni Abschluss und Personalverantwortung mehr (Geld) verdient, als zB ein Quereinsteiger oder eben unser Putzmann.

Dritte Folge: bei mtc gibt es keine performance- oder leistungsbedingten Kündigungen! Punkt! Wer immer die Probezeit besteht, bekommt einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Für jeden Mitarbeiter gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen, aber für mtc haben wir beschlossen: statt Minderleister zu kündigen, gibt es Coaching, Trainings, Umboardings. Aber wenn wir doch einmal betriebsbedingt oder noch in der Probezeit kündigen müssen: wir helfen bei der Stellensuche in unserem Netzwerk!

Denn wir alle können etwas tun! Tun geht immer vor Sagen! Wer sich über Trump, Orban, Kacinsky, Seehofer, Weigel oder Gauland aufregt? Tut was!

Denn ich glaube fest daran, unsere Taten sind unsere einzig wahren Besitztümer, den Folgen unserer Taten können wir nicht entgehen. Unsere Taten sind der Boden auf dem wir stehen! Das gilt für die anderen genau so wie für uns selbst. Unerbittlich! Ein Naturgesetz!

Welchen Sinn hat die Existenz von mtc, wenn es nicht mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Erfolg ist? Was ist der Sinn unseres am Leben seins? Das ist doch die eigentliche Frage, nach der wir alle mehr oder weniger intensiv suchen.

Und ich bin so etwas von neugierig auf die Antworten! Neugierig darauf, wie sich unser Leben noch entfaltet, was alles noch passieren wird, was ich alles noch lernen kann.

Deshalb begrüße ich alle Veränderungen, ich versuche sie anzunehmen, als Möglichkeit uns, mich weiter zu entwickeln.

Und ich möchte mit Euch daran arbeiten, dass wir gemeinsam heraus finden, was alles noch möglich ist, was alles noch drin ist, in diesem Wunder, als Mensch am Leben zu sein.

Ich habe so eine leichte Ahnung, dass es viel mehr sein kann, als ich mir heute erträumen, vorstellen oder wünschen kann!

Damit proste ich Euch zu, sage Danke für den Moment, sage Danke beim Al Dente, bei Flores y Amores und Aja Brazil und beim gesamten mtc Service Team für alle Vorbereitungen und viele Arbeit, die solch ein Fest mit sich bringt. Danke für diesen gemeinsamen Abend! Auf uns…

Danach wurde wie immer unser Gruppenbild aufgenommen, dieses Jahr durch Christer! Auch dafür herzlichen Dank. Das Catering und die Deko waren wirklich klasse, wurden vielfach und aufrichtig gelobt, es hat der Band und den Servicekräften von Al Dente sichtlich Spass gemacht, uns zu beköstigen und zu unterhalten. Wie immer habe ich mich heiser gesprochen, viele alte Bekannte und Freunde wieder gesehen, vielfach verabredet, um die Beziehungen wieder aufzufrischen.

Bin wirklich froh, dass wir diese Tradtion haben und ehren bei mtc!

Ach, wir hatten ja so ein Wetterglück, von 1 bis 4 regnete es, dann klarte es auf und für den Endspurt des Aufbaus gab es sogar Sonne. Es war angenehm kühl. Das Universum hat mit geholfen, sich verschworen, um den Abend zu einem Erlebnis zu machen…

„Ja“ sagen. Ja zu allem, was passiert.

Wir haben bei mtc schon lange einen Wert: Sag Ja zum Kunden.

In der letzten Zeit bin ich damit unzufrieden. Etwas stimmt nicht mehr. Das unbedingte Ja Sagen zu Anfragen oder zu Eskalationen in Kundenprojekten wird mehr und mehr zum Problem. Wir haben Schwierigenkeiten die vielen Ja‘s unserer Kollegen zu verwalten, sie zu priorisieren und dann abzuarbeiten. Unsere Mitarbeiter überlasten sich, machen Überstunden, machen Fehler, halten manche Termine nicht. Sie werden dann auch schon mal unfreundlich oder manche werden krank. Nicht gut!

Mir aber fällt es schwer, diesen Wert aufzugeben und statt dessen auch einmal Nein zu sagen, wenn wir zum Beispiel überlastet sind. Ich habe etwas Angst, dass die Offenheit, die mit dem klaren Bekenntnis zum Ja einhergeht, dann verloren geht. Ich habe Furcht, dass wir dann so werden, wie alle anderen, die ihre eigenen Prozesse, Produkte und Vorstellungen über die des Kunden, dem wir eigentlich dienen, zu stellen.

Neulich war ich im Apple Store. Ich holte eine Bestellung persönlich ab, um Verpackung zu sparen und auch wegen des Erlebnisses. Das Display meines Telefons hat einen Minisprung und ich Apple Care+, Garantie und Serviceerweiterung für 160€ extra. Auf die Frage des Apple Store Mitarbeiters, ob er noch etwas für mich tun könne, zeigte ich im meinen Sprung und erzählte vom Status als Apple Care+ Kunde. Seine Antwort: „Nein, ich kann ihnen jetzt nicht helfen, Sie müssten nochmal zur Eingangstür, die Kollegen dort seien für mein Problem zuständig, man würde mich nochmal registrieren und mir die Schlange fürs Warten der Laufkunden zeigen oder aber, wenn ich das Formular in der Support App ausfüllen würde, dort gäbe es Termine für in zwei Wochen, dann könnte ich mich dann am Termin dort hinten in die kleinere Schlange einreihen.“. Dann lieber schnell zu Gravis ums Eck, dort gab es einen Termin in einer dreiviertel Stunde.

Auf dem Weg nach München. Ich sitze im Flieger und lese ein kleines Buch beim Start. Dort stand auf die Frage: „Wie findest Du Frieden?“ Die lachende, einfache Antwort: „Ich sage Ja. Ja, zu allem, was passiert.“

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Die Einsicht kam schnell. Sie war befreiend. Das Ja, der Wert aus der Gründerzeit unserer Organisation, darf natürlich nicht eingeschränkt werden. Das Ja darf nicht ausgesetzt, nicht zu einem Ja, aber werden.

Im Gegenteil! Das Ja muss ausgeweitet werden. Es darf sich auch auf unsere Organisation, vor allem darf es sich auch auf uns selbst beziehen. Wenn wir Bedenken haben, einen Auftrag anzunehmen, wenn wir überlastet sind, dann sagen wir auch dazu

Ja.

Ja, ich bin überlastet.

Ja, ich habe Bedenken, ob wir den Termin halten können.

Das Ja muss sich nicht nur auf den Kunden beziehen, sondern und vielleicht sogar zu erst mal auf uns selbst.

Sagen wir denn Ja, zu allem was uns passiert? Zu unseren guten, starken Seiten? Da fällt es sicher leichter.

Aber sagen wir auch Ja, zu unseren schlechten, schwachen Seiten? Sagen wir Ja, zu unseren Fehlern, zu unserer Unsicherheit, zu unserem Nicht Wissen?

Können wir Ja zu allem sagen, was uns passiert?

Das zu üben, ist mein Ziel. Ich träume davon, in einer Organoisation zu arbeiten, die nicht nur Ja, zu den Dingen, die den Kunden und uns uns in den Kram passen, sagt; sondern die auch Ja sagt. zu den Dingen, die uns nicht passen, nicht gefallen, die nicht gut sind.

Wie sollen wir friedlich, zusammen miteinander arbeiten, wenn uns das nicht gelingt?

Wollen wir es nicht wenigstens versuchen?

1. mtc Wasserfest

Das muss jetzt in den Titel. Es war unglaublich gestern Abend. Wir hatten einen halben Meter Wasser auf unserer Terrasse. Unter der liegt unser Dojo im Erdgeschoss. Über dem Erdgeschoss spannt sich eine 300qm Glasdecke, deren Abfluss voll war.

Das Team, die Kollegen waren unglaublich! Ein Dutzend blieb, um das Schlimmste zu verhindern. Es hat Spass gemacht! Richtig viel Spass gemacht. Wir konnten die Fortschritte sehen. Waren verzweifelt, chaotisch, kurz hoffnungslos, dann ging ein neuer Ruck durch einen von uns. Wir hatten eine Idee, ein Wort, eine Tat und die anderen zogen mit.

Die Hausverwaltung rettete uns mit einer Pumpe, nachdem wir schon etwa drei Stunden lang mit einer Eimerkette, vielleicht die Hälfte des Wassers von der Terrasse ins Klo getragen hatten. Im Hof ähnliches Chaos. Nachbarn versuchten die Tiefgarage zu retten, die drohte voll zu laufen.

Bei der Feuerwehr war kein Durchkommen. Wir mussten uns selber helfen! Gestern war der letzte Tag, an dem wir keine ordentliche Wasserpumpe im Lager stehen haben.

 

 

Bin noch immer ganz beseelt, ganz begeistert, ganz beeindruckt von meinen Kollegen und den gemeinsamen Stunden der Katastrophenhilfe. Ooahh! Wir haben wirklich tolle Kollegen! Diese Hilfsbereitschaft, dieser Einsatz! Kapiers nicht! Das war echt gross! Echt grosse Klasse! Ist ja nicht nur gestern Abend so, ist auch sonst so! Nicht immer, aber ich finde das immer wieder auch im Alltag! Bin stolz und froh, mit Euch zu arbeiten!

Ein paar Bilder und meine Rede zum 11. mtc Sommerfest

Lang war die Nacht. Kurz war die Nacht. Ein schönes Sommerfest! So viele Gäste, ausgelassene Stimmung, heiser gesprochen, so ein tolles Catering. Wir haben endlich mal wieder getanzt… danke an unser mtc Organisationsteam, toller toller Job! Danke an das tolle, freundliche Serviceteam von Aldente und für die super Deko von Flores y Amores!

So, hier nach ein paar Bildern traditionell der Text meiner Rede.

 

Das traditionelle Gruppenbild von unserem Matze:

Alle Zusammen, 11. mtc Sommerfest 2017

Hier nun endlich die Rede:

 

Liebe Mitarbeiter,
liebe Kunden,
liebe Gäste,
meine liebe Aleyna, meine lieben Eltern,

Herzlich Willkommen zum 11. Sommerfest der mtc in Berlin!

Vor 11 Jahren haben wir uns gegründet. Die Gala letztes Jahr zum 10-Jährigen ist mir noch in lebendiger Erinnerung.

Es ist unsere Tradition, einmal im Jahr alle Mitarbeiter, ihre Familiem und Kundenkollegen einzuladen, um gemeinsam auf die Zusammenarbeit anzustossen. Wir wollen DANKE für das vergangene Jahr sagen, hier im schönen Innenhof unseres Weissen Schlosses.

Das letzte Jahr ist schnell vergangen, es ist so viel passiert.

Wir haben das alte DEPAROM abgeschaltet!
Applaus bitte!
Wir haben nun monatliche „One Pager“ für jeden Vertrag!
Applaus bitte!
Wir haben drei neue Büros für Support, Backoffice und in Leverkusen in Betrieb genommen!
Wir haben achtzehn neue Mitarbeiter seit dem letzten Sommerfest eingestellt! Achtzehn! Ich fasse solche Zahlen kaum…

Die neuen Mitarbeiter sind:
Yara, Service Chefin
Rene, Webautor
Thomas, Java Entwickler
Markus, Sitecore Dev
Anja als Teamassistentin, grade in Elternezeit
Tobias, Sharepoint Support
Johannes, Physiker und BI Consultant
Felix, aus mem Startup zu uns als Dev
Krystina als weitere Teamassistentin
Susann für Personalarbeit
Saskia als Koordinatorin
Dmytro als Sitecore Dev,
Jan als Dev,
Antje in Hamburg,
Antonio als Verstärkung unseres IT Admins,
Michał, erster polnischer Mitarbeiter (bitte keinen Poxit!)
und Romy, die Neue Scrum Masterin.
Und das waren erst Siebzehn!

Mit Alice, die seit Januar nicht mehr als Werksstudentin bei uns ist, sondern sich als unsere erste Online Redakteurin „Content“ erzeugen darf, haben wir tatsächlich Achtzehn neue Mitarbeiter seit letztem Juni!

Ich wollte unbedingt diese neuen Mitarbeiter heute vorstellen, nachdem wir im letzten Jahr die zwölf Gründer geehrt haben. Ihr erinnert Euch? Henry, Johnny, Gülcin, Ira, Iris, Timo, Udo, Manfred, Matze, Thomas, Kirsten… Tony.

Also, letztes Jahr haben wir zurück,
zu den Anfängen, in die Vergangenheit geblickt.

Wir haben die Kollegen der ersten Stunde geehrt,
für ihre damalige Entscheidung, das Engagement seitdem,
ihren Mut und ihre Treue und Loyalität,
für die Freundschaft, die auf dem gemeinsamen Weg
in dem Jahrzehnt entstanden ist!

Die Situation bei mtc hier war für die achtzehn Neuen in 2016 und 2017 sicher eine komplett andere,
aber auch irgendwie nicht.

Solch ein Wechsel zu uns,
ein jeder Neuanfang, ist immer mit viel Mut verbunden!

In einem Neuanfang stecken jede Menge Chancen,
aber sicher auch Risiken
für beide Seiten.

Auch dürfen wir nicht vergessen,
das vor jedem Neuanfang immer auch ein Abschied nötig ist.

So ging es allen bei der Gründung von mtc und
so war es sicher auch für jeden der achtzehn Neuen.

„Es ist leicht Menschen in der Erinnerung zu lieben.
Das harte ist doch, sie zu lieben wenn sie vor dir stehen.“
habe ich von John Updike vorgestern gelesen!

Ich mach daraus:
Es ist leicht in seinen Erinnerungen an die Vergangenheit
und den Erwartungen an die Zukunft zu leben,
hart wird es erst, wenn man hier bei mtc im Jetzt arbeitet!

Es ist leicht, sich einen neuen Job vorzustellen,
es ist meist auch noch leicht, einen neuen Job zu bekommen.

Ich möchte, dass wir zusammen versuchen,
dass die Zusammenarbeit im Hier und Jetzt auch leicht bleibt!

Dafür habe ich mir etwas überlegt, was ich den achtzehn Neuen denn unbedingt mit auf den Weg bei uns geben möchte!

Dafür gibt zwei starke Bilder und zwei Begriffe.

Raumschiff VOYAGER und ein KUHSTALL sind die Bilder.

HELFEN und ERKENNEN sind die Begriffe.

Das Raumschiff Voyager, das erste Bild, ist die Erinnerung an die im Delta Quadranten am anderen Ende unserer Galaxie gestrandeten Crew. Das ist mein Bild der ersten 6-8 Jahre von mtc. Ein kleines Raumschiff, eine kleine Mannschaft, weit weg von zu Hause, viele spannende Missionen, Warp 10, Dilithium als Treibstoff, das scheinbar alles möglich macht: Überlichtgeschwindigkeit, Replikatoren, Beamen, Überleben!

Diese im ersten Bild versteckte Arbeitsweise
änderte sich vor etwas mehr als zwei Jahren.
Ich hatte das Gefühl, wir kehrten nun endlich nach Hause,
zurück auf die Erde.

Mit dem Kuhstall einer LPG begleitet mich seit zwei Jahren ein zweites Bild. Das Bild meines Heimatdorfes.

Ich entdeckte, was die Tierproduktion, das Kühe melken meiner Kindheit und Jugend mit IT Support gemeinsam hat.

Ich entdeckte, das Gunnar in einer Gärtnerei aufgewachsen ist, und was das mit Softwareentwicklung zu tun hat.

Das GoLive der Anwendungen, die entwickelt werden, gleicht einer Ernte. Die Anwendungen verschaffen dem Supporter Arbeit. Die Fehler der Anwender sind doch das Futter unserer Supporter!

Der Servicebereich ist die Sonne, Wasser und Erde. Er bietet uns den Raum, führte zur heutigen mtc, er erzeugt die Strukturen für Wachstum: Die Felder und Ställe in denen unsere Organisation, als ein SOZIALER ORGANISMUS, wachsen und sich weiter entwickeln kann.

Mit den beiden Begriffen möchte ich die Brücke zurück ins Jetzt schlagen:
HELFEN und ERKENNEN.

Sie sind ganz frisch, sie richten mich täglich aus.

HELFEN! Die achtzehn neuen Kollegen möchte ich bitten, sich zu überlegen, wie und womit sie sich selbst und anderen Menschen um sie herum wirklich helfen können?

Aus dem Impuls anderen zu helfen und aus dem Vertrauen in unsere Werkzeuge: Technologien, Programmiersprachen, Tools und Methoden entsteht unsere Dienstleistung. Diese vom Kunden entlohnte Leistung ist eine wichtige Bedingung für, die Voraussetzung unserer Existenz als mtc!

Der zweite Begriff ist ERKENNEN. Mit diesem Begriff habe ich eine weitere Bitte an die achtzehn neuen Kollegen: überlegt Euch doch, woran Eure Familie, eure Freunde und Eure Kunden wirklich erkennen können, dass ihr bei mtc arbeitet?

Mit einem Zitat aus dem Brief an die zwölf Gründungsmitarbeiter schliesse ich: „Diese Firma hat nur einen Zweck. Sie ist durch Euch, was sie ist und sie soll Euch in Eurem Leben dienen: vor allem als Ansporn und Quelle für Inspiration, Anerkennung und unseres Lebensunterhaltes.“

Damit sage ich ganz herzlich DANKESCHÖN bei allen,
die dieses 11. mtc Sommerfest möglich gemacht haben!

Auf Euch, Prost!

Es gilt wie immer das gesprochene Wort 😉

Danke nochmal und noch immer aufgewühlte Grüße durch den Morgen!

 

Unser 10-jähriges mtc Jubiläum

 

Gestern, am 23. Juni 2016 haben wir unser 10-jähriges Bestehen der Moving Targets Consulting GmbH gefeiert. Wir haben traditionell unser Erdgeschoss frei geräumt und den Innenhof unseres Hauses okkupiert, um ein rauschendes Fest zu feiern.

Einen herzlichsten Dank an die Organisatoren und den Service und natürlich an alle Teilnehmer für diese tolle Erlebnis. Unterm Bild meine Rede zu diesem Feste.

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Liebe Freunde, Kollegen, Partner, Kunden,
meine lieben Eltern, meine liebe Frau, meine liebe Tochter.

Ein ganz herzliches Willkommen zu unserer Sommergala, anlässlich des 10 jährigen Bestehens von mtc.

Der Berliner Hauptbahnhof ist in diesem Jahr zehn Jahre alt geworden. Der neue Berliner Flughafen feiert auch bald 10 Jahre: Nichteröffnung.

Ich hab mich erinnert, seit zehn Jahren gibts Twitter und auch genau vor zehn Jahren gibt es die Saunatherme in Ludwigsfelde. Ebenfalls vor zehn Jahren genoss „Bruno der Problembär“ sein viel zu kurzes Leben, plündernd und schlemmend!

Und dazu rief der Wirtschaftsminister 2006 zum Jahr der Informatik aus. Und als dann noch das NOK und der DSB ihre Eigenständigkeit aufgaben, sich zum Deutschen Olympischen Sportbund zusammen schlossen, wussten wir, jetzt oder nie und haben beschlossen, die heutige *mtc* zu starten und Euch einzuladen, dabei mit zu machen.

Und nun ist mtc 10 Jahre alt geworden.

10 Jahre! Ich werde das niemals vergessen können, weil fast zeitgleich, also genau 17 Tage nach dem inoffiziellen Start der mtc meine Tochter Aleyna in Istanbul zur Welt kam, die immer genau parallel im gleichen Alter sein wird, und wächst und sich prächtig entwickelt. Sie ist erst 39 Kilo, mtc hat heute 58.

58 Mitarbeiter und noch 33 Freie Mitarbeiter dazu = 91!

Wir sind im Schnitt knapp 40 Jahre alt, die Mitarbeiter sind seit mindestens 3,5 Jahre bei uns, wobei wir allein in 2015 neunzehn neue Kollegen einstellen konnten und in diesem Jahr immer noch 5, was diesen Durchschnitt natürlich enorm drückt.

Als wir uns damals im Oktober-November 2005 überlegt haben, die Vorgängerfirma zu schliessen und nochmal neu anzufangen, sind mit Gunnar und mir diese 12 Freunde, die jetzt hier neben uns stehen, mit uns gegangen und das Beste ist: Sie sind bis heute geblieben!

Deshalb haben wir ihnen heute morgen diesen Brief geschrieben.

*Übergabe der Briefe und Präsente*

DANKE! Bitte einen lauten, lang anhaltenden Beifall!

Von vier Dingen muss ich Euch noch erzählen: vom BB, vom KK vom AA und dem GG.

BB steht für „Beharrlich im Bemühen und bescheiden in der Erfolgserwartung.“
Immer wenn wir zu ungedulig waren oder zu viel wollten, hat es nicht geklappt. Gehört habt ihr sicher schon von mir: „Halte dein Ego klein!“ in Projekten oder Präsentationen, stell den Kunden in den Vordergrund, Deine Leistungen, aber nicht dich. „Jeden Sieg feiern“ kennen auch einige von Euch. Der nächste Schritt, ist der nächste Erfolg. Wir müssen das sehen, das anerkennen, sonst rennen wir unserem Leben, unserem Glück, dem Erfolg immer nur hinterher.

KK steht für „Kontinuität und Kreativität“
und ist ein Zeichen der allgegenwärtigen Dualitäten in unserem Leben. Des einen Sieg, ist des anderen Niederlage. Wenn wir immer nur Kreativ sind, immer nur Verändern, immer nur am Einatmen sind, dann sterben wir schnell.

Wenn wir alles nur Festhalten, jede Änderung ablehnen, immer nur auf Bewährtes und Bekanntes setzen, immer nur Ausatmen, sterben wir auch. Das eine führt zu Krebs, das andere zu Sklerose.

Wer nur produziert, stirbt. Wer nur konsumiert, stirbt.

Wer nur Kreativ ist, geht pleite. Wer nur fest hält, kontinuierlich, gleich bleibt, geht auch pleite.

> Wachstum ist gut, sagte der Luftballon und platzte.
> Wachstum ist schlecht, sagte der Riese und fraß die Zwerge.
> Wachstum ist gut, sagte das Feuer und hinterließ nur Asche.
> Wachstum ist schlecht, sagte der Tod und lachte.
> Ich weiß überhaupt nicht, wovon ihr redet, sagte die Raupe und wurde zum Schmetterling.“

Es geht darum, die richtige Balance, in den natürlichen Rhythmus zu finden, den Rhythmus zwischen ein- und ausatmen, zwischen Wandel und Bewahren, zwischen Kreativität und Kontiunität.

AA steht für Anfängergeist.
Und zwar der, den kleine Kinder haben, deshalb AA. Es geht darum, nicht zu wissen. Mit Wissen allein löst man keine Probleme. Experten haben immer schon eine Antwort fertig. Je mehr ich von etwas weiss, um so mehr sehe ich doch erst, was ich noch alles nicht weiss.

Es wurde in den letzten 10 Jahren immer dann schwierig, wenn wir glaubten, zu wissen. Nur wenn man nicht weiss, kann man an seine Grenzen gehen und und darüber hinaus! Nur dann entwickelt man sich wirklich, nur dann wächst man über sich hinaus, und auch nur dann wird man besser!

Und zum Schluss noch:

GG – Geht nicht, gibts nicht
Wenn jemand zu mir sagt, das geht nicht: ist immer meine erste Reaktion: hah, das werden sehen. Challenge accepted! So haben wir mtc gegründet, so haben wir Schering und Deparom übernommen und entwickelt, so stellen wir neue Kollegen ein, so gehen wir jedes Projekt an. Es gibt immer mehr als zwei Optionen: geht oder geht nicht, ja oder nein. Und in der dritten, vierten, fünften Option steckt der Spass, die Herausforderung, die Arbeit.

Meine ersten drei Firmen gibt es nicht mehr! Die erste brachte mir sehr viel bei, hielt ganze 8 Jahre. Die zweite gab es 3 Jahre lang nur auf dem Papier und dann nicht mehr. Die dritte – und in Fakt der Vorgänger dieser mtc, hielt genau neun Monate und musste liquidiert werden!

mtc hat das alles also schon hinter sich! Geboren wie ein Phönix aus der Asche!

Im Rückblick auf die zehn Jahre, empfinde ich jetzt vor allem Dankbarkeit! Dankbarkeit, dass ihr meine Führung akzeptiert habt, dass unsere Kunden unsere Services annehmen, dass ihr alle mit uns zusammen geblieben seid, dass wir weiter zusammen arbeiten.

Seit 10 Jahren! Und nun feiern wir das Bitte!

Leistung

Zurück in Berlin, Tag 1138

Aus wildesten Träume zeitig aufgewacht, kurz nach 4 schon und konnte nicht mehr schlafen, habe viel an die Arbeit gedacht, die Unruhe gespürt.

Dann gute Morgenmeditation und einen ruhigen, bestimmten Start in den Tag. Hab schon meine Woche durchgeplant.

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Stelle mir die Frage: welche Leistung werde ich erbringen? Wie kann ich messen, dass ich die Leistung erbracht habe? Ist grad die Hauptaufgabe bei mtc für all unsere Verträge mit unserem grossen Kunden. Ist die Aufgabe, vor der die meisten Kollegen bei uns stehen und die echt nicht sooo einfach ist, wenn man es jahrelang anders gewohnt ist und statt der erbrachten Leistungen eben „nur“ die Zeit abrechnen braucht, die man mit der ein oder anderen Aufgabe verbracht hat.

Sicher dabei gibt es auch Termine für Fertigstellung, Termine für Auslieferungen, für Meetings und es gibt auch Leistungsbeschreibungen, Anforderungen, Dokumentationen. Aber am Ende wurde die Zeit abgerechnet, die man mit der ein oder anderen Aufabe  verbracht hat.

Diesen kleinen fundamentalen Unterschied zu begreifen, fällt mir selbst nicht leicht: Leistungen statt Zeit abzurechnen. Klingt einfach, klingt leicht. Hatte heute morgen die Idee, das auch bei mir zu machen und mal zu schauen, wie einfach und leicht das wirklich ist. Muss ja auch für meine Aufgabe hier funktionieren. Es wäre die gleiche Ausrede, wenn ich sagen würde, naja bei mir geht das aber nicht, denn bei mir und meinen Aufgaben ist das was ganz besonderes. Ich glaub auch hier geht es um eine lange eingeübte Art zu Denken und zu Arbeiten, die sich sich grade ändert und weiterentwickelt.

Überall das gleiche, auch bei mir!

Tag 2

Berlin, 18:07, Tag 1095

Heute Morgen ist mir ein Freund und ehemaliger Geschäftspartner im Traum erschienen. Spooky, aber hat mit aktuellen Entscheidungen zu tun, die er bereits im letzten Jahr getroffen hat. Dann ging der Tag 2 unseres mtc Strategy Retreats los, natürlich erst nach einem Spaziergang am Beetzer See.

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Auch der zweite Tag hatte seinen Moment der Klarheit bei mir. Nach der ersten Runde der Zusammenfassung der gestrigen Ergebnisse, hat es klick gemacht und der Sinn unserer Strukturen hat sich voll entfaltet: die Zusammenfassung von gleichen Tätigkeiten in vielen unserer Entwicklungs- und Supportteams als Dienste im Bereich Services. Passiert ja schon für Finanzen, Personal, IT, Teamassistenz und Infrastruktur, aber eben noch nicht für weitere, eher kundennähere Sachen. Das könnte sich in diesem Jahr ändern. Die Anfänge sind aufgeschrieben, vereinbart und machen voll Sinn. Die Runde war produktiv, engagiert und irgendwie entspannt und freundlich. So jedenfalls sagte es die Eventchefin vom Hotel beim Abschied. Kann ich voll bestätigen. Nun bleibt noch die Zeit für einen Moment des Dankes: danke!

Wünsch Euch einen schönen Feierabend, ein schönes Wochenende!