traum

Berlin, 6:56, Tag 1087

Heute Nacht von Istanbul geträumt, ein Arztbesuch endete in einem verhindertem Selbstmord des Arztes mit zwei Waffen in meinem Rucksack und einem kleinen Feuer vor der Tür, dessen Rauch wenig später vulkanausbruchgleich die ganze Stadt überdeckte und mich unglaublich apokalyptischen Bildern machen liess.

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Gleich startet mein Tag. Eurer auch. Wünsche einen angenehmen Donnerstag!

Berlin, 8:04, Tag 1061

Heute Nacht wilde Träume von einem Besuch eines post sozialistischen, autokratisch korruptem System. Wir waren in einem herunter gekommenen Hotel, die Toilette ein Loch im Boden, alles extrem baufällig, aber pompös. Der aktuelle Herrscher kam vorbei, ich wollte ein Foto machen, er stieg drauf ein. Leider sollte ich danach sein Hoffotograf werden, ich versuchte mich zu wehren, es klappt nicht. Später beim Aufwachen, hatte ich koloniale Gefühle.

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Mehr schreib ich heute nicht und wünsch Euch einen sonnig, schönen Freitag!

Berlin, 6:09, Tag 815

Heute Nacht habe ich in einem Raum mit vielen anderen gesessen und mich auf eine Abreise vorbereitet. Ein Bekannter hatte sich in eine kleine Schachtel geschrumpft. Ich trug ihn herum und fragte mich, wann er sich wieder vergrößern will. Ich stellte die Dose an Stellen, an denen er sich nicht den Kopf stossen würde. Andere waren nicht so rücksichtsvoll. Natürlich nur aus Unwissenheit über den Inhalt. Ich wachte schön zeitig erholt auf.

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Heute mach ich mal Pause hier. Kein Gedanke, den ich heute auswalzen möchte. Wünsche Euch einen grossartigen Sonntag!

Nizza, 7:08, Tag 802

Heute Nacht bin ich hier in der Stadt durch eine schlammige Baustelle gefahren und hab das Cabrio eingesaut, es abgestellt und bin dann fast von einem Tennisball getroffen worden. Grosse Hunden sprangen hinterher. Dann kamen zwei komische skateboardartige Flügel geflogen, die mich ebenfalls nur knapp verfehlten. Oh! Ich war hier wohl in der Nähe von etwas, in dessen Nähe ich sein sollte. Ich erkannte ein paar Passanten, als Bewohner, die hier aufpassten. Ich sagte laut: sorry, ich verstehe, ich verstehe und gehe davon und wache auf…

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Mein Traum erinnerte mich an Regeln, an Verabredungen und Vereinbarungen, die wir an der ein oder anderen Stelle im Leben brechen.

Wohl auch weil ich beim Aufwachen über die Co-Creators 2015 gestolpert bin und mich grade fragte, wie es kommt dass Menschen, die ein anderes Leben und Arbeiten leben, mich einerseits so anziehen. Anderseits frage ich mich, wo diese manchmal fast religiöse Verehrung und die oft so aggressive Ablehnung von Regelbrechern herrührt.

Alles wie immer eine Frage der Wahrnehmung, unserer Achtsamkeit. Worauf wir reagieren, was wir durch die Filter unserer Sinne an uns ran lassen. Dazu unsere Fähigkeiten zu vergleichen, Muster zu erkennen, wieder zu erkennen.

Vor zwei Tagen hatte ich Abends eine kurze Phase, in der ich alles, was mich umgibt, alles was benutze, was ich besitze, alles aber auch alles, als Ergebnis der Verabredung, von Regeln und Vereinbarungen zwischen mindestens zwei Menschen sah.

Einmal kurz alles in Frage gestellt.

Den Geist so frei laufen gelassen, dass man Mietverträge, Firmen, Webseiten, Geld, einfach alles virtuelle als das und daraus folgend die Vergänglichkeit und Änderbarkeit auch dieser Dinge erkennt. Alles was es braucht, ist eine neue Vereinbarung, Verabredung oder Regel zwischen mindestens zwei Menschen.

Im Dialog meiner kleinen Familie, aus zwei sehr unterschiedlichen Kulturkreisen, aus zwei sehr unterschiedlichen Familien stammend und in Aleyna verschmelzend, fällt mir genau das jeden Tag auf. In der ein oder anderen Form erfinden wir unsere eigenen Regeln, einfach weil meine oder ihre nicht auf Dauer funktionieren für uns beide. In unserer Umwelt, empfinde ich mich deshalb oft als Aussenseiter. Und das zieht wiederum an oder stößt ab…

So, nun gleich auf die Konferenz hier! Dann ein wenig die Gegend erkunden. Es ist 20 Jahre her, dass ich das einzige Mal hier in Nizza war, auf einem ewig denkwürdigen Roadtrip mit einem heute immer noch sehr guten Freund übrigens.

Wünsch Euch einen tollen Start in den Montag.

Istanbul, 4:40, Tag 794

Heute Nacht habe ich nur kurz geschlafen und dabei von einer Wohnung im Erdgeschoss, einem riesigen flachen weiten Raum geträumt. Der Boden braun, hinten rechts lagen auf dem Fussboden die Betten. Es gab überall Krümel, ich schüttelte die Bettdecke und Kissen ab und wollte staubsaugen und dann wischen. Eine Freundin, die nicht meine sein durfte, ging draussen vorbei. Ich musste die bunten Stifte verstecken, an denen ich erkannt worden wäre. Dann wachte ich mitten drin und sehr zeitig auf, um den Boden vorm Bad zu wischen, Tee zu kochen und  Händchen zu halten…

Nun starte ich den Tag mal andersrum. Erst Kaffee und Schreiben, dann meditieren. Vielleicht dann nochmal weiter schreiben.

Denke grade wieder viel, sehr viel nach. Ich könnte und wollte doch so viel selber machen. Beim Anfangen denke es mich dann, dass Anleiten und Führen nicht heisst, ich sollte alles selber machen. Wie kann ich anderen dabei helfen, es zu tun? Wie ein wohlwollend strenger Lehrer? Oder doch wie ein Vorarbeiter? Oder vielleicht wie ein Chefkoch?

Die Vielzahl der Möglichkeiten, der Beziehungen, der Themen, der Projekte ist zu sortieren, zu strukturieren!

Stelle ich die doch schon vorhandenen Strukturen wieder mal in Frage? Um in der dann haltlosen Unsicherheit, in der Angst um A L L E S aufsteigt, mal wieder zu spüren, dass ich noch am Leben bin? Kann ich dieses Spiel mit mir alleine spielen? Kann ich dieses Spiel jemals mit anderen spielen?

Der Grund für die Funktionsunfähigkeit meiner Dropbox sind gesicherte Beziehungen.

Seit 2007 sicherte ich regelmässig meine Mac Adressbuch durch einen Export in ein Backup Verzeichnis meiner Pladde. Nun habe ich bemerkt, dass bei so ca 1.000 Kontakte im Adressbuch, zu jedem Backup ca 4.000 Dateien – also mind. vier für jeden Kontakt erzeugt werden. Und das bei jedem Backup!

Dies führt dazu, dass im /backup/adressen/* Verzeichnis über eine halbe Million Dateien rum liegen. Beim Start von Dropbox zählt diese erstmal durch, was es so alles hat und wurde damit nicht mehr fertig. Erstaunlich, dass es überhaupt so lange funktionierte! Aber letzte Woche habe ich wohl irgend ne Grenze überschritten, wie der ständig anlaufende Lüfter des Macbook anzeigte.

So unscheinbar, das Problem. So offensichtlich, die Lösung.

IMG_0622Nun ist es hell. Nun habe ich viele Ideen, nicht mehr nur Gedanken. Die Ideen sind schon aufgeschrieben.

Wenn ich mir jetzt klar mache, dass das Leben kein Sprint ist, sondern alles auf einander aufbaut, alles kumuliert, jede Tat, jedes Tun. Wenn ich mir jetzt klar mache, dass Denken auch eine Tat ist, dass das Werten meiner Gedanken auch Tun ist. Wenn ich mir jetzt klar mache, dass ich auch beim Denken der Gedanken eine Wahl habe. Wenn ich mir jetzt klar mache, dass es eine Gier nach Gedanken, eine Gier zu werten gibt. Wenn ich es schaffe, auch das los zu lassen… und zurück zu kehren, zu meinem Atem, jetzt? Jetzt!

Geschafft! 🙂

Wünsch Euch einen grossartigen Sonntag!

Istanbul, 6:34, Tag 792

Heute Nach habe ich von einer Ärztin in einem alten Gehöft geträumt. Ihre Praxis war modern und hell. Sie erzählte mir von den Abläufen in ihrer Praxis und machte mich so zu ihrem Verbündeten. Ich glaub, sie war allein. Auf der Rückfahrt verfuhr ich mich jämmerlich, viele Umwege. Strassen, die zu Einbahnstrassen wurden, Baustellen, übergetretene Flüsse, viel Verkehr. Danach ging es noch turbulent weiter und ich erwachte froh kurz vor dem Wecker…

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Ein klarer Morgen hier in Istanbul. So ganz anders, als ich mich grad fühle.

Unruhe und Gedanken während der Morgenmeditation sind mein Indikator. Unsicherheit und Unzufriedenheit liegen bei mir eng beieinander. So eng, dass ich die eine oft nicht von der anderen unterscheiden kann. Also nur, wenn ich ehrlich zu mir bin. Wenn ich nicht so ehrlich bin, dann ignoriere ich die Unsicherheit und wälze mich sofort in der Unzufriedenheit mit mir und mit anderen.

Irgendwie bin ich froh, dass ich diese Gefühle zumindest während der Meditation und in ruhigen Alltagssituationen ganz gut los lassen kann.

Heute morgen war das so, dass ich mir einige Situationen auf Arbeit vorstellte, die mich beunruhigen oder verunsichern und dann ärgern. Als ich das bemerkte und meine Konzentration wieder auf meinen Atem, auf die Dämmerung draussen, auf meine Beine auf dem Kissen lenkte, kam neben einer leichten Traurigkeit aber auch Ruhe und Entschlossenheit auf. Ich weiss schon, was ich machen kann. Ich weiss schon, dass ich das schaffe. Ich weiss schon, dass ich jetzt nicht dort bin.

Ich weiss schon, dass ich jetzt hier bin.

Aber ein paar der Gedanken scheinen ganz brauchbar, einem Plan ganz ähnlich, einen Eintrag auf der ToDo Liste wert. Manche Gedanken scheinen einer Rettung gleich zu kommen. Ich träume mir einen idealen Ablauf: die richtigen Worte im richtigen Moment; die richtige Reaktion der anderen im richtigen Moment. Dann fällt mir ein, was ich alles machen wollte, was ich alles machen müsste und bin wieder im Kontakt mit meiner Unsicherheit, mit meiner Unruhe.

So könnte ich Minute um Minute, Stunde um Stunde zu bringen, ohne viel zu erreichen, ohne viel zu machen, bin aber furchtbar beschäftigt mit mir selbst.

Die eigentlichen Auslöser sind meist miniwinzigklein. Sie isoliert zu betrachten und zu erledigen, ist jedes mal ein erschreckend schnelles Unterfangen. Kurze Mail, schneller Anruf und zack weg, erledigt und done!

Es gelingt mir immer öfter, mich bei diesem Spiel meines Egos zu erwischen. Ein Lächeln, ein liebevolles Lächeln und zwei Atemzüge später: entspannt sich tatsächlich meine Bauchdecke, meine Gesichtsmuskeln entspannen sich und drücken das Lächeln auch aus. Ein Krampf löst sich, ich spüre einmal eine leichte Müdigkeit und dann eine Freude am Leben zu sein. Ich spüre eine Freude über die Abwesenheit von Schmerz, Krankheit und Mangel. Ich spüre eine Freude über das Vorhandensein von Licht, von Wärme, von Luft und meines Laptops.

Dann setz ich mich dran und lächle immer noch und schreibe einfach los. Dann kommt meine Tochter müde aus dem Bett und ich freu mich sie zu sehen und zu begrüßen und zu versorgen. Dann vergeht die Zeit so schnell und wir starten in den Tag, ziehen uns an, packen die Tasche und gehen zum Bus. Ich setz mich zu Durak, frühstücke und tippe weiter, höre der Geschäftigkeit hier nicht zu, lass mich anstecken vom einfachen Tun und Sein.

Es ist noch nicht mal um 7 zu Hause in Berlin… der Tag fängt grad erst an!

Noch Berlin, 6:23, Tag 791

Heute Nacht sind wir umgezogen, mit einer ganzen Schulklasse zu einem Ausflug. Ab und zu Kollegen eingestreut. Wir mussten einen Bus packen, viele Bücher, aber auch sperrige Gegenstände, wie Landkarten und Modelle mussten mit. Um das Essen habe ich mich gesondert gekümmert. Der Bus war dann eine Regionalbahn, die sich schnell überfüllte. Es sollte eine zweite Bahn kommen, doch ich wachte vorher auf.

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Ich räum grad auf. Gestern meinen privaten Ordner- und Hüllenstapel, sehr interessant und befreiend. Parallel weiter am Rechner meine private Dropbox neu sortiert, meine Tagebücher alle in iCloud und Ulyssys konsolidiert, als Experiment neben und zusätzlich zu Evernote. Immer wenn ich iCloud schreiben möchte, tippe ich iCould, wie mit einem in meine Finger eingebautem Autocorrect. Interessant, findet ihr nicht auch?

Wir fliegen gleich wieder zurück, deshalb heute nur Traum und Bild und das und der Wunsch, dass ihr einen tollen Donnerstag erlebt.