Über Vergebung und Freundlichkeit

Istanbul, 6:33, Tag 826

Heute Nacht habe ich von der Heimat meiner Grosseltern geträumt, ein 1978 für die Braunkohle weggebaggertes Dorf in der Nähe von Bitterfeld. Ich erkannte die Strasse in einem Film wieder. Schwarz weiss, viel Gewusel, gefilmt aus dem linken Nachbarhaus. Wir überlegten zusammen, wie es uns jetzt geht. Wir erzählten uns, wie ist es, dass die Heimat, das Haus und der Garten unserer Familie, nun ein schöner Badesee geworden ist. Es war der zweite Traum heut Nacht, der erste handelte von Baumstämmen und Maschinen. Ich wachte pünktlich und sehr ruhig entschlossen auf.

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Ihr müsst dazu wissen, dass meine Grosseltern in der DDR dabei für den Fortschritt enteignet wurden, die Entschädigung für Haus und Garten entsprach dem Einheitswert von 1927 und war lächerlich gering. Im Wiedervereingigungsvertrag wurde dieses Unrecht im Übrigen bestätigt, Wiedergutmachung ausgeschlossen.

Aber dass meine Eltern später kurz nach der Wende aus dem Haus und Garten meiner Kindheit ausziehen mussten, weil der vor der DDR geflohene Vorbesitzer es wieder haben konnte, wirkt jetzt im Rückblick schon grotesk. So durften wir helfen, dieses Unrecht wieder gut zu machen. Und so wurden wir ein zweites Mal enteignet.

Verziehen haben wir uns und den anderen. Vergessen möchte ich das nicht.

Meine Eltern haben damals eine schöne Wohnung in einem fast noch schöneren Dorf in der Nähe gekauft. Nur ich habe eine unerklärliche Abneigung gegen Wohneigentum behalten, und verteidige meine Freiheit, die Wohnungen und Büros in meinem Leben nur zu mieten.

Eigentlich war das gestrige Thema Freundlichkeit. Wer weiss schon, warum sich die weit zurück liegende Vergangenheit heute Nacht gemeldet hat. Vielleicht weil Vatertag ist? 🙂

Nachdem Boz vor ein paar Tagen diesen schönen Artikel über seine Transformation veröffentlichte, habe ich gestern kurzerhand im Büro per Chat zum „Tag der Freundlichkeit“ ausgerufen. Mehr als Erinnerung daran, dass Recht haben und Freundlich sein, keine Gegensätze sind. Eigentlich sollte jeder Tag ein „Tag der Freundlichkeit“ sein.

Freundlich zu sich selbst und zu allen anderen zu sein, ist allerdings nicht so einfach, wie wir uns das immer vornehmen. In den Nachrichten erscheint sehr selten die Geschichte eines Menschen, der aus tiefstem Herzen freundlich lächelt. Nur wenn jemand aus Ärger und Wut jemanden umbringt oder verletzt, dann ist das eine News, die es wert ist, erzählt zu werden. Wie schade eigentlich?!

Was mir dabei hilft, freundlich mit mir selbst und anderen zu sein und zu bleiben, ist das Konzept, dass ich meine eigene Verantwortung für meine Gefühle auch selbst wahrnehme.

Ich bin zu -sagen wir mal- 90% für meine Gefühle selbst verantwortlich. Sei es Ärger, Wut, Zorn, Apathie, Trauer, und natürlich auch für die positiven Gefühle. Ein paar Prozent der Verantwortung haben natürlich auch diejenigen, die mit ihren Worten oder Taten die Wut oder den Zorn in mir auslösen. Aber auch diejenigen, die nichts tun, aber in meinem Leben, hier auf der Erde mit mir anwesend sind, tragen ein Teil der Verantwortung.

Gefühle sind immer individuell und kollektiv, niemals nur das eine allein!

Erst wenn ich die 90% Regel ernst nehme, besteht die Chance zu Heilung, zu Transformation. Erst wenn ich wahrnehmen kann, wie meine Gefühle in mir entstehen, aufgrund von Erinnerungen, von Wahrnehmungen, als Objekte meines Geistes, dann kann ich mich auch mit den Ursachen und den Folgen beschäftigen.

Für mich bestehen drei Wege zur Heilung negativer Gefühle.

Erstens. Am einfachsten ist es, sich mit den positiven und schönen Dingen im gegenwärtigen Moment zu verbinden. Wir schneiden uns ab davon, wenn wir ärgerlich sein wollen. Wir nehmen den Windhauch, den Sonnenstrahl, den Sonnenaufgang einfach nicht mehr wahr, wir ignorieren die Freude und Schönheit, die uns auch umgibt, wenn wir wütend sind.

Zweitens. Schon schwieriger ist es, dem Ärger, der Wut, whatever an negativem Gefühl bei uns auftaucht, einfach erst mal wahrzunehmen, ehe wir entsprechend Handeln. Erst mal kurz hinschauen und sich um das Gefühl kümmern, sich nicht von ihm kontrollieren, übernehmen zu lassen, sondern es anerkennen, wahrnehmen und für seine Existenz in uns Verantwortung übernehmen.

Drittens. Geübt in den ersten beiden Methoden, können wir versuchen, die Ursachen unserer negativen Gefühle zu ergründen und uns zu heilen, zu transformieren, zu verändern. Wir können die Ursachen von Trauer in uns erkennen, in dem wir Erinnerungen aktiv einladen. Wenn wir stark und achtsam genug sind, können sie keinen Schaden anrichten. Wenn wir Freunde, eine starke Gemeinschaft um uns haben, die uns stützen und stärken, dann können wir es schaffen, die manchmal sehr weit zurück liegenden Ursachen zu sehen, und dann uns und anderen zu verzeihen und los zu lassen.

Heute Nacht hat sich eine der Ursachen meiner Trauer und Wut in meinem Traum manifestiert. Ich habe diese starken Gefühle heute morgen in meinen Blog wieder hoch geholt, sie aktiv eingeladen und nicht weg gedrückt, nicht ignoriert, nicht gedämpft.

Mit den schönen Erinnerungen, den schönen Fotos meiner Heimat, die ich letztes Weihnachten geschossen habe, habe ich versucht, mich mit den positiven Erinnerungen meiner Zeit dort zu verbinden, mich zu stärken, die Freude und das Glück zu erinnern, die ich dort erleben durfte.

Ihr, meine Leser, habt mich dabei unterstützt, unwissend, nichts ahnend habt ihr mir geholfen, bei der Reflexion, bei der Bewältigung, der Transformation dieser Ursachen, dieser Narben der Vergangenheit. Dafür danke ich Euch sehr!

Nun wünsche Euch noch einen überaus freundlichen Feiertag!

Ein unruhig-schöner Morgen…

Berlin, 5:48, Tag 606

Heute Nacht habe ich so wild geträumt, dass ich es schade finde, mich nicht mehr zu erinnern.

Gleich All Hands und dann zur Patinfo ab nach Ilmenau am Hochwasser vorbei. Das macht mich unruhig. Dazu hat die beste Frau der Welt doch heute ihren Geburtstag und ich kann leider nicht bei ihr sein. Dazu kommt jeder andere beliebige Gedanke: Noch Packen, die Präsentation, Zahnbürste, die Fahrt, meine Hemden, der Workshop, … ich hab vor Schreck schon wieder die News gelesen, wie zur Beruhigung, dass woanders auf der Welt noch mehr Unruhe ist.

Mitten in dieser Unruhe heute morgen habe ich bemerkt, dass ich nicht lächle. Wie angespannt meine Muskeln schon beim Aufstehen sind. Und wie ich wieder anfange, schlecht von mir zu denken, dass ich das nicht schaffe, wie ich das schaffen soll, in der Art.

Dann wollt ich wegrennen, nicht hinfahren, es schnell vorbei ziehen lassen, wird schon alles werden und hab vor Schreck schon mal angefangen, die Mails zu lesen, wie zur Beruhigung, dass woanders auf der Welt noch mehr Unruhe ist.

Aber dann plötzlich, mitten in dieser Unruhe heute morgen, habe ich bemerkt, dass ich trotzdem lächeln kann!

Ich habe beschlossen, auch diesen Tag zu geniessen. Wenn ich lächle und ruhig atme, dann kann ich meine Unruhe gar nicht mehr so nennen. Es ist dann eher Anspannung, Kraft und Konzentration. Es sind die gleichen Symptome und doch so unterschiedlich.

Und mit dem Lächeln kommt die Freude. Ich freu mich auf den Tag heute und die nächsten beiden Tage. Kein Werten, kein Vergleichen, einfach eine leichte kleine Vorfreude…

Somit gibt es auch heute keinen hektischen Pausenpost, sondern diese paar Gedanken hier. Vielleicht helfen sie auch Euch. Mich sollen sie daran erinnern, dass eine solche Transformation jederzeit möglich ist:

In meinem Kritiker steckt auch immer ein beratender Freund. In meiner Unruhe steckt auch immer produktive Anspannung. Es ist doch nur die andere Seite des gleichen Themas.

Wenn wir es schaffen, die Trennung und Wertung in unserem Denken zu sehen und zu verstehen, dann gewinnen wir vielleicht diesen kleinen Moment der Entscheidung. Dann sind wir in der Lage, die Augen von den News und Mails zu heben, kurz nach Innen zu schauen und zu lächeln und dann… manchmal, so wie heute morgen, eben, löst sich der Krampf, verlieren andere die Macht und man gewinnt man sein Lächeln zurück. Danke!

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Ist doch so ein schöner Morgen! Wünsche Euch einen tollen Tag!

 

Aus Trauer wird Leichtigkeit und von Selbstzweifeln bleibt nur der Zweifel…

Istanbul, 7:36, Tag 363

Heute Nacht musste ich umziehen, denn in unser Büro ist der Zeit Online Chefredakteur eingezogen, dessen Rede ich gestern hier gefunden habe. Eigentlich hätten wir einen Raum behalten können, aber es schien wie ein Almosen, oder Asyl. Und als ich anfing, die Technik auszubauen, merke ich, wie recht ihm das war. A. kam, um zu helfen und G. kam rein,  mit einer dicken Lippe, weil er neue Zähne bekommen hatte. Das neue Büro, welches erst in Landgrafroda, dann in einem anderen Dorf sein sollte, hatte mein Cousin eine Wohnung, die aber nicht passt, viel zu gross, viel zu verwinkelt. Ich habe von dieser Wohnung schon einmal geträumt, mit ihren Schrägen und Kunstelementen. Ich soll eine Rede halten, zu irgendeinem Anlass seines jüngsten Sohnes, ich kriege Anweisungen, worüber ich sprechen soll und der Wecker klingelt…

Superschön, wieder hier zu sein! Ich fühle mich aufgeladen, frisch, erleichtert, verwandelt… und freue mich auf die Woche an der Strasse von Konstantinopel. Aber ich vermisse auch meine Kollegen in Berlin, obwohl auch aus der Ferne mit ihnen zu arbeiten, eine schöne Sache ist, man fokussiert mehr, denkt mehr nach, um seine Ziele zu erreichen.

Jetzt habe ich schon meiner Unruhe nachgegeben und viele Mails geschrieben, den neuen Fotostream bei Facebook drüben sortiert. Ist schon eine schöne neue Präsentationsform für meine ganzen Bilder, wobei es mir scheint, als ob sie sich das bei Google+ abgeschaut haben. Wobei sie den Google+ Art der Bilderanordnung aber „verstreamt“ haben, was ich persönlich absolut konsequent und grossartig finde!

Wie man in Zukunft dann mit den Albums, den Ordnern umgeht, ist für mich noch offen. Vielleicht eine zusätzliche Klammer für bestimmte Ereignisse oder aber es macht Sinn, wenn man bestimmte Bilder nicht mit allen teilen möchte. Auf alle Fälle geht durch diese neue, eleganten, superschnellen Streams die Bedeutung von Fotoalben eher zurück.

Mein Portfolio an Fotografien wird einfach auf einer Zeitlinie dargestellt und ich habe die Möglichkeit, bestimmte Fotos besonders zu betonen. Genau das habe ich für letzten beiden Jahre schon mal gemacht, so dass ihr meine persönlichen Favorites in vierfacher Größe anschauen könnt.

Apropos Innovationen: gestern im Flieger habe ich angeregt durch Nicolas Carrs: The Big Switch einen kleinen Artikel geschrieben, den ich vielleicht gleich noch hier poste. Habe grade gesehen, dass das Buch aus 2008 ist, aber seine Thesen sind aktueller denn je und noch lange nicht im Mainstream angekommen. Auf jeder Seite fühle ich mich bestätigt und angeregt und möchte meine Version, meine Sichtweise, meine sehr ähnlichen Gedanken dazu aufschreiben. Durch das Training bin ich eh noch im Superlernmodus.

Und ich wollte Euch noch erzählen, was ich eigentlich beim Feuerritual vorgestern verbrannt habe.

Also erstens habe ich einen halben Zettel verbrannt, auf dem Meine Trauer stand. Auf der anderen Hälfte, die ich aufgehoben habe, hatte ich notiert, was ich statt dessen haben möchte, in was sich Trauer transformieren sollte: Leichtigkeit, stand dort. Bei einem Gespräch vorher, hatte uns ein Dr. der Psychologie erzählt, dass sich Trauer immer in Ärger oder Wut auflöst. Eine Zwangsläufigkeit sehe ich aber darin nicht, ich glaube einfach nicht, dass auf Trauer immer Wut folgen muss.

Dann habe ich einen weiteren halben Zettel verbrannt, auf dem stand: Meine Selbstzweifel und auf der unteren Hälfte habe ich nur Zweifel hingeschrieben. Ich möchte meine Selbstzweifel transformieren und übergehen lassen in gesunden Zweifel. So, wie man immer ein klein wenig an allem zweifeln sollte, genauso möchte ich auch an mir zweifeln können. Aber diese ständigen Überprüfungen meiner Handlungen, diese Selbstbewertung und das immer währende Vergleichen in andauernden Selbstgesprächen, brauche ich irgendwie nicht. Es bindet zu viel Energie auf eine destruktive, herabsetzende Weise, die anders -konstruktiv- genutzt werden könnte, aus denen sich mehr Zuversicht, mehr Mut, mehr Vertrauen ergeben, als an meinen Selbstzweifeln.

Und ich habe noch zwei weitere Zettel verbrannt, aber dazu vielleicht morgen, vielleicht später, aber vielleicht auch gar nicht mehr… aber sagt mal, kennt ihr eigentlich solche oder ähnliche Reinigungsrituale aus religiöser oder anderer spiritueller Richtung?

 

 

Die es uns schwer machen, sind unsere Lehrer…

Berlin, 7:31, Tag 266 (noch 98 Tage)

Heute war ich an einer Grenze, ich sass in meinem schönen Auto, hielt an, zwei Kontrolleure in ihren Häuschen hinter Glas, nebeneinander. Der eine war Meiner, der andere, der Fremde. Der Fremde kontrollierte aufwendig und langsam. Es war eng in ihren Kabinen, daneben ein Schlafsaal, Chaos, Decken, Schlafsäcke, Matratzen, Betten. Mein Pass war doch in Ordnung, ich ging zurück zum Auto, wollte losfahren, doch es brach Chaos draussen aus, die Grenze löste sich auf. Ich sollte wegfahren, konnte nicht, Sperren, Soldaten, Gefahr – Schnitt – ein grosses Schiff fährt durch einen Kanal, der Bug bis fast zur Mitte lose hängend, schwingend, schwebte über’m Wasser. Das Schiff parkte elegant am Kai ein, der Bug ragte weit ins Land hinein. Ich wachte auf…

Die es uns schwer machen, sind unsere Lehrer.

Wenn meine Grenzen überschritten werden, meine Komfortzone verletzt wird, wenn ich mich aufrege, ärgere, wütend werde. Wenn mich jemand enttäuscht, nicht das macht, was ich von ihm erwarte, nicht mit denkt oder sich ungeschickt anstellt…

Wenn das immer wieder passiert, es sich wiederholt, manchmal über Jahre, immer die gleichen Themen, immer die gleichen Muster, Fehler, Schwächen in immer ähnlichen Situationen…

Wenn es unangenehm wird, ich dem Gespräch ausweiche, es vermeide, übergehe, überdecke, dämpfe und beim nächsten Mal dann doch fast explodiere, überreagiere mit schnellen Mails, Kommentaren, Gesprächen oder Anrufen voller Vorwürfe und Beschwerden…

Wenn das, was ist, was war, was hätte sein sollen und noch hätte sein können mir einfach nicht reicht…

Wenn meine Grenzen überschritten werden, wenn es mich konkret betrifft, wenn ich betroffen bin. Dann ruhig zu bleiben, die Energie zu nutzen und entschlossen klar zu machen, was grad mit mir passiert, dabei keine Vorwürfe zu schleudern und ohne diesen Frust zu zeigen. Das zu Lernen, ist mein Weg.

Heute morgen dann ein Aufleuchten von Erkenntnis, von Ausweg: ich kann doch ohne, diese eine Sache, dieses eine Ding. Ich kann weiter, ohne dem vergangenen Nichttun von Nichtigem hinter her zu hängen. Denn ich kann immer ohne! Ohne dass der Andere sich ändert, ohne dass sich etwas verändert. Einfach weil es geht.

Und dann genau im Moment des Erkennens findet mich der Weg. Das beim Anderen Gesuchte taucht plötzlich doch auf. Alles war umsonst und doch notwendig.

Wünsche einen Tag voller Kraft, seine Lehrer zu finden, anzunehmen und auszuhalten…

Statt Tagebuch: Undicht…

Heute bin ich aufgewacht, 20min vor dem Wecker, inmitten eines intensiven, langen Traumes – zu dem ich mir sofort Notizen gemacht habe, um die lange Story nicht zu vergessen, nenn ich ihn also „InAMovie“ Traum. Würde ich jetzt beim Frühstück versuchen mich zu erinnern, wären viele Teile schon wieder verschwunden.

Interessant dabei ist, dass sofort eine Interpretation (oder Wertung und Zensur?) des Geträumten einsetzt. Ich schreibe ja schon sehr lange Tagebuch, dort passiert die Interpretation ja auch, aber auf einem anderen Niveau – auf dem von OhMeineGüte: das kann ich niemals aufschreiben, wenn das doch mal jemand findet. Aber hier ist das Finden ja eingebaut… 😉

Aber zurück zum Traum, es ging um undichte Aktionen, um Phänomene mit Löchern, Handlungen die nicht rein sind. Das Konzept habe ich aus Kapitel 11 von Thich Nhat Hanhs „Transformation at the Base“.  Vorsicht, das Buch ist ein Kompendium der buddhistischen Psychologie, der Nur-Manifestations Schule des Mahāyāna Buddhismus, des einzigen mit dem ich mich näher beschäftigt habe. Aber ich schweife schon wieder ab…

Es ging darum, dass ich eine Lösung für die (in meinem Traum!;) nicht bezahlten Steuern meines Benz‘ finden und diesen nach Hannover bringen wollte, zu einem kleinen Bungalow, um ihn dort zu verstecken. Es ergaben sich alle möglichen Arten von Schwierigkeiten, die ich daraufhin in Spielfilmlänge durchlebte. Der Bungalow lag mitten im Wald, mein Benz hätte ein Jeep sein müssen, also kam ein Radlader und machte den Weg frei. Die Nachbarn – sie waren zahlreich trotz Wald – ergaben dann das nächste Problem, mindestens mit Dreien musste gesprochen werden. Zum Glück war einer davon Pyro, ein Freund aus längst vergangenen Tagen in Halle (Saale) und ich war gerettet, aber kurz vorm Aufwachen fiel uns ein: die Politessen sind in Hannover besonders arbeitseifrig. Hätte ich ihn doch auf den Bauernhof von Stefan gestellt, da wäre er sicher… oje, ihr merkt schon, ich hatte Stress! Und ich hab schon ein paar Details, Farben und Ausschmückungen weggelassen.

Es ging also um die anstrengenden und schweren Folgen von undichten Aktionen…  es könnte sein, das das daran lag, dass ich ja letzte Woche am Freitag die ersten Informationen über unser Projekt hier eingestellt habe. Mit mein Freund Michael sprach ich gestern kurz darüber, dass mit mehr Öffentlichkeit und Transparenz auch mehr Aufmerksamkeit kommt. Also, was machen die Wettbewerber und Konkurrenten eigentlich nun mit diesen Informationen? Und es gibt nicht nur gute, uns positiv gesinnte und denkende Menschen. Und wie gehe ich mit Ignoranz, Kritik, Gegenwehr und Ablehnung eigentlich um? Diese Gedanken erzeugen Angst!

Was mich aber sofort sehr beruhigen kann und mir meine Angst fast völlig nimmt, ist genau dieses oben erwähnte Konzept der reinen und unreinen Aktionen.

Dazu ein Zitat aus dem Buch, welches mir schon seit seiner Entdeckung sehr geholfen hat:

But if we can realize that the true nature of a wave is water, our fear will dissolve (…). The wave does not have to become water-it already is water.

Thich schreibt hier davon, dass wir sind, was wir sind – ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht. Wir können auch nichts werden, was wir nicht sind. Wenn wir die Distanz zwischen unseren Erwartungen und der Realität verringern können, dann gewinnen wir Zeit und Glück und verlieren unseren Stress und Angst.

Und dann noch:

Purified action does not calculate the amount of work required, or the glory and benefits that may accrue. It arises naturally from insight and freedom. For this reason, the happiness brought about by a purified action is much greater, because it is liberated and not based on external signs.

Und  auch mein Traum hat mir das wieder in aller Deutlichkeit gezeigt – unreine Aktionen bringen nix! Also, ihr da Draussen: 1. es verursacht Euch nur Ärger wenn ihr das Design oder das Konzept klaut! Und 2. wenn ihr es vor uns schafft, mit dieser Idee die Patentwelt zu revolutionieren: ich bin der erste Gratulant!

So, das ist gesagt! Nun bleibt nur noch, Euch allen einen wunderschönen Start in den neuen Tag zu wünschen…

Mein Frühstück im Durak Bufe