sonntag

Noch bin ich in Berlin, gleich um um 2 geht der Flieger zur Konferenz. Werd die Mädels vermissen, freu mich gleichzeitig auf die zweieinhalb Tage in Nizza und den vielen Input, die vielen Inspirationen, die ich erwarte.

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Nun ist es schon spät geworden. Bin gut gelandet, hatte einen ruhigen Flug, schaue grade Louis C.K.s neue Show Horace and Pete’s. Bin dann drei Stunden hier am Strand und durch die Stadt gelaufen. Sehr entspannend, sehr anregend, sehr schön, sehr ruhig. Einfach los gelaufen. Am Strand meditiert, später nochmal in einer katholischen Kirche. Dazwischen ein paar Fotos gemacht, meistens aber nur die Stadt und die Menschen darin angeschaut.

 

 

Heute ist Sonntag. Da gibt ein Bild und ne Pause.

IMG_2134Dieser Tag diente der Erholung.

Noch Istanbul, Tag 1137

Heute Nacht aus Arbeitsträumen aufgewacht in den Morgen unseres Abreisetages. Ist alles gepackt, steht bereit halb 10 fahren wir los mit vollen vier Koffern.

Bin gestern noch ein wenig durch das Viertel gelaufen, runter bis nach Beşiktaş und wieder zurück. Dabei über den Nachbarschaftsmarkt gestolpert, der hier jedes Wochenende ist, den Kapalı Semt Pazarı.

Hatte nur das iPhone dabei, aber das ist ja wirklich gut genug, selbst für solche Kunstbirnenaufnahmen. Das Leben, die Menschen, die Gerüche und Farben auf diesen Märkten ziehen mich seit ich hier bin, immer wieder an. Habe ja auch schon viele Fotos dabei gemacht, hier vielleicht mit Akcay Bazaar Poeple eine kleine Portraitserie vor ein paar Jahren.

Die Bilder hier sind unbearbeitet, so wie sie aus dem iPhone kommen.

 

Dann noch zwei Videos, wie ich sie schon lange machen wollte. Vorm Haus sitzt ein unfreundlicher Gemüsemann, der um diese Zeit immer Artischocken schält, schneitet und verkauft. Ich will eigentlich schon lange aufnehmen, wie er das so macht. Es ist eine lange, ewig geübte Technik, die er ohne hinzuschauen immer und immer wiederholt.

Auf diesem Markt nun habe ich die Meister der Artischocken gefunden, schaut selbst:

Und noch ein eines:

So krass! Bin immer noch voll begeistert, wenn ich mir das anschaue oder nur daran denke. Mit diesen Eindrücken klappe ich nun zu, geh frühstücken und flieg in die andere, ursprüngliche Heimat zurück an diesem schönen Sonntag.

Entdecke die Nachbarschaft.

Berlin, Tag 1111

Schnapstag! Hammer, eintausendeinhundertelf mal hingesetzt und aufgeschrieben, was mir durch den Kopf geht. Ruhiger, verregneter Sonntag. Schreibe auch spät erst, da ich meine Morgenroutine habe ausfallen lassen. Es gibt keine Ausrede dafür. Ich weiss, es tut mir gut und besser und trotzdem…

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Beim Retreat ist es leicht, hier zurück in Firma und Familie liegen die eigentlichen Aufgaben. Immer wieder im Moment sein, immer wieder zurück zu mir selbst. Die Entschlossenheit reicht oft nicht. Ich renne doch eher wieder weg, als zurück. So oft geübt, so leicht scheint es. Immer, wenn ich mich dabei erwische und es bemerke, fühlt es sich erst mal schlecht an. Das braucht es nicht. Ist alles gut, wie es ist. Wir können uns jeden Moment entscheiden. Wenn wir innehalten, achtsam sind, versuchen zu verstehen, was jetzt hier wirklich passiert.

Gestern war wieder Reiten, diesmal gar ne knappe Stunde. Angefangen mit einer hypernervösen Pferdedame, die in der Box hin- und herlief, weil sie wohl auf der falschen Seite war. So bald wir sie neben das Pony gestellt hatten, war alles in Ordnung. Das Satteln haben wir vorsichtshalber auch gleich in der Box gemacht. Dann drauf und im Schritt ohne Steigbügel und Festhalten habe ich diesmal von ganz allein fast alle runter gespult. Fühlte sich voll ok an da oben. Neu: konnte hin und her rutschen ohne das Gleichgewicht zu verlieren und gar ein Bein übern Hals heben und einseitig links und sogar rechts laufen lassen, ohne grosses komisch fühlen. Oberkörper auf den Hals und erst links, dann rechts die Fussspitze berühren: vor zwei Wochen noch ein Panikschub und dann grade so das Schienbein erreichen, diesmal voll ok. Aber ich knicke noch nicht über der Hüfte nach vorn, sondern nehme den Hintern noch mit. Das ist jetzt die neue Aufgabe, vorbeugen und dabei im Sattel sitzen bleiben. Danach der leichte Trab. Fast genauso schön, etwas anstrengender natürlich, weil noch der Takt und die Geschwindigkeit dazu kommt. Aber auch hier: der Wechsel zwischen Aussitzen und leichtem Trab klappte richtig gut. Schöne Fortschritte, bemerkte auch die Trainerin. Ich glaub, in einer der nächsten Woche komme ich von der Leine und kann endlich frei in der Halle reiten. Das wär was!

Nun denn, das solls gewesen sein für heute! Wünsch Euch einen ruhigen Sonntag Abend.

 

Berlin, 19:34, Tag 1104

Heute also. Viel geträumt, ausgeschlafen, meditiert und gleich am Morgen schon das kurze Retreat die nächsten drei Tage vorbereitet. Freu mich schon sehr! Auch wenn grad so viel in der Firma los ist und ich auch das All Hands am Mittwoch verpassen werde. Es muss sein. Alles ist gut.

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Gestern war ich wieder Reiten. Am Anfang gleich ein Anschiss, weil ich mich zu heftig im Sattel einruckelte. Aber so’n Pferd ist ja kein Meditationskissen. Und noch einer, dessen Grund ich vergessen habe. Danach ging es wieder los mit der Menschentherapie, also den Gleichgewichtsübungen im Schritt. Das lief alles ziemlich wunderbar. Konnte ohne Bügel und ohne Hand am Maria Hilf, wie die Lehrerin den Haltegriff vorne am Sattel nennt, rundenlang alle Aufgaben erfüllen: an die Decke schauen, meine Arme kreisen, vorne hinten, rechts links, überkreuz abklatschen, das mein Träger sich schon über so viel Lob beschwerte. Dann das Ganze nochmal im leichten Trab. Das ist eine Nummer schwieriger, weil man im Takt bleiben muss und immer schön hoch und runter schaukeln und nun auch im Takt des hoch und runter, greifen, kreisen, klopfen soll. Dabei bin ich bei ein paar Hoplern oder weil ich einfach so ausm Takt kam, immer wieder fast ausm Gleichgewicht gekommen, aber war im nächsten Takt schon wieder drin. Und wurde gelobt, ohne abklopfen, nur verbal. Ein kleines Zwischenhoch war dann die Aufforderung, leg mal dein rechtes Bein über den Sattel zum linken. Und dann lass uns ein paar Schritte gehen. Huihhh. Dann sollte ich mich auf den Sattel knien, ohne meine Fussspitzen dem Pfern hinten in die Lenden zu hauen. Dafür habe ich überhaupt keine Muskeln, merkte ich. Aber mit ein wenig Entschlossenheit und dem Gottvertrauen, nur 2m in weichen Sand klatschen zu können, habe ich das auch hinbekommen. Zur Belohnung noch ein paar Minuten im leichten Trab ohne irgendwelchen Firelefanz. Dann war die Stunde auch schon rum und ich bin das erste Mal ordentlich abgestiegen, also ohne hinten mit dem Bein am Sattel hängen zu bleiben. Es wird, es wird! 😉

Davor und danach habe ich mir heftige Gedanken über unsere aktuelles Softwareprojekt gemacht, ohne gross in Aktion zu kommen. Naja, hab noch einen anderen Build hinbekommen und auch ein wenig mehr über git gelernt, mich in nem schlanken Framework eingelesen, war Einkaufen, hab gekocht, dann Harry Potter gelesen, ein paar Folgen Big Bang und nen Pausenpost geschrieben. Sagte ich doch, war ein voller Tag.

Heute lief ruhiger, bin ein wenig zu Inge (Ingress) zum Spielen gegangen, der Kiez sieht schick aus, so dass er in den nächsten drei Tagen wieder schön verwahrlosen kann.

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Ach, hab CloudApp endlich für mich in Besitz genommen. Kenn ich schon länger, habe aber nun beschlossen, dass Dropbox zu stressig fürs Teilen von Dateien ist. CloudApp macht das alles viel einfacher, incl. dem Aufzeichnen und Teilen von Screenvideos und ziehmlich durchdachten Einstellungen zum Verfall der geteilten Dateien und ner netten Individualisierung.

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So, nun noch ein wenig Exceln, evtl. doch noch die Präsentation fürs All Hands anfangen und dann gehts morgen früh ab aufs Kissen.

Wünsch Euch nen schönen Abend.

 

Berlin, 8:15, Tag 1097

Heute wieder ausgeschlafen. Also fast, denn die Damen waren schon kurz vor 7 wach.

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War ja gestern wieder Reiten. Und ich erinner‘ mich dunkel, hier meine Fortschritte berichten zu wollen.

Grad mache ich nur Balanceübungen oder Menschentherapie, wie meine Lehrerin es treffender ausdrückt. Im Schritt reiten, raus aus den Bügeln, die Zügel am Sattel festgebunden und dann zum Beispiel: Oberkörper, nicht die Hüfte!, rechts und links drehen. Mal gerade aus schauen, mal den Kopf mit drehen, mal die Hände kreisen, mal Äpfel pflücken. Wenn ich das hinkriege, wird die Balance wieder herausgefordert, mit dem Versuch, meine Fussspitzen zu erreichen, in dem man sich um den Hals des Pferdes legt.

Und mittendrin immer wieder vorne rechts, vorne links, hinten rechts, hinten links Pferd loben. Wenn ich das hinkriege und einigermassen warm bin, wird eine Gangart hochgeschaltet und ich darf das Ganze nochmal aber im Trab und dabei dann mit der zusätzlichen Herausforderung des Taktes machen.

Und falls ich denke, es klappt: hab ich hundertpro die Beine vergessen: Hacken sind nicht unten und hinten, Kniedruck nicht richtig, Winkel von allem schon gar nicht.

Und falls das korrigiert ist: stimmt die Sitzposition im Sattel wieder nicht, weil man zu weit vorn oder hinten sitzt oder die Hüfte im Schritt oder Trab nicht richtig knickt.

Reiten in diesem Stadium ist ein endloses Durchgehen von Checklisten aller Muskel- und Gelenkstellungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Bewegungsmuster des Pferdes.

Das Schöne dabei ist aber: jedes mal gab es während der Übungsstunde einen Moment, in dem alles Sinn machte. Plötzlich befand ich mich im Einklang mit dem Pferd und wurde von verstehendem Glück überflutet. Meist ganz kurz nur, sofort wieder vorbei, aber total lohnend. Darum gehts. Deshalb übe ich.

Wünsch Euch ’nen erholsamen Sonntag!

Berlin, 8:40, Tag 1083

Heute Nacht mit einem Alptraum aufgewacht. Erinnerungen an einen ehemaligen Mitarbeiter eskalierten, er griff mich halb an. Ich blieb ruhig, dann musste und konnte ich ihn sofort mit Hausverbot rauswerfen.

Bei Facebook habe ich eben in den Erinnerungen gesehen, dass der 7. Februar in den vergangenen Jahren immer ein sehr aktiver Postetag gewesen ist:

Letztes Jahr bin ich Nachts über die Bosphorusbrücke gefahren und hab es aufgenommen. Vor zwei Jahren bin ich mit 75kmh einen Berg auf Skiern hinabgesaust.

Vor drei Jahren schon haben wir unseren Mitarbeiterleitfaden = mtc Betriebsordnung verabschiedet und war am Nachmittag in Bitterfeld.

Vor vier Jahren habe ich über die Macht der Gewohnheiten geschrieben, am Tag 127 meiner Schreibmeditation hier.

Und vor sechs Jahren habe ich diese ungelikte Weisheit gepostet: Simplicity is the ultimate sophistication. ~Leonardo da Vinci.

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Den schönen Sonnenaufgang heute habe ich weiter schlafend verstreichen lassen. Ich sah das Leuchten und konnte mich nicht aufraffen, aufzustehen. Eine halbe Stunde später kann man es noch ahnen.

Wünsch Euch einen tollen Sonntag!