sommerfest

Hier ist sie, etwas verspätet, meine vobereitete Rede zu unserem diesjährigen, schon traditionellen mtc Sommerfest im Innenhof und Erdgeschoss unseres grossartigen Weissen Schlosses in Kreuzberg.

Drei Varianten hatte ich vorbereitet. Diese lange hier entstand aus meine Notitzen der letzten Wochen auf einer Zugfahrt nach Hannover am Mittwoch nachmittag. Auf der Rückfahrt und auch am Donnerstag vormittag, habe ich dann noch eine Kurzversion und eine Ultrakurzversion erstellt. Abends hatte ich mich dann doch entschieden, die lange Rede zu halten. Hatte sie meiner Tochter auf der Fahrt zum Kiez vorgelesen, es waren nur sieben Minuten Lesezeit. Habe nach der ersten halben Seite doch mehr oder weniger frei gesprochen und nur ab und an mal wieder auf die Rede geschaut. Nicht dass ich sie auswendig konnte. Ich wollte einfach nur nichts vergessen. Das hat irgendwie geklappt. Hatte das erste Mal ein Mikro, das mir unsere grossartige Band einfach in die Hand gedrückt hatte.

Genug der Vorrede!

12. mtc Sommerfestrede 2018

Herzlichen Willkommen, liebe Lieblingsmenschen der mtc, zu unserem 12. Sommerfest! Hier im Weissen Schloss, in unserem Erdgeschoss, hier im Bergmannkiez mit Euch: liebe Kunden, liebe Kollegen, liebe Partner, liebe Familien, Kinder, Freunde, Nachbarn, liebe Weggefährten.

Ganz besonders möchte ich meine Eltern und meine Tochter begrüßen. Und ich möchte herzliche Grüße von meiner Frau aus der Kur ausrichten, sie wäre so gern heute dabei!

mtc verstehe ich als einen sozialen Organismus!

So übersetze ich IT Service Provider, Web Agentur, Firma, Job, GmbH, Geschäft, Dienstleister, Lieferant, größter B-Lieferant für Bayer für mich.

Ein sozialer Organismus, bestehend aus 76 einzelnen Menschen, die verbunden, zusammen arbeitend, mtc bilden.

mtc ist kein Clan, keine Familie, es ist vor allem KEIN steuerbares Unternehmen, steuerpflichtig ja, steuerbar nein!

Diese 76 Menschen sind keine Maschine, die funktionieren muss, die programmiert, repariert werden kann, die einen Zweck zu erfüllen hat. mtc ist für mich eher ein Wesen, ein soziales Gemeinschaftswesen.

Zuschreibungen und Labels trennen uns und werden missbraucht, führen letztlich zu Gewalt und Leid. Wir vergessen viel zu oft, dsss wir zuallererst Menschen sind, perfekt unperfekte Menschen.

mtc ist ein sozialer Organismus der sich ständig entwickelt, verändert, wächst, transformiert.

mtc ist ergebnisoffen, ein ergebnisoffenes Entwicklungswesen.

Ein bisschen wie ein Vehicel, ein Werkzeug. Die meisten Werkzeuge sind unbestimmt in ihrem Zweck. Ob wir sie so einsetzen, die die Werkzeugmacher sich das wünschen? Das liegt allein in der Hand ihres Benutzers. Ob wir damit Leid erzeugen oder Leid lindern? Liegt allein an uns. Software, Computer sind Werkzeuge, die wir Menschen benutzen. Und wir schliessen uns Firmen an, um gemeinsam unseren Lebensunterhalt besser bestreiten zu können, als allein.

Aber den Zweck und den Sinn, die wahre Natur von mtc legen wir durch unser Tun jeden Tag aufs Neue fest. Das ergibt sich aus unseren Handlungen, aus unseren Taten. Auch diese Worte hier sind Taten.

Diese Sichtweise auf mtc hat vielfältige Ursachen, aber vor allem hat diese Sichtweise ganz konkrete Folgen!

Es ist mir sehr wichtig, drei dieser Folgen heute hier vor Euch allen zu erwähnen:

Erste Folge: wir haben unseren Jahresauftakt in diesem Jahr abgesagt. Statt uns selbst zu feiern und uns bewirten zu lassen, spenden und unterstützen wir mit 100 € pro Mitarbeiter, in Summe 7.600€ die Berliner Stadtmission, mit ihrem Chef Dieter Puhl sowie die Kirche Heilig Kreuz Passion mit Pfarrer Peter Storck und Ulrich Davids. Wir kauften davon 75 Schlafsäcke, wir überwiesen Cash und bringen jeden Montag Vormittag die Hälfte unseres Obstes dort vorbei. Vierzehn unserer Mitarbeiter machten noch mehr und spendeten 2.600€ für eine dringend nötige Sozialarbeiterstelle, mtc verdoppelte diese Spende der Kollegen. Danke!

Zweite Folge: wir haben im Dezember keinen Gutsherrengiesskannenbonus mehr an unsere verdienten, besonders engagierte Mitarbeiter als 13. Gehalt ausgezahlt. Statt dessen haben wir 15% vom Jahresergebnis vor Steuern anteilig nach hier verbrachter Lebenszeit an alle Kollegen gleich verteilt. Als Ausdruck von Dank und Wertschätzung für jeden Beitrag! Im letzten Jahr waren das 1.000€ für jeden Mitarbeiter: von unserem Putzmann bis hin zu den Bereichsleitern, alle gleich. Wir wollten damit die Lebenszeit, die jeder von uns hier verbringt, wertschätzen und nicht die gesellschaftliche Vereinbarung, dass ein Kollege mit Uni Abschluss und Personalverantwortung mehr (Geld) verdient, als zB ein Quereinsteiger oder eben unser Putzmann.

Dritte Folge: bei mtc gibt es keine performance- oder leistungsbedingten Kündigungen! Punkt! Wer immer die Probezeit besteht, bekommt einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Für jeden Mitarbeiter gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen, aber für mtc haben wir beschlossen: statt Minderleister zu kündigen, gibt es Coaching, Trainings, Umboardings. Aber wenn wir doch einmal betriebsbedingt oder noch in der Probezeit kündigen müssen: wir helfen bei der Stellensuche in unserem Netzwerk!

Denn wir alle können etwas tun! Tun geht immer vor Sagen! Wer sich über Trump, Orban, Kacinsky, Seehofer, Weigel oder Gauland aufregt? Tut was!

Denn ich glaube fest daran, unsere Taten sind unsere einzig wahren Besitztümer, den Folgen unserer Taten können wir nicht entgehen. Unsere Taten sind der Boden auf dem wir stehen! Das gilt für die anderen genau so wie für uns selbst. Unerbittlich! Ein Naturgesetz!

Welchen Sinn hat die Existenz von mtc, wenn es nicht mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Erfolg ist? Was ist der Sinn unseres am Leben seins? Das ist doch die eigentliche Frage, nach der wir alle mehr oder weniger intensiv suchen.

Und ich bin so etwas von neugierig auf die Antworten! Neugierig darauf, wie sich unser Leben noch entfaltet, was alles noch passieren wird, was ich alles noch lernen kann.

Deshalb begrüße ich alle Veränderungen, ich versuche sie anzunehmen, als Möglichkeit uns, mich weiter zu entwickeln.

Und ich möchte mit Euch daran arbeiten, dass wir gemeinsam heraus finden, was alles noch möglich ist, was alles noch drin ist, in diesem Wunder, als Mensch am Leben zu sein.

Ich habe so eine leichte Ahnung, dass es viel mehr sein kann, als ich mir heute erträumen, vorstellen oder wünschen kann!

Damit proste ich Euch zu, sage Danke für den Moment, sage Danke beim Al Dente, bei Flores y Amores und Aja Brazil und beim gesamten mtc Service Team für alle Vorbereitungen und viele Arbeit, die solch ein Fest mit sich bringt. Danke für diesen gemeinsamen Abend! Auf uns

Danach wurde wie immer unser Gruppenbild aufgenommen, dieses Jahr durch Christer! Auch dafür herzlichen Dank. Das Catering und die Deko waren wirklich klasse, wurden vielfach und aufrichtig gelobt, es hat der Band und den Servicekräften von Al Dente sichtlich Spass gemacht, uns zu beköstigen und zu unterhalten. Wie immer habe ich mich heiser gesprochen, viele alte Bekannte und Freunde wieder gesehen, vielfach verabredet, um die Beziehungen wieder aufzufrischen.

Bin wirklich froh, dass wir diese Tradtion haben und ehren bei mtc!

Ach, wir hatten ja so ein Wetterglück, von 1 bis 4 regnete es, dann klarte es auf und für den Endspurt des Aufbaus gab es sogar Sonne. Es war angenehm kühl. Das Universum hat mit geholfen, sich verschworen, um den Abend zu einem Erlebnis zu machen…

Berlin, 6:51, Tag 862

Heute Nacht wenig geschlafen, bin nicht ganz so zeitig wach gewesen. Den Sonnenaufgang habe ich lange verpasst. Dafür gab es sehr dramatische Wolken:

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Wir hatten einen schöne Feier gestern.

Ich war bis fast zum Schluss, um 1 Uhr bin ich hoch. Wenig später, beim Einschlafen, verstummten dann auch die letzten Gespräche im Hof.

Es gab grossartiges Catering von Steffens Team von Al Dente, wunderschöne Ausstattung und Blumen von Robert und Emilas Team von Flores y Amores, Sound, Licht und Bühnen Equipment von Hacksound. Unser Matze hat uns eine geile Dive for More Fotobox gebaut, da kommen in Bälde sicher ein paar sehr schräge Fotos von unter Wasser. Und Alex hat uns echt den ganzen Abend erstklassigstes Live DJ Feeling geboten und sogar zum Tanzen gebracht. Zum Empfang und zum Essen haben uns die coolen Couchies eine Sofasession der Extraklasse geboten: sit and deliver! Das haben sie!

Wirklich schöne Feier gestern.

Danke ans ganze Team! Besonders an Michael, Ira, Udo, Matze, Alice, Marc und Johnny, die seit Wochen neben der Arbeit alles detailverliebt vorbereitet haben. Und ein letztes, danke auch unsere sehr kooperative Hausverwaltung und unsere toleranten Nachbarn!

Nun noch ein paar Fotos…

…und dann wünsche ich Euch einen grossartigen Tag danach!

Berlin, 5:48, Tag 861

Heute bin ich spät aufgewacht. Es regnet. Die Wetterapp sagte mir, es hört Mittags auf damit. Gut! Heute Nacht bin ich ganz easy einen Marathon gelaufen, dann den ganzen Tag noch telefoniert, geskypt und in unserem sich stark veränderndem Viertel in Istanbul herum spaziert.

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Gestern war ein sehr intensiver Tag, vor allem am Nachmittag. Eigentlich wollte und sollte ich mich schon in Stimmung bringen für unser Sommerfest, mit vorbereiten, meine Rede aufschreiben, die Rückmeldungen checken.

Aus irgend einem Grund, habe ich drei -gefühlt- riesige Themen auf dem Schreibtisch. Die auch nicht weg gehen. Die nicht kleiner, sondern mit jedem Tag mehr und größer werden. Es gab am Nachmittag einen Moment, da habe ich verstanden, was der Grund dafür ist.

Eine fehlende Schärfe, Härte und mein nicht Aushalten können, wenn andere leiden oder Leid erzeugen. Das dreht sich zwar gerade etwas, aber…

Mit meiner Lebensenergie kann ich versuchen, die Aufgaben selbst zu lösen, sie ihnen abzunehmen, sie zu retten. Oder aber! Ich bleibe bei mir. Ich überlege, was ich machen kann, um ihnen zu helfen, ihre Aufgaben selbst zu lösen, doch noch hinzukriegen, zu lernen, zu bauen, besser zu werden. Ich mache einfach.

Dazu müsste ich aber alle Konsequenzen aus scheinbarem Versagen aushalten können. Irgendwie kann ich das heute noch nicht. Irgendwie will ich das heute noch nicht.

Los lassen. Leer sein. Machen. Klingt so einfach. Ist es wohl auch.

Ich glaube grad, ich muss meine Vorstellungen loslassen, das es sich um ein Versagen handelt, das es ums Gewinnen geht.

Es ist jeweils das bestmögliche Verhalten, das beste Ergebnis, was grade geht. Nur meine Wertung erzeugt die Spannung. Nichts anderes!

Ich renne weg, vor dem Aufschreiben meiner Rede! Bereite mich einfach nicht vor. Nehme den Satz: Ich bin schon vorbereitet. Es ist immer schon alles vorhanden! Und lass laufen. Meine Aufregung, mein Lampenfieber steigt trotzdem. Mein Kopf ist so voller Gedanken, so voller Zitate und Gelesenem, Gefühlten, Erlebten, Erinnerten. Es schwirrt und wabert herum, wie erhalte ich da nachher Zugriff drauf? Wie kann ich mich entscheiden, was genau heute zu sagen ist?

Einen Schritt tun. Einfach einen Schritt machen. Aufstehen.

Los lassen. Leer sein. Machen.

Wünsch Euch einen tollen Tag, wir sehen uns! 🙂

Noch Berlin, 8:55, Tag 616

Heute Nacht, oje, ich erinner‘ mich nicht mehr! Eine kurze Nacht, wegen unserem 6. mtc Sommerfest: was für eine Sause, sehr schön, sehr entspannt, viele liebe Menschen kamen zusammen, um zu feiern.

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Hier nun, nach 2012 und 2011 auch in diesem Jahr, meine Grundsatzrede gedruckt für Euch:

Herzlich Willkommen liebe Gäste, liebe Freunde, liebe Kollegen, Kunden und Partner, meine lieben Eltern.

Mein Name ist Arne und im Namen von meinem Partner Gunnar und mir, möchte ich euch ganz herzlich zu unserem 6. Sommerfest begrüßen.

Manchmal macht Technologie auch Probleme: ich hatte vorhin das Problem, dass unsere Drucker schon abgebaut waren und ich meine Rede nicht mehr ausdrucken konnte. Aber zum Glück hab ich dieses iPad, diese neue Technologie löst dieses Problem und ich muss nicht mit dem Laptop hier stehen.

Am Montag hatten wir hier 6 Studenten aus Deutschland, Australien, Indien und den USA zu Besuch.

Ich hab uns und mich vorgestellt, präsentiert und erklärt, **was** wir machen und **wie** wir arbeiten.

Angefangen mit der Rationsberechnung in der LPG von Daddy 88, über das Wechselgeschäft in der Sparkasse 92 über Lotus Notes in der Softwareentwicklung 97. Von Planet One, über Tacson und Taskoutsourcing zur Web Agentur, von PatProd über DEPAROM zu Open Patent Data.

Dann kamen ihre Fragen:

1. Warum offene Plattform, offene Daten? Kann da nicht alles vom Wettbewerb kopiert werden?

2. Welche Werkzeuge, Tools, Sprachen benutzen wir? Bekanntes, bewährtes oder auch ganz neue Sachen?

3. Was kommt morgen? Was machen, bauen wir im nächsten Jahr?

Ich hab erklärt, **was** wir machen, **wie** wir es machen, was sich geändert hat, was unsere Ziele sind und wie modern wir heute schon arbeiten.

Aber irgend jemand macht das, was wir machen, immer schon.

Und immer gibt es neue Tools und Technologien, die noch mehr als die Alten können, die wieder besser sind.

Und seien wir ehrlich, niemand kann wirklich wissen, was morgen kommt.

Ich hab gemerkt, dass wir uns im **was** und **wie** nicht wirklich gross unterscheiden: Deutsche, Australier, Inder oder Amis und wir.

Was uns unterscheidet, ist etwas anderes. Was mich antreibt, ist etwas anderes.

Mir ist dabei wieder sehr klar geworden, was das ist:
Ich suche immer nach einem Problem um mich herum, dass ich mit Informationstechnologie, die ich woanders gesehen habe, lösen kann. Ich suche danach, wie ich mit neuen Technologien etwas Bestehendes verbessern kann, wie ich es einfacher machen kann.

Die Technologien und die Werkzeuge ändern und entwickeln sich über die Jahre, aber dass man sie nutzen kann, um Probleme zu lösen, das bleibt gleich.

Aber mit welchem Ziel lösen wir die Probleme?

Auf die Antwort zu dieser Frage hat mich Gunnar ebenfalls am letzten Montag in unserer Teamleitersitzung gebracht.

Ich dachte bisher immer, dass faule Entwickler die besten Entwickler sind. Sie bemühen sich um fehlerarmen Code, weil sie zu faul sind, da später wieder ran zu müssen.

Aber dabei geht es ja wieder nur um das **was** und das **wie**. Denn, das was faule Entwickler von guten Entwicklern unterscheidet, ist etwas anderes.

Gunnar sagte so nebenbei, als er von einer Verhandlung in Merseburg berichtete, dass er bei der Weiterentwicklung und bei der Wartung von Software immer darauf achtet, den Wert der Software zu erhöhen. Und mir wurde klar, als ich ihn das sagen hörte: genau diese Einstellung unterscheidet ihn und uns von anderen.

Wir können mit IT Probleme lösen, und die Welt, die uns konkret umgibt, so zum Besseren verändern.

Und wir können mit allem, was wir Tun oder Programmieren, den Wert dieser Problemlösung, der Software steigern, bei uns selbst und bei unseren Kunden.

Und deshalb steht das Moving in MTC für Freiheit: für genau diese Veränderung, für Bewegung, für den Wandel und Risiko und Mut.

Deshalb steht das Targets in MTC für Entwickung: für Sinn, Zweck, für unsere Ziele und die Zukunft.

Und deshalb steht das Consulting in MTC für Miteinander: für Beziehung, für Helfen, Beraten, gemeinsam als Team.

Denn nicht im **Was** und **Wie** unterscheiden wir uns von anderen, sondern nur: **Warum** man etwas macht. Das **Warum** erzeugt den alles entscheidenden Unterschied!

Warum gibt es uns? Um Probleme zu lösen und Werte zu schaffen! Das bedeutet Moving Targets Consulting!

So, nun geht es aber heute Abend nicht weiter ums **Warum**, sondern jetzt geht’s nur noch darum, einen schönen Sommerabend zusammen zu haben und zu feiern.

Und das ist heute nur möglich, weil wir ein so tolles Team haben: Danke vor allem bei Udo, der heute hier alles super organisiert hat, aber auch beim Backoffice, bei Ira und vor allem Sabrina, die alles ausgewählt und bestellt und so stark unterstützt haben.

Danke bei denen, die heute für uns Arbeiten müssen: beim Team von Monopol, die uns so grossartig kulinarisch und mit bestem Service verwöhnen.

Und danke auch bei allen die heute und am Montag wieder mit helfen und die ich jetzt nicht aufgezählt habe!

Vielen Dank, viel Spass bei der Party und:

**das Buffet eröffnet!**

Berlin, 7:20, Tag 262

Hier meine gestrige Rede zu unserem 5. mtc Sommerfest. Eine Inspiration kam diesmal von Gunter Dueck, dessen Reden ich begeistert verfolge aber dessen Bücher ich nicht lese. Herzlichen Dank auch an ihn dafür!

meine rede zum 5. mtc-Sommerfest

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herzlich willkommen! ich begrüsse meine eltern, alle mtc kollegen, unseren dj aus wien, die incos aus gorzow, die bundesdruckerei und jouve.

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nur bayer schickt keinen, angeblich aus compliance gründen, dafür feiern wir auf ihren parties.

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herzliche grüße auch an alle anderen, die es nicht möglich machen konnten, zu kommen!

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ich nerve ab und zu meine freunde vor veranstaltungen und reden wie diesen und frage sie nach tips.

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sie sagen dann meist so etwas wie: es ist doch egal, was ich sage oder sage einfach kurz allen danke, das reicht doch.

oder berichte doch über ein paar highlights, wie taskoutsourcing oder die ausschreibung patprod oder über unsere forschungsprojekte aus dem letzten jahr

oder wiederhole doch einfach die rede vom letzten jahr, das merkt eh keiner.

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also mach ich, wie in letzter zeit sehr oft, mal was ganz anderes und neues für mich und halte eine grundsatzrede für mein team und ihr alle könnt dabei zuhören.

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heute morgen habe ich von einem ex-ibm’er gehört: die informationstechnologie industrialisiert die vermittlung/intermediäre. ich sag euch jetzt, was ich dabei gedacht habe.

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banken, da kommen wir her, vermitteln zwischen anlegern und kreditnehmern, versicherungen verbinden risikoträger mit kunden, apotheken verbinden pharmafirmen mit patienten, handel generell verbindet produzenten mit konsumenten.

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aber das internet, auf basis von informationstechnolgie, mit der wir uns richtig gut auskennen, verbindet alles miteinander. und zwar, ohne die alten vermittler zu fragen oder wirklich zu brauchen.

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und auch auf uns selbst trifft das zu.

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das internet wird dabei oft nur für sich selbst benutzt – also ala, dann machen wir jetzt auch einen webshop, online banking, eine datenbank, einen blog, eine facebookpage, einen twitteraccount.

dabei wird das internet nicht für die kunden benutzt, sondern es wird „nur“ bestehendes vereinfacht, automatisiert, commodifiziert, gecrowdsourced, ausgenutzt, kostengesenkt, optimiert…

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und genau davon leben wir heute.

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denn genau das machen wir: wir vereinfachen, wir automatisieren, wir industrialisieren… und das können wir verdammt gut.

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unsere kunden machen diese projekte sehr oft nicht, weil sie lust drauf haben oder wenigestens spass dran hätten, sondern weil sie angst um ihr armes geschäft haben, angst um ihre karrieren, um ihren bonus, um ihren status.

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und genau so etwas regt mich unwahrscheinlich auf und gleichzeit auch -an!

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unsere heutigen kunden (wir selbst eingeschlossen) nutzen das internet nur, um uns selbst zu industrialisieren, manchmal bis zur aufgabe der eigenen identität.

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auf das wirklich neue, haben sie (noch) keine lust.

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sie wollen sich nicht kannibalisieren, sie wolles retten und bewahren: die musikbranche die cd, die filmbranche die dvd, verlage, druckerein die zeitung und das buch, aber auch banken und versicherungen ihre beratung, pharmafirmen ihr wissen um heilung und natürlich auch wir unser produkt deparom und -profil!

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alle denken, wir, die patentämter, die patentabteilungen, auch pharmafirmen, dass schon nichts passieren wird, dass es schon nicht so schlimm wird, dass sich vielleicht der hype um cloud, crowd, um soziale netzerke und social business sich bald wieder legen wird. bis zur rente wird es schon reichen. hoffentlich.

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und während wir auf der einen seite noch distanz zur konkurrenz, zu anderen software- und beratungsfirmen suchen, werden wir auf der anderen seite überholt von agilen netzwerken von freiberuflern und kleinen teams, die sich nicht mal mehr berater oder entwickler oder firma nennen möchten, weil es ihnen zu oldfashioned ist.

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sie sind all-in the cloud, publizieren ihren code in github, lassen die anwendungen auf heroku laufen.

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haben mail, durch facebook und reddit ersetzt. wenn sie nach berlin kommen, melden sie sich nicht mal mehr bei immoscout an, sondern buchen urlaubsunterkünfte bei freunden, bei airbnb oder couchsurfing. statt den immoteil der zeitung anzumarkern oder ins reisebüro oder bei deren lustlosen internet versuchen wie reise.de zu gehen, kriegen sie eine push notifiation aufs handy, wenn eine neue wohnung eingestellt worden ist.

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sie machen selber, statt vermitteln zu lassen.

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sie diskutieren ihre probleme in ihren blogs oder auf reddit, erzählen ihre geschichten auf twitter und vor allem, sie machen nur projekte, auf die sie lust haben, lassen sich flattern, schreiben ihre rechnungen über wepay, oder paypal und verkaufen die links auf frei im netz liegende dateien über gumroad oder machen alles zusammen oder ganz anders.

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das sind tatsachen, die zu sehen, mir richtig spass machen, das zu erkennen mich mit freude, mit unbändiger vorfreude erfüllt.

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wisst ihr warum mich das so freut?

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weil ich sehe, was ihr alles baut und auch was ihr alles noch bauen könntet!

weil es mir jeden tag spass macht, mit und für euch zu arbeiten. und dafür bin ich extrem dankbar und darauf bin ich verdammt stolz.

weil ich sehe, dass wir mehr und mehr das glück haben, die probleme des erfolges zu erfahren.

dass wir nicht mehr zu allem ja sagen, dass wir zwar immer noch angst haben, dass wir nicht durch kommen, dass das alles nicht sein kann, dass es morgen vorbei ist.

denn das größte problem des erfolges ist, dass die welt da draussen sich zu verschwören scheint, um uns davon abzuhalten, das weiter zu tun, was uns erfolgreich gemacht hat.

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und ich glaube, dass uns folgende werte so erfolgreich haben werden lassen:

wir versuchen zu überzeugen, statt anzuweisen
wir bevorzugen projekte, statt routine
wir haben offene, statt (fester) strukturen
wir beobachten, statt zu kontrollieren
wir sind freundschaftlich, statt formal

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das sind unsere stärken, die uns verbunden mit gutem handwerk, mit der beherrschung der tools und technolgien, auch in zukunft erfolgreich bleiben lassen.

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so, nun komme ich zum schluss und möchte euch noch das wahre geheimnis unseres erfolges verraten.

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ich ahne nämlich, warum uns unsere kunden wirklich bezahlen. es gibt dafür drei gründe: ok, wir müssen einen guten job machen, es macht zweitens spass, mit uns zu arbeiten und drittens wir liefern unsere arbeit auch pünktlich ab.

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und das eigentlich geheimnis ist dabei, dass wir nicht mal alle drei zu erfüllen brauchen, zwei reichen völlig aus.

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wenn es unseren kunden spass mit uns macht, verzeihen sie uns unpünktlichkeit oder auch mal ein nicht so tolles ergebnis.

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wenn einige von uns permanent unzuverlässig sind, müssen sie schon grandiose arbeit machen, und die kunden müssen sie mögen. und wenn es tatsächlich vorkommen sollte, dass es mal keinen spass mit uns machen sollte,… nun ihr habt verstanden.

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aber meist machen wir doch alles dreies zusammen!

und genau der spass ist der hauptgrund für diese party heute!

jetzt sage ich nur noch danke beim team von monopol, und bei aschi, die heute dafür arbeiten, dass wir hier spass haben und auch danke zu ira, sabrina und udo, die die hauptlast der vorbereitung für diese party trugen.

auf ein tolles sommerfest. prosit!

(arne krueger, 21. juni 2012)

Berlin, 7:25, Tag 248

Die Strassenbahnen zum Flughafen waren übervoll, fuhren in verschiedene Richtungen, hielten nur an, wenn sie wollten und die Zeit wurde knapp und meine Kollegen schon unruhig. Nehmen wir doch ein Taxi? Zu teuer. Da kommt endlich die nächste Bahn, die Türen gehen auf, wir klettern rein, sie fährt los, alles scheint gut. Ich bemerkte einen Stück Zahnseide zwischen den Zähnen, ziehe dran. Der Faden hört nicht auf, es bildet sich sich schon ein kleines Knäuel auf dem Boden der Strassenbahn, eine riesige Menge. Zwischen den rechten oberen Schneidezähnen liegt die Quelle, ich spüre das Ziehen an den Zähnen, leicht unangenehm. Endlich hört es auf. Ich kann das Ende aus dem Mund ziehen und suche einen Müllbehälter in der Bahn, werfe das Knäuel weg und wache auf…

Der erste Mittwoch im Monat ist immer ein voller Tag. Unser 29. All Hands Meeting bei mtc findet immer an diesem Tag statt. Wohl deshalb war gestern schon nur ein Traum hier zu posten. Dann nimmt unser 5. mtc Sommerfest am 21. Juni langsam Formen an. Gestern Abend habe ich noch Besuch von alten Freunden aus Wien bekommen. Einer davon ist auch dj. Das fiel mir ein, weil seine Facebook Posts mir darüber in Erinnerung geblieben sind. Somit stand sehr schnell mit einem Handschlag fest, dass wir übernächste Woche das erste Mal seit 2003 wieder jemanden alleinverantwortlich am Mischpult haben werden. Jetzt kommt schon langsam die Vorfreude. Und dann steigt auf die Aufregung langsam, denn ich rede nächste Woche auf der PATINFO für 20 Minuten über die Sozialisierung der Patentwelt und über Open Patent Data. Uiiihhhh! Für mich ist dieser Termin unglaublich wichtig, auch weil Erstens so ziemlich alle der deutschen Patentszene im Publikum sitzen werden, die Rang und Namen haben und mit denen mich vielfältige geschäftliche und mehr und mehr auch private Beziehungen verbinden. Und weil Zweitens dieser Vortrag der Auftakt darstellt für vier weitere Auftritte auf grossen Konferenzen in diesem Jahr. Es erscheint mir wie ein Wendepunkt in meiner Karriere. Dazu kommt, dass bei solchen Auftritten immer die Gefahr besteht, sich zum Obst zu machen und zu blamieren. Dazu kommt auch, dass der Unternehmer in mir natürlich jegliche Risiken scheut und meine Schnodderschnauze ganz sicher ein Risiko darstellt. Na, wird schon…

So, mit einem Bild vom Sonnenaufgang sag ich schnell Adieu…

und verabschiede mich lächelnd in eine aufregenden, weiteren Tag meines Lebens…